AfD — Alternative für Deutschland im Profil
4,7 Prozent, 12,6 Prozent, 10,3 Prozent, 20,8 Prozent. Vier Bundestagswahlen, vier Zahlen — und dahinter steckt eine der rasantesten Parteikarrieren, die die Bundesrepublik je erlebt hat. In nur zwölf Jahren hat sich die Alternative für Deutschland von einer euroskeptischen Professoreninitiative zur zweitstärksten Kraft im Deutschen Bundestag entwickelt. Keine andere Partei der Nachkriegsgeschichte hat diesen Weg in dieser Geschwindigkeit zurückgelegt — nicht die Grünen, nicht die PDS, nicht die Piraten.
Was die Zahlen verschweigen: Hinter diesem Aufstieg liegen drei vollständige Vorsitzendenwechsel, zwei fundamentale programmatische Kurswechsel und ein permanenter Beobachtungsdruck durch den Verfassungsschutz. Die AfD von 2013 und die AfD von 2026 sind im Grunde zwei verschiedene Parteien, die denselben Namen tragen.
Key-Facts: AfD
- Vollständiger Name: Alternative für Deutschland
- Gründung: 6. Februar 2013 in Berlin
- Vorsitz: Alice Weidel / Tino Chrupalla
- Mitglieder: ca. 47.000 (Stand 2026)
- Parteifarbe: Blau
- Ausrichtung: Rechtspopulistisch
- Bestes Bundestagswahlergebnis: 20,8% (2025)
- Sitze im Bundestag (2025): 160 (größte Oppositionsfraktion)
- Aktuelle Umfrage: 27,2% (Durchschnitt, Stand 30.05.2026)
Die Zeitleiste der Vorsitzenden — oder: Wie jeder Chef die Partei weiter nach rechts schob
Bernd Lucke (2013–2015) war Wirtschaftsprofessor an der Universität Hamburg, ein Mann mit Brille, Aktentasche und einer Leidenschaft für Währungstheorie. Seine AfD war eine Partei, die man sich in einem Volkswirtschafts-Seminar hätte ausdenken können: Sie wollte den Euro abschaffen und zur D-Mark zurück, sie argumentierte mit Maastricht-Kriterien und Haftungsrisiken. Die Mitglieder waren überdurchschnittlich gebildet, überdurchschnittlich alt, überdurchschnittlich männlich. An den Informationsständen diskutierte man Leistungsbilanzdefizite. Es war, rückblickend betrachtet, eine andere Welt.
Was Lucke nicht sah oder nicht sehen wollte: Neben den Professoren und Unternehmern strömten von Anfang an auch Menschen in die Partei, die keine Vorlesungen über Geldpolitik halten wollten, sondern eine Plattform für weiterreichenden Protest suchten. Als Lucke beim Essener Parteitag im Juli 2015 gegen Frauke Petry um den Vorsitz kämpfte und verlor, war auf den Fernsehbildern ein Mann zu sehen, der fassungslos auf das Abstimmungsergebnis starrte. Er hatte die eigene Partei nicht mehr verstanden. Lucke verliess die AfD wenige Tage später und gründete die Partei ALFA, die nie über die Bedeutungslosigkeit hinauskam.
Frauke Petry (2015–2017) vollzog den ersten grossen Kurswechsel. Unter ihrer Führung rückte die Euro-Kritik in den Hintergrund, die Flüchtlingskrise ab Sommer 2015 wurde zum dominierenden Thema. Petry positionierte die AfD als Partei der strikten Migrationskontrolle und des „gesunden Menschenverstands“. Die Strategie war elektoral erfolgreich: 12,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2017, Einzug in alle 16 Landtage. Doch Petry selbst wurde von der Dynamik überrollt, die sie ausgelöst hatte. Am Tag nach der Bundestagswahl — dem grössten Erfolg in der jungen Parteigeschichte — verliess sie die eigene Fraktion. Auch sie hatte die Kontrolle verloren.
Alexander Gauland und Jörg Meuthen (2017–2022) bildeten eine Doppelspitze der Gegensätze. Gauland, der konservative Publizist, der die NS-Zeit als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte bezeichnete, tolerierte den völkischen „Flügel“ um Björn Höcke. Meuthen, eher wirtschaftsliberal, versuchte, die Partei in Richtung einer „bürgerlichen Kraft“ zu lenken. Am Ende scheiterte Meuthen, verliess 2022 die Partei und warnte öffentlich vor deren Radikalisierung. Historisch betrachtet ist das beispiellos: Drei der vier bisherigen Parteivorsitzenden haben die eigene Partei verlassen und sich später von ihr distanziert.
Alice Weidel und Tino Chrupalla (seit 2022) stehen für die aktuelle Phase. Weidel, in der Schweiz lebende Ökonomin mit Goldman-Sachs-Vergangenheit, gibt der Partei ein anderes Gesicht als ihre Vorgänger. Unter ihrer Führung erreichte die AfD 2025 ihr historisches Hoch. Die „Brandmauer“ der anderen Parteien steht, aber die AfD hat gelernt, auch ohne Koalitionen Druck ausüben — allein durch ihre Existenz als zweitstärkste Kraft verändert sie die Koalitionsarithmetik in jedem Bundesland.
Bundestagswahlen: Die Ergebnisse im Überblick
| Wahl | Zweitstimmen | Sitze | Platzierung | Kontext |
|---|---|---|---|---|
| 2013 | 4,7% | — | 5. (nicht im BT) | Gründungsjahr, Euro-Krise |
| 2017 | 12,6% | 94 | 3. | Ersteinzug, Flüchtlingskrise |
| 2021 | 10,3% | 83 | 5. | Corona, Verluste im Westen |
| 2025 | 20,8% | 160 | 2. | Migrations-/Inflationsdebatte |
Die eigentliche Frage lautet: Ist die Kurve von 4,7 auf 20,8 Prozent ein linearer Aufstieg — oder ein Rückfall nach 2021, gefolgt von einer Explosion? Die Antwort ist politisch brisant. Denn der Rückgang auf 10,3 Prozent im Corona-Jahr 2021 nährte die Hoffnung, die AfD habe ihren Zenit überschritten. Was dann folgte, war das Gegenteil. Die Partei verdoppelte ihr Ergebnis in nur vier Jahren. Wer die AfD 2021 abgeschrieben hat, lag falsch.
Gründungsgeschichte: Wie aus einem Manifest eine Partei wurde
Alles begann mit einem Zeitungsartikel. Im September 2012 veröffentlichte Bernd Lucke zusammen mit anderen Ökonomen einen Aufruf unter dem Titel „Plädoyer für eine andere Europapolitik“. Die Unterzeichner forderten ein Ende der Rettungspolitik für überschuldete Eurostaaten. Aus dem Aufruf wurde eine Initiative, aus der Initiative eine „Wahlalternative 2013“, und am 6. Februar 2013 in Berlin schliesslich eine Partei: die Alternative für Deutschland.
Der unmittelbare Anlass war die Euro-Krise. Griechenland-Rettungspakete, der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), die Niedrigzinspolitik der EZB — für die Gründer waren das Verstösse gegen europäische Verträge, die von allen Bundestagsparteien mitgetragen wurden. Die AfD sollte die parlamentarische Lücke füllen, die kein etablierter Akteur besetzen wollte.
Bei der Bundestagswahl im September 2013 — nur sieben Monate nach der Gründung — holte die AfD 4,7 Prozent. Das Scheitern an der 5%-Hürde war knapp genug, um alle zu überraschen. Kein Beobachter hatte einer wenige Monate alten Partei ein solches Ergebnis zugetraut. Was die Zahlen verschweigen: In Sachsen lag die AfD bereits bei 6,8 Prozent — ein Vorbote der ostdeutschen Hochburg, die sie später werden sollte.
2015 bis 2017: Die Flüchtlingskrise als Katalysator
Der Sommer 2015 veränderte alles — für Deutschland und für die AfD. Merkels „Wir schaffen das“ wurde zum Satz, an dem sich das Land spaltete. Für die AfD war die Flüchtlingskrise ein Mobilisierungsgeschenk, das kein Parteimanager hätte planen können: Ihr Kernthema — Protest gegen eine als alternativlos präsentierte Politik — bekam plötzlich ein Gesicht, eine Dringlichkeit, eine emotionale Wälzung, die Euro-Zinssätze nie hatten erzeugen können.
In dieser Phase verschob sich das Profil der Partei grundlegend. Die Euro-Kritik, einst das Gründungsthema, wurde von der Migrationsfrage verdrängt. Neue Mitglieder kamen, die mit Geldpolitik nichts am Hut hatten. Bei der Bundestagswahl 2017 zog die AfD mit 12,6 Prozent und 94 Sitzen erstmals in den Bundestag ein. Zum ersten Mal seit den 1950er Jahren sass eine Partei rechts der CDU/CSU im Parlament.
2017 bis 2021: Konsolidierung, Verfassungsschutz, Corona
Die Jahre im Bundestag brachten eine neue Art von Aufmerksamkeit. Die AfD-Fraktion fiel durch provokante Anträge, Geschäftsordnungstricks und eine bewusst konfrontative Rhetorik auf. Gleichzeitig entwickelte sich ein ernsthafter interner Konflikt: Der „Flügel“ um den Thüringer Landeschef Björn Höcke drängte die Partei weiter nach rechts. 2020 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz den „Flügel“ als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Die Partei löste die Teilorganisation formal auf — ihre Protagonisten blieben einflussreich.
Die Corona-Pandemie wurde für die AfD zum ambivalenten Thema. Einerseits bot der Protest gegen Lockdowns und Impfpflicht neue Wähler. Andererseits war die Partei intern selbst gespalten zwischen Massnahmenkritikern und moderateren Stimmen. Das Ergebnis bei der Bundestagswahl 2021 — 10,3 Prozent — spiegelte diese Unsicherheit wider.
2022 bis 2025: Das Hoch unter Alice Weidel
Was nach 2021 folgte, hatte kaum jemand erwartet. Unter dem neuen Vorsitz-Duo Alice Weidel und Tino Chrupalla schoss die AfD in den Umfragen nach oben. Migration, Inflation, Energiepreise, Unzufriedenheit mit der Ampel-Regierung — die Themenkonjunktur spielte der Partei in die Hände. Zeitweise lagen die Umfragewerte über 20 Prozent. Die „Correctiv“-Recherche Anfang 2024 über ein Treffen in Potsdam, bei dem angeblich „Remigrations“-Pläne besprochen wurden, löste Massenproteste aus — drückte die Umfragewerte zeitweise — und änderte am Wahltag wenig.
Bei den ostdeutschen Landtagswahlen 2024 wurde die AfD in Thüringen stärkste Kraft, in Sachsen und Brandenburg zweitstärkste. Koalitionspartner fand sie keine — die „Brandmauer“ hielt. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die AfD 20,8 Prozent und 160 Sitze. Die Partei war nun unbestreitbar die stärkste Kraft rechts der Mitte in Deutschland.
Zwei Welten, eine Partei: Der Ost-West-Graben
Kein Phänomen illustriert die Zerrissenheit der deutschen Parteienlandschaft besser als die AfD-Ergebnisse nach Himmelsrichtung.
| Region | BTW 2017 | BTW 2021 | BTW 2025 | Trend |
|---|---|---|---|---|
| Ostdeutschland | 21,5% | 19,9% | ~31% | Dauerhaft stärkste Kraft |
| Westdeutschland | 10,7% | 8,2% | ~17% | Wachsend, aber unter Durchschnitt |
31 Prozent im Osten, 17 Prozent im Westen — das ist nicht nur ein Unterschied, das sind zwei verschiedene politische Realitäten. In Thüringen oder Sachsen ist die AfD längst die Partei, um die herum Regierungsbildung stattfindet — nicht mit ihr, aber auch nicht ohne Rücksicht auf sie. Im Westen ist sie eine starke Oppositionskraft, aber keine, die Ministerpräsidenten schlaflose Nächte bereitet.
Die Gründe für dieses Gefälle sind vielfältig und von Politikwissenschaftlern ausführlich analysiert: schwächere Bindung an die Volksparteien, geringere Organisationsdichte der Zivilgesellschaft, wirtschaftliche Unzufriedenheit trotz Fortschritten seit 1990, eine andere politische Sozialisierung. Die eigentliche Frage lautet: Konvergieren Ost und West — oder driften sie weiter auseinander? Die Zahlen von 2025 deuten auf Letzteres.
Programm: Was die AfD fordert
Migration und Asyl
Das dominierende Thema. Die AfD fordert eine restriktive Migrationspolitik: strikte Grenzkontrollen, schnellere Abschiebungen, Begrenzung des Asylrechts, Sachleistungen statt Geldzahlungen für Asylbewerber. Sie kritisiert die ihrer Ansicht nach zu hohe Zuwanderung und deren Auswirkungen auf Sozialsysteme, Wohnungsmarkt und innere Sicherheit. Migration ist das Thema, das die AfD gross gemacht hat — und das Thema, bei dem sie die deutlichsten Unterschiede zu allen anderen Bundestagsparteien markiert.
Innere Sicherheit
Eng verknüpft mit der Migrationsfrage: mehr Polizei, härtere Strafen, konsequentere Strafverfolgung. Die AfD setzt Kriminalitätsstatistiken gezielt in Beziehung zur Zuwanderung — ein Vorgehen, das Kritiker als vereinfachend bezeichnen, das aber bei der AfD-Wählerschaft verfängt.
Europa und Souveränität
Die ursprüngliche Forderung nach Euro-Abschaffung ist in den Hintergrund getreten, die generelle EU-Skepsis geblieben. Die AfD will Kompetenzen von Brüssel nach Berlin zurückverlagern und die nationale Souveränität stärken. Ein „Dexit“ — also ein EU-Austritt nach britischem Vorbild — wird in Teilen der Partei diskutiert, ist aber nicht offizielle Programmlage.
Gesellschaft, Familie, Klima
Die AfD vertritt ein konservatives Familienbild, lehnt das „Gendern“ in Sprache und Verwaltung ab und kritisiert die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung. Sie fordert längere Laufzeiten für konventionelle Kraftwerke und stellt den menschengemachten Klimawandel teilweise infrage — eine Position, die innerhalb der Partei nicht einheitlich vertreten wird.
Verfassungsschutz: Die juristische Dauerbaustelle
Seit 2021 beobachtet das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall. Einzelne Landesverbände — Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt — gelten als gesichert rechtsextremistisch. Die Partei wehrt sich vor Gericht gegen diese Einstufungen, bislang mit begrenztem Erfolg.
2024 wurde im Bundestag erstmals ein Verbotsverfahren diskutiert, ein Antrag fand keine ausreichende Mehrheit. Die Debatte zeigt ein grundsätzliches Dilemma der deutschen Demokratie: Wie geht ein Staat mit einer Partei um, die von einem Fünftel der Wähler gewählt wird und gleichzeitig vom Verfassungsschutz beobachtet wird? Eine einfache Antwort gibt es nicht — und jeder Versuch einer einfachen Antwort wird der Komplexität der Lage nicht gerecht.
Wählerstruktur: Wer wählt die AfD?
Die Wahlforschung zeichnet ein differenzierteres Bild als die öffentliche Debatte. Die AfD-Wählerschaft ist überdurchschnittlich männlich (rund 60 Prozent), überproportional im Alter zwischen 30 und 59 Jahren und in Gebieten mit niedrigerem Durchschnittseinkommen überrepräsentiert. Was die Zahlen verschweigen: Es gibt keinen einheitlichen „AfD-Wähler“. Unter den 20,8 Prozent finden sich Überzeugungstäter ebenso wie Protestwähler, Frustrierte ebenso wie ideologisch Gefestigte. Die AfD hat es geschafft, Wähler aus der Arbeiterschaft zu gewinnen, die früher SPD wählten — ein historischer Bruch.
Die „Brandmauer“ und ihre Folgen
Alle übrigen im Bundestag vertretenen Parteien schliessen eine Koalition mit der AfD auf Bundesebene aus. Dieser „Brandmauer“-Konsens ist politisch folgenreich: Er zwingt die übrigen Parteien in immer komplexere Koalitionskonstellationen und gibt der AfD die Rolle der permanenten Opposition — eine Rolle, die sie geschickt nutzt, um sich als Stimme der „Unberücksichtigten“ zu inszenieren.
Historisch betrachtet ist das beispiellos: Eine Partei mit über 20 Prozent der Stimmen, die von der Regierungsbildung auf allen föderalen Ebenen systematisch ausgeschlossen wird. Ob diese Strategie die AfD langfristig schwächt oder stärkt, ist unter Politikwissenschaftlern umstritten. Fest steht: Sie prägt die politische Architektur der Bundesrepublik wie kein zweites Phänomen der letzten Jahrzehnte. Hintergründe zur Einordnung der AfD bietet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de).
Aktuelle Umfragewerte
Die aktuellen Sonntagsfrage-Ergebnisse zeigen die AfD aktuell bei durchschnittlich 27,2 Prozent — je nach Institut und Erhebungszeitraum. Seit der Bundestagswahl 2025 hat sich das Niveau verfestigt. Die AfD ist damit keine Protestbewegung mehr, deren Umfragen je nach Nachrichtenlage schwanken. Sie ist eine feste Grösse im deutschen Parteiensystem geworden. Eine Übersicht aller acht Institute finden Sie auf unserer Startseite. Hintergründe zur aktuellen Entwicklung: Sonntagsfrage März 2026 — Haushaltskrise trifft CDU.
Aktuelle Umfragen
| Datum | Institut | AfD |
|---|---|---|
| 30.05.2026 | INSA | 29,0% |
| 26.05.2026 | Forsa | 27,0% |
| 26.05.2026 | INSA | 29,0% |
| 23.05.2026 | INSA | 29,0% |
| 22.05.2026 | Forschungsgruppe Wahlen | 26,0% |
2024: AfD gewinnt Landtagswahl in Thüringen – und regiert trotzdem nicht
Am 1. September 2024 gewann die AfD mit 32,8 Prozent die thüringische Landtagswahl. Alle anderen Parteien erklärten im Vorfeld, keine Koalition mit ihr einzugehen. CDU, SPD und BSW bildeten eine Minderheitsregierung. Die AfD hatte 32 Sitze und keinen einzigen Ministerposten. Es war ein neues Kapitel der deutschen Nachkriegspolitik: Eine Partei gewinnt eine Wahl und regiert trotzdem nicht.
Häufige Fragen zur AfD
Wann wurde die AfD gegründet?
Die Alternative für Deutschland wurde am 6. Februar 2013 in Berlin gegründet. Gründungsvorsitzender war der Ökonom Bernd Lucke, der die Partei 2015 nach einem innerparteilichen Machtkampf wieder verliess. Auslöser der Gründung war die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung.
Wie hat die AfD bei Bundestagswahlen abgeschnitten?
2013 verpasste die AfD mit 4,7% knapp den Einzug in den Bundestag. 2017 erreichte sie 12,6% und zog erstmals ein. 2021 fiel sie auf 10,3% zurück, 2025 erzielte sie mit 20,8% ihr bisher bestes Ergebnis und wurde zweitstärkste Fraktion.
Warum ist die AfD im Osten stärker?
In den ostdeutschen Bundesländern erzielt die AfD mit rund 31 Prozent fast doppelt so hohe Werte wie im Westen. Gründe sind eine geringere Parteibindung, wirtschaftliche Unzufriedenheit und eine andere politische Sozialisierung seit der Wiedervereinigung.
Wie wird die AfD politisch eingeordnet?
Die AfD wird von Politikwissenschaftlern überwiegend als rechtspopulistisch eingestuft. Teile der Partei werden vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch beobachtet. Die Partei selbst bezeichnet sich als bürgerlich-konservativ.
Wird die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet?
Ja. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die AfD als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein und beobachtet sie nachrichtendienstlich. Die Partei klagte juristisch dagegen, blieb bisher aber erfolglos. Die Einstufung ermöglicht den Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel wie V-Personen.
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