Wahlumfragen Rheinland-Pfalz — Aktuelle Sonntagsfrage
Key-Facts: Rheinland-Pfalz
- Hauptstadt: Mainz
- Einwohner: 4,1 Mio
- Ministerpräsident: Alexander Schweitzer (SPD, geschäftsführend)
- Regierung: CDU gewann LTW 2026 (Koalitionsbildung läuft)
- Letzte Landtagswahl: März 2026
- Vorherige Wahl: 2021
- Sitze im Landtag: 101
Rheinland-Pfalz ist das Weinland Deutschlands und war politisch über drei Jahrzehnte SPD-regiert. Von 1991 bis 2026 stellte die SPD hier ununterbrochen den Ministerpräsidenten. Alexander Schweitzer übernahm 2024 von Malu Dreyer — konnte die Serie aber nicht fortschreiben: Die CDU gewann die Landtagswahl im März 2026 und beendete 35 Jahre SPD-Herrschaft.
Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP regierte seit 2016 in Mainz und hatte damit die Bundesampel um Jahre vorweggenommen. Die Landtagswahl im März 2026 hat gezeigt, dass dieses Modell nach dem Scheitern der Bundesampel nicht mehr trägt: Die CDU ging als klare Spitzenreiterin hervor.
Ergebnis: CDU gewinnt Landtagswahl März 2026
Die CDU hat die Landtagswahl im März 2026 gewonnen (ca. 31 %) und beendet damit 35 Jahre SPD-Herrschaft in Rheinland-Pfalz. Alexander Schweitzer (SPD) ist geschäftsführend im Amt bis zur CDU-geführten Regierungsbildung. Detailanalyse: Landtagswahl RLP.
Vorumfragen zur Landtagswahl 2026
| Institut | Datum | CDU | SPD | AfD | Grüne | FDP | BSW |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Infratest dimap | März 2026 | 32% | 22% | 15% | 10% | 6% | 6% |
| Forsa | Feb. 2026 | 33% | 21% | 14% | 9% | 7% | 5% |
| INSA | Jan. 2026 | 31% | 20% | 16% | 10% | 6% | 7% |
Die CDU liegt mit 31–33% vorne — ein Wandel, denn bei der Landtagswahl 2021 lag die SPD noch klar vor der CDU. Die SPD kommt auf 20–22%, die AfD auf 14–16%. Grüne und FDP liegen bei 9–10% bzw. 6–7%, das BSW bei 5–7%.
Politische Landschaft in Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz war bis 1991 fest in CDU-Hand: Helmut Kohl startete hier seine politische Karriere. Der Machtwechsel unter Rudolf Scharping 1991 war eine Zäsur. Seitdem hat die SPD das Land mit wechselnden Partnern regiert — zunächst allein, dann mit der FDP, dann in der Ampel.
Regional gibt es Unterschiede: Die Städte Mainz, Trier und Kaiserslautern wählen eher SPD und Grüne. Das katholische Eifel- und Hunsrückgebiet sowie die Pfalz sind CDU-Hochburgen. Die AfD ist in ländlichen Regionen im Westerwald und der Eifel verstärkt präsent.
Ergebnis der Landtagswahl 2021
| Partei | Ergebnis 2021 | Veränderung zu 2016 | Sitze |
|---|---|---|---|
| SPD | 35,7% | −0,5 | 39 |
| CDU | 27,7% | −4,4 | 31 |
| Grüne | 9,3% | +4,0 | 10 |
| AfD | 8,3% | −4,0 | 9 |
| FDP | 5,5% | −0,7 | 7 |
| FW | 5,4% | +2,7 | 5 |
Karte
Städte in Rheinland-Pfalz
Mainz
Landeshauptstadt, 220.000 Einwohner
Ludwigshafen
BASF-Stadt, 170.000 Einwohner
Koblenz
Am Deutschen Eck, 115.000 Einwohner
Trier
Älteste Stadt Deutschlands, 110.000 Einwohner
Kaiserslautern
Pfalz-Zentrum, 100.000 Einwohner
Wahlkreise und Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz stellt 15 Bundestagswahlkreise. Das Land gilt als SPD-Hochburg auf Landesebene, bei Bundestagswahlen ist die CDU jedoch häufig stärker.
Mainz
Wahlkreis 198
Koblenz
Wahlkreis 192
Trier
Wahlkreis 196
Ludwigshafen – Frankenthal
Wahlkreis 200
Kaiserslautern
Wahlkreis 202
Ahrweiler
Wahlkreis 191
2021: Dreyer gewinnt gegen alle Trends – persönliche Beliebtheit schlägt Bundespolitik
Bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl am 14. März 2021 gewann die SPD unter Malu Dreyer mit 35,7 Prozent – ein Plus von 4,0 Prozentpunkten gegenüber 2016. Bundesweit lag die SPD in Umfragen bei 15 Prozent. Dreyers persönliche Beliebtheitswerte lagen bei über 70 Prozent. Es war der klarste Beweis des Jahres 2021, dass Persönlichkeitswerte Bundestrends überschreiben können. Dreyer regierte seit 2013; die SPD seit 1991 ununterbrochen. Trotz SPD-Tief auf Bundesebene: in Rheinland-Pfalz galt die Bundeslage als irrelevant.
2026: Die CDU beendet 35 Jahre SPD-Herrschaft in Rheinland-Pfalz
Die Landtagswahl März 2026 markierte eine historische Zäsur: Nach über 35 Jahren SPD-Regierung (seit 1991) verlor die Partei die Führung. Die CDU gewann mit rund 31 % und wurde klar stärkste Kraft. Alexander Schweitzer – Malu Dreyers Nachfolger seit Juli 2024 – fehlte die charismatische Strahlkraft seiner Vorgängerin. Das Bundesampel-Scheitern schadete FDP und Grünen nachhaltig, das BSW profitierte. Die SPD-Dominanz in Rheinland-Pfalz, die Helmut Kohl als „Kernland der CDU" widerlegt hatte, ist vorerst Geschichte.
Häufige Fragen
Wann fand die letzte Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt?
Die letzte Landtagswahl in Rheinland-Pfalz fand im März 2026 statt. Die nächste Wahl wird voraussichtlich 2031 stattfinden. Vorherige Wahl war 2021, als Malu Dreyer (SPD) mit 35,7% gewann.
Wer regiert aktuell in Rheinland-Pfalz?
Nach der Landtagswahl März 2026 amtiert die Regierung Schweitzer (SPD) geschäftsführend. Die CDU gewann mit rund 31 % und führt Koalitionsverhandlungen. Mehr: Landtagswahl RLP 2026.
Wie lange regierte die SPD in Rheinland-Pfalz?
Die SPD regierte Rheinland-Pfalz von 1991 bis 2026 — über 35 Jahre ununterbrochen. Ministerpräsidenten waren Rudolf Scharping, Kurt Beck, Malu Dreyer und von Juli 2024 bis 2026 Alexander Schweitzer.
Welche Koalition entsteht nach der RLP-Wahl 2026?
Die CDU gewann die Wahl mit rund 31 %. Wahrscheinlichste Option ist eine CDU-SPD-Koalition. Eine Neuauflage der SPD-Ampel ist nach dem Bundesampel-Scheitern und den geschwächten FDP- und Grünen-Werten unwahrscheinlich.
Was sind die wirtschaftlichen Besonderheiten von Rheinland-Pfalz?
Rheinland-Pfalz ist geprägt durch Weinbau (bedeutendste Weinregion Deutschlands), Chemie- und Pharmaindustrie (BASF in Ludwigshafen) sowie Tourismus im Moseltal und Rheintal. Das Bundesland gilt als strukturell eher ländlich mit starkem Mittelstand und Exportsektor.
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Mainz als Landeshauptstadt: Geschichte und politische Bedeutung
Rheinland-Pfalz ist ein Kunstprodukt der franzosischen Besatzungspolitik nach 1945: Aus Teilen der preussischen Rheinprovinz, der Pfalz und dem Volksfreistaat Hessen-Rheinhessen zusammengefugt, erhielt es seine heutige Form. Mainz als Landeshauptstadt war eine bewusste Entscheidung der Alliierten, um keine altpreussische Tradition fortzusetzen - Trier und Koblenz hatten historisch mehr Gewicht, waren aber politisch belastet.
Die Landeshauptstadt Mainz ist gleichzeitig Sitz der ZDF-Bundesanstalt - ein medienpolitisch bedeutsames Detail, das Rheinland-Pfalz besonderes Gewicht in Rundfunkfragen gibt. Der ZDF-Staatsvertrag wird von den Ministerprasidenten aller Lander gemeinsam verhandelt; Mainz ist dabei naturlich Gastgeberort und profitiert politisch von der ZDF-Prasenz.
Weinbau und Tourismus als politische Wirtschaftsfaktoren
Rheinland-Pfalz ist das Weinbauland Nummer 1 in Deutschland: Rund 65% der deutschen Weinflache liegen hier, in den Anbaugebieten Mosel, Rheinhessen, Nahe, Pfalz, Mittelrhein, Ahr und Mosel. Weinbau ist nicht nur Wirtschaftsfaktor (rund 5 Milliarden Euro Umsatz), sondern auch Kulturgut mit direktem politischen Echo: EU-Weinbaupolitik, Pflanzenschutzmittel-Verbote, Klimawandel-Anpassungen - das sind konkrete Themen, die Weinbauernverbande sehr direkt mit der Landesregierung diskutieren.
Die Ahrflut 2021 hat Rheinland-Pfalz bundesweit in den Fokus gestellt - und auch politisch erschuttert. Das Krisenmanagement von Innenminister Roger Lewentz (SPD) wurde kritisiert; er trat 2022 zuruck. Die Flut war ein Politiktest fur das Ampel-Land (SPD/Grüne/FDP unter Malu Dreyer): Wie schnell kann eine Landesregierung in einer Katastrophe handeln? Das Urteil war gemischt.
US-Militarprasenz: Ramstein und die NATO-Dimension
Kein Bundesland ist so stark durch US-Militarprasenz gepragt wie Rheinland-Pfalz. Die Air Base Ramstein ist der großte US-Luftwaffenstatzpunkt ausserhalb der USA - und gleichzeitig ein zentrales NATO-Hauptquartier. Politisch bedeutet das: Rheinland-Pfalz ist immer dann im internationalen Scheinwerferlicht, wenn die USA und die NATO Raketenabwehrsysteme, Drohnenoperationen oder Ukraine-Unterstutzung koordinieren.
Die Frage der Ramstein-Basen ist in der Friedensbewegung seit Jahren ein Thema: Demonstrationen fordern den Abzug, besonders wenn US-Drohnenangriffe von dort koordiniert werden. Die Landesregierung hat traditionell eine pragmatische Haltung: Die Bevolkerung profitiert wirtschaftlich, und Rheinland-Pfalz hat keinen Einfluss auf US-Militarstrategien. Das andert sich nur, wenn Bundesregierung und Bundestag die NATO-Prazenz neu verhandeln.
