CDU/CSU — Christlich Demokratische Union und Christlich-Soziale Union
50,2 Prozent. Dieses Ergebnis hat seit 1957 keine Partei in Deutschland mehr erreicht — und es wird vermutlich auch nie wieder eine schaffen. Es war Konrad Adenauer, der die CDU/CSU in jenem Jahr zur absoluten Mehrheit führte, mit dem Slogan „Keine Experimente". Fast sieben Jahrzehnte später kämpft dieselbe Parteienfamilie darum, überhaupt die 30-Prozent-Marke zu knacken. Was dazwischen liegt, ist die Geschichte der Bundesrepublik selbst.
Denn wer die CDU/CSU verstehen will, muss verstehen, dass es sich streng genommen gar nicht um eine Partei handelt. Die CDU tritt in 15 Bundesländern an, die CSU ausschließlich in Bayern. Zwei Parteien, zwei Vorsitzende, zwei Programme — aber eine gemeinsame Bundestagsfraktion, seit 1949 ohne Unterbrechung. Eine Konstruktion, die in ganz Europa einzigartig ist und die der Union eine Flexibilität verleiht, die ihre Konkurrenten regelmäßig unterschätzen.
CDU/CSU im Überblick
- Gründung: 1945 (CDU) / 1945 (CSU)
- Vorsitz CDU: Friedrich Merz (seit 2022)
- Vorsitz CSU: Markus Söder (seit 2019)
- Mitglieder: ca. 525.000 (CDU ~380.000, CSU ~145.000)
- Farbe: Schwarz
- Ausrichtung: Christdemokratisch, konservativ, liberal
- Bundestagsfraktion: Gemeinsame Fraktion CDU/CSU
- Kanzler gestellt: Adenauer, Erhard, Kiesinger, Kohl, Merkel, Merz
- Aktuelle Umfrage: 22,6% (Durchschnitt, Stand 30.05.2026)
Sechs Kanzler in acht Jahrzehnten — Die Kanzler-Bilanz der Union
Keine andere Parteienfamilie hat die Bundesrepublik so lange regiert wie die CDU/CSU. Insgesamt stellte die Union sechs der zehn Bundeskanzler — und prägte damit über 52 Jahre lang die Richtlinien der deutschen Politik. Was viele nicht wissen: Zusammengenommen übertrifft die Regierungszeit der Unions-Kanzler die aller anderen Parteien um mehr als das Doppelte.
Konrad Adenauer (1949–1963) schuf als Gründungskanzler die Grundlagen: Westbindung, NATO-Beitritt, Versöhnung mit Frankreich im Élysée-Vertrag. Er regierte 14 Jahre — länger als jeder andere Kanzler vor Kohl. Ludwig Erhard (1963–1966), der „Vater des Wirtschaftswunders", hatte als Kanzler weniger Glück: Sein Kabinett zerbrach nach nur drei Jahren an einer Wirtschaftskrise. Kurt Georg Kiesinger (1966–1969) führte die erste Große Koalition mit der SPD — ein Experiment, das damals als gewagt galt und heute zur Routine geworden ist.
Dann kam die längste Pause: 13 Jahre Opposition, während Brandt und Schmidt regierten. Bemerkenswert ist, wie grundlegend sich die CDU in dieser Zeit veränderte — vom Honoratiorenclub zur modernen Mitgliederpartei. Helmut Kohl (1982–1998) nutzte diesen Umbau: 16 Jahre im Amt, die Deutsche Einheit, der Euro. Bis heute wird darüber gestritten, ob seine Bilanz von der Spendenaffaire überschattet wird oder ob die historische Leistung der Wiedervereinigung alles andere relativiert. Angela Merkel (2005–2021) stellte diesen Rekord ein — ebenfalls 16 Jahre — und transformierte die CDU von einer konservativen zu einer zentristischen Kraft. Die Abschaffung der Wehrpflicht, der Atomausstieg, die Ehe für alle: Unter Merkel vollzog die Partei gesellschaftspolitische Wenden, die noch unter Kohl undenkbar gewesen wären. Friedrich Merz schließlich übernahm 2025 das Kanzleramt — nach einem Vierteljahrhundert, in dem er mehrfach gescheitert war und für erledigt gehalten wurde.
Die Gründerjahre — Wie aus Trümmern eine Volkspartei entstand
Im Sommer 1945, Deutschland lag in Trümmern, fanden sich in Berlin, Köln und anderen Städten Menschen zusammen, die eines verband: die Überzeugung, dass das Scheitern der Weimarer Republik an der Zersplitterung des bürgerlichen Lagers lag. Katholiken und Protestanten, Konservative und Liberale — sie alle sollten in einer Partei zusammenfinden. Das war der Gründungsgedanke der CDU, und er war revolutionär. Das Zentrum, die große katholische Partei der Weimarer Zeit, hatte immer nur einen Teil des bürgerlichen Spektrums abgedeckt. Die CDU wollte mehr.
In Bayern ging man einen Sonderweg. Dort gründete sich zeitgleich die CSU — eigenständig, bayerisch-patriotisch, aber verbunden mit der CDU durch das gemeinsame christlich-demokratische Fundament. Was als Provisorium begann, wurde zur Dauereinrichtung. Ein Blick auf die Zahlen zeigt Erstaunliches: In über 75 Jahren gemeinsamer Fraktionsarbeit kam es nur ein einziges Mal zum ernsthaften Bruch — 1976, als Franz Josef Strauß die Fraktionsgemeinschaft kurzzeitig aufkündigte. Vier Wochen später war der Spuk vorbei.
Die Ära Adenauer — 14 Jahre, die alles prägten
Konrad Adenauer war 73 Jahre alt, als er 1949 Bundeskanzler wurde. Zu alt, sagten viele. Er regierte 14 Jahre. Unter seiner Führung setzte die Union auf drei Säulen: Westbindung, soziale Marktwirtschaft und die europäische Integration. Das „Wirtschaftswunder" der 1950er Jahre, maßgeblich geprägt von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, verschaffte der CDU/CSU das Image wirtschaftlicher Kompetenz — ein Trumpf, den die Partei bis heute auszuspielen versucht, mit wechselndem Erfolg.
Bei den Bundestagswahlen 1953 und 1957 erreichte die Union über 45 beziehungsweise über 50 Prozent der Stimmen. Werte, die in der heutigen Parteienlandschaft aus einer anderen Welt zu stammen scheinen. Die absolute Mehrheit von 1957 bleibt ein historisches Unikum — kein Wahlkampfteam, kein Spitzenkandidat träumt heute noch davon, dieses Ergebnis auch nur annähernd zu erreichen.
Helmut Kohl und die deutsche Einheit
Es gibt Momente, die eine Partei über Generationen definieren. Für die CDU/CSU ist es der 3. Oktober 1990. Helmut Kohl, seit 1982 Kanzler durch ein konstruktives Misstrauensvotum, wurde zum „Kanzler der Einheit" — ein Titel, den ihm selbst seine schärfsten Kritiker nicht streitig machen konnten. Was dabei oft untergeht: Die Wiedervereinigung war keineswegs ein Selbstläufer. Frankreichs Präsident Mitterrand zögerte, Großbritanniens Premierministerin Thatcher war offen dagegen. Kohl musste internationale Widerstände überwinden, die in der rückblickenden Erzählung oft zu kurz kommen.
Parallel trieb Kohl die europäische Integration voran. Der Vertrag von Maastricht 1992, die Einführung des Euro — beides trägt seine Handschrift. 16 Jahre regierte er, bis die Bundestagswahl 1998 das Ende brachte: Nur noch 35,1 Prozent für die Union, eine deutliche Niederlage gegen Gerhard Schröders SPD. Und dann die Spendenaffaire, die Kohls Lebenswerk verdunkelte — und einem jungen Talent den Weg ebnete.
Die Ära Merkel — 16 Jahre Pragmatismus
Es gibt ein Foto, das den Generationenwechsel in der CDU perfekt einfing: Angela Merkel, die 1999 in einem Zeitungsartikel öffentlich mit Helmut Kohl brach. Es war ein Akt von politischem Mut — oder Kalkül, je nach Perspektive — der ihre gesamte Karriere vorzeichnete. 2000 wurde sie CDU-Vorsitzende, 2005 Bundeskanzlerin.
Was folgte, waren 16 Jahre, die die CDU grundlegend veränderten. Merkel modernisierte die Partei gesellschaftspolitisch: Abschaffung der Wehrpflicht, Atomausstieg nach Fukushima, Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Gleichzeitig managte sie eine Krise nach der anderen — Finanzkrise 2008, Eurokrise, Flüchtlingskrise 2015. Ihr Regierungsstil: abwarten, analysieren, dann handeln. Die Gegner nannten es Aussitzen. Die Anhänger nannten es Besonnenheit.
Die Flüchtlingspolitik 2015 wurde zum Wendepunkt. Merkels „Wir schaffen das" spaltete nicht nur die Gesellschaft, sondern vor allem die eigene Partei. Die Spannungen mit der CSU unter Horst Seehofer erreichten ein Niveau, das an die Strauß-Krise von 1976 erinnerte — diesmal ohne schnelle Versöhnung. Eine der langfristigen Folgen: der Aufstieg der AfD, die sich als konservative Alternative zur „Merkel-CDU" positionierte.
Bei der Bundestagswahl 2021 bezahlte die Union die Rechnung. Kanzlerkandidat Armin Laschet — belastet durch den berühmten Lacher im Flutgebiet — führte die CDU/CSU auf 24,1 Prozent. Das historisch schlechteste Ergebnis. Ein Schock, der tief saß.
Friedrich Merz — Der Mann, der dreimal anlief
Die Geschichte von Friedrich Merz ist auch die Geschichte eines beispiellosen Comebacks. 2002 von Merkel als Fraktionsvorsitzender verdrängt, 2018 und 2021 bei CDU-Vorsitzwahlen gescheitert — und dann, im dritten Anlauf, doch noch am Ziel. Im Januar 2022 übernahm Merz den CDU-Vorsitz und setzte sofort auf konservativere Akzente: schärfere Migrationspolitik, wirtschaftsliberale Agenda, klare Abgrenzung von der Ära Merkel.
Bei der Bundestagswahl 2025 führte Merz die Union auf 28,5 Prozent — ein deutlicher Zugewinn gegenüber dem Debakel von 2021, aber weit entfernt von den Ergebnissen, die frühere Unions-Kanzler einfuhren. Bemerkenswert ist: Merz schaffte es ins Kanzleramt mit einem Ergebnis, das Adenauer vermutlich als Wahlniederlage empfunden hätte. Andere Zeiten, andere Maßstäbe.
Programm und Positionen — Wofür die Union 2026 steht
Das Grundsatzprogramm der CDU, 2023 auf dem Parteitag in Berlin verabschiedet, markiert eine Rückkehr zu konservativeren Positionen nach der Ära Merkel. Die CSU setzt eigene Akzente, vor allem bei Migration und Föderalismus. Was beides konkret in Regierungshandeln übersetzt wurde, zeigt der Koalitionsvertrag 2025 mit der SPD. Zusammen ergibt sich folgendes Bild:
- Wirtschaft: Senkung der Unternehmenssteuern, Bürokratieabbau, Förderung des Mittelstands. Die soziale Marktwirtschaft als ordnungspolitisches Leitbild bleibt das ideologische Rückgrat der Partei. Merz brachte dabei seine eigene Handschrift ein: weniger Regulierung, mehr Eigenverantwortung.
- Migration: Begrenzung der irregulären Migration, schnellere Abschiebungen, Ausbau des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Unter Merz positionierte sich die CDU deutlich restriktiver als unter Merkel — eine bewusste Kurskorrektur, die auch auf die Konkurrenz durch die AfD reagierte.
- Sicherheit: Stärkung der Bundeswehr, Erreichen des NATO-Zwei-Prozent-Ziels, Ausbau der inneren Sicherheit. Die Union fordert mehr Befugnisse für Polizei und Nachrichtendienste — ein Thema, bei dem sie seit Jahrzehnten Kompetenz zugesprochen bekommt.
- Energie und Klima: Technologieoffenheit statt Verbote, CO2-Bepreisung über den Emissionshandel, Offenheit gegenüber Kernenergie. Die Union lehnt ein generelles Verbrennerverbot ab und setzt auf marktwirtschaftliche Instrumente statt staatlicher Vorgaben.
- Familie und Soziales: Erhöhung des Kindergeldes, Förderung von Wohneigentum, Bekenntnis zum Ehegattensplitting. Was viele nicht wissen: Das Ehegattensplitting, eines der am heftigsten umkämpften Steuerinstrumente, geht auf eine Unions-Initiative von 1958 zurück.
- Europa: Stärkung der EU-Außengrenzen, keine Vergemeinschaftung von Schulden, transatlantische Partnerschaft. Die Union versteht sich als pro-europäische Kraft — aber mit deutlichen roten Linien bei der Fiskalunion.
Alle Bundestagswahlergebnisse der CDU/CSU seit 1990
Ein Blick auf die Zahlen zeigt Erstaunliches: Die Fallhöhe vom Wiedervereinigungshoch bis zum Tiefpunkt 2021 beträgt fast 20 Prozentpunkte. Die folgende Tabelle dokumentiert den langen Abstieg — und den Beginn einer möglichen Erholung. Aktuelle Vergleichswerte liefern Institute wie Forsa.
| Wahl | Zweitstimmen | Veränderung | Kanzlerkandidat | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1990 | 43,8% | — | Helmut Kohl | Regierung (mit FDP) |
| 1994 | 41,4% | −2,4 | Helmut Kohl | Regierung (mit FDP) |
| 1998 | 35,1% | −6,3 | Helmut Kohl | Opposition |
| 2002 | 38,5% | +3,4 | Edmund Stoiber | Opposition |
| 2005 | 35,2% | −3,3 | Angela Merkel | Regierung (Große Koalition) |
| 2009 | 33,8% | −1,4 | Angela Merkel | Regierung (mit FDP) |
| 2013 | 41,5% | +7,7 | Angela Merkel | Regierung (Große Koalition) |
| 2017 | 32,9% | −8,6 | Angela Merkel | Regierung (Große Koalition) |
| 2021 | 24,1% | −8,8 | Armin Laschet | Opposition |
| 2025 | 28,5% | +4,4 | Friedrich Merz | Regierung |
Was die Tabelle nicht zeigt, aber erwähnenswert ist: Der Zugewinn 2013 auf 41,5 Prozent — Merkels bestes Ergebnis — wurde fast vollständig auf Kosten der FDP erzielt, die aus dem Bundestag flog. Die Union gewann nicht neue Wähler dazu, sie absorbierte ihren Koalitionspartner. Ein Muster, das sich in der Parteienforschung als „Juniorpartner-Effekt" etabliert hat.
CDU/CSU in aktuellen Umfragen
Seit der Bundestagswahl 2025 hat die Union ihren Vorsprung als stärkste Partei in den meisten Erhebungen gehalten — aktuell bei 22,6 Prozent im Durchschnitt der Institute. Die detaillierten Werte aller relevanten Institute sind auf der Übersicht zur Sonntagsfrage abrufbar. Ob der „Kanzlerbonus" dauerhaft trägt oder der Regierungsalltag die Werte wieder drückt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Regionale Verankerung — Wo die Union stark ist, wo sie schwächelt
Die CDU/CSU war immer eine Partei der Fläche. Ihre Hochburgen lagen traditionell in ländlichen, katholisch geprägten Regionen. Doch dieses Bild hat sich verschoben.
- Bayern: Die CSU dominiert den Freistaat seit Jahrzehnten und stellt nahezu ununterbrochen den Ministerpräsidenten. Bemerkenswert ist: Selbst in ihren schwächsten Momenten fällt die CSU in Bayern selten unter 35 Prozent — ein Wert, von dem die CDU in den meisten Ländern nur träumen kann.
- Baden-Württemberg: Lange CDU-Hochburg, seit 2011 jedoch unter Grünen-Führung. Der Verlust des „Ländle" an Winfried Kretschmann markierte eine Zäsur, die bis heute nachwirkt.
- Nordrhein-Westfalen: Das bevölkerungsreichste Bundesland entscheidet oft den Bundestrend. Die CDU stellt seit 2017 den Ministerpräsidenten und kämpft hier mit der SPD um jede Stimme im Ruhrgebiet.
- Ostdeutsche Bundesländer: Die CDU ist in Sachsen und Thüringen die stärkste demokratische Kraft, steht aber in wachsender Konkurrenz zur AfD. In Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage zunehmend umkämpft.
- Schleswig-Holstein und Niedersachsen: Im Norden solide, aber ohne die Dominanz, die die Union im Süden genießt. Pragmatische Koalitionen mit Grünen oder FDP sind hier längst Normalität.
Was dabei oft untergeht: Die Koalitionslandschaft in den Ländern ist heute breiter als je zuvor. Die CDU regiert mit Grünen, mit SPD, mit FDP — manchmal sogar in Dreierbündnissen. Der Pragmatismus auf Landesebene steht in bemerkenswertem Kontrast zu den ideologischen Debatten auf Bundesebene.
Aktuelle Umfragen
| Datum | Institut | CDU/CSU |
|---|---|---|
| 30.05.2026 | INSA | 22,0% |
| 26.05.2026 | Forsa | 22,0% |
| 26.05.2026 | INSA | 22,0% |
| 23.05.2026 | INSA | 22,0% |
| 22.05.2026 | Forschungsgruppe Wahlen | 24,0% |
1976: Kohl verliert mit 48,6 Prozent – das beste Oppositionsergebnis der Geschichte
Bei der Bundestagswahl am 3. Oktober 1976 erzielte die CDU/CSU unter Helmut Kohl 48,6 Prozent – das dritthöchste Ergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik. Schmidt gewann trotzdem: SPD und FDP zusammen kamen auf 50,5 Prozent. Kohl weigerte sich trotz Parteidruck zurückzutreten – und wurde sechs Jahre später Bundeskanzler.
Häufige Fragen zur CDU/CSU
Wofür steht die CDU/CSU?
Die CDU/CSU steht für eine christlich-demokratische und konservative Politik. Zu den Kernthemen gehören wirtschaftliche Stabilität, innere Sicherheit, Familienpolitik und die europäische Integration. Die Union verbindet dabei christlich-soziale, liberale und wertkonservative Strömungen unter einem Dach — ein Spagat, der in der Praxis nicht immer spannungsfrei gelingt.
Was ist der Unterschied zwischen CDU und CSU?
Die CDU tritt in 15 Bundesländern an, die CSU ausschließlich in Bayern. Beide bilden im Bundestag eine gemeinsame Fraktion, sind aber organisatorisch eigenständige Parteien mit eigenen Vorsitzenden, Programmen und Mitgliedschaften. In der Regel stimmen sie politisch überein — bei gelegentlichen, manchmal spektakulären Differenzen, etwa in der Migrationspolitik. Hintergründe zur Geschichte und Programmatik der Union bietet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de).
Wie viele Mitglieder hat die CDU/CSU?
Die CDU hat rund 380.000 Mitglieder, die CSU etwa 145.000. Zusammen kommt die Unionsfamilie auf circa 525.000 Mitglieder und ist damit die mitgliederstärkste Parteienfamilie in Deutschland. In den vergangenen Jahren verzeichneten beide Parteien leichte Zuwächse, nachdem der Negativtrend gestoppt werden konnte.
Wer ist aktuell Vorsitzender der CDU?
Seit Januar 2022 ist Friedrich Merz Vorsitzender der CDU. Er führte die Union als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl 2025 und erzielte ein Ergebnis von 28,5 Prozent. Vorsitzender der CSU ist seit 2019 Markus Söder, der gleichzeitig bayerischer Ministerpräsident ist.
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