Freunde diskutieren Wahlthemen — FDP-Profil

FDP — Programm, Geschichte & Umfragewerte

3,8% ▼ -1,1%
vs. BTW 2025 (-1,1 Prozentpunkte) 7-Tage-Trend: ▲ +0,5%
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Zweimal rausgeflogen. Keine andere Partei im deutschen Bundestag kennt dieses Gefühl — weil es schlicht keine andere Partei gibt, der es zweimal passiert ist. 2013 das erste Mal: Historisch, beispiellos, ein Schock für die älteste liberale Partei der Republik. 2025 das zweite Mal: Diesmal war der Schock kleiner, weil er vorhersehbar war. Und vielleicht macht genau das die Sache schlimmer.

Die Geschichte der FDP ist ein politischer Thriller. Aufstieg, Sturz, Wiederauferstehung, erneuter Sturz. Kein Drehbuchautor würde es wagen, eine solche Handlung zu erfinden — zu unglaubwürdig. Und doch ist sie wahr. Sie handelt von einer Partei, die länger an der Regierung war als jede andere in der Bundesrepublik, die Kanzler machte und stürzte, und die sich nun zum zweiten Mal die Frage stellen muss, ob es sie in fünf Jahren überhaupt noch gibt.

Key-Facts: FDP

  • Gründung: 11. Dezember 1948 in Heppenheim
  • Vorsitz: Christian Dürr (kommissarisch; tritt ab, Parteitag Mai 2026)
  • Mitglieder: ~72.000
  • Farbe: Gelb
  • Ausrichtung: Liberal, marktwirtschaftlich
  • Bundestagswahl 2025: 4,3% (nicht im Bundestag)
  • Sitze im Bundestag: 0 (an 5%-Hürde gescheitert)
  • Aktuelle Umfrage: 3,6% (Durchschnitt, Stand 30.05.2026)

Die Anfänge: Liberalismus in Trümmern (1948–1969)

Die FDP wurde am 11. Dezember 1948 in Heppenheim an der Bergstraße gegründet — in einer Zeit, in der Deutschland in Trümmern lag und die politische Landschaft völlig neu sortiert werden musste. Was dabei oft untergeht: Die Gründung war alles andere als ein harmonischer Akt. Unter dem Dach der neuen Partei versammelten sich Strömungen, die kaum unterschiedlicher hätten sein können — von linksliberalen Bürgerrechtlern bis zu nationalliberalen Konservativen, von denen manche eine durchaus problematische Vergangenheit im Dritten Reich mitbrachten.

Doch die FDP fand ihren Platz. Theodor Heuss, ein liberaler Intellektueller und späterer FDP-Politiker, wurde 1949 zum ersten Bundespräsidenten gewählt. Von Beginn an war die Partei an der Regierung beteiligt — als Juniorpartner der CDU/CSU unter Konrad Adenauer. In den 1950er- und 1960er-Jahren stellte die FDP Außenminister und Vizekanzler, eine Doppelrolle, die sie über Jahrzehnte beibehalten sollte.

Die Ära Genscher — 18 Jahre Außenminister (1969–1998)

1969 vollzog die FDP unter Walter Scheel einen historischen Koalitionswechsel. Sie verließ die CDU/CSU und ging erstmals ein Bündnis mit der SPD ein. Willy Brandt wurde Kanzler, die sozialliberale Ära begann. Bemerkenswert ist: Für eine Partei, die gerade einmal sechs Prozent der Stimmen hatte, war das ein außergewöhnlicher Hebel. Die FDP bestimmte, wer regierte.

Die prägende Figur dieser Jahrzehnte war Hans-Dietrich Genscher. Von 1974 bis 1992 war er Außenminister — achtzehn Jahre, länger als jeder andere in der Geschichte der Bundesrepublik. Genscher wurde zum Gesicht der deutschen Diplomatie. Sein Auftritt auf dem Balkon der Prager Botschaft im September 1989, als er den DDR-Flüchtlingen die Ausreise verkündete, gehört zu den ikonischen Momenten der Wiedervereinigung. Was dabei oft untergeht: Der Satz „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen..." ging im Jubel unter. Genscher konnte ihn nie zu Ende sprechen.

1982 kam der Moment, der den Ruf der FDP als „Königsmacher" — und als „Umfaller" — für immer zementierte. Mitten in der Legislaturperiode wechselte die FDP die Seiten. Durch ein konstruktives Misstrauensvotum verließ sie die Koalition mit Helmut Schmidt (SPD) und verhalf Helmut Kohl (CDU) ins Kanzleramt. Die SPD sprach von „Verrat". Die FDP sprach von „Verantwortung". Die schwarz-gelbe Koalition hielt bis 1998 — sechzehn Jahre.

Königsmacher ohne Thron

Keine Partei in der Geschichte der Bundesrepublik war so lange an der Regierung beteiligt wie die FDP. Zwischen 1949 und 1998 saß sie fast ununterbrochen am Kabinettstisch — obwohl sie nie mehr als 13 Prozent erreichte. Das Geheimnis lag in einer simplen Arithmetik: Im Drei-Parteien-System der Bonner Republik konnte weder CDU/CSU noch SPD allein regieren. Die FDP war das Zünglein an der Waage.

Dreimal wechselte sie den Koalitionspartner und veränderte damit die Richtung des Landes: 1969 zur SPD (Ostpolitik, gesellschaftliche Modernisierung), 1982 zurück zur CDU/CSU (wirtschaftsliberale Wende, später Wiedervereinigung) und 2021 erneut zur SPD (Ampelkoalition). Diese Scharnierfunktion machte eine Sechs-Prozent-Partei mächtiger, als ihr Stimmenanteil je vermuten ließ.

Ein Detail, das die Wandlung illustriert: Mit dem Aufkommen der Grünen, der Linken, der AfD und des BSW ist die Koalitionsarithmetik so komplex geworden, dass die FDP ihre einzigartige Stellung als Königsmacherin verloren hat. Sie ist nur noch eine von mehreren möglichen Optionen — und seit 2025 nicht einmal mehr das.

Aufstieg, Absturz und das erste Mal draußen (1998–2013)

Nach 29 Jahren ununterbrochener Regierungsbeteiligung ging die FDP 1998 in die Opposition. Unter Guido Westerwelle versuchte sie, sich als konsequente Steuersenkungspartei neu zu erfinden. Der Plan ging auf — zunächst. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte die FDP mit 14,6 Prozent ihr historisches Rekordergebnis. Fast jeder siebte Wähler kreuzte liberal an.

Was folgte, war eine Regierungsbeteiligung, die zur Katastrophe wurde. Die versprochenen Steuersenkungen blieben aus. Die FDP wirkte in der schwarz-gelben Koalition unter Angela Merkel profillos und zerstritten. Westerwelle stolperte von einem Fettnapf in den nächsten. Die Partei schien ihren einzigen Daseinszweck — Steuern senken — nicht erfüllen zu können und fand keinen Ersatz.

Und dann kam der 22. September 2013.

Die Nacht der langen Gesichter — 22. September 2013

20:15 Uhr in der FDP-Parteizentrale am Thomas-Dehler-Haus in Berlin. Die Hochrechnungen flimmern über die Bildschirme, und was sie zeigen, will niemand glauben. 4,8 Prozent. Dann 4,7. Dann wieder 4,8. Die Zahl pendelt um die Fünf-Prozent-Marke wie ein Herzschlag, der langsam aussetzt.

Im Saal herrscht zunächst Stille. Dann Unruhe. Parteichef Philipp Rösler steht reglos auf der Bühne. Rainer Brüderle, der Spitzenkandidat, ringt sichtbar um Fassung. Delegierte weinen. Eine Partei, die seit 1949 ununterbrochen im Bundestag vertreten war, die Kanzler gemacht und gestürzt hatte, die sich für unersetzlich hielt — ist raus.

In den folgenden Wochen treten Rösler und Brüderle zurück. Die Mitgliederzahl sinkt, Kreisverbände lösen sich auf, Sponsoren springen ab. Die FDP steht vor der Existenzfrage. Ein 34-jähriger Landespolitiker aus Nordrhein-Westfalen meldet sich zu Wort. Sein Name: Christian Lindner. Er wird Parteivorsitzender — und verspricht nichts weniger als die Wiederauferstehung.

Lindners Comeback — und der berühmteste Satz (2013–2021)

Was Lindner in den folgenden vier Jahren aufbaute, war bemerkenswert. Er modernisierte das Erscheinungsbild der Partei radikal — weg vom spießigen Gelb, hin zu Magenta und Schwarz-Weiß-Porträts, die aussahen wie Werbung für eine Unternehmensberatung. Er setzte auf neue Themen: Digitalisierung, Bildung, Technologieoffenheit. Und er machte sich selbst zur Marke. Die FDP wurde zur Lindner-Partei, noch stärker als die CSU jemals eine Strauß-Partei gewesen war.

2017 führte er die FDP mit 10,7 Prozent zurück in den Bundestag. Die Wiederauferstehung war perfekt. Und dann kam der Moment, der Christian Lindner für immer definieren sollte.

Nach wochenlangen Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition mit CDU/CSU und Grünen trat Lindner in der Nacht des 19. November 2017 vor die Kameras und sagte den Satz, der zum politischen Bonmot des Jahrzehnts wurde: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren."

Bemerkenswert ist: Die Reaktionen auf diesen Satz spalteten die Republik präzise entlang der Linien, die die FDP schon immer teilten. Die einen sahen Prinzipientreue. Die anderen sahen Verantwortungslosigkeit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer Partei, die sich vor der Verantwortung drücke. Lindners Anhänger sahen einen Mann, der standhaft blieb, statt faule Kompromisse einzugehen. Was dabei oft untergeht: Die inhaltlichen Differenzen bei den Jamaika-Sondierungen waren tatsächlich erheblich — vor allem bei Klimaschutz, Migration und Finanzpolitik.

Freunde diskutieren Wahlthemen in einer Bar
Politische Debatten im Alltag: Die Zukunft der FDP beschäftigt nicht nur Parteitage, sondern auch Stammtische und Barbesucher.

Ampel, Entlassung und der zweite Absturz (2021–2025)

Vier Jahre später, nach der Bundestagswahl 2021, entschied sich Lindner fürs Regieren. Mit 11,5 Prozent trat die FDP in die Ampelkoalition mit SPD und Grünen ein. Lindner wurde Bundesfinanzminister — eine Position, die ihm die Kontrolle über die Schuldenbremse gab, das Herzstück seiner wirtschaftspolitischen Überzeugungen.

Von Beginn an war die Ampel ein Experiment an der Belastungsgrenze. FDP und Grüne standen sich in nahezu jeder Grundsatzfrage diametral gegenüber — Schuldenbremse gegen Investitionen, Technologieoffenheit gegen Verbote, Eigenverantwortung gegen Sozialstaat. Die SPD versuchte zu moderieren und wirkte dabei oft hilf- und orientierungslos.

Bemerkenswert ist: Die FDP verlor in der Ampel nicht ein einzelnes Gefecht, sondern den Krieg um die eigene Erzählung. In Umfragen sank sie Monat für Monat. Die Wähler, die 2021 liberal gewählt hatten, sahen eine Partei, die zwar die Schuldenbremse verteidigte, aber sonst kaum Siege vorzuweisen hatte. Das Heizungsgesetz ging durch, die Kindergrundsicherung wurde verhandelt, die Cannabis-Legalisierung kam — grüne Projekte, bei denen die FDP bestenfalls als Bremser, nie als Gestalter wahrgenommen wurde.

Am 6. November 2024 fiel der letzte Vorhang. Bundeskanzler Olaf Scholz entließ Christian Lindner als Finanzminister. Die offizielle Begründung: Unvereinbare Differenzen in der Haushaltspolitik. Lindner sprach von einem „kalkulierten Bruch". Scholz sprach von „Vertrauensverlust". Was dabei oft untergeht: Die FDP-Minister Wissing und Buschmann traten nicht mit Lindner zurück, sondern blieben im Kabinett — ein Riss, der die Partei zusätzlich beschädigte.

Bei den vorgezogenen Neuwahlen im Februar 2025 erreichte die FDP 4,3 Prozent. Zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Jahren ist sie nicht im Bundestag vertreten.

Wahlergebnisse bei Bundestagswahlen

Die Ergebnistabelle der FDP liest sich wie ein Fieberthermometer. Kein anderer Akteur im deutschen Parteiensystem zeigt solche Ausläge — von 14,6 Prozent auf 4,8 Prozent in nur vier Jahren, dann zurück auf über zehn, dann wieder runter auf 4,3.

Jahr Ergebnis Veränderung Bemerkung
199011,0%Wiedervereinigungswahl, Genscher-Effekt
19946,9%−4,1Verluste nach Genscher-Abgang
19986,2%−0,7Ende von Schwarz-Gelb, Opposition
20027,4%+1,2Erholung unter Westerwelle
20059,8%+2,4Starke Opposition, Steuersenkungsversprechen
200914,6%+4,8Historisches Rekordergebnis
20134,8%−9,8Raus aus dem Bundestag — historischer Absturz
201710,7%+5,9Comeback unter Lindner
202111,5%+0,8Ampelkoalition mit SPD und Grünen
20254,3%−7,2Erneut an 5%-Hürde gescheitert

Das Muster ist unübersehbar und fast schon tragisch: Die FDP erzielte ihre besten Ergebnisse stets aus der Opposition heraus (2005, 2009, 2017). Sobald sie regierte, folgten Verluste. Der Absturz von 14,6 auf 4,8 Prozent zwischen 2009 und 2013 bleibt der größte Verlust, den eine Partei bei aufeinanderfolgenden Bundestagswahlen je erlitten hat. Und 2025 wiederholte sich das Muster — von 11,5 auf 4,3 Prozent.

Aktuelles Programm

Wirtschaft und Finanzen

Die FDP steht für eine konsequent marktwirtschaftliche Politik. Zentrale Forderungen: Einhaltung der Schuldenbremse, Abbau von Bürokratie, niedrigere Steuern für Unternehmen und Bürger, Förderung von Unternehmertum und Innovation. Die Partei lehnt Steuererhöhungen grundsätzlich ab und setzt auf Wirtschaftswachstum als Grundlage für Wohlstand.

In der Energiepolitik verfolgt die FDP einen technologieoffenen Ansatz. Sie befürwortet den europäischen Emissionshandel als Leitinstrument der Klimapolitik, lehnt aber Verbote und Vorschriften wie das Heizungsgesetz ab. Anders als die meisten anderen Parteien steht die FDP einer Nutzung der Kernenergie offen gegenüber.

Digitalisierung und Bildung

Die Digitalisierung wurde unter Lindner zum Kernthema. Die Partei fordert ein eigenes Digitalministerium, den flächendeckenden Ausbau von Glasfaser und 5G, eine digitale Verwaltung und bessere Rahmenbedingungen für Start-ups. In der Bildungspolitik setzt sie auf individuelle Förderung, mehr Wettbewerb zwischen Schulen und die Modernisierung der Lehrpläne mit digitaler Infrastruktur.

Bürgerrechte und Rechtsstaat

Traditionell versteht sich die FDP als Partei der Bürgerrechte — und hier liegt vielleicht ihr ältestes und ehrlichstes Profil. Schutz der Privatsphäre, Widerstand gegen anlasslose Überwachung, klare Trennung von Staat und Individuum. Die FDP war treibende Kraft hinter dem Selbstbestimmungsgesetz in der Ampelkoalition und hat sich historisch immer wieder als Korrektiv gegen autoritäre Tendenzen positioniert — egal, ob sie mit CDU/CSU oder SPD koalierte. Zur Geschichte des deutschen Liberalismus gibt die Bundeszentrale für politische Bildung einen umfassenden Überblick.

Wählerstruktur und regionale Stärken

Die Wählerschaft der FDP ist überdurchschnittlich männlich, gut verdienend und akademisch gebildet. Besonders stark ist die Partei bei Selbstständigen, Freiberuflern und Unternehmern — Menschen, die die Botschaft von weniger Staat und mehr Eigenverantwortung unmittelbar anspricht. Bemerkenswert war der Erfolg bei jungen Erstwählern 2021, als die FDP in dieser Gruppe über 20 Prozent erreichte. Dieser Effekt war 2025 vollständig verschwunden.

Regional hat die FDP ihre Stärken in den westdeutschen Flächenländern: Nordrhein-Westfalen (Lindners Heimat), Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz. In Ostdeutschland liegt sie fast überall unter fünf Prozent. Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen liefern gemischte Ergebnisse.

Die Existenzfrage

Nach dem zweiten Scheitern an der 5%-Hürde steht die FDP vor der härtesten Frage ihrer Geschichte: Kann eine Partei, die zweimal aus dem Bundestag geflogen ist, ein drittes Comeback schaffen? Die Strukturen sind noch da — Landesverbände, Kommunalvertretungen, eine Stiftung, rund 72.000 Mitglieder. Aber die Königsmacher-Rolle, die die FDP jahrzehntelang getragen hat, ist in einem Sechs- oder Sieben-Parteien-System nicht mehr zu rekonstruieren.

Was dabei oft untergeht: Die FDP hat in mehreren Landtagen überlebt. Sie ist in Landesregierungen vertreten, sie hat Bürgermeister und Landräte. Die Partei ist nicht tot. Aber ob Christian Lindner noch einmal der Mann ist, der sie zurückführt — oder ob die FDP einen völlig neuen Anfang braucht —, das ist die Frage, die über ihre Zukunft entscheidet.

FDP April 2026: Zwischen Konsolidierung und Kurs­debatte

Ein gutes Jahr nach dem zweiten Rauswurf aus dem Bundestag hat die FDP noch keine klare Antwort auf ihre Grundsatzfrage gefunden. Christian Lindner trat nach dem Wahlergebnis zurück; im Mai 2025 wählte die Partei Christian Dürr zum neuen Vorsitzenden — einem Wirtschaftspolitiker, der in der Ampel kaum sichtbar war. Dürr kündigte im April 2026 selbst seinen Rücktritt an. Beim Parteitag im Mai 2026 kandidiert Wolfgang Kubicki für den Vorsitz — ein erfahrener Politiker mit hohem Bekanntheitsgrad, aber ohne klares programmatisches Profil für die Neuausrichtung. Die inhaltliche Frage, was die FDP 2029 anders machen will, bleibt bislang unbeantwortet.

In Umfragen liegt die FDP aktuell bei etwa 3 Prozent — deutlich unter der 5%-Hürde. Das bedeutet: Selbst wenn sie morgen Neuwahlen gäbe, würde die FDP nach aktuellem Stand nicht in den Bundestag einziehen. Die Erholung nach 2013 dauerte vier Jahre. Ob sie diesmal gelingt, hängt von mehreren Faktoren ab: einem überzeugenden Thema, dem richtigen Kandidaten und — wie immer bei der FDP — dem richtigen Moment in der Konjunktur der öffentlichen Meinung. Das erste Comeback war möglich. Das zweite ist ungewiss.

FDP in den Ländern — Wo sie noch regiert (Stand: Frühjahr 2026)

  • Nordrhein-Westfalen: Koalitionspartner der CDU (schwarz-grün-gelbe Koalition, seit 2022)
  • Schleswig-Holstein: Regierungsbeteiligung als Juniorpartner
  • Bayern: Nicht im Landtag (unter 5% bei BTW 2025)
  • Bundestag: Nicht vertreten (4,3% bei BTW 2025)
  • Europäisches Parlament: Teil der liberalen Fraktion Renew Europe

Aktuelle Umfragen

DatumInstitutFDP
30.05.2026 INSA 3,0%
26.05.2026 Forsa 4,0%
26.05.2026 INSA 4,0%
23.05.2026 INSA 4,0%
22.05.2026 Forschungsgruppe Wahlen 3,0%

2013: FDP fliegt aus dem Bundestag – nach 14,6 Prozent vier Jahre zuvor

Am 22. September 2013 erzielte die FDP 4,8 Prozent – und verlor alle 93 Bundestagsmandate. Das war das erste Mal, dass eine Regierungspartei vollständig aus dem Bundestag flog. 2009 hatte die FDP noch 14,6 Prozent geholt – das beste Ergebnis ihrer Geschichte. In vier Jahren verlor sie 6,2 Millionen Wähler.

Häufige Fragen

Wofür steht die FDP?

Die FDP steht für individuelle Freiheit, Marktwirtschaft, Bürgerrechte und einen schlanken Staat. Steuersenkungen, Digitalisierung und Bildung sind zentrale Themen der Liberalen. Die Partei lehnt übermäßige staatliche Regulierung ab und setzt auf Eigenverantwortung und Wettbewerb.

Wann wurde die FDP gegründet?

Die Freie Demokratische Partei wurde am 11. Dezember 1948 in Heppenheim an der Bergstraße gegründet. Sie vereinte verschiedene liberale Landesverbände und Strömungen aus den westlichen Besatzungszonen. Damit ist die FDP eine der ältesten Parteien der Bundesrepublik.

Ist die FDP 2025 in den Bundestag eingezogen?

Nein. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die FDP 4,3 Prozent und scheiterte damit an der 5%-Hürde. Sie ist nicht im 21. Deutschen Bundestag vertreten. Es ist das zweite Mal nach 2013, dass die FDP den Einzug in den Bundestag verpasst hat.

Wer ist aktuell FDP-Vorsitzender?

Nach Christian Lindners Rücktritt wurde im Mai 2025 Christian Dürr zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt. Dürr kündigte im April 2026 seinen Rücktritt an. Beim Parteitag im Mai 2026 kandidiert Wolfgang Kubicki für den Vorsitz der Liberalen.

Wie viele Mitglieder hat die FDP?

Die FDP hat rund 72.000 Mitglieder. Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag 2013 sank die Mitgliederzahl deutlich, erholte sich aber unter dem Vorsitz von Christian Lindner wieder. Im Vergleich zu CDU, SPD und Grünen ist die FDP damit eine der kleineren Parteien.

tagesschau · Marie-Agnes Strack-Zimmermann zum FDP-Ergebnis nach der Bundestagswahl 2025

FDP in den Bundesländern

Aktuelle Umfragewerte in den 16 Bundesländern — jeweils neueste verfügbare Erhebung. Länder ohne aktuelle Landtagsumfrage sind nicht aufgeführt.

Baden-Württemberg
4,0%
★ Stärkster Wert
Berlin
4,0%
★ Stärkster Wert
Niedersachsen
4,0%
★ Stärkster Wert
Nordrhein-Westfalen
4,0%
★ Stärkster Wert
Schleswig-Holstein
4,0%
★ Stärkster Wert
Hessen
3,0%
INSA
Sachsen-Anhalt
3,0%
INSA
Bayern
2,0%
GMS

Höchster Wert: Baden-Württemberg (4,0%) · Niedrigster: Bayern (2,0%) · Alle Bundesland-Umfragen →

Mehr dazu: Große Koalition · INSA

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