Diese Frau crasht die CDU: Wer ist Elif Eralp?
Elif Eralp: Biografie, Werdegang, politische Positionen und Rolle beim Wahlerfolg der Linken in Berlin 2026. Geburtsdatum, Studium, Partei-Ämter im Überblick.
Die Linke gewinnt die Berlin-Wahl 2026 deutlich und wird laut Hochrechnungen erstmals stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus. An der Spitze dieses Erfolgs: Elif Eralp, Spitzenkandidatin und Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Welche Rolle spielte sie beim Wahlerfolg — und wer ist sie eigentlich?
Stand 22:13 Uhr: Laut Hochrechnung von infratest dimap liegt Die Linke bei 25,5 % — das amtliche Endergebnis steht erst in der Nacht fest. Wir aktualisieren, sobald genauere Zahlen vorliegen.
| Geboren | 1981 in München |
| Partei | Die Linke |
| Beruf | Juristin |
| Im Abgeordnetenhaus | seit November 2021 |
| Funktion | stellv. Fraktionsvorsitzende |
| Linke Berlin | stellv. Landesvorsitzende |
| Berlin-Wahl 2026 | Spitzenkandidatin |
| Schwerpunkte | Wohnen, Vergesellschaftung, Solidarische Stadt |

Warum Die Linke die Berlin-Wahl gewinnt
Der Titel dieses Artikels stellt eine steile These auf — die auch eine Erklärung verdient. Laut Wählerwanderungsanalyse von infratest dimap (Stand 18:00 Uhr, im Auftrag der ARD) holte Die Linke ihre Zugewinne aus mehreren Richtungen zugleich: rund 51.000 Stimmen von den Grünen, 36.000 von der SPD, 14.000 von der CDU — und mit 75.000 Stimmen den größten Einzelblock von bisherigen Nichtwählenden. An das BSW verlor die Partei umgekehrt rund 11.000 Stimmen.
Das Bild ist eindeutig: Der Erfolg speist sich nicht aus einem einzelnen Lager, sondern aus einer Mobilisierung, die quer durch das linke und liberale Spektrum reicht — plus einem überdurchschnittlich großen Anteil bislang unentschlossener oder enttäuschter Wählerinnen und Wähler. Inhaltlich dominierte dabei ein Thema den Wahlkampf: die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne wie Vonovia, angesichts jahrelang steigender Mieten in der Hauptstadt. Welchen Anteil Eralp persönlich daran hatte, lässt sich seriös nicht exakt beziffern — belastbar ist aber, dass sie laut einer rbb-Umfrage kurz vor der Wahl unter den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten den höchsten Zufriedenheitswert erreichte, wenn auch bei insgesamt noch relativ geringer Bekanntheit.
Geboren während des Asylverfahrens ihrer Eltern
Elif Eralp wurde 1981 in München geboren — während ihre Eltern dort ein Asylverfahren durchliefen. Sie selbst beschreibt ihre Eltern als Gewerkschafter und Sozialisten, die nach dem Militärputsch in der Türkei 1980 aus dem Land flohen (Die Linke Berlin). Aufgewachsen ist sie zunächst in Dortmund, ab dem achten Lebensjahr in Hamburg, 2010 zog sie nach Berlin. Sie spricht Deutsch, Türkisch, Englisch und Spanisch.
Der Weg vor die politische Bühne: Juristin, nicht Berufspolitikerin
Von 2001 bis 2007 studierte sie Rechtswissenschaften in Hamburg, mit Schwerpunkt Kriminologie, das erste Staatsexamen legte sie 2007 mit der Note "gut" ab. Nach dem Referendariat folgte 2009 das zweite Staatsexamen mit Prädikat. Während des Studiums arbeitete sie als Lehrstuhl-Hilfskraft im Strafrecht, engagierte sich in Mentoring-Projekten für Jugendliche mit Migrationshintergrund und jobbte in der Gastronomie (Abgeordnetenhaus Berlin).
Von 2010 bis 2021 — also elf Jahre lang, bevor sie selbst ins Parlament einzog — arbeitete sie als Referentin für Rechtspolitik bei der Linksfraktion im Bundestag, in der Arbeitsgruppe Demokratie und Bürgerrechte. Sie war außerdem Betriebsrätin und Mitglied der Tarifkommission bei ver.di. 2017 trat sie der Partei Die Linke bei, 2018 wurde sie Mitglied des Landesvorstands in Berlin.

Seit 2021 im Parlament, seit 2024 in der Führung
Seit November 2021 ist Elif Eralp Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Seit 2024 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, seit Mai 2025 zusätzlich stellvertretende Landesvorsitzende der Berliner Linken. Für die Wahl 2026 trat sie als Spitzenkandidatin an — und zugleich als Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, ein Amt, das für Die Linke in Berlin bislang außer Reichweite schien.
Ein zentrales Anliegen von Eralp ist das Konzept Berlins als "Solidarische Stadt", in der Teilhabe unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus möglich sein soll. Besonders profiliert hat sie sich in der Wohnungspolitik — genau das Thema, das den Wahlkampf der Berliner Linken 2026 dominierte: die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne wie Vonovia und die Umsetzung des Volksentscheids "Deutsche Wohnen & Co enteignen" von 2021. Mehr dazu in unserer Analyse zum Vergesellschaftungsplan.

rbb24: Elif Eralp im Interview zu Enteignungen, Antisemitismus und Haushalt.
Fazit: Offen bleibt die Machtfrage
Eralp hatte vor ihrem Einzug ins Abgeordnetenhaus 2021 keine lange Karriere als Mandatsträgerin. Politisch unerfahren war sie deswegen nicht: Von 2010 bis 2021 arbeitete die Juristin als Referentin für Rechtspolitik der Linksfraktion im Bundestag — nah am parlamentarischen Betrieb, nur eben nicht selbst gewählt. Der Wahlsieg macht sie nun schlagartig zu einer der zentralen Figuren der Berliner Landespolitik. Ob daraus auch das Amt der Regierenden Bürgermeisterin wird, entscheidet aber nicht der erste Platz allein, sondern die Mehrheitsbildung im neuen Abgeordnetenhaus — nach aktuellem Stand dürfte dafür ein Bündnis aus mehreren Parteien nötig sein. Mehr zu den Koalitionsoptionen in unserer Live-Analyse zur Berlin-Wahl.
Häufige Fragen
Geboren 1981 in München, Juristin, seit November 2021 im Berliner Abgeordnetenhaus für Die Linke, seit 2026 Spitzenkandidatin.
Sie wurde 1981 geboren — je nach Geburtsmonat ist sie damit 44 oder 45 Jahre alt.
1981 in München, während ihre Eltern dort ein Asylverfahren durchliefen. Aufgewachsen in Dortmund und Hamburg.
Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg (2001–2007), Schwerpunkt Kriminologie.
Parteibeitritt 2017, seit November 2021 im Abgeordnetenhaus, seit 2024 stellvertretende Fraktionsvorsitzende.
Wohnungspolitik und Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne, sowie das Konzept der "Solidarischen Stadt".
Sie ist Spitzenkandidatin und Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, während Die Linke laut Hochrechnungen erstmals stärkste Kraft wird.
Das hängt von der Mehrheitsbildung im neuen Abgeordnetenhaus ab, nicht allein vom ersten Platz — ein Bündnis mit Grünen und SPD wäre rechnerisch eine Option.
Sie studierte 2001 bis 2007 Rechtswissenschaften in Hamburg, arbeitete danach als Rechtsreferendarin und von 2010 bis 2021 als Referentin für Rechtspolitik bei der Linksfraktion im Bundestag.




