Clan-Chef feiert mit der Linken: Eklat auf der Wahlparty in Neukölln
Clan-Chef Issa Remmo feierte den Wahlsieg der Linken auf der Wahlparty in Berlin-Neukölln mit — die Partei distanziert sich, CDU und Grüne kritisieren scharf. Alle Zitate und Fakten.
Stand 20.09.2026, ca. 21:50 Uhr: Die Meldung ist wenige Stunden alt, die Berichterstattung läuft noch. Diese Analyse basiert auf Berichten von Berliner Morgenpost, Bild, t-online und ad-hoc-news; wir aktualisieren, sobald weitere gesicherte Informationen vorliegen.
Ausgerechnet am Abend des historischen Wahlsiegs der Linken in Berlin sorgt ein ungebetener Gast für einen handfesten Nebenskandal: Issa Remmo, Oberhaupt der bekannten Berliner Remmo-Großfamilie, erschien auf der Wahlparty der Linken in Neukölln und feierte den Sieg von Elif Eralp und ihrer Partei sichtbar mit. Die Partei distanzierte sich umgehend — politische Konkurrenz reagierte scharf.
| Name | Issa Remmo |
| Rolle | Oberhaupt der Remmo-Großfamilie |
| Herkunft der Familie | Libanon, Ankunft in Berlin in den 1980ern |
| Öffentliches Auftreten | Tritt als Geschäftsmann auf |
| Vorstrafen (Issa Remmo) | Mehrfach vor Gericht, nach aktuellem Stand nie verurteilt |
| Bekanntester Fall der Familie | Bode-Museum-Goldmünzendiebstahl 2017 (andere Familienmitglieder verurteilt) |
Was genau passiert ist
Remmo tauchte am Wahlabend zunächst auf der öffentlich zugänglichen Wahlparty des Linke-Kreisverbands Neukölln auf und äußerte sich dort gegenüber anwesenden Journalisten. Laut übereinstimmenden Berichten von Berliner Morgenpost und Bild sagte er, er fühle sich "zum ersten Mal von einer Berliner Partei unterstützt". Auf die immer wieder gegen die Linke erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe angesprochen, widersprach er: "Die Berliner Linke ist nicht judenfeindlich. Ich würde keinen antisemitischen Politiker wählen." Weiter lobte er eine aus seiner Sicht größere Nähe der Partei zu einfachen Leuten und stellte pointiert fest, deren Vertreter würden nicht "mit ihren Frauen nach Paris zu Gucci und Prada" fahren — ein erkennbarer Seitenhieb auf andere Parteien. Laut Tagesspiegel blieb es nicht bei diesem einen Termin: Remmo besuchte im Anschluss auch die Wahlparty des Berliner Landesverbands in einem Festsaal in Kreuzberg.
Wer ihn begleitete: ein PFLP-Unterstützer
Brisanter als der Auftritt selbst ist eine Begleitperson, über die zuerst der Tagesspiegel unter Berufung auf die Rechercheorganisation democ berichtete: Remmo war demnach in Begleitung von Ibrahim Ibrahim, der als führender Unterstützer der Terrororganisation "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP) in Deutschland gilt. Ibrahim trat als Vertreter des "Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees" auf — einer vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Gruppierung, unter deren Dach in Deutschland auch Anhänger der Hamas und der PFLP aktiv sind. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 bezeichnete Ibrahim den getöteten Hamas-Führer Yahya Sinwar öffentlich als "standhaften Führer" und "Märtyrerhelden". 2025 war er bereits bei Veranstaltungen von Amnesty International und der Linken Neukölln aufgetreten.
Die Linke bestätigte laut Tagesspiegel Remmos Anwesenheit, erklärte aber, "am Anfang" keine Hintergrundkontrolle der Gäste vorgenommen zu haben. Co-Landesvorsitzende Jorinde Schulz sagte, die Person — gemeint ist Ibrahim — sei der Partei "nicht bekannt" gewesen und habe nicht auf der offiziellen Anmeldeliste gestanden.
Die Reaktion der Linken: klare Distanzierung
Ein Sprecher der Partei erklärte gegenüber t-online, Remmo sei nicht eingeladen gewesen; die Veranstaltung sei öffentlich zugänglich gewesen, sodass grundsätzlich auch nicht eingeladene Personen teilnehmen konnten. Der Kreisverband Neukölln stellte klar, es gebe weder politische noch persönliche Beziehungen zu Remmo. Diese Distanzierung erfolgte noch am selben Abend, unmittelbar nachdem erste Berichte über seine Anwesenheit kursierten.
Scharfe Kritik von CDU und Grünen
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) schrieb auf X: "Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören." Die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr ging noch einen Schritt weiter: Sie machte eine Aufklärung durch die Linke zur Bedingung für mögliche künftige Regierungsgespräche — ein direkter Eingriff in die laufende Frage der Koalitionsbildung. Mehr dazu in unserer Live-Analyse zur Berlin-Wahl.
Wer die Remmo-Familie ist
Die Remmo-Großfamilie zählt zu den bekanntesten arabischstämmigen Großfamilien im Kontext organisierter Kriminalität in Berlin. Die Familie floh in den 1980er-Jahren aus dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Libanon. Bundesweite Bekanntheit erlangte der Name 2017 durch den Diebstahl der "Big Maple Leaf" — einer rund 100 Kilogramm schweren, mehrere Millionen Euro schweren Goldmünze — aus dem Bode-Museum in Berlin. Verurteilt wurden dafür mehrere jüngere Mitglieder der Familie, nicht Issa Remmo selbst. Er gilt als Familienoberhaupt, ist nach verfügbaren Informationen bislang nicht verurteilt worden und tritt in der Öffentlichkeit — anders als viele seiner männlichen Verwandten — regelmäßig selbst vor die Kamera, etwa um Vorwürfe gegen seine Familie zurückzuweisen.
Einordnung: Was der Vorfall bedeutet — und was nicht
Wichtig zur Einordnung: Ein spontaner, unangemeldeter Auftritt bei einer öffentlich zugänglichen Feier ist keine politische Zusammenarbeit und lässt für sich genommen keine Rückschlüsse auf das Programm oder die Wählerschaft der Linken zu — die Partei selbst hat sich unmittelbar und unmissverständlich distanziert. Politisch brisant ist der Vorfall dennoch, weil er ausgerechnet in der Nacht des historisch stärksten Ergebnisses der Berliner Linken passiert und der Partei ungewollt eine Debatte aufdrängt, die von ihrem eigentlichen Wahlerfolg ablenkt. Wie ernst die Vorwürfe wiegen und ob sich daraus Konsequenzen für die anstehende Koalitionsbildung ergeben, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen.
Häufige Fragen
Issa Remmo, Oberhaupt der Remmo-Großfamilie, erschien auf der öffentlich zugänglichen Wahlparty der Linken Neukölln und feierte den Wahlsieg mit.
Oberhaupt der Remmo-Großfamilie, die in den 1980ern aus dem Libanon nach Berlin kam. Stand mehrfach vor Gericht, wurde aber nie verurteilt, tritt öffentlich als Geschäftsmann auf.
Er fühle sich "zum ersten Mal von einer Berliner Partei unterstützt", wies Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linke zurück und lobte deren Nähe zum Volk.
Klare Distanzierung: nicht eingeladen, keine politischen oder persönlichen Verbindungen, Veranstaltung war öffentlich zugänglich.
Kai Wegner (CDU) sprach auf X von einem "verstörenden Signal" und forderte klare Distanz zu Strukturen organisierter Kriminalität. Grünen-Landeschefin Nina Stahr machte Aufklärung zur Bedingung für mögliche Koalitionsgespräche mit der Linken.
Vor allem durch den Diebstahl der Goldmünze "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum 2017, für den andere Familienmitglieder verurteilt wurden.
Nach aktuellem Kenntnisstand nein.
Nein, laut Tagesspiegel besuchte er zunächst die Neuköllner und danach die Berliner Landesparty im Festsaal Kreuzberg.
Laut Tagesspiegel/democ ein führender PFLP-Unterstützer in Deutschland, der Hamas-Führer Sinwar nach dem 7. Oktober 2023 als "Märtyrerhelden" bezeichnete.
Co-Landeschefin Jorinde Schulz sagte, die Person sei nicht bekannt gewesen und nicht angemeldet — man habe anfangs keine Hintergrundkontrolle gemacht.




