Friedrich Merz — Portrait

Friedrich Merz – Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender

Steckbrief: Friedrich Merz

  • Partei: CDU/CSU
  • Wahlkreis: Hochsauerlandkreis (Nr. 178)
  • Mandat: Direktmandat
  • Amt: Bundeskanzler (seit 2025)
  • Beruf: Jurist, Rechtsanwalt
  • Geburtsjahr: 1955 (aktuell 71 Jahre)
  • Geburtsort: Brilon, Sauerland
  • CDU-Mitglied seit: 1972

Friedrich Merz ist seit 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und Vorsitzender der CDU. Der Jurist aus dem Sauerland blickt auf eine der ungewöhnlichsten Karrieren in der deutschen Nachkriegspolitik zurück: Nach einem jahrelangen Rückzug aus der aktiven Politik und einer erfolgreichen Laufbahn in der Privatwirtschaft kehrte er 2018 auf die politische Bühne zurück und stieg innerhalb weniger Jahre zum Regierungschef auf. Sein Weg dorthin war geprägt von innerparteilichen Machtkämpfen, wirtschaftspolitischen Grundsatzdebatten und einem bemerkenswerten Beharrungsvermögen.

Politischer Werdegang

Friedrich Merz wurde 1955 in Brilon im Sauerland geboren und trat bereits 1972, mit 17 Jahren, in die CDU ein. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Straßburg und legte beide juristischen Staatsexamina ab. Nach dem Studium arbeitete er als Richter und später als Rechtsanwalt. Von 1989 bis 1994 war Merz Mitglied des Europäischen Parlaments, bevor er 1994 erstmals in den Deutschen Bundestag einzog.

In der Bundestagsfraktion stieg Merz rasch auf. Im Jahr 2000 übernahm er den Vorsitz der CDU/CSU-Fraktion – zu diesem Zeitpunkt war er einer der jüngsten Fraktionsvorsitzenden in der Geschichte der Union. Seine Amtszeit war geprägt von dem Versuch, die CDU inhaltlich stärker wirtschaftsliberal auszurichten. Doch der parteiinterne Machtkampf mit Angela Merkel, die 2000 den CDU-Vorsitz übernommen hatte, endete 2002 mit Merz’ Rücktritt vom Fraktionsvorsitz. 2009 schied er schließlich aus dem Bundestag aus.

Friedrich Merz (CDU/CSU), Abgeordnete/r im Deutschen Bundestag.
Friedrich Merz (CDU/CSU), Abgeordnete/r im Deutschen Bundestag.

Jahre in der Wirtschaft

Nach dem Ende seiner ersten Bundestagszeit wandte sich Friedrich Merz der Privatwirtschaft zu. Er war als Rechtsanwalt in einer internationalen Kanzlei tätig und übernahm mehrere Aufsichtsratsmandate. Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erhielt seine Position als Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland, dem deutschen Ableger des weltweit größten Vermögensverwalters. Diese Tätigkeit brachte ihm einerseits Anerkennung für seine wirtschaftliche Kompetenz ein, andererseits aber auch Kritik von politischen Gegnern, die eine zu große Nähe zur Finanzindustrie befürchteten.

Rückkehr und Aufstieg zum CDU-Vorsitz

Im Herbst 2018 kandidierte Friedrich Merz überraschend für den CDU-Vorsitz, nachdem Angela Merkel ihren Rückzug von der Parteispitze angekündigt hatte. Merz unterlag knapp Annegret Kramp-Karrenbauer. Bei einer erneuten Kandidatur 2021 verlor er gegen Armin Laschet. Erst im dritten Anlauf, Anfang 2022, wurde er mit deutlicher Mehrheit zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt. Damit begann sein endgültiges Comeback in der ersten Reihe der deutschen Politik.

Als Oppositionsführer im Bundestag profilierte sich Merz gegen die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Er setzte auf eine klare Abgrenzung in der Wirtschafts-, Migrations- und Sicherheitspolitik. Bei der Sonntagsfrage lag die Union unter seiner Führung in den meisten Umfragen deutlich vorne, was seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur festigte.

Bundeskanzler seit 2025

Bei der Bundestagswahl 2025 führte Friedrich Merz die CDU/CSU als Spitzenkandidat zum Wahlsieg. Die Union erreichte das beste Ergebnis seit über einem Jahrzehnt. Im Anschluss an die Wahl bildete Merz eine Große Koalition mit der SPD. Als Bundeskanzler steht Merz vor der Aufgabe, die verschiedenen politischen Strömungen innerhalb dieser breiten Regierungsmehrheit zu bündeln. Die Sitzverteilung im 21. Bundestag sichert der Koalition eine stabile Mehrheit.

Zu den zentralen Vorhaben seiner Regierung gehören eine Wirtschaftswende zur Stärkung des Standorts Deutschland, eine Neuausrichtung der Verteidigungspolitik angesichts veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen in Europa sowie eine striktere Steuerung der Migrationspolitik. Darüber hinaus hat Merz angekündigt, die Bürokratie spürbar abzubauen und die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben.

Plenarsaal des Deutschen Bundestags während einer Debatte
Der Plenarsaal des Bundestags – hier fallen die Entscheidungen der Gesetzgebung.

Wirtschaftspolitische Positionen

Friedrich Merz gilt als einer der profiliertesten Wirtschaftspolitiker der CDU. Bereits in den frühen 2000er-Jahren warb er für eine grundlegende Steuerreform und prägte dabei das Bild der Steuererklärung auf dem Bierdeckel – ein Slogan, der bis heute mit seinem Namen verbunden ist. Seine wirtschaftspolitische Haltung lässt sich als ordoliberal beschreiben: Er setzt auf Eigenverantwortung, weniger staatliche Regulierung und eine Stärkung der marktwirtschaftlichen Ordnung. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit einer soliden Haushaltspolitik und lehnt eine dauerhafte Neuverschuldung ab.

Als Kanzler steht Merz vor dem Spannungsfeld zwischen seinen wirtschaftsliberalen Überzeugungen und den Kompromissen, die eine Koalition mit der SPD erfordert. Die Verhandlungen über Steuerpolitik, Sozialausgaben und Investitionen gelten als zentrale Herausforderung der Legislaturperiode.

Wahlkreis Hochsauerlandkreis

Der Wahlkreis Hochsauerlandkreis (Nr. 146) liegt im östlichen Nordrhein-Westfalen und umfasst eine ländlich geprägte Region mit mittelständischer Wirtschaftsstruktur. Friedrich Merz hat hier seit den 1990er-Jahren das Direktmandat gewonnen. Der Wahlkreis zählt zu den sichersten Hochburgen der CDU in ganz Deutschland. Merz pflegt trotz seines Berliner Amtes die Anbindung an die Region – sein Wohnsitz in Arnsberg im Sauerland unterstreicht diese Verwurzelung.

Transparenz und weiterführende Informationen

Das vollständige Profil von Friedrich Merz mit Abstimmungsverhalten, Nebeneinkünften und Bürgerfragen finden Sie auf abgeordnetenwatch.de. Dort können Sie dem Abgeordneten auch direkt eine Frage stellen. Weitere Informationen zur CDU/CSU und ihren Positionen finden Sie auf unserer Parteiseite. Eine Übersicht aller CDU/CSU-Abgeordneten bietet unsere Fraktionsübersicht.

MerkmalDetails
NameFriedrich Merz
ParteiCDU/CSU
Aktuelles AmtBundeskanzler (seit 2025)
WahlkreisHochsauerlandkreis (Nr. 178)
MandatsartDirektmandat
BerufJurist, Rechtsanwalt
Geburtsjahr1955 (aktuell 71 Jahre)
GeburtsortBrilon, Sauerland
CDU-Mitglied seit1972
Im Bundestag seit1994–2009, erneut seit 2025
CDU-Vorsitzender seit2022
KoalitionCDU/CSU + SPD (Große Koalition)
Profilabgeordnetenwatch.de

2000: Merkel übernimmt Führung – CDU erfindet sich neu nach Spendenaffäre

Nach der CDU-Spendenaffäre 2000 stand die Partei vor einer Identitätskrise. Angela Merkel wurde im April 2000 CDU-Bundesvorsitzende und begann eine schrittweise Modernisierung: Sie öffnete die CDU für Frauen- und Familienpolitik, Klimaschutz (2007: atomfreie CDU) und später die Willkommenskultur 2015. Die CDU unter Merkel war eine andere Partei als unter Kohl. Die Modernisierung spaltete: Konservative Köhler-Flügelleute verließen die CDU; rechts entstanden AfD-Abspaltungen. Merkels CDU war die pragmatischste Version der Union – und ihre Abwesenheit hinterließ ein Identifikationsvakuum.

Häufige Fragen

Seit wann ist Friedrich Merz Bundeskanzler?

Friedrich Merz ist seit 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde nach dem Sieg der CDU/CSU bei der Bundestagswahl 2025 gewählt und führt eine Große Koalition mit der SPD.

Welchen Wahlkreis vertritt Friedrich Merz?

Friedrich Merz vertritt den Wahlkreis Hochsauerlandkreis (Nr. 146) in Nordrhein-Westfalen. Er hat dort seit den 1990er-Jahren das Direktmandat gewonnen und gilt als fest in der Region verankert.

Was hat Friedrich Merz beruflich gemacht, bevor er Kanzler wurde?

Zwischen 2009 und 2018 war Friedrich Merz in der Privatwirtschaft tätig. Er arbeitete als Rechtsanwalt in einer internationalen Kanzlei und war Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland. Zuvor hatte er von 2000 bis 2002 den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion inne.

Was bedeutet „Steuererklärung auf dem Bierdeckel"?

Der Begriff geht auf einen Vorschlag von Friedrich Merz aus dem Jahr 2003 zurück. Er forderte eine so starke Vereinfachung des Steuerrechts, dass die Einkommensteuererklärung auf einen Bierdeckel passen sollte. Die Idee wurde zum Symbol für seinen wirtschaftsliberalen Reformkurs, auch wenn sie in der Praxis nicht umgesetzt wurde.

Mit welcher Partei regiert Friedrich Merz?

Friedrich Merz regiert in einer Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Diese Konstellation verfügt über eine breite Mehrheit im 21. Deutschen Bundestag. Die Regierungsbildung erfolgte nach den Koalitionsverhandlungen im Anschluss an die Bundestagswahl 2025.

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