Wahlkreis 212 Stuttgart II – Baden-Württemberg

Wahlkreis 212: Stuttgart II – Erststimmen, Analyse und Profil

Key-Facts: Wahlkreis 212

  • Wahlkreis-Nr.: 212
  • Name: Stuttgart II
  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • Gewinner BTW 2025: CDU (32,4 %)

Stuttgart II umfasst die östlichen und nördlichen Stadtbezirke der Landeshauptstadt. Bad Cannstatt, Stuttgarts bevölkerungsreichster Bezirk, prägt den Wahlkreis ebenso wie das Mercedes-Benz-Werk in Untertürkheim.

Industriearbeiter und Angestellte der Automobilbranche geben dem Wahlkreis ein anderes Profil als dem westlich-akademischen Stuttgart I.

Wirtschaft und Struktur

Baden-Württemberg ist das Industrieland Nummer eins in Deutschland. Die Exportquote liegt über 50 Prozent, die Arbeitslosenquote ist eine der niedrigsten bundesweit. Der Wahlkreis profitiert von dieser wirtschaftlichen Stärke.

Die wirtschaftliche Lage eines Wahlkreises beeinflusst das Wahlverhalten unmittelbar. Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Kaufkraft tendieren zu den Volksparteien, während strukturschwache Gebiete anfälliger für Protestparteien sind. Im Wahlkreis 212 zeigt sich dieses Muster deutlich in den Erststimmen-Ergebnissen.

Ergebnis der Bundestagswahl 2025

Die Bundestagswahl 2025 brachte im Wahlkreis 212 Stuttgart II ein klares Ergebnis. Die CDU sicherte sich das Direktmandat mit 32,4 Prozent der Erststimmen und lag damit deutlich vor der Konkurrenz.

Partei Erststimmen 2025 Rang
CDU32,4 %1 – Direktmandat
SPD20,1 %2
Grüne17,3 %3
AfD13,5 %4
FDP4,8 %5
Sonstige11,9 %6

Politische Einordnung

Die Bundestagswahl 2025 bestätigte den Trend der letzten Jahre in Baden-Württemberg: Die CDU ist wieder stärkste Kraft, nachdem die Grünen bei der Landtagswahl 2021 noch vorne lagen. Der Erststimmen-Vorsprung der CDU wächst in den ländlichen Wahlkreisen, während die Universitätsstädte weiterhin grün tendieren. Die AfD liegt in Baden-Württemberg unter dem Bundesschnitt, ist aber in einzelnen Wahlkreisen wie Pforzheim deutlich überdurchschnittlich.

Im Wahlkreis 212 bestätigt sich dieses Muster. Die CDU konnte ihre Position als stärkste Kraft behaupten und das Direktmandat gewinnen. Die SPD folgt auf Platz zwei, während die Grüne den dritten Rang belegt. Bemerkenswert ist das Abschneiden der AfD mit 13,5 Prozent – ein Wert, der die politische Stimmung in der Region widerspiegelt.

Politische Stimmung im Wahlkreis 212

Historische Entwicklung

Die Wahlkreise in Baden-Württemberg haben sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Während die großen Volksparteien in den 1980er-Jahren noch gemeinsam über 80 Prozent der Stimmen holten, liegt ihr Anteil heute bei rund 50 bis 60 Prozent. Die Fragmentierung des Parteiensystems – mit Grünen, AfD und zeitweise FDP als relevanten Kräften – hat die politische Landschaft auch im Wahlkreis 212 grundlegend verändert.

Die Zweitstimmen-Verteilung weicht dabei oft erheblich von den Erststimmen ab. Wählerinnen und Wähler nutzen zunehmend das Stimmensplitting: Die Erststimme geht an den aussichtsreichsten Kandidaten der bevorzugten politischen Richtung, die Zweitstimme an die Wunschpartei. Dieses Verhalten erklärt, warum die CDU bei den Erststimmen oft stärker abschneidet als bei den Zweitstimmen.

Wahlbeteiligung und Demografie

Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 212 lag bei der Bundestagswahl 2025 im Bereich des Landesdurchschnitts von Baden-Württemberg. In den städtischen Gebieten ist die Beteiligung tendenziell niedriger als in den ländlichen Gemeinden – ein Muster, das sich bundesweit beobachten lässt.

Demografisch verändert sich der Wahlkreis: Die Bevölkerung altert, junge Menschen ziehen in die Großstädte. Gleichzeitig wächst der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund. Diese Entwicklungen verschieben langfristig die politischen Gewichte – ob zugunsten konservativer oder progressiver Kräfte, zeigt sich erst in den kommenden Wahlen.

Lage des Wahlkreises

1998: SPD-Erdrutsch – 255 Direktmandate, CDU nur 119

Die Bundestagswahl 1998 war ein historischer Machtwechsel: Gerhard Schröder führte die SPD zu 40,9 Prozent – dem besten Ergebnis seit 1980. Die SPD gewann 255 Direktmandate – CDU/CSU nur 119. In NRW, Hamburg, Bremen und Berlin wurden ganze Wahlkreis-Reihen rot. Helmut Kohls 16-jährige Kanzlerschaft endete. Die Wahlkreiskarte zeigte: Selbst konservative Regionen wie Aachen und Reutlingen wechselten zur SPD. Die Grünen wurden Juniorpartner – mit 6,7 Prozent und 8 Direktmandaten. Erstmals regierte eine Rot-Grüne Bundesregierung.

Häufige Fragen

Wer hat den Wahlkreis 212 bei der Bundestagswahl 2025 gewonnen?

Die CDU gewann den Wahlkreis 212 Stuttgart II mit 32,4 Prozent der Erststimmen.

Welchem Bundesland gehört Wahlkreis 212 an?

Der Wahlkreis 212 Stuttgart II gehört zum Bundesland Baden-Württemberg.

Mehr dazu: INSA · CDU/CSU Umfragen

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