Düsseldorf II: Schloss Benrath, Heinrich-Heine-Uni und die CDU-Bastion im Süden
Während der Norden Düsseldorfs bei jeder Wahl neu gemischt wird, ist der Süden berechenbarer. Der Wahlkreis 129 – Düsseldorf II – gehört zu den zuverlässigsten CDU-Wahlkreisen in NRW. Sowohl 2017 als auch 2021 und 2025 ging das Direktmandat an die Christdemokraten. 33,2 Prozent Erststimmen im Jahr 2025 unterstreichen das.
Steckbrief: Wahlkreis 129
- Wahlkreis-Nr.: 129
- Name: Düsseldorf II
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
- Stadtteile: Benrath, Wersten, Garath, Holthausen, Hassels, Reisholz, Urdenbach
- Prägung: Bürgerlich-gehoben, Universitätsnähe
- Gewinner BTW 2025: CDU (Direktmandat)
Benrath – Der Stadtteil mit dem Barockschloss
Schloss Benrath, erbaut zwischen 1755 und 1773 für den Kurfürsten Carl Theodor, ist das architektonische Juwel des Wahlkreises. Der weitläufige Schlosspark zieht Sonntagsspaziergänger aus dem gesamten Großraum Düsseldorf an. Benrath selbst ist ein Stadtteil der gehobenen Mittelschicht: Einfamilienhäuser mit Garten, ruhige Straßen, gute Schulen. Diese Struktur erklärt einen großen Teil des CDU-Erfolgs.
Wer in Benrath lebt, schätzt Stabilität. Das spiegelt sich im Wahlverhalten: Die CDU gewinnt hier nicht durch Begeisterung, sondern durch Vertrauen. Die SPD hat es schwer, in diesen Milieus Fuß zu fassen – ihre Stärken liegen eher in den einfacheren Vierteln wie Garath und Hassels.
Die Heinrich-Heine-Universität und ihr begrenzter Wahleinfluss
Die HHU mit ihren rund 35.000 Studierenden liegt geographisch im Wahlkreis 129. Ihr Einfluss auf das Wahlergebnis ist allerdings überschaubarer, als man erwarten würde: Viele Studierende sind am Heimatort wahlberechtigt oder nutzen die Briefwahl an ihrem Erstwohnsitz. Die Universität prägt den Stadtteil Wersten kulturell – mit Cafés, Buchhandlungen und einer jungen Gastroszene –, aber nicht in dem Maße politisch, wie etwa die Uni Köln das Quartier Lindenthal beeinflusst.
| Partei | Erststimmen 2025 | Rang |
|---|---|---|
| CDU | 33,2 % | 1 – Direktmandat |
| SPD | 22,8 % | 2 |
| Grüne | 12,6 % | 3 |
| AfD | 11,4 % | 4 |
| FDP | 8,2 % | 5 |
| Sonstige | 11,8 % | – |
Garath: Die andere Seite des Wahlkreises
Nicht der gesamte Wahlkreis ist Schloss-Idylle. Garath, in den 1960er-Jahren als Großsiedlung errichtet, hat mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen: höhere Arbeitslosigkeit, geringeres Durchschnittseinkommen, mehr Mietwohnungen. Hier wählt man anders als in Benrath – die SPD und auch die AfD schneiden deutlich besser ab. Doch die Wahlbeteiligung in Garath liegt unter dem Stadtdurchschnitt, was die CDU-Dominanz im Gesamtergebnis zementiert.
Warum die CDU hier stabil bleibt
Düsseldorf II fehlt das volatile Element, das den nördlichen Schwester-Wahlkreis zum Wechselwähler-Gebiet macht. Keine Altstadt-Kneipenszene, kein Medienhafen, weniger Kreativwirtschaft. Stattdessen: solide Mittelschicht, Eigenheimbesitzer, Familien mit zwei Einkommen. Das ist CDU-Kernwählerschaft – und solange sich an der Sozialstruktur nichts ändert, wird sich am Wahlergebnis wenig verschieben.
Direktkandidat 2025
Duesseldorf II umfasst Gerresheim, Eller, Garath und Benrath. Staerkere Arbeitermilieus und ein hoeherer Migrantenanteil praegen den Wahlkreis. Die SPD ist hier konkurrenzfaehiger als im noerdlichen Wahlkreis.
Stadtteile im Wandel
Garath ist eine klassische Grosssiedlung der 1960er Jahre mit hoher Arbeitslosigkeit. Gerresheim profitiert von Gewerbeansiedlungen. Diese Mischung macht Duesseldorf II politisch vielschichtig.
Weiterlesen: Duesseldorf auf Wikipedia
Vergleich: Duesseldorf I und Mettmann I.
Lage des Wahlkreises
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Bei der Bundestagswahl 2002 verlor die CSU erstmals seit 1961 einzelne bayerische Wahlkreise an die SPD. In Augsburg-Stadt und Schwabing wechselte das Direktmandat. Gerhard Schröder nutzte die Flutkatastrophe und den Irak-Krieg für eine Aufholjagd: Am Wahlabend lagen SPD und Union gleichauf (38,5 zu 38,5 Prozent). Die SPD bildete erneut die Regierung – dank FDP-Verlusten (7,4 Prozent) und Grünen-Stabilität. Die Wahlkreisdaten zeigten: Fluthilfe-Gebiete wählten 2002 deutlich mehr SPD als vier Jahre zuvor.
Häufige Fragen
Warum ist Düsseldorf II stabiler als Düsseldorf I?
Die südlichen Stadtteile sind sozial homogener: Benrath, Garath und Wersten haben eine stärkere bürgerliche Prägung als die Innenstadt-Viertel im Wahlkreis I. Dadurch fehlt das volatile Element der Altstadt- und Studentenviertel, das Düsseldorf I zum Swing-Wahlkreis macht.
Welche Rolle spielt die Heinrich-Heine-Universität?
Die HHU liegt zwar im Wahlkreis 129, ihr Einfluss auf das Wahlergebnis ist aber begrenzt. Viele Studierende sind noch am Heimatort wahlberechtigt. Die Universität prägt eher den Stadtteil Wersten kulturell als wahlpolitisch.
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