Wahlmänner pro Bundesstaat — Alle 50 Staaten im Überblick
Key-Facts: Electoral Votes
- Gesamtzahl: 538 Wahlmännerstimmen
- Zusammensetzung: 435 (Repräsentanten) + 100 (Senatoren) + 3 (D.C.)
- Magische Zahl: 270 Stimmen für den Wahlsieg
- Größter Staat: Kalifornien (54 Stimmen)
- Kleinste Staaten: 7 Staaten + D.C. mit je 3 Stimmen
- Neuverteilung: Alle 10 Jahre nach dem Census
Die 538 Wahlmännerstimmen (Electoral Votes) sind das zentrale Element der US-Präsidentschaftswahl. Jeder Bundesstaat erhält eine bestimmte Anzahl — basierend auf seiner Bevölkerungsgröße und der festen Zahl von zwei Senatoren. Wer mindestens 270 dieser Stimmen gewinnt, wird Präsident der Vereinigten Staaten.
Die Verteilung der Wahlmänner ist nicht statisch: Nach jeder Volkszählung (Census), die alle zehn Jahre stattfindet, werden die Sitze im Repräsentantenhaus und damit die Wahlmännerstimmen neu verteilt. Der Census 2020 führte zu Verschiebungen, die erstmals bei der Wahl 2024 galten.
Alle 50 Staaten und ihre Wahlmänner
| Bundesstaat | Electoral Votes | Tendenz | Bundesstaat | Electoral Votes | Tendenz |
|---|---|---|---|---|---|
| Alabama | 9 | Rep. | Montana | 4 | Rep. |
| Alaska | 3 | Rep. | Nebraska | 5 | Rep.* |
| Arizona | 11 | Swing | Nevada | 6 | Swing |
| Arkansas | 6 | Rep. | New Hampshire | 4 | Dem. |
| Colorado | 10 | Dem. | New Jersey | 14 | Dem. |
| Connecticut | 7 | Dem. | New Mexico | 5 | Dem. |
| Delaware | 3 | Dem. | New York | 28 | Dem. |
| Florida | 30 | Rep. | North Carolina | 16 | Swing |
| Georgia | 16 | Swing | North Dakota | 3 | Rep. |
| Hawaii | 4 | Dem. | Ohio | 17 | Rep. |
| Idaho | 4 | Rep. | Oklahoma | 7 | Rep. |
| Illinois | 19 | Dem. | Oregon | 8 | Dem. |
| Indiana | 11 | Rep. | Pennsylvania | 19 | Swing |
| Iowa | 6 | Rep. | Rhode Island | 4 | Dem. |
| Kalifornien | 54 | Dem. | South Carolina | 9 | Rep. |
| Kansas | 6 | Rep. | South Dakota | 3 | Rep. |
| Kentucky | 8 | Rep. | Tennessee | 11 | Rep. |
| Louisiana | 8 | Rep. | Texas | 40 | Rep. |
| Maine | 4 | Dem.* | Utah | 6 | Rep. |
| Maryland | 10 | Dem. | Vermont | 3 | Dem. |
| Massachusetts | 11 | Dem. | Virginia | 13 | Dem. |
| Michigan | 15 | Swing | Washington | 12 | Dem. |
| Minnesota | 10 | Dem. | West Virginia | 4 | Rep. |
| Mississippi | 6 | Rep. | Wisconsin | 10 | Swing |
| Missouri | 10 | Rep. | Wyoming | 3 | Rep. |
| D.C. | 3 | Dem. | |||
* Maine und Nebraska vergeben Wahlmänner teilweise nach Congressional Districts, nicht rein nach Winner-takes-all.
Die größten Staaten nach Wahlmännern
Sechs Bundesstaaten vereinen zusammen über ein Drittel aller Wahlmännerstimmen:
| Rang | Bundesstaat | Electoral Votes | Bevölkerung (ca.) | Einwohner pro Wahlmann |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Kalifornien | 54 | 39,0 Mio. | 722.000 |
| 2 | Texas | 40 | 30,0 Mio. | 750.000 |
| 3 | Florida | 30 | 22,2 Mio. | 740.000 |
| 4 | New York | 28 | 19,7 Mio. | 703.000 |
| 5 | Illinois | 19 | 12,6 Mio. | 663.000 |
| 6 | Pennsylvania | 19 | 13,0 Mio. | 684.000 |
Das Problem der ungleichen Repräsentation
Da jeder Staat unabhängig von seiner Größe zwei Senatoren (und damit zwei zusätzliche Wahlmänner) erhält, sind kleine Staaten überproportional vertreten. Ein Wahlmann aus Wyoming repräsentiert rund 193.000 Menschen, einer aus Kalifornien über 722.000 — ein Verhältnis von fast 1:4.
Dieses Ungleichgewicht ist ein Hauptkritikpunkt am Electoral College und führt regelmäßig zu Diskussionen über Reformen. Mehr zur Debatte finden Sie in unserem Ratgeber Popular Vote vs. Electoral College.
Veränderungen durch den Census 2020
Der Census 2020 führte zu folgenden Verschiebungen (gültig ab 2024):
- Gewonnen: Texas (+2), Colorado (+1), Florida (+1), Montana (+1), North Carolina (+1), Oregon (+1)
- Verloren: Kalifornien (-1), Illinois (-1), Michigan (-1), New York (-1), Ohio (-1), Pennsylvania (-1), West Virginia (-1)
Der Trend zeigt eine klare Richtung: Bevölkerung wandert aus dem Nordosten und Mittleren Westen in den Süden und Westen. Texas könnte beim nächsten Census (2030) noch einmal zulegen, während New York und Illinois weiter verlieren dürften.
1961: 23. Zusatz – Washington DC bekommt erstmals Wahlmenschen
Am 29. March 1961 wurde der 23. Zusatzartikel der US-Verfassung ratifiziert: Washington DC erhielt drei Wahlmenschen (Electoral Votes) im Electoral College. Zuvor hatte die Bundeshauptstadt keine Präsidentschaftsstimmen; die rund 800.000 Einwohner konnten nicht für den Präsidenten stimmen. DC hat weniger Wahlmenschen als jeder Bundesstaat, aber mehr als die kleinsten (Wyoming: 3). DC wählt seit 1964 immer demokratisch; Biden gewann 2020 mit 92,1 Prozent. Der 23. Zusatz war ein Bürgerrechtsmoment: Die Mehrheit schwarzer DC-Bewohner erhielt erstmals Präsidentschaftsstimme. DC-Statehood ist bis heute offen; Senatssitze für DC wurden nie gewährt.
Häufige Fragen
Wie viele Wahlmänner gibt es insgesamt?
Es gibt insgesamt 538 Wahlmännerstimmen. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 435 Mitgliedern des Repräsentantenhauses, 100 Senatoren und 3 Stimmen für den District of Columbia. Ein Kandidat braucht mindestens 270 für den Sieg.
Welcher Staat hat die meisten Wahlmänner?
Kalifornien hat mit 54 die meisten Wahlmännerstimmen, gefolgt von Texas (40), Florida (30) und New York (28). Diese vier Staaten vereinen zusammen 152 von 538 Stimmen.
Wie werden die Wahlmänner auf die Bundesstaaten verteilt?
Jeder Staat erhält so viele Wahlmänner, wie er Kongressmitglieder hat: 2 Senatoren (fix) plus eine variable Anzahl Repräsentanten basierend auf der Bevölkerung. Die Neuverteilung erfolgt alle 10 Jahre nach dem Census (Volkszählung).
Welche Staaten haben die wenigsten Wahlmänner?
Wyoming, Vermont, Alaska, North Dakota, South Dakota und Delaware haben mit jeweils 3 Stimmen das Minimum. Auch der District of Columbia erhält 3 Stimmen gemäß dem 23. Verfassungszusatz von 1961.
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