Ted Cruz – Senator, Texas

Ted Cruz — Senator, Texas

Ted Cruz im Überblick

  • Partei: Republikaner
  • Amt / Rolle: Senator, Texas
  • Geburtsjahr: 1970
  • Bundesstaat: Texas

Frühe Jahre und Ausbildung

Rafael Edward „Ted" Cruz wurde am 22. Dezember 1970 in Calgary, Alberta, Kanada, geboren. Sein Vater Rafael Cruz war ein kubanischer Einwanderer, der vor dem Batista-Regime geflohen war und später ein evangelikaler Pastor wurde. Seine Mutter Eleanor Darragh war US-Amerikanerin aus Delaware – durch ihre Staatsbürgerschaft erhielt Cruz automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft. 2014 verzichtete er formell auf die kanadische. Die Familie zog nach Houston, Texas, als Cruz noch ein Kind war.

Cruz galt als intellektuelles Wunderkind: Er besuchte die Princeton University (Abschluss cum laude 1992, Debattiermeister), wo sein Debattier-Coach ihn als einen der talentiertesten Studenten bezeichnete, die er je unterrichtet habe. Anschließend studierte er an der Harvard Law School (Abschluss magna cum laude 1995). Professor Alan Dershowitz nannte ihn einen der brillantesten Studenten, die er je unterrichtet habe – obwohl die beiden politisch an entgegengesetzten Enden stehen.

Juristische Karriere und Solicitor General

Nach dem Jurastudium arbeitete Cruz als Clerk für Chief Justice William Rehnquist am Supreme Court – eine der prestigeträchtigsten Positionen für junge Juristen in den USA. Danach war er Berater für die Bush-Kampagne 2000 und arbeitete im Justizministerium unter Attorney General John Ashcroft.

2003 wurde er Solicitor General von Texas – der jüngste Solicitor General des Bundesstaats und der erste lateinamerikanischstämmige. In dieser Position vertrat er Texas vor dem Supreme Court und argumentierte in mehreren aufsehenerregenden Fällen: Er verteidigte erfolgreich ein Denkmal der Zehn Gebote auf dem Gelände des Texas State Capitol und setzte sich für das Recht von Texas ein, die Todesstrafe in einem internationalen Rechtsstreit zu vollstrecken. Insgesamt argumentierte er neunmal vor dem Supreme Court – eine ungewöhnlich hohe Zahl für einen Solicitor General eines Bundesstaats.

Sitzung im US-Kongress
Der US-Senat in Washington, D.C. – Cruz vertritt hier seit 2013 den Bundesstaat Texas und gehört zu den profiliertesten konservativen Stimmen.

Senatswahl 2012: Tea-Party-Triumph

2012 kandidierte Cruz für den offenen Senatssitz in Texas und gewann die republikanische Vorwahl überraschend gegen den vom Establishment unterstützten Lieutenant Governor David Dewhurst – ein früher Tea-Party-Erfolg, der nationale Aufmerksamkeit erregte. In der Hauptwahl siegte er mit 56,5 Prozent. Im Senat positionierte er sich sofort als kompromissloser Konservativer: Seine 21-stündige Rede gegen den Affordable Care Act im September 2013 (technisch kein Filibuster, aber in der öffentlichen Wahrnehmung als solcher empfunden) machte ihn zum Helden der Tea-Party-Basis – und zum Feind des republikanischen Establishments.

Präsidentschaftskandidatur 2016

Im März 2015 erklärte Cruz als erster prominenter Kandidat seine Präsidentschaftskandidatur für 2016. Er positionierte sich als konsequentester Konservativer im Feld und gewann die Unterstützung evangelikaler Wähler. Er siegte in Iowa, Texas und mehreren weiteren Bundesstaaten, war aber letztlich der letzte verbliebene Herausforderer Donald Trumps in den Vorwahlen.

Der Wahlkampf zwischen Cruz und Trump war einer der brutalsten in der jüngeren republikanischen Geschichte. Trump nannte Cruz „Lyin’ Ted", verbreitete Andeutungen über Cruz’ Vater und eine angebliche Verbindung zum Kennedy-Attentat, und beleidigte Cruz’ Ehefrau Heidi in sozialen Medien. Cruz nannte Trump einen „pathologischen Lügner" und „seriellen Womanizer". Im Mai 2016 zog Cruz sich nach einer Niederlage in Indiana zurück.

Von Feind zu Verbündetem: Das Verhältnis zu Trump

Auf dem Republican National Convention 2016 verweigerte Cruz zunächst eine Unterstützung Trumps und rief stattdessen Wähler auf, „ihr Gewissen" zu wählen – er wurde ausgebuht. Im September 2016 endorste er Trump dann doch, was Kritiker als Opportunismus und Anhänger als Pragmatismus werteten. Seit Trumps Präsidentschaft kooperieren die beiden eng: Cruz unterstützte Trumps Richterernennungen, Steuersenkungen und Einwanderungspolitik. Trump endorste Cruz 2018 und 2024. Die Beziehung bleibt allerdings pragmatisch – Cruz hat nie eine formelle Entschuldigung für Trumps Angriffe auf seine Familie erhalten.

Texas 2018: Das Duell mit Beto O’Rourke

2018 verteidigte Cruz seinen Senatssitz gegen den Demokraten Beto O’Rourke in einem der meistbeachteten Senatsrennen des Jahres. O’Rourke – ein charismatischer Congressman aus El Paso – sammelte über 80 Millionen Dollar an Spenden (mehr als jeder Senatskandidat zuvor) und mobilisierte demokratische Wähler in Texas in beispiellosem Ausmaß. Cruz gewann mit nur 2,6 Prozentpunkten Vorsprung (50,9 vs. 48,3 Prozent) – das engste Senatsrennen in Texas seit Jahrzehnten. Das Ergebnis signalisierte eine langsame demografische Verschiebung im Bundesstaat, auch wenn Texas bei der nächsten Wahl 2024 weiterhin klar republikanisch wählte.

Podcast-Einfluss und Medienstrategie

Cruz hat sich als einer der medienpräsentesten Senatoren der USA positioniert. Sein Podcast „Verdict with Ted Cruz" gehört zu den meistgehörten politischen Podcasts des Landes und ermöglicht ihm, seine Positionen direkt an die konservative Basis zu kommunizieren – ohne den Filter traditioneller Medien. Cruz nutzt außerdem Twitter/X und YouTube intensiv. Diese direkte Medienstrategie hat ihm geholfen, trotz seiner teilweise unpopulären Positionen im Establishment eine treue Basis zu halten. Kontroversen wie sein Flug nach Cancún während des texanischen Winterstrom-Ausfalls 2021 schadeten ihm zwar kurzfristig, beeinträchtigten seine Wiederwahl aber nicht nachhaltig.

Wiederwahl 2024

2024 verteidigte Cruz seinen Senatssitz erneut und gewann mit 53,5 Prozent gegen den Demokraten Colin Allred – ein komfortablerer Vorsprung als 2018. Die Wahl profitierte vom Trump-Ticket-Effekt, und Cruz hatte aus der knappen 2018er-Wahl gelernt: Er investierte früh in den Wahlkampf und mobilisierte die konservative Basis in ländlichen Gebieten intensiver.

Politische Positionen

Cruz ist ein Verfassungskonservativer in der Tradition von originalistischer Rechtsprechung: Er verteidigt das Second Amendment kompromisslos, lehnt Abtreibung strikt ab, befürwortet niedrige Steuern (er schlug eine Flat Tax von 10 Prozent vor) und fordert wenig Regulierung. Er ist einer der schärfsten Kritiker illegaler Einwanderung und befürwortet eine Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Außenpolitisch steht er für eine harte Linie gegenüber China und Iran, starke Unterstützung Israels und Skepsis gegenüber internationalen Abkommen wie dem Pariser Klimaabkommen. Im Senat ist er bekannt für ausführliche Reden, Obstruktionsstrategien und eine Bereitschaft, sich auch gegen die eigene Partei-Führung zu stellen – was ihm sowohl Bewunderer als auch Feinde in den eigenen Reihen eingebracht hat. Sein Verhältnis zum republikanischen Establishment ähnelt in seiner Konflikthaftigkeit dem Verhältnis mancher Abgeordneter zur Führung im Deutschen Bundestag.

Wahlergebnisse

WahlPositionStimmenErgebnis
2012US-Senator Texas56,5%Sieg
2016PräsidentschaftsvorwahlZweiter Platz
2018US-Senator Texas50,9%Knapper Sieg
2024US-Senator Texas53,5%Sieg

Häufige Fragen zu Ted Cruz

Ist Ted Cruz in Kanada geboren?

Ja, Cruz wurde 1970 in Calgary, Kanada, geboren, da sein kubanischstämmiger Vater dort arbeitete. Da seine Mutter US-Amerikanerin war, besitzt er die US-Staatsbürgerschaft von Geburt an. Er verzichtete 2014 formell auf die kanadische Staatsbürgerschaft.

Wie stehen Cruz und Trump zueinander?

Im Vorwahlkampf 2016 waren sie erbitterte Rivalen – Trump nannte Cruz „Lyin’ Ted" und griff seine Familie an. Seit 2017 kooperieren sie eng: Cruz unterstützt Trumps Politik, Trump endorste Cruz 2018 und 2024.

Was war der Vorwahlkampf 2016?

Cruz war der letzte verbliebene Herausforderer Trumps in den Vorwahlen 2016. Er gewann mehrere Bundesstaaten, darunter Iowa und Texas, konnte Trump aber nicht stoppen. Im Mai 2016 zog er sich zurück.

Was ist Cruz’ Podcast?

„Verdict with Ted Cruz" ist einer der meistgehörten politischen Podcasts der USA. Cruz nutzt ihn, um seine Positionen einem breiten Publikum zu vermitteln und die konservative Basis zu mobilisieren.

Wie knapp war die Wahl 2018 gegen Beto O’Rourke?

Cruz gewann 2018 mit nur 2,6 Prozentpunkten Vorsprung (50,9 vs. 48,3 Prozent) gegen Beto O’Rourke – das engste Senatsrennen in Texas seit Jahrzehnten. O’Rourke sammelte über 80 Millionen Dollar an Spenden.

Video: US-Wahlen erklärt — Electoral College & Wahlsystem

3:30 Min · Bundestagwahlumfrage.de

Weiterführende Quellen

Mehr dazu: Sonntagsfrage erklärt · US-Wahlsystem · Bundestag-Umfragen · Glossar

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