Olaf Scholz — Bundeskanzler a.D.
Key-Facts: Olaf Scholz
- Name: Olaf Scholz
- Geboren: 14. Juni 1958, Osnabrück, Deutschland
- Amt: Bundeskanzler a.D.
- Fraktion: S&D (Sozialdemokraten)
- Land: Deutschland
- Im Amt: 2021–2025
Olaf Scholz war von Dezember 2021 bis Februar 2025 der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Als Sozialdemokrat führte er die erste Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP auf Bundesebene. Seine Kanzlerschaft war geprägt von der „Zeitenwende" nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, der Energiekrise und dem Bruch der Koalition im November 2024.
Biografie & Karriere
Scholz wurde 1958 in Osnabrück geboren und wuchs in Hamburg auf. Er studierte Rechtswissenschaften in Hamburg und arbeitete als Rechtsanwalt im Arbeitsrecht. Seit 1975 ist er SPD-Mitglied. In den 1980er Jahren engagierte er sich im linken Flügel der Jungsozialisten, bevor er sich später dem pragmatischen Flügel der Partei zuwandte.
Ab 1998 saß er im Bundestag. 2001 wurde er Innensenator in Hamburg, 2007 Bundesminister für Arbeit und Soziales unter Angela Merkel (Große Koalition). Als Erster Bürgermeister von Hamburg (2011–2018) prägte er die Hansestadt und organisierte den G20-Gipfel 2017.
2018 wurde Scholz Bundesminister der Finanzen und Vizekanzler in der Großen Koalition. In der Corona-Pandemie verantwortete er umfangreiche Hilfsprogramme und die Kurzarbeiterregelung. Die SPD nominierte ihn als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021, die er überraschend deutlich gewann.
Politische Positionen
Scholz steht für einen pragmatischen, zentrumorientierten Kurs innerhalb der SPD. Wirtschaftspolitisch vertritt er solide Haushaltspolitik bei gleichzeitigem Ausbau sozialer Sicherungssysteme. Die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro war eine seiner zentralen Wahlversprechen.
In der Außen- und Sicherheitspolitik verkündete er am 27. Februar 2022 die „Zeitenwende" mit einem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr. Bei den Waffenlieferungen an die Ukraine verfolgte er einen schrittweisen Ansatz, der international unterschiedlich bewertet wurde.
In der Energiepolitik musste er nach dem russischen Gaslieferstopp den schnellen Aufbau von LNG-Infrastruktur und die Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten organisieren. Er befeuerte den Ausbau erneuerbarer Energien und das Heizungsgesetz, das zu einer innenpolitischen Krise führte.
EU-Rolle
Als Kanzler des größten EU-Mitgliedstaats war Scholz ein zentraler Akteur im Europäischen Rat. Die deutsch-französische Partnerschaft mit Präsident Macron blieb ein Eckpfeiler seiner Europapolitik, obwohl es Differenzen in der Energie- und Verteidigungspolitik gab.
Er unterstützte die EU-Beitrittsperspektive der Ukraine und der Westbalkan-Staaten und setzte sich für eine Reform der EU-Entscheidungsverfahren ein. Auch den EU-Asylkompromiss (Neuer Pakt für Migration und Asyl) trug er mit.
| Zeitraum | Amt / Position | Institution |
|---|---|---|
| 2021–2025 | Bundeskanzler | Bundesrepublik Deutschland |
| 2018–2021 | Bundesminister der Finanzen & Vizekanzler | Bundesregierung |
| 2011–2018 | Erster Bürgermeister | Freie und Hansestadt Hamburg |
| 2007–2009 | Bundesminister für Arbeit und Soziales | Bundesregierung |
| 2001–2004 | Innensenator | Freie und Hansestadt Hamburg |
| 1998–2011 | Mitglied des Bundestages | Deutscher Bundestag |
6. November 2024, 21:45 Uhr: Die Nacht, in der die Ampel zerbrach
Die Krise eskalierte an einem Mittwochabend. Finanzminister Christian Lindner hatte erneut abgelehnt, die Schuldenbremse für Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung auszusetzen. Scholz entließ ihn – live in einer Pressekonferenz, auf der er Lindner des „Vertrauensbruchs" beschuldigte. Lindner konterte, Scholz habe ihn aufgefordert, „gegen das Gesetz zu handeln". Die FDP zog daraufhin alle verbleibenden Minister aus der Regierung, mit einer Ausnahme: Volker Wissing (Verkehr) blieb im Amt und trat aus der FDP aus, um seinen Ministerposten zu halten.
Am 16. Dezember 2024 verlor Scholz die Vertrauensfrage im Bundestag mit 394 zu 207 Stimmen (116 Enthaltungen) – ein Ergebnis, das er absichtlich angesteuert hatte, um Neuwahlen zu ermöglichen. Am 23. Februar 2025 erzielte die SPD 20,5 % – so schwach wie zuletzt 2017 (ebenfalls 20,5 %), dem bisherigen Nachkriegs-Tiefstand. Die Partei, die Scholz 2021 noch auf 25,7 % geführt hatte, verlor in drei Jahren rund fünf Prozentpunkte.
Häufige Fragen
Warum endete die Ampelkoalition vorzeitig?
Im November 2024 zerbrach die Koalition aus SPD, Grünen und FDP an unlösbaren Differenzen in der Haushaltspolitik. Kanzler Scholz entließ Finanzminister Lindner, woraufhin die FDP die Regierung verließ. Im Februar 2025 fanden Neuwahlen statt.
Was bedeutete die „Zeitenwende"?
Scholz verwendete den Begriff am 27. Februar 2022, drei Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Er kündigte ein 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr an, Waffenlieferungen an die Ukraine und eine Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik.
Weitergehende Informationen bietet die Bundeskanzleramt - offizielle Website.
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