Wahlkreis 148: Düren – Jülich – Spitzenforschung neben Baggern
Key-Facts: Wahlkreis 148
- Wahlkreis-Nr.: 148
- Name: Düren – Jülich
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit: Forschungszentrum Jülich, Tagebau Inden
- CDU-Ergebnis: 34,6 %
- Gewinner BTW 2021: CDU
- Gewinner BTW 2017: CDU
Auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich stehen Supercomputer, die zu den leistungsfähigsten der Welt gehören. In den Labors nebenan arbeiten Physiker an der nächsten Generation von Solarzellen. Und keine zwanzig Autominuten entfernt fressen sich Schaufelradbagger durch die Erde des Tagebaus Inden. Wahlkreis 148 ist ein Ort, an dem Zukunft und Vergangenheit der deutschen Energiepolitik direkt nebeneinander liegen.
Das Forschungszentrum: 7.000 Beschäftigte, eine Institution
Das Forschungszentrum Jülich gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft und ist eines der größten Forschungszentren Europas. Die Schwerpunkte reichen von Energie- und Klimaforschung über Neurowissenschaften bis zu Quantencomputing. Über 7.000 Menschen arbeiten hier – Wissenschaftlerinnen, Techniker, Verwaltung. Für eine Kleinstadt wie Jülich (rund 33.000 Einwohner) ist das eine enorme wirtschaftliche und kulturelle Kraft.
Politisch bedeutet das: Forschungspolitik ist hier kein abstraktes Wahlkampfthema, sondern betrifft Nachbarn und Arbeitskollegen direkt. Fördergelder des Bundes für Großforschungseinrichtungen entscheiden über Stellen und Projekte vor Ort.
Der Tagebau und seine Narben
Der Braunkohle-Tagebau Inden hat die Landschaft zwischen Düren und Jülich grundlegend verändert. Dörfer wie Pier und Schophoven wurden umgesiedelt, Felder und Wälder unwiderruflich abgebaggert. Die RWE-Tochter Rheinbraun betrieb den Tagebau jahrzehntelang; der beschlossene Kohleausstieg setzt dem nun ein Ende – doch die Rekultivierung wird Generationen dauern.
Für die Wahlkreis-Politik ist das Thema komplex: Die CDU muss den Spagat zwischen wirtschaftsfreundlicher Haltung gegenüber RWE und den Sorgen der betroffenen Bürger schaffen. Die Grünen profitieren vom Unbehagen, bleiben aber in der ländlichen Region unter zehn Prozent.
Düren: Kreisstadt mit Geschichte
Düren (rund 94.000 Einwohner) wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und danach als funktionale Nachkriegsstadt wiederaufgebaut. Das prägt das Stadtbild bis heute – wenig historische Substanz, dafür breite Straßen und Zweckbauten der 1950er. Wirtschaftlich lebt die Stadt vom Papier- und Metallgewerbe, zunehmend auch von Logistik an der Autobahn A4.
| Partei | Ergebnis (ca.) | Kontext |
|---|---|---|
| CDU | 34,6 % | Direktmandat |
| SPD | ~22 % | Traditionell zweite Kraft |
| AfD | ~11 % | Leicht unter Bund |
| Grüne | ~9 % | Unter NRW-Schnitt |
| FDP | ~9 % | Stabil |
| Sonstige | ~14 % | – |
Ein Wahlkreis im doppelten Wandel
Wenige Wahlkreise in Deutschland stehen so sinnbildlich für den doppelten Wandel: weg von der fossilen Energie, hin zu wissensbasierten Industrien. Ob dieser Übergang gelingt, hängt nicht zuletzt von den Entscheidungen ab, die im Bundestag über Förderprogramme, Kohleausstiegshilfen und Forschungsbudgets getroffen werden. Die Wähler in Düren – Jülich wissen das – und wählen entsprechend pragmatisch.
Direktkandidat 2025
Dueren-Juelich umfasst den Kreis Dueren mit den Staedte Dueren und Juelich. Das Forschungszentrum Juelich ist eines der groessten Wissenschaftszentren in Europa. Die CDU gewann 2025 das Direktmandat. Der Kohleausstieg ist das beherrschende Thema.
Braunkohle-Strukturwandel
Der Tagebau Hambach liegt im Wahlkreisgebiet - eines der umstrittensten Energieprojekte Deutschlands. Umweltaktivisten besetzten jahrelang den Hambacher Forst, der fuer den Tagebau gerodete werden sollte. Das Urteil: Der Forst bleibt weitgehend erhalten. Die Region steht vor dem groessten Strukturwandel seit der Industrialisierung.
Weiterlesen: Kreis Dueren auf Wikipedia
Mehr: Aachen I, Rhein-Erft I und Heinsberg als Nachbarwahlkreise.
Lage des Wahlkreises
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1961: Erst 5 Parteien, dann 3 – wie die Fünf-Prozent-Hürde das Parlament formte
Die Bundestagswahl 1961 markierte das Ende der Vielparteierei: Erstmals schafften nur 3 Parteien den Einzug in den Bundestag – CDU/CSU, SPD, FDP. Alle anderen scheiterten an der bundesweiten Fünf-Prozent-Hürde. 1949 hatten noch 8 Parteien Sitze im Parlament. Das Drei-Parteien-System hielt bis 1983 (Einzug der Grünen). Die Fünf-Prozent-Hürde war nach den Erfahrungen der Weimarer Republik eingeführt worden, um politische Fragmentierung zu verhindern. Sie funktionierte: Der Bundestag blieb arbeitfähig, während die IV. Französische Republik an Parteienwirrwarr zugrunde ging.
Häufige Fragen
Was wird am Forschungszentrum Jülich erforscht?
Schwerpunkte sind Energie- und Klimaforschung, Neurowissenschaften, Supercomputing und nachhaltige Bioressourcen. Das Zentrum gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft und beschäftigt über 7.000 Menschen.
Wie betrifft der Braunkohle-Ausstieg den Wahlkreis?
Der Tagebau Inden liegt direkt im Wahlkreis. Der beschlossene Kohleausstieg beendet die Abbautätigkeit, aber die Rekultivierung und der Verlust von Arbeitsplätzen bei Bergbau und Zulieferern bleiben Langzeitthemen.
Ist Düren – Jülich eine sichere CDU-Hochburg?
Ja. Die CDU hat den Wahlkreis sowohl 2017 als auch 2021 direkt gewonnen. Die ländlich-katholische Prägung und der starke Mittelstand bilden eine solide Basis.
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