Kamala Harris — Ex-Vizepräsidentin der USA
Kamala Harris im Überblick
- Partei: Demokraten
- Amt / Rolle: Ex-Vizepräsidentin der USA
- Geburtsjahr: 1964
- Bundesstaat: California
Frühe Jahre und Ausbildung
Kamala Devi Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland, California, geboren – Tochter einer indischen Krebsforscherin (Shyamala Gopalan) und eines jamaikanischen Ökonomieprofessors (Donald Harris). Beide Eltern lernten sich an der University of California in Berkeley während der Bürgerrechtsbewegung kennen. Harris wuchs in einem akademischen, politisch engagierten Haushalt auf, verbrachte Teile ihrer Kindheit in Montreal (Kanada), wo ihre Mutter forschte.
Sie studierte an der Howard University in Washington, D.C. – einer der renommiertesten Historically Black Colleges and Universities (HBCUs) – und schloss 1986 mit einem Bachelor in Politikwissenschaft und Wirtschaft ab. Anschließend absolvierte sie ihr Jurastudium an der UC Hastings College of the Law in San Francisco (Abschluss 1989) und wurde als Anwältin in Kalifornien zugelassen.
Staatsanwältin und Attorney General
Harris begann ihre Karriere als Staatsanwältin in Alameda County, wechselte später zur Bezirksstaatsanwaltschaft von San Francisco. 2003 wurde sie District Attorney von San Francisco – die erste Frau und erste Person of Color in diesem Amt. Sie profilierte sich mit Programmen zur Rückfallprävention und einer harten Linie gegen Waffengewalt, sorgte aber auch für Kontroversen, etwa als sie in einem Mordfall die Todesstrafe ablehnte.
2010 wurde sie Attorney General von Kalifornien – erneut als erste Frau und erste afroamerikanische Person. In ihrer Amtszeit (2011–2017) machte sie sich einen Namen mit aggressiver Strafverfolgung bei Banken-Foreclosures während der Immobilienkrise. Sie lehnte einen ursprünglichen Vergleich als zu niedrig ab und erzielte letztlich einen 20-Milliarden-Dollar-Vergleich für kalifornische Hausbesitzer – ein Vielfaches des ersten Angebots. Außerdem ging sie gegen Menschenhandel und gegen die Hintermmänner von Umweltverschmutzung vor.
US-Senatorin für California
2016 gewann Harris den Senatssitz für Kalifornien mit 61,6 Prozent der Stimmen. Im Senat machte sie sich durch scharfe, juristisch präzise Befragungen in Anhörungen einen Namen. Ihre Verhöre im Judiciary Committee wurden zu viralen Momenten – insbesondere bei der Bestätigung von Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh 2018 und bei der Befragung von Attorney General William Barr. Ihr Stil brachte ihr den Ruf einer der schärfsten Fragesteller im gesamten Senat ein.
Politisch positionierte sie sich im progressiven Flügel: Sie unterstützte Medicare for All, strengere Waffengesetze und umfassende Einwanderungsreformen. Im Senat arbeitete sie überparteilich an Gesetzesinitiativen zur Strafrechtsreform und zur Bekämpfung von Lynching als Bundesverbrechen.
Präsidentschaftskandidatur 2019 und Nominierung als Running Mate
Im Januar 2019 erklärte Harris ihre Kandidatur für die Präsidentschaft. Ihr Wahlkampfstart war beeindruckend – 20.000 Menschen bei der Auftaktveranstaltung in Oakland, starke Umfragewerte. Ein Highlight war ihr direkter Angriff auf Joe Biden in der ersten Fernsehdebatte wegen seiner Haltung zu Busing in den 1970er Jahren. Doch der Kampagne fehlte eine konsistente Botschaft, und bis Dezember 2019 hatte sie sich – noch vor den ersten Vorwahlen – zurückgezogen.
Joe Biden wählte sie im August 2020 als Running Mate. Am 20. Januar 2021 wurde Kamala Harris die erste weibliche, erste afroamerikanische und erste südasiatisch-amerikanische Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten. Ihre Vereidigung war ein historischer Moment: Erstmals stand eine Frau und Person of Color an zweithöchster Stelle der US-Regierung.
Vizepräsidentschaft 2021–2025
Als Vizepräsidentin unter Joe Biden übernahm Harris die Federführung bei mehreren Schwerpunktthemen: Migrationsbekämpfung an den Ursachen in Zentralamerika, Stimmrechtsschutz und Breitband-Ausbau. Ihre Rolle als Präsidentin des Senats gewann besondere Bedeutung im 50:50-Senat, wo sie als Tiebreaker bei zahlreichen Abstimmungen den Ausschlag gab – mehr als jeder Vizepräsident zuvor in einer einzelnen Amtszeit.
International vertrat sie die USA bei Gipfeltreffen in Asien und Europa. Ihr Taiwan-Besuch und ihre Auftritte bei der Münchner Sicherheitskonferenz zeigten außenpolitisches Profil. Kritiker warfen ihr allerdings vor, beim Migrationsthema zu wenig vorzeigbare Ergebnisse geliefert zu haben.
Präsidentschaftskandidatur 2024
Im Juli 2024 zog Präsident Biden seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit zurück – der späteste Rückzug eines amtierenden Präsidenten in der modernen Geschichte. Harris wurde in weniger als vier Monaten zur Kandidatin der Demokraten und musste eine komplette Wahlkampforganisation aufbauen. Trotz einer anfänglichen Welle der Begeisterung, Rekord-Spendeneinnahmen und starker Debattenleistung unterlag sie Donald Trump deutlich im Electoral College (226 gegen 312 Wahlmänner).
Analysten nennen als Gründe die späte Nominierung, wirtschaftliche Unzufriedenheit – insbesondere Inflation –, Verluste bei lateinamerikanischen und männlichen Wählern sowie die Schwierigkeit, sich zugleich von der Biden-Administration abzugrenzen und ihre Erfolge zu betonen. Seit dem 20. Januar 2025 ist Harris Privatperson.
Politische Positionen
Harris steht für progressive Strafrechtsreform, Ausbau des Affordable Care Act, Klimaschutz im Rahmen des Inflation Reduction Act und strengere Waffengesetze. In der Außenpolitik vertritt sie eine multilaterale Linie – ein deutlicher Kontrast zur Trump-Administration – und setzt auf die Stärkung internationaler Bündnisse wie NATO und G7.
Wirtschaftspolitisch befürwortet sie höhere Steuern auf hohe Einkommen und Kapitalgewinne, ein erhöhtes Kindergeld, bezahlbaren Wohnraum und Investitionen in erneuerbare Energien. Gesellschaftspolitisch unterstützt sie reproduktive Rechte, LGBTQ-Gleichstellung und umfassende Einwanderungsreformen mit Pfad zur Staatsbürgerschaft.
Wahlergebnisse
| Wahl | Position | Stimmen | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2010 | Attorney General California | 46,1% | Sieg |
| 2016 | US-Senatorin California | 61,6% | Sieg |
| 2020 | Vizepräsidentin | — | Sieg (mit Biden) |
| 2024 | Präsidentschaftskandidatin | 47,4% | Niederlage |
Häufige Fragen zu Kamala Harris
Woher stammt Kamala Harris?
Harris wurde in Oakland, Kalifornien, geboren. Ihre Mutter Shyamala Gopalan stammte aus Indien, ihr Vater Donald Harris aus Jamaika. Sie ist die erste Vizepräsidentin mit afroamerikanischen und südasiatischen Wurzeln.
Warum verlor Harris 2024?
Harris unterlag Trump im Electoral College deutlich (226 vs. 312 Wahlmänner). Analysten nennen als Gründe die späte Nominierung, wirtschaftliche Unzufriedenheit der Wähler und Verluste bei lateinamerikanischen und männlichen Wählern.
Welche historische Bedeutung hat Harris?
Kamala Harris ist die erste Frau, die erste afroamerikanische und die erste südasiatisch-amerikanische Person im Amt der Vizepräsidentin. Ihre Wahl 2020 markierte einen Wendepunkt in der Repräsentation von Minderheiten in der US-Politik.
Was machte Harris als Attorney General?
Als Attorney General von Kalifornien (2011–2017) verfolgte Harris eine harte Linie gegen Banken während der Immobilienkrise und erzielte einen 20-Milliarden-Dollar-Vergleich für betroffene Hausbesitzer. Sie reformierte außerdem das Strafverfolgungssystem des Bundesstaats.
Wer ist jetzt Führerin der Demokraten?
Nach Harris’ Wahlniederlage 2024 haben die Demokraten keine offizielle Partei-Führerin. Es gibt mehrere potenzielle Kandidaten für 2028, darunter Gouverneure wie Gavin Newsom (California) und Gretchen Whitmer (Michigan).
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Weiterführende Quellen
- Kamala Harris auf Wikipedia — Ausführliches Profil und Karriere
- USA-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) — Hintergründe zum amerikanischen politischen System
