Presidential Approval Rating – Präsidenten-Beliebtheit USA

Presidential Approval Rating: Wie beliebt ist der US-Präsident?

Donald Trump – Aktueller Approval Rating
Zustimmung
43,0%
Ablehnung
53,0%
Durchschnitt der letzten 5 Umfragen · Quelle: FiveThirtyEight / RealClearPolitics

Worum geht es?

Seit Franklin D. Roosevelt fragt Gallup die Amerikaner: „Sind Sie mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden?" Keine andere Einzelzahl wird in Washington so obsessiv verfolgt. Der Approval Rating entscheidet nicht direkt über Wahlen – aber er verrät, wie viel politischen Spielraum ein Präsident hat. Unter 45 Prozent wird es einsam im Weißen Haus: Die eigene Partei distanziert sich, Gesetze scheitern im Congress, und bei den nächsten Midterms drohen massive Sitzverluste.

Trumps zweite Amtszeit im Verlauf

Trump startete seine zweite Amtszeit im Januar 2025 bei rund 52 Prozent Zustimmung – sein bester Wert seit dem Amtsantritt 2017. Innerhalb weniger Monate fiel er auf die mittleren 40er zurück. Das Muster kennt man aus der ersten Amtszeit: Trump polarisiert stärker als jeder andere Präsident der modernen Ära. Seine Approval-Werte schwanken kaum – wer ihn unterstützt, bleibt dabei, wer ihn ablehnt, ebenso. Die „Flitterwochen" nach der Vereidigung, bei denen Präsidenten normalerweise 55–65 Prozent erreichen, fielen bei Trump beide Male deutlich kürzer aus.

Die entscheidende Frage für die Midterms 2026: Kann er bis November über 45 Prozent bleiben? Schafft er das nicht, zeigt die Geschichte, dass die Republikaner House-Sitze verlieren werden – die Frage ist nur, wie viele.

Historischer Vergleich: Alle Präsidenten seit Truman

Präsident Partei Amtszeit Höchstwert Tiefstwert ∅ Durchschnitt
Donald Trump (2.)REP2025–43%
Joe BidenDEM2021–202557%36%39,0%
Donald Trump (1.)REP2017–202149%34%41,1%
Barack ObamaDEM2009–201769%40%47,9%
George W. BushREP2001–200990%25%49,4%
Bill ClintonDEM1993–200173%37%55,1%
George H.W. BushREP1989–199389%29%60,9%
Ronald ReaganREP1981–198968%35%52,8%
Jimmy CarterDEM1977–198175%28%45,5%
Richard NixonREP1969–197467%24%49,0%
John F. KennedyDEM1961–196383%56%70,1%
Dwight D. EisenhowerREP1953–196178%48%65,0%
Harry S. TrumanDEM1945–195387%22%45,4%

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich Präsidenten wahrgenommen werden. Bush Jr. hält zwei Rekorde gleichzeitig: 90 Prozent Zustimmung nach 9/11 (der höchste Wert, der je gemessen wurde) und 25 Prozent am Ende seiner Amtszeit nach der Finanzkrise – ein Absturz von 65 Punkten. Kennedy bleibt unerreicht: In seinen knapp drei Jahren im Amt fiel er nie unter 56 Prozent. Kein Präsident nach ihm hat das geschafft.

Was die Zahlen auch zeigen: Der Job-Approval ist brutal ehrlich. Weder Amtsbonus noch Parteizugehörigkeit schützen dauerhaft. Carter startete bei 75 Prozent und endete bei 28. Nixon bei 67, dann 24 (Watergate). Die Amerikaner urteilen über Ergebnisse, nicht über Versprechen.

Die 45-Prozent-Schwelle: Warum sie bei Midterms entscheidet

PräsidentApproval bei MidtermsHouse-VerlusteSenate-Verluste
Biden (2022)42%−9+1
Trump (2018)40%−40+2
Obama (2014)42%−13−9
Obama (2010)45%−63−6
Bush (2006)37%−30−6
Bush (2002)63%+8+2
Clinton (1994)46%−54−8

Eine Ausnahme existiert: 2002 gewann Bushs Partei bei den Midterms Sitze dazu. Der Grund: 9/11 lag erst 14 Monate zurück, sein Approval stand bei 63 Prozent. Ein solches Ereignis kommt im Schnitt ein- bis zweimal pro Jahrhundert vor – es ist keine Strategie, auf die sich eine Partei verlassen kann.

Obama erlebte 2010 das andere Extrem: 45 Prozent Approval, minus 63 House-Sitze. Das war der größte Midterm-Verlust seit 1938. Zwei Jahre zuvor hatte er mit „Yes We Can" eine historische Wahl gewonnen. Der Approval Rating kennt keine Sentimentalität.

Messmethoden: Nicht jeder Approval ist gleich

Die Grundfrage klingt simpel: „Do you approve or disapprove of the way [Name] is handling his job as President?" Aber die Ergebnisse hängen stark davon ab, wer fragt und wie.

Gallup macht es seit 1938 und gilt als Goldstandard – wöchentliches Tracking per Telefoninterview, immer die gleiche Methodik. Rasmussen Reports befragt täglich per Roboter-Anruf (IVR) und tendiert systematisch 2–3 Punkte zugunsten der Republikaner. YouGov nutzt Online-Panels und erreicht jüngere Wähler besser als Telefon-Institute.

Deshalb schauen Profis nie auf eine einzelne Umfrage, sondern auf Aggregatoren:

  • FiveThirtyEight: Gewichtet jedes Institut nach seiner historischen Treffergenauigkeit – Monmouth und Marist zählen mehr als Rasmussen und Trafalgar.
  • RealClearPolitics: Simpler Durchschnitt der letzten 5–10 Umfragen. Schneller aktualisiert, aber ohne Qualitätsgewichtung.
  • 538/Silver Bulletin: Nate Silvers neues Projekt nach seinem Abgang von FiveThirtyEight. Eigenes Modell mit Wahrscheinlichkeitsberechnung.

2008: Bushs Approval Rating faellt auf 25 Prozent – Tiefstwert seit Nixon

Im Oktober 2008 fiel George W. Bushs Zustimmungswert auf 25 Prozent – der niedrigste für einen Präsidenten seit dem Ende von Nixons Präsidentschaft (24% in 1974). Der Absturz hatte zwei Ursachen: Die Finanz- und Bankenkrise (Lehman Brothers Pleite September 2008) und das anhaltende Scheitern im Irakkrieg. Bushs Approval Rating hatte nach dem 11. September 2001 mit 90 Prozent seinen historischen Höhepunkt erreicht – der steilste Anstieg und der steilste Absturz in der Geschichte des amerikanischen Präsidentschaftssystems. Sein Nachfolger Obama erreichte zur Amtseinfuehrung 67 Prozent Zustimmung.

Häufige Fragen

Was ist ein guter Approval Rating?

Über 50 Prozent: Der Präsident kann regieren, seine Partei gewinnt Wahlen. Zwischen 40 und 50: Schwierig, aber überlebbar. Unter 40: Die eigene Partei geht auf Distanz, Gesetzesvorhaben scheitern, Midterm-Verluste sind quasi sicher. Nixon lag bei 24, als er zurücktrat.

Warum schwankt der Approval Rating bei Trump so wenig?

Trump ist der polarisierendste Präsident der Messgeschichte. Seine Zustimmung bewegte sich in der ersten Amtszeit fast durchgehend zwischen 36 und 46 Prozent – eine Bandbreite von nur 13 Punkten. Zum Vergleich: Bei George W. Bush waren es 65 Punkte. Trumps Basis hält, seine Gegner ebenso. Es gibt kaum „Unentschiedene".

Gibt es einen Approval Rating für den deutschen Bundeskanzler?

Nicht direkt vergleichbar. In Deutschland fragt der DeutschlandTrend nach der Zufriedenheit mit einzelnen Politikern, aber es gibt keinen standardisierten „Approval Rating" wie in den USA.

Weiterführende Quellen

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