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Umfragen zur Bundestagswahl 2025 – Rückblick

Key-Facts

  • Wahltag: 23. Februar 2025 (vorgezogene Neuwahl)
  • Wahlbeteiligung: 82,5 %
  • Stärkste Kraft: CDU/CSU mit 28,5 %
  • ∅ Abweichung letzte Umfragen: ca. 1,8 Prozentpunkte pro Partei
  • Größte Überraschung: AfD stärker als prognostiziert

Die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 war eine besondere Wahl: Sie fand vorgezogen statt, nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz im Dezember 2024 die Vertrauensfrage im Bundestag verloren hatte. Der kurze Wahlkampf von nur zwei Monaten stellte auch die Meinungsforschungsinstitute vor Herausforderungen. Wie genau trafen ihre letzten Sonntagsfragen das Ergebnis?

Das Ergebnis

Die CDU/CSU wurde mit 28,5 Prozent klar stärkste Kraft. Die AfD erreichte mit 20,8 Prozent Platz zwei – ihr bestes Bundestagswahl-Ergebnis. Die SPD kam auf 20,5 Prozent, die Grünen auf 11,6 Prozent und das BSW auf 4,97 Prozent – knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Die FDP scheiterte mit 4,3 Prozent ebenfalls an der Hürde. Die Linke erreichte über die Grundmandatsklausel den Einzug in den Bundestag.

Letzte Umfragen vs. Ergebnis

Institut CDU/CSU AfD SPD Grüne BSW FDP ∅ Abw.
Forsa 30 % 19 % 21 % 13 % 5 % 4 % 1,5 Pp.
Infratest dimap 29 % 20 % 21 % 13 % 5 % 4 % 1,3 Pp.
INSA 28 % 22 % 20 % 12 % 6 % 4 % 1,2 Pp.
FGW 29 % 20 % 21 % 13 % 5 % 4 % 1,4 Pp.
Durchschnitt 29,0 % 20,3 % 20,8 % 12,8 % 5,3 % 4,0 % 1,1 Pp.
Ergebnis 28,5 % 20,8 % 20,5 % 11,6 % 4,97 % 4,3 %

Hinweis: Die Werte in der Tabelle sind gerundete Angaben der letzten veröffentlichten Umfrage jedes Instituts vor dem Wahltag. Die durchschnittliche Abweichung (∅ Abw.) ist der Mittelwert der absoluten Abweichungen über alle dargestellten Parteien.

Wahlumfrage-Auswertung am Laptop — Meinungsforschung und Sonntagsfrage Deutschland
Wahlumfragen liefern ein aktuelles Stimmungsbild der deutschen Bevölkerung.

Analyse: Was fiel auf?

AfD unterschätzt

Wie bei früheren Wahlen wurde die AfD von den meisten Telefon-Instituten unterschätzt. INSA (Online) lag mit 22 Prozent sogar leicht über dem Ergebnis. Die Schweigespirale scheint bei der AfD weiterhin zu wirken: In anonymen Online-Umfragen geben mehr Menschen ihre AfD-Präferenz an als am Telefon.

Grüne überschätzt

Die Grünen wurden von fast allen Instituten um 1 bis 2 Prozentpunkte überschätzt. Ein bekanntes Muster: Grünen-Sympathisanten sind in Umfragen leichter erreichbar (bildungsnäher, städtischer), was zu einer leichten Überrepräsentation führt.

BSW an der Hürde

Das Bündnis Sahra Wagenknecht scheiterte mit 4,97 Prozent hauchdünn an der Fünf-Prozent-Hürde. Die letzten Umfragen hatten das BSW bei 5 bis 6 Prozent gesehen – eine Fehleinschätzung, die möglicherweise durch den Demobilisierungseffekt verursacht wurde.

Fernseher im Arbeitszimmer zeigt Bundestagswahl-Nachrichten am Wahlabend
Am Wahlabend 2025 zeigte sich: Die Umfragen hatten die Rangfolge korrekt vorhergesagt, bei den Details gab es Abweichungen.

Der Durchschnitt gewinnt

Einmal mehr bestätigte sich: Der Durchschnitt aller Institute trifft das Ergebnis besser als jedes einzelne Institut. Mit einer mittleren Abweichung von nur 1,1 Prozentpunkten lag die Aggregation nahe am Ergebnis – näher als jede Einzelumfrage.

Lehren für die Zukunft

Die Bundestagswahl 2025 bestätigt bekannte Muster: Parteien am rechten Rand werden in Telefonumfragen tendenziell unterschätzt, Parteien mit bildungsnäherem Elektorat leicht überschätzt. Die Aggregation mehrerer Institute bleibt die zuverlässigste Methode. Und: Parteien nahe der Fünf-Prozent-Hürde sind schwer zu messen – kleine Abweichungen entscheiden über Einzug oder Scheitern.

Februar 2025: AfD-Unterschaetzung bleibt — Online und Telefon divergieren sichtbar

Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 zeigten die letzten Umfragen die AfD bei 20–22 Prozent. Das Ergebnis: 20,8 Prozent. Insgesamt lagen die Institute näher als 2017 oder 2021. Doch das Methoden-Muster blieb: Forsa und Forschungsgruppe Wahlen (Telefon-CATI) lagen mit 20–21 Prozent etwas niedriger als INSA und YouGov (Online) mit 22–23 Prozent. Der Social Desirability Bias in Telefonumfragen war 2025 weiterhin messbar – kleiner als früher, aber nicht verschwunden. Die Online-Institute kamen dem Ergebnis diesmal näher.

2005: Sonntagsfrage – die wichtigste Frage der Demoskopie und ihre Grenzen

Die Sonntagsfrage: "Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Partei würden Sie wählen?" Das klingt einfach. Ist es nicht. Probleme: 30 Prozent der Befragten sind Unentschlossene. 15-20 Prozent lügen (Social-Desirability-Bias). 10 Prozent würden nicht wählen, geben aber eine Partei an. Die Institute gewichten die Antworten nach: Wahrscheinlichkeit der Wahlbeteiligung, historischen Mustern, Demografie. Jedes Institut gewichtet anders – deshalb unterscheiden sich Sonntagsfragen um bis zu 4 Prozentpunkte. Die Sonntagsfrage ist kein Blick in die Zukunft, sondern eine statistische Momentaufnahme.

Häufige Fragen

Wie genau waren die Umfragen vor der Bundestagswahl 2025?

Die letzten Umfragen wichen im Schnitt um 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte pro Partei ab. Die Rangfolge der drei stärksten Parteien wurde korrekt vorhergesagt. Der Durchschnitt aller Institute lag bei nur 1,1 Prozentpunkten Abweichung.

Welches Institut lag am nächsten?

Kein Institut lag bei allen Parteien am nächsten. INSA traf die AfD am besten, Infratest dimap hatte die geringste Gesamtabweichung unter den Einzelinstituten. Der Durchschnitt aller Institute schlug alle Einzelmessungen.

Was war die größte Überraschung?

Die AfD schnitt mit 20,8 Prozent stärker ab als von den meisten Instituten prognostiziert. Das BSW scheiterte mit 4,97 Prozent knapp an der Hürde, obwohl Umfragen es bei 5 bis 6 Prozent gesehen hatten.

Wann fand die Bundestagswahl 2025 statt?

Die vorgezogene Bundestagswahl fand am 23. Februar 2025 statt, nachdem Bundeskanzler Scholz im Dezember 2024 die Vertrauensfrage verloren hatte.

Folge Q09: Umfragemethoden im Vergleich · Alle Videos →
SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Spiegel Politik Donald Trump und die Abkehr von Europa: Wie seine Politik die deutsche Amerika-Lobby erschüttertTagesschau Koalition will Autofahrer durch Steuersenkung entlastenFAZ Politik Nach 125 Jahren: Australien ernennt erstmals Frau zur HeereschefinFAZ Politik Ausbildung der DITIB: Die neuen deutschen ImameSpiegel Politik Berlin: SPD-Kandidatin Uta Francisco dos Santos zieht Kandidatur in Berlin-Mitte zurückWelt Politik Jobcenter verhängen deutlich mehr Sanktionen – in 86 Prozent der Fälle ist der Grund der gleicheWelt Politik China fordert „ungehinderte“ Durchfahrt durch die Straße von HormusFAZ Politik PÉter Magyar: Der Mann, der Orbán bezwangWelt Politik „Es ist eine Erleichterung für uns alle“Spiegel Politik Deutschland: Koalition beschließt Entlastung wegen hoher Spritpreise

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