CDU/CSU Wahlergebnisse nach Bundesländern — Landtagswahlen im Überblick
Bayern ist CSU-Land. Baden-Württemberg war CDU-Land. Und der Osten? Kompliziert. Die Wahlergebnisse der CDU/CSU bei Landtagswahlen zeigen ein Deutschland der Kontraste: 43,4 Prozent in Schleswig-Holstein, 12,1 Prozent in Brandenburg. Keine andere Partei schwankt regional so stark — was daran liegt, dass die Union in 16 verschiedenen politischen Landschaften antritt, die jeweils eigene Regeln haben.
Aktuelle Ergebnisse auf einen Blick
| Bundesland | Letzte LTW | Ergebnis | Sitze | Regierungsbeteiligung |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 2026 | 29,7 % | — | Ja (Junior-Partner) |
| Bayern (CSU) | 2023 | 37,0 % | 85 | Ja (Führung) |
| Berlin | 2023 | 28,2 % | 52 | Ja (Führung) |
| Brandenburg | 2024 | 12,1 % | 12 | Nein |
| Bremen | 2023 | 26,6 % | 24 | Nein |
| Hamburg | 2025 | 16,0 % | 19 | Nein |
| Hessen | 2023 | 34,6 % | 52 | Ja (Führung) |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2021 | 13,3 % | 12 | Nein |
| Niedersachsen | 2022 | 28,1 % | 40 | Nein |
| Nordrhein-Westfalen | 2022 | 35,7 % | 76 | Ja (Führung) |
| Rheinland-Pfalz | 2026 | ca. 31 % | — | Ja (Führung, in Bildung) |
| Saarland | 2022 | 28,5 % | 19 | Nein |
| Sachsen | 2024 | 31,9 % | 41 | Ja (Führung) |
| Sachsen-Anhalt | 2021 | 37,1 % | 40 | Ja (Führung) |
| Schleswig-Holstein | 2022 | 43,4 % | 34 | Ja (Führung) |
| Thüringen | 2024 | 23,6 % | 23 | Ja (Führung) |
Key-Facts: CDU/CSU bei Landtagswahlen
- Stärkstes Land: Schleswig-Holstein (CDU, 43,4 % bei LTW 2022)
- CSU-Hochburg: Bayern (37,0 % bei LTW 2023)
- Schwächste Länder: Brandenburg (12,1 %), Mecklenburg-Vorpommern (13,3 %)
- Besonderheit: CSU tritt nur in Bayern an, CDU in allen anderen Ländern
- Ministerpräsidenten in 8–9 von 16 Bundesländern (Stand April 2026)
Das West-Ost-Gefälle
In Westdeutschland ist die CDU eine 25-bis-43-Prozent-Partei. Besonders stark: Schleswig-Holstein unter Daniel Günther, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Das sind Länder, in denen die CDU tief in ländlich-bürgerlichen Milieus verwurzelt ist.
Im Osten teilt sich das Bild. In Sachsen-Anhalt (37,1 %) und Sachsen (31,9 %) behauptet sich die CDU als stärkste Kraft — ein Erbe der Biedenkopf-Ära. In Brandenburg (12,1 %) und Mecklenburg-Vorpommern (13,3 %) dagegen spielt sie kaum eine Rolle. Was viele nicht wissen: Die CDU hatte in diesen Ländern nie eine starke Mitgliederbasis — die Traditionswählerschaft, die im Westen über Jahrzehnte gewachsen ist, fehlt schlicht.
Baden-Württemberg: Der historische Rollentausch
Kein Bundesland illustriert den Wandel der CDU-Landkarte so dramatisch wie Baden-Württemberg. Bis 2011 war es das zuverlässigste CDU-Land der Republik — absolute Mehrheiten, Dauerregierung, politisches Stammland. Dann kamen die Grünen. Winfried Kretschmann wurde Ministerpräsident, die CDU rutschte zur Juniorpartnerin ab. Bei der Landtagswahl 2021 erzielte sie nur 24,1 Prozent — für Baden-Württemberg ein Debakel.
Die Landtagswahl im März 2026 brachte eine weitere Pointe: Die CDU legte auf 29,7 Prozent zu — und verlor trotzdem. Die Grünen gewannen mit 30,2 Prozent und stellten mit Cem Özdemir den neuen Ministerpräsidenten. Die CDU bleibt Juniorpartner in einer erneuerten Schwarz-Grünen Koalition. Das CDU-Stammland ist nun offiziell Grünen-Land.
Wo die Hochburgen liegen — und warum
Die stärksten CDU-Ergebnisse fallen in Regionen, die drei Merkmale teilen: ländlich, katholisch, westdeutsch. Das Münsterland, das Emsland, Oberschwaben, die Eifel — dort erreicht die CDU bei Kommunalwahlen häufig über 50 Prozent. Die CSU dominiert in Nieder- und Oberbayern nach demselben Muster.
Schwächer wird es in Großstädten, besonders in Universitätsstädten und Szenevierteln. Hier konkurrieren die Grünen um das bürgerliche Milieu. In ostdeutschen Städten wie Dresden oder Leipzig liegt häufig die AfD vorn. Die Stadtstaaten Bremen und Hamburg waren für die CDU immer schwieriges Terrain — Hamburg mit 16 Prozent ist fast schon Diaspora.
CSU: Die bayerische Sonderrolle
Die CSU operiert in einer eigenen politischen Welt. Bis 2008 erzielte sie routinemäßig absolute Mehrheiten — 2003 der Höhepunkt mit 60,7 Prozent unter Edmund Stoiber. Bemerkenswert: Seit 2018 braucht auch die CSU einen Koalitionspartner. Markus Söder regiert mit den Freien Wählern — für bayerische Verhältnisse fast schon ein Systemwechsel.
Was die Landtagsergebnisse für den Bund bedeuten
Über den Bundesrat bestimmen Landesregierungen über Bundesgesetze mit. Je mehr Länder die CDU/CSU führt, desto größer die Blockademacht — oder Gestaltungsmacht, je nach Perspektive. Aktuell stellt die Union in acht bis neun Ländern den Ministerpräsidenten — nach dem CDU-Wahlsieg in Rheinland-Pfalz im März 2026 laufen dort die Koalitionsverhandlungen noch. Landtagswahlen gelten außerdem als Stimmungsbarometer für Berlin — jede Schlappe wird bundespolitisch interpretiert.
2016: CDU erleidet in drei Bundesländern gleichzeitig historische Niederlagen
Am 13. März 2016 fanden Landtagswahlen in Baden-Wuerttemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt statt. In allen drei Ländern erzielte die CDU ihr schlechtestes Ergebnis seit Jahrzehnten. In allen drei Ländern war die AfD zum ersten Mal in westlichen Bundesländern in den Landtag eingezogen (12,6 bis 24,2 Prozent). Der Dreifach-Sonntag gilt als der erste klare Beleg dafür, dass die AfD der CDU dauerhaft Stimmen kostete.
2022: NRW und Schleswig-Holstein – CDU holt 43,4 Prozent und demonstriert, was Ländererfolge im Bundesrat wert sind
Am 8. Mai 2022 gewann die CDU in Schleswig-Holstein mit 43,4 Prozent — ihr bestes westdeutsches Ergebnis seit den 1980er-Jahren. Drei Wochen später holte die CDU in NRW mit 35,7 Prozent wieder den Ministerpräsidenten. Der Doppelschlag hatte Bundesebene-Konsequenzen: Beide Länder kehrten in die CDU-Spalte des Bundesrats zurück. Über den Bundesrat haben Landesregierungen bei zustimmungspflichtigen Gesetzen echte Blockademacht. Mit 8–9 CDU-geführten Ländern kann die Union heute in Berlin mitregieren, selbst wenn sie in der Bundeskoalition in der Opposition sitzt. Landtagswahlen entscheiden damit immer auch über Berliner Machtverhältnisse.
Häufige Fragen
In welchem Bundesland ist die CDU/CSU am stärksten?
Die CDU erzielte bei der Landtagswahl 2022 in Schleswig-Holstein mit 43,4 Prozent ihr bestes Ergebnis. In Bayern erreichte die CSU 2023 rund 37,0 Prozent. Insgesamt zählen Schleswig-Holstein, NRW und Sachsen-Anhalt zu den stärksten CDU-Ländern.
Wo hat die CDU ihre schwächsten Ergebnisse?
Die schwächsten Ergebnisse erzielt die CDU in Brandenburg (12,1 %), Mecklenburg-Vorpommern (13,3 %) und Hamburg (16,0 %). In diesen Ländern konkurriert sie mit SPD, AfD und BSW um bürgerliche Wähler.
Stellt die CDU/CSU in allen Bundesländern den Ministerpräsidenten?
Nein, die CDU/CSU führt nicht alle Landesregierungen. Stand April 2026 regiert die Union in acht bis neun Ländern — nach dem CDU-Sieg in Rheinland-Pfalz (März 2026) laufen dort noch Koalitionsverhandlungen. In Ländern wie Niedersachsen, Hamburg und Bremen ist die Union in der Opposition.
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