Rednerpult im Plenarsaal — CDU/CSU-Politik auf Bundes- und Landesebene

CDU/CSU Ministerpräsidenten — Aktuelle und historische Liste

In 8 von 16 Bundesländern stellt die CDU/CSU den Regierungschef — dazu kommt Rheinland-Pfalz, wo die CDU im März 2026 gewann und eine neue Regierung bildet (9 Länder sobald der neue Ministerpräsident vereidigt ist). Kein Zufall. Die Union ist historisch die Partei der Länder — wer die Geschichte der CDU/CSU verstehen will, muss auf die Ministerpräsidenten schauen. Denn aus ihren Reihen kamen Kanzlerkandidaten, Parteivorsitzende und die mächtigsten Blockierer im Bundesrat.

Wer regiert wo? Die aktuelle Übersicht

Bundesland Ministerpräsident Partei Im Amt seit Koalition
Bayern Markus Söder CSU 2018 CSU, Freie Wähler
Berlin Kai Wegner CDU 2023 CDU, SPD
Hessen Boris Rhein CDU 2022 CDU, SPD
Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst CDU 2021 CDU, Grüne
Sachsen Michael Kretschmer CDU 2017 CDU, SPD
Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff CDU 2011 CDU, SPD, FDP
Schleswig-Holstein Daniel Günther CDU 2017 CDU, Grüne
Thüringen Mario Voigt CDU 2024 CDU, BSW, SPD

Key-Facts: CDU/CSU-Ministerpräsidenten

  • Aktuelle CDU/CSU-MPs: 8 von 16 Bundesländern (plus RLP in Bildung, wird 9)
  • CSU-Ministerpräsident: Markus Söder (Bayern, seit 2018)
  • Am längsten im Amt: Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt, seit 2011)
  • Bedeutung: Bundesrat-Stimmen, Kanzlerkandidaten, Parteivorsitzende

Acht Köpfe, acht Stile

Markus Söder in Bayern ist der Lauteste. CSU-Chef, Kanzlerkandidat-Aspirant 2021, bundespolitisch ständig präsent. Er regiert mit den Freien Wählern — für bayerische Verhältnisse fast schon ungewöhnlich, nachdem die CSU jahrzehntelang allein herrschte.

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Politische Analyse: CDU/CSU Ministerpräsidenten — Aktuelle und historische Liste — Fakten und Einordnung.

Hendrik Wüst in NRW ist der Pragmatiker. Schwarz-Grün im größten Bundesland — das hätte vor zehn Jahren niemand für möglich gehalten. Wüst macht es geräuschlos. Bemerkenswert: Als MP von NRW verfügt er über sechs Bundesratsstimmen — mehr als jeder andere Ministerpräsident.

Daniel Günther in Schleswig-Holstein erzielte 2022 mit 43,4 Prozent das beste CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Jahren. Ein liberalkonservativer Kurs, der beweist, dass die CDU auch ohne scharfe Töne Wahlen gewinnen kann.

Michael Kretschmer in Sachsen behauptet die CDU als stärkste Kraft gegen die erstarkende AfD. Sein eigenständiger ostdeutscher Kurs — besonders in der Außenpolitik — bringt ihn regelmäßig in Spannung mit der Bundespartei.

Politiker auf dem Weg zur Sitzung im Reichstag
CDU/CSU-Ministerpräsidenten prägen Politik auf Landes- und Bundesebene.

Historische Schwergewichte

Die Liste der CDU/CSU-Ministerpräsidenten liest sich wie ein Who's Who der Bonner und Berliner Republik:

Franz Josef Strauß (Bayern, 1978–1988) — CSU-Chef, Kanzlerkandidat 1980, eine der polarisierendsten Figuren der Nachkriegspolitik. Bernhard Vogel — der einzige Politiker, der in zwei verschiedenen Bundesländern Ministerpräsident war: Rheinland-Pfalz und Thüringen. Kurt Biedenkopf baute als erster sächsischer MP nach der Wende den Freistaat auf und holte CDU-Ergebnisse über 50 Prozent.

Was viele nicht wissen: Die CDU/CSU hat historisch in allen 16 Bundesländern mindestens einmal den Ministerpräsidenten gestellt — selbst in Bremen, wo sie heute kaum über 25 Prozent kommt.

Wo die CDU in der Opposition sitzt

In acht Ländern stellt die Union aktuell nicht den Regierungschef. Besonders schmerzhaft: Baden-Württemberg, wo die CDU 58 Jahre lang regierte und seit 2011 Junior-Partner der Grünen ist. In Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und dem Saarland regiert die SPD. In Rheinland-Pfalz hat die CDU die Wahl im März 2026 gewonnen und bildet aktuell eine neue Regierung.

Warum Ministerpräsidenten für die Bundespolitik zählen

Über den Bundesrat wirken Landesregierungen direkt an der Bundesgesetzgebung mit. Je mehr Länder die CDU/CSU führt, desto größer ihre Blockade- oder Gestaltungsmacht. Und dann der Karrierepfad: Armin Laschet (NRW) und Markus Söder (Bayern) kämpften 2021 um die Kanzlerkandidatur. Ministerpräsident zu sein ist in der CDU/CSU der direkteste Weg zur Macht im Bund.

2011: Kretschmann wird Ministerpraesident – CDU verliert Baden-Wuerttemberg nach 58 Jahren

Am 27. März 2011 gewannen die Grünen in Baden-Württemberg 24,2 Prozent. Winfried Kretschmann wurde Ministerpräsident. Die CDU hatte Baden-Württemberg seit 1953 – also 58 Jahre – ununterbrochen regiert. Auslöser: Stuttgart 21 und die Reaktorkatastrophe von Fukushima drei Wochen vor der Wahl. Die CDU erzielte 39,0 Prozent – ihr schlechtestes Ergebnis im Südwesten seit 1952. Kretschmann regierte bis 2026 – 15 Jahre, länger als jeder andere grüne Landesfürst. Sein Nachfolger wurde Cem Özdemir.

CDU-Ministerpräsidenten im Überblick: 10+ Bundesländer, Jahrzehnte Kontinuität

Die CDU stellt seit 1949 in zahlreichen Bundesländern den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin. Bayern wird traditionell von der CSU geführt (Mark Söder seit 2018). In Baden-Württemberg regierte die CDU 58 Jahre lang ununterbrochen, bis 2011 Winfried Kretschmann (Grüne) das Amt übernahm. In Sachsen, wo die CDU seit 1990 regiert, ist Michael Kretschmer seit 2017 Ministerpräsident. Die CDU-Ministerpräsidenten bilden ein eigenes Netzwerk innerhalb der Partei — und oft das Gegengewicht zur Bundesparteiebene. Besonders in Krisenzeiten traten starke Ministerpräsidenten wie Merkel-Vorgängerin Christine Lieberknecht oder Roland Koch als eigenständige Machtfaktoren auf.

Häufige Fragen

In welchen Bundesländern stellt die CDU/CSU den Ministerpräsidenten?

Stand April 2026 stellt die CDU/CSU in acht Bundesländern den Ministerpräsidenten: Bayern (Markus Söder, CSU), Berlin (Kai Wegner), Hessen (Boris Rhein), Nordrhein-Westfalen (Hendrik Wüst), Sachsen (Michael Kretschmer), Sachsen-Anhalt (Reiner Haseloff), Schleswig-Holstein (Daniel Günther) und Thüringen (Mario Voigt). In Rheinland-Pfalz hat die CDU die Wahl 2026 gewonnen — Koalitionsverhandlungen laufen.

Welcher CDU-Ministerpräsident war am längsten im Amt?

Zu den am längsten amtierenden CDU-Ministerpräsidenten zählen Bernhard Vogel (Rheinland-Pfalz und Thüringen, insgesamt 23 Jahre) und Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt, seit 2011). Bei der CSU amtierte Alfons Goppel 16 Jahre (1962–1978).

Wie wichtig sind CDU-Ministerpräsidenten für die Bundespolitik?

CDU/CSU-Ministerpräsidenten haben großen bundespolitischen Einfluss. Über den Bundesrat wirken sie an der Bundesgesetzgebung mit. Zudem sind sie häufig Kandidaten für den Parteivorsitz oder die Kanzlerkandidatur.

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