Politische Abstimmung in Deutschland — ungewöhnliche Koalitionskonstellationen

Ungewöhnliche Koalitionen in Deutschland — Wenn Politik kreativ wird

Key-Facts: Ungewöhnliche Koalitionen

  • Definition: Regierungsbündnisse, die von klassischen Konstellationen abweichen
  • Ursache: Fragmentierte Parteienlandschaft, fehlende Zweier-Mehrheiten
  • Bund: Die Ampel-Koalition (2021–2025) war das jüngste Beispiel
  • Länder: Kenia, Jamaika, Simbabwe, Brombeer — bunte Vielfalt
  • Trend: Ungewöhnliche Bündnisse werden häufiger, da klassische Volksparteien schrumpfen

Brombeer-Koalition. Kenia. Simbabwe. Was wie ein Reisebüro klingt, sind tatsächlich Namen für Regierungsbündnisse in deutschen Landtagen. Jahrzehntelang war die Koalitionslandschaft überschaubar: Schwarz-Gelb (CDU/CSU + FDP) oder Rot-Grün (SPD + Grüne) — das waren die Standardmodelle. Wenn keine dieser Konstellationen funktionierte, kam als Notnagel die Große Koalition. Doch seit der Wiedervereinigung, spätestens aber seit dem Aufstieg der AfD und der Fragmentierung des Parteiensystems, reichen diese Modelle oft nicht mehr aus.

Die Folge: Immer kreativere Koalitionen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. Die politische Fantasie der Koalitionsarchitekten kennt dabei offenbar keine Grenzen — ebensowenig wie ihr Talent für farbenfrohe Spitznamen. Was als Experiment in einzelnen Bundesländern begann, ist heute politischer Alltag. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die ungewöhnlichsten Bündnisse in Deutschland — auf Bundes- wie auf Landesebene.

Warum werden Koalitionen ungewöhnlicher?

Die Ursachen sind struktureller Natur. Das deutsche Parteiensystem hat sich fundamental gewandelt:

  1. Erosion der Volksparteien: CDU/CSU und SPD kamen 1976 zusammen auf 91,2% der Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2021 waren es nur noch 49,8%. Weniger Stimmen für die Großen bedeutet: Mehr Parteien müssen sich zusammenfinden.
  2. Sechs-Parteien-Bundestag: Mit CDU/CSU, SPD, Grünen, FDP, AfD und Linke (bzw. BSW) sitzen deutlich mehr Akteure im Parlament als früher. Die Zahl möglicher Koalitionen steigt mathematisch stark an.
  3. Ausschlussklauseln: Da fast alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, fallen viele rechnerische Mehrheiten weg. Das zwingt zu kreativen Alternativen.
  4. Regionale Unterschiede: In Ostdeutschland ist die Parteienlandschaft anders strukturiert als im Westen. Dort entstanden besonders früh ungewöhnliche Bündnisse.

Die Farbenlehre: Übersicht der Koalitionsmodelle

NameParteienHerkunft des NamensBeispiel
Ampel SPD + Grüne + FDP Rot-Gelb-Grün wie eine Verkehrsampel Bund 2021–2025, Rheinland-Pfalz 2016–2021
Jamaika CDU + Grüne + FDP Schwarz-Grün-Gelb = Farben der Flagge Jamaikas Schleswig-Holstein 2017–2022, Saarland 2009–2012
Kenia CDU + SPD + Grüne Schwarz-Rot-Grün = Farben der Flagge Kenias Sachsen-Anhalt 2016–2021, Sachsen 2019–2024
Simbabwe CDU + SPD + Grüne + FDP Schwarz-Rot-Grün-Gelb = Farben der Flagge Simbabwes Thüringen-Diskussion 2024
Brombeer CDU + BSW + SPD Schwarz-Lila-Rot = Farben einer Brombeere Thüringen 2024, Brandenburg-Diskussion
Schwarz-Grün CDU + Grüne Parteifarben Hessen 2013–2024, Baden-Württemberg seit 2016 (Kretschmann bis 2026, danach Özdemir)
Deutschland-Koalition CDU + SPD + FDP Schwarz-Rot-Gold = Deutschlandflagge Sachsen-Anhalt 2021–2026
Rot-Rot-Grün SPD + Linke + Grüne Zwei Rottöne + Grün Thüringen 2014–2024, Berlin 2016–2023

Ungewöhnliche Bündnisse auf Bundesebene

Auf Bundesebene war die Koalitionslandschaft lange konservativ. Erst die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP (2021–2025) durchbrach die Muster. Es war das erste Mal seit der Weimarer Republik, dass diese drei politischen Strömungen gemeinsam regierten.

Stimmzettel und Wahlurne — Abstimmung bei der Bundestagswahl in Deutschland
Die Stimmabgabe — Herzstück der deutschen Demokratie.

Die Ampel galt als Experiment: Drei Parteien mit sehr unterschiedlichen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen mussten Kompromisse finden. Die FDP bestand auf der Schuldenbremse, die Grünen auf Klimaschutz, die SPD auf sozialer Gerechtigkeit. Im November 2024 zerbrach das Bündnis am Streit über die Haushaltspolitik — ein Koalitionsbruch, der zu Neuwahlen führte.

Gruppe diskutiert über Politik und Koalitionsoptionen
Ungewöhnliche Koalitionen sorgen für Diskussionsstoff — nicht nur in der Politik.

Laboratorien der Demokratie: Die Bundesländer

Die eigentlichen Innovationen finden in den Bundesländern statt. Dort werden Koalitionsmodelle erprobt, bevor sie auf Bundesebene denkbar werden:

Jamaika: Das schwarz-grün-gelbe Experiment

Die erste Jamaika-Koalition auf Landesebene entstand 2009 im Saarland — zerbrach aber schon 2012. Erfolgreicher war das Modell in Schleswig-Holstein (2017–2022), wo Daniel Günther CDU, Grüne und FDP zusammenhielt. Auf Bundesebene scheiterten die Jamaika-Sondierungen 2017 am Rückzug der FDP („Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren" — Christian Lindner).

Kenia: Schwarz-Rot-Grün als Stabiltätsanker

Die Kenia-Koalition etablierte sich vor allem in Ostdeutschland, wo die AfD so stark ist, dass klassische Zweier-Bündnisse selten möglich sind. In Sachsen-Anhalt (2016–2021) und Sachsen (2019–2024) bewies das Modell überraschende Stabilität. Die drei Parteien einte vor allem eines: die gemeinsame Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD.

Rot-Rot-Grün: Das linke Projekt

In Thüringen regierte ab 2014 erstmals ein Ministerpräsident der Linken (Bodo Ramelow) mit SPD und Grünen. Auch Berlin (2016–2023) und Bremen (2019–2023) erprobten dieses Modell — in Bremen übernahm 2023 Volt den Koalitionsplatz der Linken. Auf Bundesebene scheiterte Rot-Rot-Grün bisher an der fehlenden Mehrheit und an Vorbehalten gegenüber der Linken in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Die Brombeer-Koalition: Das jüngste Experiment

Nach den Landtagswahlen 2024 in Thüringen entstand mit CDU, BSW und SPD eine völlig neue Konstellation. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), erst 2024 gegründet, wurde direkt zum Koalitionspartner — ein Novum in der deutschen Politik. Die Farbmischung aus Schwarz, Lila und Rot erinnert an eine Brombeere, daher der Name.

Stabilität ungewöhnlicher Koalitionen

KoalitionstypBeispielDauerVorzeitig beendet?
Ampel (Bund)Scholz 2021–20253 JahreJa (Koalitionsbruch)
Jamaika (Saarland)Müller 2009–20123 JahreJa
Jamaika (Schleswig-Holstein)Günther 2017–20225 JahreNein (volle Legislatur)
Kenia (Sachsen-Anhalt)Haseloff 2016–20215 JahreNein
Kenia (Sachsen)Kretschmer 2019–20245 JahreNein
Rot-Rot-Grün (Thüringen)Ramelow 2014–202410 JahreVertrauensfrage 2020
Schwarz-Grün (Hessen)Bouffier/Rhein 2013–202411 JahreNein
Deutschland (Sachsen-Anhalt)Haseloff 2021–20265 JahreNein

Das Bild ist gemischt: Manche ungewöhnliche Bündnisse halten die gesamte Legislaturperiode, andere scheitern vorzeitig. Entscheidend sind weniger die Farben als die handelnden Personen und die inhaltlichen Schnittmengen.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Der Trend ist eindeutig: Ungewöhnliche Koalitionen werden zur neuen Normalität. Solange sich die Parteienlandschaft nicht wieder konzentriert — und danach sieht es nicht aus —, werden kreative Bündnisse nötig bleiben. Ob das die Demokratie stärkt (weil Kompromissfähigkeit wächst) oder schwächt (weil Wähler den Überblick verlieren), ist Gegenstand einer lebhaften politikwissenschaftlichen Debatte.

Die kuriosesten Koalitionen in den Bundesländern

Die deutschen Bundesländer sind das eigentliche Experimentierfeld der Koalitionspolitik. Hier wurden Bündnisse geschmiedet, die auf Bundesebene undenkbar gewesen wären. Die folgende Tabelle zeigt die bemerkenswertesten Fälle — samt ihrer politischen Hintergründe und ihres Erbes für die gesamtdeutsche Koalitionslandschaft.

ModellLand & ZeitraumBesonderheitErbe
Magdeburger Modell Sachsen-Anhalt 1994–2002 SPD (+Grüne) geduldet von der PDS — erstmals wurde die SED-Nachfolgepartei in ein Regierungsmodell einbezogen Durchbrach das Tabu der Zusammenarbeit mit der PDS, ebnete den Weg für Rot-Rot in Berlin und Rot-Rot-Grün in Thüringen
Ampel Saar Saarland 2009–2012 (Jamaika) Erste Jamaika-Koalition auf Landesebene — CDU, FDP und Grüne unter Peter Müller, dann Annegret Kramp-Karrenbauer Scheiterte nach nur drei Jahren; galt als warnendes Beispiel für die Fragilität von Dreier-Bündnissen mit großen inhaltlichen Differenzen
Grün-Schwarz Baden-Württemberg seit 2016 Erstmals stellten die Grünen den Seniorpartner in einer Koalition mit der CDU. Kretschmann regierte bis 2026, danach übernahm Cem Özdemir — Schwarz-Grün II Bewies, dass die Grünen als Volkspartei in einem konservativen Flächenland regieren können
Rot-Rot-Grün mit Linke-MP Thüringen seit 2014 Erstmals ein Ministerpräsident der Linken (Bodo Ramelow); nach der Kemmerich-Krise 2020 sogar als Minderheitsregierung weitergeführt Zeigte, dass die Linke auf Landesebene regierungsfähig ist; die Kemmerich-Krise (FDP-MP mit AfD-Stimmen) wurde zum Schlüsselereignis der jüngeren Demokratiegeschichte
Brombeer-Koalition Thüringen ab 2024 CDU + BSW + SPD — das Bündnis Sahra Wagenknecht wurde direkt nach Parteigründung zum Koalitionspartner Erste Koalition mit dem BSW überhaupt; zeigte, wie schnell neue Parteien in Deutschland Regierungsverantwortung übernehmen können
Deutschland-Koalition Sachsen-Anhalt 2021–2026 CDU + SPD + FDP in Schwarz-Rot-Gold; ein Dreier-Bündnis, das alle drei „bürgerlichen" Parteien vereinte Pragmatisches Modell ohne klares ideologisches Profil; galt als Notkoalition gegen die AfD
Schwarz-Grün Hamburg 2008–2010 Erste Schwarz-Grüne Koalition auf Landesebene unter Ole von Beust (CDU); scheiterte an internen Konflikten Trotz frühem Ende Wegbereiter für das spätere Erfolgsmodell Schwarz-Grün in Hessen (2013–2024)

Gemeinsame Merkmale kurioser Koalitionen

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich Muster, die nahezu alle ungewöhnlichen Koalitionen verbinden:

  • Starker äußerer Druck: In den meisten Fällen war die Koalition nicht Wunsch, sondern Notwendigkeit. Die AfD-Stärke in Ostdeutschland erzwang kreative Lösungen. In Westdeutschland trieb die Erosion der Volksparteien die Experimentierfreude an.
  • Persönlichkeiten als Kitt: Ungewöhnliche Bündnisse funktionieren nur, wenn die Führungspersonen ein persönliches Vertrauensverhältnis aufbauen. Kretschmann (Grüne) und Strobl (CDU) in Baden-Württemberg, Günther (CDU) in Schleswig-Holstein — sie alle gelten als Brückenbauer.
  • Programmatische Minimalkonsense: Statt ambitionierter Reformagenden einigen sich ungewöhnliche Koalitionen oft auf ein „Regierungsprogramm des kleinsten gemeinsamen Nenners". Das sichert Stabilität, wird aber als Stillstand kritisiert.
  • Externe Feindbilder als einigendes Element: In Ostdeutschland ist die gemeinsame Ablehnung der AfD häufig das stärkste Band. In anderen Fällen einte der Wunsch, eine bestimmte Partei nicht an die Macht kommen zu lassen.

Wissenschaftliche Einordnung: Was sagt die Koalitionsforschung?

Die Politikwissenschaft beschäftigt sich intensiv mit der Frage, warum ungewöhnliche Koalitionen entstehen und wie sie sich von klassischen Bündnissen unterscheiden. Drei Theorien sind dabei zentral:

  1. Minimal-Winning-Koalitionen (Riker, 1962): Parteien bilden nach dieser Theorie möglichst kleine Koalitionen, bei denen kein Partner überflüssig ist. Ungewöhnliche Koalitionen widersprechen diesem Modell oft — sie sind häufig „übergroß" (z.B. Kenia-Koalitionen) oder ideologisch weit gespreizt.
  2. Minimal-Connected-Winning-Koalitionen (Axelrod, 1970): Dieses Modell prognostiziert, dass Koalitionen möglichst ideologisch zusammenhängende Partner vereinen. Die Ampel-Koalition (SPD + Grüne + FDP) widersprach diesem Modell, da die FDP ideologisch näher an der CDU liegt.
  3. Pivotal-Party-Theorie: Die Partei, die in der politischen Mitte sitzt und für verschiedene Koalitionen gebraucht wird, hat die größte Verhandlungsmacht. In Deutschland war das lange die FDP, zunehmend aber auch die Grünen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) stellt fest, dass sich die Koalitionslandschaft in Deutschland seit der Wiedervereinigung fundamental gewandelt hat. Die Zahl der Koalitionsmodelle, die auf Landesebene erprobt werden, hat sich zwischen 1990 und 2026 mehr als verdreifacht.

Ausblick: Welche ungewöhnlichen Bündnisse könnten noch kommen?

Mit dem BSW als neuer politischer Kraft und der dauerhaft starken AfD dürfte die Koalitionslandschaft in den nächsten Jahren noch vielfältiger werden. Politikwissenschaftler diskutieren bereits folgende Szenarien:

  • CDU + BSW auf Bundesebene: In Thüringen bereits Realität, könnte dieses Modell bei entsprechenden Wahlergebnissen auch im Bund denkbar werden.
  • Minderheitsregierungen mit wechselnden Mehrheiten: Das skandinavische Modell wird in der deutschen Politikwissenschaft zunehmend als Alternative diskutiert (vgl. Tolerierung).
  • Vierer-Koalitionen: In einer Welt mit sieben oder mehr Parteien im Bundestag könnten sogar Vierer-Bündnisse notwendig werden.
  • Länderübergreifende Koalitions-Logik: Bereits heute orientieren sich Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene an den Erfahrungen aus den Ländern. Dieser Trend wird sich verstärken.

Quelle: Wissenschaftliche Grundlagen

Die in diesem Artikel dargestellten Koalitionstheorien basieren auf den Arbeiten von William H. Riker (The Theory of Political Coalitions, 1962) und Robert Axelrod (Conflict of Interest, 1970). Aktuelle Daten zur Koalitionslandschaft in den Bundesländern finden Sie bei der Bundeszentrale für politische Bildung sowie auf den Seiten des Deutschen Bundestags.

Testen Sie im Koalitionsrechner, welche Konstellationen aktuell rechnerisch möglich wären.

25. Oktober 2009: Die einzige Jamaika-Koalition — und ihr stilles Ende 2012

Das Saarland schrieb 2009 Geschichte: Als erstes und bis heute einziges deutsches Bundesland bildete es eine Jamaika-Koalition (CDU + FDP + Grüne). Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer trat ihr Amt an — eine ungewöhnliche Konstellation, die bundesweit als Experiment beobachtet wurde. Das Dreierbündnis funktionierte zunächst stabil: Haushaltssanierung als gemeinsames Projekt, wenig ideologische Reibung. Dann kam die FDP-Schwäche. Bei der Landtagswahl 2012 fiel die FDP auf 1,2 Prozent — nicht mal mehr im Landtag. Die Jamaika-Koalition verlor ihre Mehrheit. Kramp-Karrenbauer bildete eine Große Koalition mit der SPD. Das Ende des einzigen Jamaika-Experiments war nicht durch Streit verursacht, sondern durch das Verschwinden des kleineren Partners aus dem Parlament. Dieses Muster wiederholte sich 2017 auf Bundesebene: Die FDP stieg freiwillig aus den Jamaika-Sondierungen aus, bevor sie scheitern konnte. Das Saarland-Modell hatte eine stille Warnung eingebaut.

1990: Kenia, Ampel, Jamaika – die Farb-Namen der deutschen Koalitionen

Die Farbbezeichnungen für Koalitionen sind ein deutsches Phänomen: Große Koalition = GroKo (keine Farbe), Ampel = Rot-Gelb-Grün (SPD-FDP-Grüne), Jamaika = Schwarz-Gelb-Grün (CDU-FDP-Grüne), Kenia = Schwarz-Rot-Grün (CDU-SPD-Grüne), Deutschland = Schwarz-Rot-Gold, R2G = Rot-Rot-Grün. Die Farbnamen sind populistische Vereinfachungen, aber sie funktionieren: In 10 Sekunden weiß jeder, wer regiert. Die AfD ist blau, die BSW lila/schwarz. Wenn BSW jemals regiert, gibt es neue Farbkombinationen. Deutschland liebt seine politischen Farbenspiele.

Häufige Fragen

Was ist eine ungewöhnliche Koalition?

Eine ungewöhnliche Koalition ist ein Regierungsbündnis, das von den klassischen Konstellationen (z.B. Schwarz-Gelb oder Rot-Grün) abweicht und Parteien zusammenbringt, die traditionell nicht koalieren.

Welche ungewöhnlichen Koalitionen gab es in Deutschland?

Auf Bundesebene war die Ampel-Koalition (2021–2025) das jüngste Beispiel. In den Bundesländern gab es Kenia-Koalitionen, Jamaika-Bündnisse, eine Simbabwe-Diskussion in Thüringen und verschiedene Dreier-Konstellationen.

Warum entstehen ungewöhnliche Koalitionen?

Sie entstehen, wenn klassische Zweier-Bündnisse keine Mehrheit erreichen, wenn Parteien bestimmte Koalitionspartner ausschließen oder wenn sich die Parteienlandschaft fragmentiert.

Sind ungewöhnliche Koalitionen stabiler oder instabiler?

Statistisch sind sie etwas instabiler als klassische Bündnisse, da die inhaltlichen Schnittmengen geringer sind. Aber es gibt auch Gegenbeispiele wie die stabile Kenia-Koalition in Sachsen-Anhalt oder Schwarz-Grün in Hessen (11 Jahre).

Mehr dazu: Briefwahl · Forsa · CDU/CSU Umfragen

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