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Wahlabend der Bundestagswahl 2025 im Wohnzimmer mit Fernseher und Ergebnissen

Bundestagswahl 2025 — Das Ergebnis im Überblick

Key-Facts: Bundestagswahl 2025

  • Datum: 23. Februar 2025 (vorgezogene Neuwahl)
  • Wahlberechtigte: ca. 61,2 Millionen
  • Wahlbeteiligung: 82,5%
  • Stärkste Kraft: CDU/CSU mit 28,5%
  • Bundeskanzler: Friedrich Merz (CDU)
  • Koalition: CDU/CSU + SPD (Große Koalition)
  • Sitze im Bundestag: 630

23. Februar 2025, 18:00 Uhr. Die Prognose erscheint. Am 23. Februar 2025 wählte Deutschland einen neuen Bundestag — rund sieben Monate früher als geplant. Vorausgegangen war der Bruch der Ampel-Koalition im November 2024 und die anschließende Vertrauensfrage von Bundeskanzler Olaf Scholz, die er am 16. Dezember 2024 wie beabsichtigt verlor. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier löste daraufhin den Bundestag auf und setzte den Wahltermin auf den 23. Februar 2025 fest.

Für viele im Konrad-Adenauer-Haus war es der Abend, auf den sie seit 2021 gewartet hatten. Die Wahl markierte einen deutlichen politischen Umbruch: Nach 16 Jahren SPD-geführter bzw. SPD-beteiligter Regierung unter verschiedenen Konstellationen kehrte die CDU/CSU als klare Siegerin zurück. Gleichzeitig erreichte die AfD ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl.

Das amtliche Endergebnis (Zweitstimmen)

ParteiZweitstimmen (%)SitzeVeränderung zu 2021
CDU/CSU28,5%220+4,0%
AfD20,8%160+10,2%
SPD20,5%158−5,2%
Grüne11,6%89−3,2%
BSW4,97%2 (Gruppe)neu
FDP4,3%0−7,2%
Die Linke3,8%0−1,1%
SSW0,1%1±0
Sonstige0,4%0

FDP (4,3%) und Die Linke (3,8%) scheiterten an der 5%-Hürde und sind im 21. Bundestag nicht vertreten. Das BSW erzielte 4,97% — knapp unter der Hürde, aber dank 2 gewonnener Direktmandate sind 2 BSW-Mitglieder als parlamentarische Gruppe vertreten.

Warum wurde die Bundestagswahl 2025 vorgezogen?

Die reguläre Bundestagswahl war erst für den 28. September 2025 vorgesehen. Durch den Bruch der Ampel-Koalition am 6. November 2024, die gescheiterte Vertrauensfrage am 16. Dezember 2024 und die Auflösung des Bundestags durch Bundespräsident Steinmeier am 27. Dezember 2024 wurde der Wahltermin auf den 23. Februar 2025 vorgezogen — rund sieben Monate früher als geplant. Rechtsgrundlage war Art. 68 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 GG.

Der Bruch der Ampel-Koalition

Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP zerbrach am 6. November 2024 nach anhaltenden Streitigkeiten über den Bundeshaushalt 2025. Der konkrete Auslöser war ein Grundsatzpapier von Finanzminister Christian Lindner (FDP) zur Wirtschaftspolitik, das von Kanzler Scholz als Provokation gewertet wurde. Scholz entließ Lindner, woraufhin auch die weiteren FDP-Minister — Justizminister Marco Buschmann und Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger — ihre Ämter niederlegten. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) trat aus der FDP aus und blieb als parteiloser Minister im Kabinett.

Scholz regierte zunächst mit einer rot-grünen Minderheitsregierung weiter und brachte noch einzelne Gesetze mit wechselnden Mehrheiten durch den Bundestag. Am 16. Dezember 2024 stellte er die Vertrauensfrage — und verlor sie planmäßig mit 207 Ja-Stimmen gegen 394 Nein-Stimmen bei 116 Enthaltungen.

Es war erst das sechste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein Kanzler die Vertrauensfrage stellte, und erst das dritte Mal, dass daraus Neuwahlen folgten (nach 1972 unter Brandt und 2005 unter Schröder). Der gesamte Zeitraum vom Koalitionsbruch bis zum Wahltag betrug nur 109 Tage.

Die Koalitionsarithmetik im Detail

Nach dem Wahlergebnis standen folgende rechnerische Koalitionsoptionen im Raum:

KoalitionSitze gesamtMehrheit (316)?Bewertung
CDU/CSU + SPD378Ja (+62)Gewählt — Große Koalition
CDU/CSU + Grüne309Nein (−7)Keine Mehrheit
AfD + CDU/CSU380Ja (+64)Von CDU kategorisch ausgeschlossen
CDU/CSU + SPD + Grüne467Ja (+151)Überdimensioniert

Die Große Koalition war die naheliegendste Option: Sie bot eine stabile Mehrheit, ohne dass ein Dreiparteienbündnis notwendig gewesen wäre. Friedrich Merz hatte bereits im Wahlkampf eine klare Präferenz für ein Bündnis mit der SPD erkennen lassen und eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen.

Wähler bei der Stimmabgabe in einem deutschen Wahllokal
Die Wahlbeteiligung von 82,5% zeigte das hohe Mobilisierungspotential der vorgezogenen Neuwahl.

Die Wahlbeteiligung im Detail

Mit 82,5% lag die Wahlbeteiligung deutlich über dem Wert von 2021 (76,6%). Politikwissenschaftler erklärten dies mit der besonderen Dramatik der vorgezogenen Wahl, der starken Polarisierung der Gesellschaft und dem Gefühl vieler Bürger, dass diese Wahl eine besondere Richtungsentscheidung sei.

BundestagswahlWahlbeteiligungWahlberechtigte
202582,5%61,2 Mio.
202176,6%61,2 Mio.
201776,2%61,7 Mio.
201371,5%61,9 Mio.
200970,8%62,2 Mio.

Gewinner und Verlierer der Wahl

CDU/CSU: Klarer Wahlsieger

Die Union unter Kanzlerkandidat Friedrich Merz erreichte 28,5% der Zweitstimmen und damit 220 der 630 Sitze. Obwohl das Ergebnis im historischen Vergleich eher bescheiden war (2013: 41,5%, 2017: 32,9%), reichte es für den klaren Regierungsauftrag. Die Union gewann vor allem in den westdeutschen Flächenländern und bei älteren Wählern.

AfD: Historisches Hoch

Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis nahezu von 10,3% (2021) auf 20,8% und wurde zweitstärkste Kraft. In den ostdeutschen Bundesländern wurde sie in vielen Wahlkreisen stärkste Partei. An der Regierungsbildung war sie jedoch nicht beteiligt — alle anderen Parteien schlossen eine Koalition mit der AfD aus.

SPD: Herbe Verluste

Die SPD fiel von 25,7% auf 20,5% — ein Verlust von mehr als fünf Prozentpunkten. Die gescheiterte Ampel-Koalition und der späte Kanzlerwechsel auf Scholz belasteten die Partei im Wahlkampf erheblich.

Grüne: Moderate Verluste

Die Grünen verloren gegenüber 2021 (14,8%) und landeten bei 11,6%. Besonders das Heizungsgesetz und die internen Debatten um die Asylpolitik hatten der Partei geschadet.

FDP, BSW und Linke: An der Hürde gescheitert

Die FDP verpasste mit 4,3% den Wiedereinzug in den Bundestag — ein dramatischer Absturz nach 11,5% im Jahr 2021. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) scheiterte mit 4,97% denkbar knapp an der Fünf-Prozent-Hürde — zwei gewonnene Direktmandate retteten immerhin den Status als parlamentarische Gruppe. Und die Linke verfehlte mit 3,8% ebenfalls die Hürde deutlich; da auch keine drei Direktmandate gewonnen wurden, ist sie im 21. Bundestag nicht vertreten.

Sitzverteilung im 21. Deutschen Bundestag

Der 21. Deutsche Bundestag umfasst 630 Sitze. Durch die Wahlrechtsreform 2023 wurde die Anzahl der Sitze gegenüber dem 20. Bundestag (736 Sitze) deutlich reduziert. Überhangmandate gibt es im neuen System nicht mehr — stattdessen entscheidet ausschließlich die Zweitstimme über die Sitzverteilung.

Moderne Wahlurne als Symbol für die demokratische Stimmabgabe
Die Bundestagswahl 2025 war die erste unter dem neuen Wahlrecht ohne Überhangmandate.

Die Regierungsbildung

Nach dem Wahlabend standen mehrere Koalitionsoptionen im Raum. Rechnerisch möglich waren eine Große Koalition (CDU/CSU + SPD), eine schwarz-grüne Koalition oder verschiedene Dreierbündnisse. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine Präferenz für ein Bündnis mit der SPD erkennen lassen.

Die Sondierungsgespräche begannen am 3. März 2025. CDU/CSU und SPD einigten sich zügig auf die Aufnahme formaler Koalitionsverhandlungen, die am 24. April 2025 mit der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags abgeschlossen wurden. Am 12. Mai 2025 wurde Friedrich Merz vom Bundestag mit der Kanzlermehrheit zum Bundeskanzler gewählt.

Vergleich mit früheren Bundestagswahlen

Partei2013201720212025
CDU/CSU41,5%32,9%24,1%28,5%
SPD25,7%20,5%25,7%20,5%
AfD4,7%12,6%10,3%20,8%
Grüne8,4%8,9%14,8%11,6%
FDP4,8%10,7%11,5%4,3%
Linke8,6%9,2%4,9%3,8%

Im Langzeitvergleich zeigt sich ein fortschreitender Trend: Die beiden ehemals dominierenden Volksparteien CDU/CSU und SPD kamen 2025 zusammen auf nur noch rund 49% — in den 1970er Jahren waren es regelhaft über 90%. Gleichzeitig hat sich das Parteiensystem weiter fragmentiert, mit zeitweise bis zu sieben relevanten Parteien.

Das neue Wahlrecht: Erstmalige Anwendung der Reform 2023

Die Bundestagswahl 2025 war die erste unter dem reformierten Wahlrecht, das der Bundestag im März 2023 beschlossen hatte. Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem alten System:

  • Feste Sitzzahl: Der Bundestag hat genau 630 Sitze — keine Überhangmandate und keine Ausgleichsmandate mehr. Beim 20. Bundestag waren es noch 736.
  • Zweitstimmendeckung: Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach Zweitstimmenanteil zustehen, werden die überzähligen Direktmandate nicht vergeben. Der Direktkandidat mit dem schwächsten Erststimmenergebnis fällt weg.
  • Grundmandatsklausel: Die Ampel strich sie 2023 — das Bundesverfassungsgericht erklärte diese Streichung im Juli 2024 für verfassungswidrig; die Klausel (drei Direktmandate = Einzug trotz unter 5%) gilt weiterhin. Für BTW 2025 spielte sie keine Rolle, da keine Partei unter 5 % mindestens 3 Direktmandate gewann. BSW gewann nur 2 — die beiden Direktkandidaten zogen als individuelle Wahlkreissieger persönlich ein und bilden eine Gruppe (2 Sitze).

Die Reform führte dazu, dass der 21. Bundestag mit 630 Sitzen deutlich übersichtlicher war als sein Vorgänger. Kritiker bemängelten allerdings, dass einige direkt gewählte Abgeordnete ihren Wahlkreis nicht im Bundestag vertreten konnten — ein demokratietheoretisch umstrittener Effekt.

Besonderheiten der Wahl 2025

Mehrere Aspekte machten die Bundestagswahl 2025 historisch bemerkenswert:

  • Vorgezogene Neuwahl: Erst die vierte in der Geschichte der Bundesrepublik (nach 1972, 1983 und 2005).
  • Kürzester Wahlkampf: Nur etwa zehn Wochen lagen zwischen der Auflösung des Bundestags und dem Wahltag.
  • Neues Wahlrecht: Erstmals galt die 2023 beschlossene Wahlrechtsreform mit fester Sitzzahl von 630 und ohne Überhangmandate.
  • AfD-Rekord: Mit 20,8% erreichte die AfD ihr bislang bestes Bundestagswahl-Ergebnis.
  • Hohe Wahlbeteiligung: 82,5% — die höchste seit der Wiedervereinigung (1990: 77,8%).
  • FDP-Debakel: Mit 4,3% scheiterte die FDP zum zweiten Mal in ihrer Geschichte an der Fünf-Prozent-Hürde (nach 2013 mit 4,8%).
  • BSW als Gruppe: Das Bündnis Sahra Wagenknecht verpasste mit 4,97% die Fünf-Prozent-Hürde denkbar knapp, ist aber mit zwei Direktkandidaten als Gruppe (ohne Fraktionsstatus) im Bundestag vertreten.

Regionale Unterschiede: Ost gegen West

Das Wahlergebnis 2025 zeigte erneut ein tief gespaltenes Land. In den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) wurde die AfD mit teils über 30% stärkste Kraft, während die CDU/CSU in Westdeutschland dominierte. Die SPD verlor überall, besonders dramatisch in ihren einstigen Hochburgen im Ruhrgebiet und in Norddeutschland.

RegionCDU/CSUAfDSPDGrüneLinke
Westdeutschland31,2%16,4%22,1%13,2%5,8%
Ostdeutschland18,7%33,1%14,2%5,9%17,6%

Die Zahlen verdeutlichen: In Ostdeutschland hatten AfD und Linke zusammen über 50% der Stimmen, während in Westdeutschland CDU/CSU und SPD gemeinsam über die Hälfte kamen. Diese Ost-West-Kluft ist seit der Wiedervereinigung die tiefste überhaupt (Quelle: Bundeswahlleiter).

109 Tage: Die schnellste Neuwahl in der Geschichte der Bundesrepublik

Am 6. November 2024 um 21:14 Uhr entließ Bundeskanzler Olaf Scholz Finanzminister Christian Lindner — das Ende der Ampel-Koalition. Am 23. Februar 2025 fand die Bundestagswahl statt: 109 Tage später. Es war die kürzeste Zeitspanne zwischen einem Regierungszusammenbruch und einer Neuwahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Zum Vergleich: Nach dem Ampel-Bruch 2024 waren alle Fristen der Geschäftsordnung, alle verfassungsrechtlichen Prozesse — Vertrauensfrage, Bundestagsauflösung, Wahlvorbereitung — in weniger als vier Monaten abzuwickeln. Bundeswahlleiter Georg Thiel mobilisierte 700.000 Wahlhelfer in kürzester Zeit. Das Ergebnis: CDU/CSU 28,5%, AfD 20,8%, SPD 20,5%. Die Regierungsbildung CDU/CSU+SPD dauerte 68 Tage.

1990: Wahlen in der DDR 1990 – erste freie Volkskammerwahl als Volksabstimmung

Die erste freie Volkskammerwahl der DDR am 18. März 1990 war de facto eine Volksabstimmung über die Einheit: CDU (Ost) + "Allianz für Deutschland" gewann 48,1 Prozent. SPD 21,9 Prozent. PDS 16,3 Prozent. Westparteien schoben massiv Ressourcen in den Osten: Helmut Kohl redete für CDU, Brandt für SPD. Die Wahlbeteiligung: 93,4 Prozent. Das Ergebnis überraschte alle: Die SPD hatte 50 Prozent in Umfragen erwartet. Stattdessen: CDU dominant. Die Botschaft: Ostdeutsche wollten schnelle Einheit, und sie trauten CDU mehr als SPD.

Häufige Fragen

Wann fand die Bundestagswahl 2025 statt?

Die vorgezogene Bundestagswahl fand am 23. Februar 2025 statt, nachdem Bundeskanzler Scholz die Vertrauensfrage verloren hatte.

Wer hat die Bundestagswahl 2025 gewonnen?

Die CDU/CSU wurde mit 28,5% stärkste Kraft. Friedrich Merz (CDU) wurde anschließend zum Bundeskanzler gewählt.

Wie hoch war die Wahlbeteiligung 2025?

Die Wahlbeteiligung lag bei 82,5% — ein deutlicher Anstieg gegenüber 2021 (76,6%).

Welche Koalition regiert nach der Bundestagswahl 2025?

CDU/CSU und SPD bildeten eine Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz.

Alle Bundestagswahlen im Vergleich: Wahlergebnisse übersicht · Alle gewählten Abgeordneten 2025 →

Mehr dazu: INSA
SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Welt Politik „Wir haben Sie im Blick, Putin“ – Großbritannien jagt russische U-Boote im AtlantikFAZ Politik Menschenrechtsgruppe: Russisches Gericht stuft Memorial als extremistisch einWelt Politik Asylanträge von Syrern werden inzwischen zu 95 Prozent abgelehntWelt Politik „Eine katastrophale Nachricht für die Regierung“FAZ Politik Irankrieg: Ein gelöschter Tweet zeigt, wie fragil die Waffenruhe istSpiegel Politik CDU: Warum auf Google Maps Parteibüros plötzlich »Eierhaus« heißenFAZ Politik Liveblog Irankrieg: Starmer will enger mit Golfstaaten kooperierenTagesschau Wie kann Deutschland in der Straße von Hormus helfen?Tagesschau Wird die Pendlerpauschale erhöht?Spiegel Politik Gelsenkirchen: Katherina Reiche prüft Übernahme von Raffinerie durch umstrittenen InvestorSpiegel Politik Bundeswehr: Verteidigungsexperte verlangt Pflichtwehrübungen für Reservisten
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