Wahltermine 2026 — Alle Wahlen in Deutschland
Key-Facts: Wahljahr 2026
- Bundestagswahl: Keine (nächste regulär 2029)
- Europawahl: Keine (nächste 2029)
- Landtagswahlen: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern
- Kommunalwahlen: Niedersachsen, diverse Einzelwahlen
- Schwerpunkt: Frühjahr (März) und Herbst
2026 wird zeigen, ob die neue Regierung hält. Denn Landtagswahlen sind gnadenlose Stimmungstests: Was die Bürger von der Bundesregierung halten, drücken sie nicht nur in Umfragen aus, sondern an der Urne. Die Ampel-Koalition erfuhr das 2023 in Bayern und Hessen schmerzhaft. Ob Schwarz-Rot dasselbe Schicksal ereilt, entscheidet sich in den Ländern, die 2026 wählen.
Im Frühjahr 2026 haben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bereits gewählt. In BW gewannen die Grünen mit 30,2 % knapp vor der CDU (29,7 %): Ära Kretschmann endet, Özdemir wird Ministerpräsident. Im Herbst 2026 folgen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern als weitere Stimmungstests für die Bundesregierung.
Das Wahljahr 2026 steht im Zeichen der Landtagswahlen. Nachdem die Bundestagswahl im Februar 2025 stattfand und die nächste regulär erst 2029 ansteht, richtet sich der politische Fokus auf die Länder. Besonders spannend: Die Ergebnisse aus BW und RLP zeigen, ob die Bundesregierung Rückhalt hat — und ob die AfD weiter wächst.
Landtagswahlen gelten traditionell als Stimmungstest für die Bundesregierung. Die aktuellen Sonntagsfragen geben einen Hinweis, wie die Parteien in den einzelnen Bundesländern abschneiden könnten.
Landtagswahlen 2026
| Bundesland | Voraussichtlicher Termin | Sitze | Aktuelle Regierung | Amtierender MP |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | März 2026 ✓ Ergebnis: Grüne 30,2 %, CDU 29,7 % | 154 | Schwarz-Grün II (Grüne + CDU) | Cem Özdemir (Grüne, seit Frühjahr 2026) |
| Rheinland-Pfalz | März 2026 ✓ CDU gewann (~31 %) | 101 | CDU (Koalitionsbildung läuft) | Schweitzer (SPD, geschäftsf.) |
| Sachsen-Anhalt | 13. September 2026 | 97 | CDU + SPD + FDP | Reiner Haseloff (CDU) |
| Mecklenburg-Vorpommern | 13. September 2026 | 79 | SPD + Linke | Manuela Schwesig (SPD) |
Baden-Württemberg — Grüne gewinnen auch ohne Kretschmann
Bei der Baden-Württembergischen Landtagswahl im März 2026 gewannen die Grünen mit 30,2 % die Wahl — knapp vor der CDU (29,7 %). Spitzenkandidat Cem Özdemir ist seit Frühjahr 2026 Ministerpräsident und setzt die Koalition mit der CDU (Schwarz-Grün II) fort. Die Grünen haben bewiesen, dass BaWü mehr ist als ein Kretschmann-Phänomen. Mehr Details: Landtagswahl BW 2026.
Rheinland-Pfalz — CDU beendet 35 Jahre SPD-Herrschaft
In Rheinland-Pfalz trat die SPD mit Alexander Schweitzer an, der Malu Dreyer im Juli 2024 nachfolgte. Die FDP hatte die Dreier-Koalition im Frühjahr 2024 verlassen, seitdem regierte eine SPD-Grünen-Minderheitsregierung. Bei der Wahl im März 2026 gewann die CDU mit rund 31 % — zum ersten Mal seit 1991 führt keine SPD mehr die Staatskanzlei. Schweitzer bleibt geschäftsführend im Amt, während die CDU eine neue Koalition bildet. Mehr: Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026.
Sachsen-Anhalt — AfD-Hochburg und Deutschland-Koalition
In Sachsen-Anhalt regiert Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit CDU, SPD und FDP — die sogenannte Deutschland-Koalition. Die AfD ist im Land stark und erreichte bei der Bundestagswahl 2025 überdurchschnittliche Ergebnisse. Am 13. September 2026 stellt sich die Frage, ob Haseloff erneut antritt und ob die FDP nach ihrem Bundesscheitern noch im Landtag vertreten ist. Spannend wird auch, ob das BSW als neue Partei den Sprung in den Magdeburger Landtag schafft.
Mecklenburg-Vorpommern — SPD-Hochburg an der Ostsee
In Mecklenburg-Vorpommern regiert Manuela Schwesig (SPD) in einer rot-roten Koalition mit der Linken. Das Land hat eine der höchsten AfD-Quoten Ostdeutschlands. Am 13. September 2026 — zeitgleich mit Sachsen-Anhalt — wird gewählt. Die zentrale Frage: Bleibt die Linke stark genug für eine Regierungsbeteiligung? Oder erzwingt das BSW-Ergebnis neue Konstellationen?
Kommunalwahlen 2026
Neben den Landtagswahlen finden 2026 Kommunalwahlen in mehreren Bundesländern statt:
| Bundesland / Region | Wahlart | Voraussichtlicher Termin |
|---|---|---|
| Niedersachsen | Kommunalwahlen | Herbst 2026 |
| Diverse Gemeinden | Bürgermeisterwahlen | Ganzjährig |
| Diverse Landkreise | Landratswahlen | Ganzjährig |
Was steht 2026 politisch auf dem Spiel?
Das Wahljahr 2026 ist der erste große Test für die CDU/CSU-geführte Bundesregierung seit der Bundestagswahl 2025. In Baden-Württemberg haben die Grünen mit 30,2 % die Wahl gewonnen: Die Ära Kretschmann ist vorbei — die grüne Ära in BaWü nicht. In Rheinland-Pfalz hat Schweitzer seine erste eigene Wahl absolviert. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern (Herbst 2026) zeigt sich, wie stark die AfD im Osten bleibt.
Politisches Umfeld 2026
Die Wahlen 2026 finden in einem besonderen politischen Kontext statt:
- Neue Bundesregierung: Die CDU/CSU-geführte Bundesregierung ist seit Frühjahr 2025 im Amt. Die Landtagswahlen werden zeigen, wie zufrieden die Wähler nach gut einem Jahr sind.
- Parteienlandschaft im Wandel: Das BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) muss sich als dauerhafte politische Kraft behaupten. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz trat das BSW 2026 erstmals bei westdeutschen Flächenländer-Wahlen an — mit schwachem Ergebnis.
- AfD: Die Frage, wie die anderen Parteien mit der AfD umgehen, wird auch 2026 die Koalitionsbildung bestimmen. In BW erzielte die AfD ~15 %, in Sachsen-Anhalt und MV liegt sie höher.
- Grüne in BW bestätigt: Die Grünen gewannen die BW-Wahl 2026 (30,2 % — knapp vor CDU). Özdemir ist Ministerpräsident — BW-Grün ist kein Kretschmann-Phänomen, sondern eine Partei-Marke.
- Bundesrat-Mehrheit: Je nach Ausgang der drei Landtagswahlen könnten sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat verschieben. Das betrifft direkt die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung bei zustimmungspflichtigen Gesetzen.
Ergebnisse und Ausblick 2026
BW und RLP haben gewählt. Sachsen-Anhalt und MV stehen noch aus. Die ersten Ergebnisse zeigen das politische Stimmungsbild nach einem Jahr Schwarz-Rot:
Baden-Württemberg: Grüne gewinnen — Özdemir-Weg
Die Prognose "CDU vorne" war falsch. Die Grünen gewannen mit 30,2 % knapp vor der CDU (29,7 %). Cem Özdemir ist seit Frühjahr 2026 Ministerpräsident einer schwarz-grünen Koalition — diesmal mit grünem Seniorpartner. Ein Novum: Zum zweiten Mal in Folge regieren Grüne als stärkste Kraft, ohne Kretschmann.
Rheinland-Pfalz: CDU gewinnt — 35 Jahre SPD zu Ende
Die SPD hatte Rheinland-Pfalz seit 1991 regiert — länger als in jedem anderen westdeutschen Flächenland. Unter Kurt Beck und Malu Dreyer galt das Land als SPD-Hochburg. Bei der Wahl im März 2026 hat die CDU mit rund 31 % gewonnen und die 35-jährige SPD-Herrschaft beendet. Alexander Schweitzer führt die Geschäfte kommissarisch fort, die CDU bildet eine neue Regierung.
Hamburg: Bürgerschaftswahl bereits 2025
Hamburg wählte seine Bürgerschaft bereits im Februar 2025 — gleichzeitig mit der Bundestagswahl. Die SPD verlor stark (von 39,2 auf 28,3 %), blieb aber stärkste Kraft. Peter Tschentscher setzte die rot-grüne Koalition fort. Erstmals zogen Volt und BSW in die Bürgerschaft ein — das Parteiensystem fragmentiert sich auch in Hamburg.
Die kommunalpolitische Ebene: Niedersachsen und Bürgermeisterwahlen
Neben den drei Landtagswahlen verdienen die Kommunalwahlen in Niedersachsen besondere Aufmerksamkeit. In Niedersachsen wählen rund 6,5 Millionen Wahlberechtigte ihre Gemeinderäte, Kreistage und Regionsparlamente. Kommunalwahlen sind häufig ein Frühindikator für Trends, die sich später auf Landesebene durchsetzen. Bei den letzten Kommunalwahlen 2021 verlor die CDU in vielen Städten an die Grünen — ein Trend, der sich 2022 bei der Landtagswahl bestätigte. Die Kommunalwahlen 2026 werden zeigen, ob die CDU unter dem Rückenwind der Bundesregierung Boden gutmachen kann und ob die AfD auf lokaler Ebene in der Fläche Fuß fasst. Erfahrungsgemäß liegt die Wahlbeteiligung bei niedersachsischen Kommunalwahlen zwischen 50 und 60 % — deutlich unter dem Niveau der Landtagswahlen.
Über das gesamte Bundesgebiet verteilt finden 2026 zahlreiche Bürgermeister- und Landratswahlen statt. Diese Einzelwahlen erhalten medial wenig Aufmerksamkeit, können aber politisch hochbrisant sein. In Thüringen und Sachsen etwa hat die AfD bei Landratswahlen 2023 und 2024 mehrfach Stichwahlen erreicht oder gewonnen — ein Zeichen für ihre Verankerung auf kommunaler Ebene. Für die etablierten Parteien stellt sich die Frage, wie sie in Regionen, in denen die AfD bei über 30 % liegt, mehrheitsfähige Bürgermeisterkandidaten aufstellen können. Die Kommunalebene ist damit zugleich Testfeld und Krisenbarometer der deutschen Parteiendemokratie.
Quelle: Bundeswahlleiter, Bundeszentrale für politische Bildung
Weitere Wahltermine
Für die Folgejahre sind bereits weitere Wahlen absehbar:
- Wahltermine 2027 — Weitere Landtagswahlen und Kommunalwahlen
- Wahltermine 2028 — Vorletztes Jahr vor der nächsten Bundestagswahl
- Wahltermine 2029 — Bundestagswahl und Europawahl
Baden-Württemberg: 58 Jahre CDU-Herrschaft endeten 2011 — seither 15 Jahre unter Grünen
Von 1953 bis 2011 regierte die CDU Baden-Württemberg ohne Unterbrechung — 58 Jahre. Das war die längste kontinuierliche Herrschaft einer Partei in einem deutschen Bundesland. Am 27. März 2011 endete sie: Die Grünen gewannen nach dem Reaktorunglück in Fukushima (11. März 2011) mit 24,2%, die SPD kam auf 23,1%, und zusammen bildeten sie die erste Grün-rote Regierung in der deutschen Geschichte. Winfried Kretschmann wurde der erste Grüne Ministerpräsident Deutschlands. Bei der Wahl 2021 gewannen die Grünen sogar 32,6 % — ihr bestes Landesergebnis aller Zeiten. 2026 haben die Grünen ihre BaWü-Hochburg erneut verteidigt: 30,2 % für Cem Özdemir — knapp vor der CDU (29,7 %). Die CDU kehrt in die Regierung zurück, aber als Junior-Partner in Schwarz-Grün II.
2026: Ostdeutschland als Nagelprobe für die Merz-Regierung
Mit Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern finden 2026 zwei ostdeutsche Landtagswahlen statt. Beide Länder zeigen die strukturellen Besonderheiten Ostdeutschlands: höhere AfD-Werte als im Westen, schwache FDP, starke Linke (in MV noch in der Regierung). Bundesweit erreichte die AfD bei der BTW 2025 20,8 Prozent — in Ostdeutschland deutlich mehr. Das zeigt: Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD muss auch in jenen Regionen handlungsfähig wirken, wo mehr als ein Drittel der Wähler eine Oppositionspartei wählt, die von anderen Parteien ausgeschlossen wird.
Häufige Fragen
Welche Landtagswahlen finden 2026 statt?
2026 finden Landtagswahlen in vier Bundesländern statt. Im Frühjahr 2026 haben bereits Baden-Württemberg (Grüne 30,2 %, Özdemir wird MP) und Rheinland-Pfalz (CDU ~31 %, 35 Jahre SPD beendet) gewählt. Am 13. September 2026 folgen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gleichzeitig. Hamburg wählte bereits im Februar 2025 (gleichzeitig mit der Bundestagswahl).
Gibt es 2026 eine Bundestagswahl?
Nein. Die Bundestagswahl 2025 hat im Februar 2025 stattgefunden. Die nächste reguläre Bundestagswahl ist für 2029 geplant.
Wann finden 2026 Kommunalwahlen statt?
Kommunalwahlen 2026 sind unter anderem in Niedersachsen geplant. Einzelne Bürgermeister- und Landratswahlen finden das ganze Jahr über in verschiedenen Gemeinden statt.
Finden 2026 Europawahlen statt?
Nein. Die letzte Europawahl war 2024, die nächste findet 2029 statt.
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