Umfragen Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 — AfD bei 42 %
Key-Facts: Sachsen-Anhalt wählt am 13. September 2026
- Wahltag: 13. September 2026 (gleichzeitig mit MV)
- AfD laut Umfragen: 41–42 % (Mai 2026)
- CDU: 24–26 %
- Linke: 12–13 %
- SPD: 6–7 %
- BSW: 4–5 %
- Amtsinhaber: Reiner Haseloff (CDU), seit 2011
- Wahlsystem: 44 Wahlkreise, 87 Mindestsitze, 5 %-Hürde
Wenn die Umfragen stimmen, steht Sachsen-Anhalt vor einer politischen Situation ohne Beispiel in der deutschen Nachkriegsgeschichte: Eine Partei, mit der alle anderen eine Koalition ablehnen, liegt bei 42 Prozent. Die AfD hat seit dem Wahlergebnis 2021 (20,8 %) ihren Stimmenanteil laut Umfragen mehr als verdoppelt. Ein Bündnis ohne die AfD ist rechnerisch kaum noch möglich.
Die entscheidende Frage bis zum 13. September: Hält die Brandmauer? Und wenn ja — wer will eigentlich noch mit wem regieren?
Aktuelle Umfragen im Überblick
| Institut | Datum | AfD | CDU | Linke | SPD | BSW | Grüne | FDP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| INSA | 13.05.2026 | 42 % | 24 % | 13 % | 6 % | 4 % | 4 % | 3 % |
| Infratest dimap | 07.05.2026 | 41 % | 26 % | 12 % | 7 % | 4 % | 4 % | — |
| INSA | 25.03.2026 | 38 % | 25 % | 13 % | 6 % | 5 % | 4 % | 3 % |
| INSA | 27.01.2026 | 39 % | 26 % | 11 % | 8 % | 6 % | 3 % | 2 % |
| Infratest dimap | 04.09.2025 | 39 % | 27 % | 13 % | 7 % | 6 % | 3 % | — |
| INSA | 19.06.2025 | 30 % | 34 % | 11 % | 7 % | 8 % | 3 % | 2 % |
| Ergebnis 2021 | 06.06.2021 | 20,8 % | 37,1 % | 11,0 % | 8,4 % | — | 5,9 % | 6,4 % |
Der Trend ist eindeutig: Seit Mitte 2025 hat die AfD in Sachsen-Anhalt die CDU als stärkste Kraft abgelöst. Noch im Juni 2025 lagen CDU und AfD gleichauf (34 % zu 30 %). Seither hat sich die AfD um rund 12 Punkte nach oben bewegt, die CDU verlor 10 Punkte.
Koalitionsszenarien: Geht es noch ohne AfD?
Nach aktuellen Umfragen ergibt sich folgendes Bild. Die AfD käme auf rund 42 %, was im Landtag einer absoluten Mehrheit nahekommt oder sie sogar erreicht — je nach Wahlbeteiligung, Splitterparteien und tatsächlichem Einzug der kleineren Parteien.
| Koalitionsoption | Geschätzte Sitze | Mehrheit? | Problem |
|---|---|---|---|
| AfD allein | ~43–45 von 87 | Knapp | Alle Parteien verweigern Koalition |
| CDU + Linke + BSW + SPD | ~47–51 von 87 | Hauchdünn | Programmatisch kaum vereinbar |
| CDU + Linke + SPD | ~42–46 von 87 | Nein | Keine Mehrheit ohne BSW |
| CDU + BSW + SPD | ~35–38 von 87 | Nein | Linke fehlt, zu wenig Sitze |
Die Zahlen zeigen: Nur ein Vierer-Bündnis aus CDU, Linke, BSW und SPD käme nach jetzigem Stand auf eine — höchst knappe — Mehrheit. Ein solches Bündnis gab es noch nie in einem deutschen Bundesland. Die programmatischen Differenzen zwischen CDU und Linker, zwischen BSW und den klassischen Parteien, sind enorm.
Was, wenn die AfD regiert?
Rechtlich hat die AfD selbstverständlich das Recht, eine Regierung zu stellen, wenn sie die stärkste Fraktion ist. Alle anderen Parteien haben bislang erklärt, keine Koalition mit der AfD einzugehen. Sollte die AfD eine absolute Mehrheit erringen, könnte sie theoretisch allein regieren — erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik. Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob Nichtwähler mobilisiert werden können und wie stark der Haseloff-Bonus der CDU am Wahltag wirkt.
Die Schlüsselfrage: Tritt Haseloff nochmals an?
Reiner Haseloff (CDU) ist seit 2011 Ministerpräsident — länger als jeder andere amtierende Regierungschef in Ostdeutschland. 2021 holte er 37,1 %, als alle der AfD einen Sensation prophezeiten. Sein persönlicher Amtsbonus gilt als einer der wenigen Faktoren, die dem AfD-Aufstieg etwas entgegensetzen können. 2026 wäre er 72 Jahre alt.
Tritt er an, könnte der „Haseloff-Effekt" die CDU von 24 auf vielleicht 28–30 % ziehen — wie 2021, als der Abstand zwischen Umfragen und Ergebnis sieben Punkte betrug. Tritt er nicht an, ist die CDU ohne personellen Anker und muss mit 24 % rechnen.
Wichtige Wahlthemen 2026 in Sachsen-Anhalt
Was treibt die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt um?
- Migration: Das zentrale Thema im Osten, AfD-Kernkompetenz laut Umfragen
- Wirtschaft und Ansiedlungen: Intel-Megafabrik in Magdeburg — Milliardeninvestition, Symbol für Industriepolitik
- Abwanderung: Sachsen-Anhalt verliert seit der Wende kontinuierlich Bevölkerung
- Infrastruktur: Straßen, Bahn, Breitband — chronisch unterfinanziert
- Gesundheitsversorgung: Krankenhausschließungen auf dem Land
- Ostidentität: Das Gefühl, vom Westen nicht gehört zu werden — treibt AfD-Wähler
Sachsen-Anhalt als Seismograf
Sachsen-Anhalt hat in der deutschen Wahlgeschichte immer wieder als Frühindikator für bundesweite Entwicklungen gedient. 1994 war die PDS-Tolerierung hier Premiere. 1998 wurde hier die erste CDU-Minderheitsregierung durch SPD-PDS-Duldung abgelöst. 2016 zog die AfD mit 24 % ein — damals ein Schock, heute fast harmlos wirkend.
Was im September 2026 in Sachsen-Anhalt passiert, wird die politische Debatte der Bundesrepublik für Jahre prägen: Hält die Brandmauer? Kann ein Vierer-Bündnis regieren? Oder ist Sachsen-Anhalt das erste Bundesland mit einer AfD-geführten Regierung?
Häufige Fragen zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026
Wann findet die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt?
Am 13. September 2026 — gleichzeitig mit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
Wie stark ist die AfD in Sachsen-Anhalt 2026?
Die AfD liegt laut aktuellen Umfragen (Mai 2026) bei 41–42 Prozent — mehr als doppelt so stark wie beim Wahlergebnis 2021 (20,8 %). Damit wäre eine absolute Mehrheit im Bereich des Möglichen.
Kann die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen?
Rechnerisch ja. Bei 42 % wäre die absolute Mehrheit der Sitze denkbar. Alle anderen Parteien schließen eine Koalition mit der AfD aus. Ein Bündnis ohne AfD bräuchte mindestens vier Parteien (CDU + Linke + BSW + SPD) und käme nur auf eine hauchdünne Mehrheit.
Welche Parteien ziehen sicher in den Landtag ein?
Nach aktuellen Umfragen sicher: AfD, CDU, Linke. Wackelig: BSW (4–5 %, Hürde bei 5 %), SPD (6–7 %, sicher), Grüne (4 %, gefährdet). FDP (3 %) dürfte den Einzug verpassen.
Wie beantrage ich die Briefwahl in Sachsen-Anhalt?
Briefwahlunterlagen können ab der Zulassung der Wahlvorschläge (ca. Juli 2026) beim jeweiligen Wahlamt der Gemeinde beantragt werden — online, per Post oder persönlich. Eingang der Unterlagen: spätestens am Wahltag um 18 Uhr.
