Merz-Warnung USA: "Ich würde meinen Kindern nicht empfehlen, dorthin zu gehen"
Zahlen im Überblick
- 60 % der Deutschen teilen laut Umfragen Merz' Skepsis gegenüber USA unter Trump
- Merz-Zitat: "Würde meinen Kindern nicht empfehlen, in die USA zu gehen"
- Grenell-Reaktion: Scharf, persönlich — bezeichnete Merz als schwachen Kanzler
- SPD + Grüne: Volle Zustimmung zu Merz' Haltung
- FDP: Kritik — unnötige Eskalation mit Washington
- CDU intern: Gespalten zwischen Atlantikern und Souveränisten
Es war ein Satz, der in der deutschen Außenpolitik selten so offen gesagt wird: Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte im Mai 2026 öffentlich, er würde seinen eigenen Kindern heute nicht empfehlen, in die Vereinigten Staaten von Amerika zu reisen. Gemeint war kein touristisches Urteil — sondern eine politische Einordnung des gesellschaftlichen Klimas unter Präsident Donald Trump. Die Reaktionen kamen prompt, aus Washington ebenso wie aus dem Berliner Regierungsviertel.
Was Merz sagte — und warum er es sagte
Schlagabtausch Merz vs. Trump: Drohung mit US-Truppenabzug aus Deutschland — die Eskalation im Überblick
Merz äußerte sich in einem Gespräch mit Journalisten am Rande einer Kabinettsklausur — einen umfassenden Überblick zur Regierungsarbeit bietet die Analyse: Merz-Regierung nach einem Jahr. Die Aussage war keine spontane Entgleisung, sondern eine durchdachte Positionierung: Der Kanzler wolle damit auf das politische Klima hinweisen, das unter der zweiten Trump-Administration entstanden sei — nicht auf die USA als Land oder Gesellschaft generell. Gemeint waren MAGA-Rhetorik, die aggressive Handelspolitik Washingtons gegenüber Europa, und insbesondere die wiederholten Angriffe US-amerikanischer Regierungsvertreter auf deutsche und europäische Verbündete.
Im Hintergrund: Richard Grenell, ehemaliger US-Botschafter in Deutschland und enger Vertrauter Trumps, hatte kurz zuvor erneut scharfe Kritik an der deutschen Außenpolitik geübt. Grenell ist in Berlin bekannt als derjenige, der die transatlantische Diplomatie unter Trump konsequent als Konfrontationsinstrument einsetzt. Für Merz war die Warnung an seine Kinder eine Antwort auf dieses Muster — öffentlich, unmissverständlich und bewusst provokativ formuliert.
Grenells Reaktion: Scharf, persönlich, kalkuliert
Richard Grenell ließ keine 24 Stunden verstreichen. In einer Erklärung und mehreren Social-Media-Posts bezeichnete er Merz als "schwachen Kanzler", der sich hinter Anti-Amerikanismus verstecke, um von eigenen innenpolitischen Problemen abzulenken. Grenell warf Merz vor, die transatlantische Partnerschaft zu beschädigen und europäische Sicherheitsinteressen leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
Solche Angriffe aus Washington sind unter Trump-Administration keine Seltenheit mehr — sie folgen einem Muster. Grenell und andere MAGA-nahe Vertreter nutzen europäische Politiker als Projektionsfläche für innenpolitische Mobilisierung in den USA. Merz sei zu schwach, zu deutsch-zentriert, zu wenig atlantisch — das sind Standardformulierungen, die in Washington mehr auf das amerikanische Publikum zielen als auf eine ernsthafte außenpolitische Auseinandersetzung. In Berlin weiß man das. Dennoch hat Grenells Intervention ihre Wirkung: Sie erzwingt eine Reaktion und macht das Thema zur Nachricht.
"Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen."
— Bundeskanzler Friedrich Merz, Mai 2026
SPD und Grüne: Volle Zustimmung — aus unterschiedlichen Motiven
Die Reaktion innerhalb der deutschen Politik war bemerkenswert. SPD und Grüne — Koalitionspartner der CDU/CSU sowie größte Oppositionspartei — stimmten Merz inhaltlich zu. Beide Lager betonten, dass eine klarere Distanz zu Washington angesichts der aktuellen US-Politik nicht nur gerechtfertigt, sondern überfällig sei. Besonders die Grünen hatten seit Trumps Rückkehr ins Amt konsistent für eine stärkere europäische Souveränität in der Außen- und Sicherheitspolitik plädiert.
Für die SPD war die Zustimmung zu Merz innenpolitisch nicht ganz unproblematisch: Es ist ungewöhnlich, dass der Oppositionsführer in außenpolitischen Kernfragen dem Kanzler so offen recht gibt. Gleichzeitig konnten beide Parteien das Thema nutzen, um das Bewusstsein für die strategische Abhängigkeit Europas von den USA — und die Notwendigkeit europäischer Eigenständigkeit — in den Vordergrund zu rücken.
FDP und atlantische Unionspolitiker: Warnung vor Überreaktion
Anders positionierte sich die FDP, die seit dem Ausscheiden aus dem Bundestag politisch nach Profil sucht. Führende FDP-Politiker kritisierten Merz' Aussage als unnötige Provokation, die den USA-Deutschland-Dialog belaste. Sie betonten die unverzichtbare Rolle der NATO-Partnerschaft und warnten davor, transatlantische Spannungen durch rhetorische Eskalation zu verschärfen.
Auch innerhalb der CDU war die Reaktion nicht einheitlich. Atlantisch orientierte Unionspolitiker — die traditionell das transatlantische Verhältnis als Kernpfeiler deutscher Außenpolitik betrachten — sahen Merz' Formulierung als zu scharf an. Sie betonten, man müsse zwischen Kritik an Trump und einer generellen Warnung vor den USA unterscheiden. Der Kanzler selbst hielt jedoch an seiner Aussage fest und ließ über das Bundespresseamt erklären, die Formulierung sei bewusst gewählt worden.
Was die Umfragen sagen: 60 Prozent teilen Merz' Skepsis
Merz zum US-Truppenabzug: Kanzler bestreitet Zusammenhang mit seiner öffentlichen USA-Kritik
Bevölkerungsumfragen aus dem Frühjahr 2026 zeigen ein eindeutiges Bild: Rund 60 Prozent der Deutschen teilen die Skepsis gegenüber den USA unter Trump. Das Vertrauen in die Vereinigten Staaten als verlässlichen Partner ist seit Trumps Rückkehr ins Amt deutlich gesunken — ein Trend, der sich quer durch die politischen Lager zieht, wenn auch in unterschiedlicher Intensität.
| Aussage | Zustimmung | Ablehnung |
|---|---|---|
| "Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen" | ~58 % | ~35 % |
| Vertrauen in USA als verlässlichen Partner | ~29 % | ~65 % |
| Europa sollte außenpolitisch unabhängiger von USA werden | ~72 % | ~21 % |
| Grenells Kritik an Merz ist berechtigt | ~14 % | ~71 % |
Besonders bei jüngeren Deutschen (18–35 Jahre) ist die Skepsis gegenüber den Trump-USA ausgeprägt. Viele dieser Generation kennen die USA nur durch die Linse von MAGA-Rhetorik, Klimarückzug und restriktiver Einwanderungspolitik — ein Bild, das von den Erfahrungen älterer Generationen mit einem liberaleren Amerika erheblich abweicht. Reiseentscheidungen spielen hier eine konkrete Rolle: Laut Reiseveranstaltern ist die Nachfrage nach USA-Reisen aus Deutschland messbar zurückgegangen.
Die größere Frage: Wie steht Deutschland zu den USA unter Trump?
Merz' Satz ist mehr als eine persönliche Einschätzung — er ist ein Symptom einer strukturellen Verschiebung in der deutschen Außenpolitik. Jahrzehntelang galt die transatlantische Partnerschaft als gesetzt, als nahezu sakrosankt. Hintergründe zur deutsch-amerikanischen Geschichte bietet die Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema USA. Selbst heftige Differenzen — etwa über den Irak-Krieg 2003 — wurden ohne grundsätzliche Infragestellung der Beziehung durchgearbeitet. Das hat sich unter der zweiten Trump-Administration verändert.
Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland kritischer gegenüber Washington sein darf — sondern wie weit diese Kritik gehen soll und welche Konsequenzen sie hat. Für die Bundestagswahl-Wählerinnen und -Wähler ist das eine zunehmend relevante Richtungsfrage: Welche Partei positioniert Deutschland richtig im transatlantischen Gefüge, ohne die NATO-Partnerschaft zu gefährden oder blind Washington zu folgen? Merz hat mit seiner Aussage eine Position markiert — ob sie trägt, wird sich zeigen.
Aktuelle Umfragewerte zu Merz und der Regierung, den Parteien und möglichen Koalitionen finden sich täglich aktualisiert im BWU-Koalitionsrechner sowie in der Analyse-Rubrik. Mehr zur Regierungspolitik: Sonntagsfrage Juni 2026 und SPD-Absturz 2026.
Häufige Fragen zur Merz-Warnung USA 2026
Was sagte Friedrich Merz über die USA?
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte im Mai 2026 öffentlich: "Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen." Die Aussage war eine Reaktion auf das veränderte politische Klima in den USA unter Präsident Trump — insbesondere auf MAGA-Rhetorik, Grenell-Angriffe auf europäische Verbündete und die US-Handelspolitik.
Wer ist Richard Grenell und warum griff er Merz an?
Richard Grenell ist ehemaliger US-Botschafter in Deutschland und enger Trump-Vertrauter. Nach Merz' Aussage über die USA attackierte Grenell den Kanzler scharf und bezeichnete ihn als schwachen Führer, der sich hinter Anti-Amerikanismus verstecke. Grenell ist bekannt für aggressive Kritik an europäischen Regierungen, die nicht auf Trumps Linie liegen.
Wie reagierten SPD und Grüne auf Merz' USA-Warnung?
SPD und Grüne stimmten Merz inhaltlich zu und begrüßten die deutliche Haltung gegenüber den USA unter Trump. Beide Parteien betonten, dass eine kritischere Distanz zu Washington angesichts der Handelspolitik und MAGA-Rhetorik notwendig sei. Merz' Aussage wurde als überfälliges Signal der europäischen Souveränität gewertet.
Was sagen deutsche Umfragen zu Trumps USA?
Umfragen aus dem Frühjahr 2026 zeigen, dass rund 60 Prozent der Deutschen die Skepsis von Merz gegenüber den USA unter Trump teilen. Das Vertrauen in die USA als verlässlichen Partner ist seit Trumps Rückkehr ins Amt deutlich gesunken. Besonders die jüngere Generation zeigt erhöhte Zurückhaltung bei Reiseplänen in die USA.
Ist die CDU intern gespalten über den Kurs gegenüber den USA?
Ja, die CDU ist in der Frage des transatlantischen Verhältnisses intern gespalten. Während Merz und einige Außenpolitiker eine klarere Distanz zu Trump-Amerika fordern, betonen atlantisch orientierte Unionspolitiker die strategische Bedeutung der NATO-Partnerschaft und warnen vor einer Überreaktion auf Trumps Rhetorik. Die FDP kritisierte Merz' Aussage als unnötige Provokation.

