Umfragen Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 — AfD vorn, SPD halbiert
Key-Facts: MV wählt am 13. September 2026
- Wahltag: 13. September 2026 (gleichzeitig mit Sachsen-Anhalt)
- AfD laut Umfragen: 34–37 % (Mai 2026)
- SPD: 23–27 % (2021: 39,6 %)
- CDU: 10–13 %
- Linke: 11–13 %
- BSW: 5–7 %
- Amtsinhaberin: Manuela Schwesig (SPD), seit 2017
- Wahlsystem: 36 Wahlkreise, 71 Mindestsitze, 5 %-Hürde
39,6 Prozent — so stark war die SPD unter Manuela Schwesig bei der letzten Landtagswahl 2021. Fünf Jahre später sagen Umfragen: Die AfD liegt vorn. Die SPD hat etwa die Hälfte ihrer Wähler verloren. Das Rekordergebnis von 2021 war nicht der Beginn einer neuen Dominanz — es war der letzte Höhepunkt einer langen Ära.
Was ist passiert? Nord-Stream, Ukraine-Krieg, die allgemeine SPD-Schwäche im Bund — und der Umstand, dass der „Schwesig-Effekt" von 2021 teilweise auf den Scholz-Rückenwind zurückging, der längst verflogen ist.
Aktuelle Umfragen im Überblick
| Institut | Datum | AfD | SPD | CDU | Linke | BSW | Grüne | FDP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Infratest dimap | 13.05.2026 | 36 % | 27 % | 10 % | 13 % | 5 % | 4 % | — |
| INSA | 17.03.2026 | 34 % | 26 % | 12 % | 10 % | 5 % | 5 % | 3 % |
| Forsa | 19.02.2026 | 37 % | 23 % | 13 % | 11 % | 5 % | 4 % | 2 % |
| Infratest dimap | 27.01.2026 | 35 % | 25 % | 13 % | 12 % | 6 % | 4 % | — |
| Infratest dimap | 25.09.2025 | 38 % | 19 % | 13 % | 12 % | 7 % | 5 % | — |
| INSA | 28.04.2025 | 29 % | 21 % | 17 % | 15 % | 6 % | 5 % | — |
| Ergebnis 2021 | 26.09.2021 | 16,7 % | 39,6 % | 13,3 % | 9,9 % | — | 6,3 % | 5,8 % |
Der Einbruch der SPD ist dramatisch: Von 39,6 % auf 23–27 %. Gleichzeitig ist sie rechnerisch immer noch die zweitstärkste Kraft und hätte damit gute Chancen, erneut den Ministerpräsidentenposten zu stellen — wenn sie die richtige Koalition findet.
Koalitionsszenarien: Dreierbündnis als einziger Weg
In MV ist die Situation weniger dramatisch als in Sachsen-Anhalt — aber ebenfalls komplex. Die AfD liegt bei 34–37 %, was zwar stark ist, aber noch kein Bereich absoluter Mehrheiten. Ein breites Bündnis ohne AfD ist rechnerisch möglich.
| Koalitionsoption | Geschätzte Sitze | Mehrheit? | Bewertung |
|---|---|---|---|
| SPD + CDU | ~35–40 von 71 | Nein | Zwei-Parteien-Mehrheit rechnerisch nicht möglich |
| SPD + CDU + Linke | ~47–53 von 71 | Ja | Wahrscheinlichste Option, programmatisch machbar |
| SPD + CDU + BSW | ~42–47 von 71 | Knapp | Hängt vom BSW-Einzug ab |
| SPD + Linke + BSW | ~42–47 von 71 | Knapp | Linkskoalition ohne CDU, schwierig |
Das realistischste Szenario: SPD + CDU + Linke — ein Dreierbündnis unter Schwesig, das die CDU als Junior-Partner einbindet und gleichzeitig die Linke, die in MV seit Jahrzehnten verankert ist. Die Linke muss allerdings sicher über die 5-Prozent-Hürde kommen (aktuell: 10–13 % — das dürfte klappen).
Der Schwesig-Faktor
Manuela Schwesig ist seit 2017 Ministerpräsidentin. In MV ist Personalisierung traditionell wichtiger als im Bundesschnitt. 2021 war Schwesig wesentlicher Treiber des SPD-Rekordsiegts. Ob sie 2026 nochmals antritt und ob ihr persönlicher Bonus die Nord-Stream-Affäre übersteht — das ist die zentrale Unbekannte dieser Wahl. Ohne sie wäre die SPD in MV vermutlich noch deutlich schwächer.
Die Nord-Stream-Stiftungsaffäre: Wird sie zur Wahlgrabfrage?
2021 gründete Schwesigs Landesregierung die „Klimaschutz-Stiftung MV" mit 20 Millionen Euro Gazprom-Kapital — formal für Naturschutz, real um Nord Stream 2 vor US-Sanktionen zu schützen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde die Stiftung zum bundespolitischen Skandal. Schwesig räumte öffentlich Fehler ein. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse arbeiten den Fall weiter auf.
In Umfragen sehen die Wähler die Affäre zwar kritisch — aber sie ist nicht das Hauptthema. Migration, Wirtschaft und die allgemeine SPD-Schwäche im Bund treiben die Stimmung stärker.
Wichtige Wahlthemen 2026 in Mecklenburg-Vorpommern
- Migration: Wie in ganz Ostdeutschland das dominante Thema der AfD-Wähler
- Wirtschaft und Tourismus: MV lebt von Küstentourismus — saisonale Beschäftigung, niedrige Löhne
- Demografischer Wandel: Bevölkerungsschwund, Schulschließungen, fehlende Ärzte auf dem Land
- Energieversorgung: Nord-Stream-Nachwirkungen, Gasabhängigkeit, Energiewende
- Nord-Stream-Aufarbeitung: Parlamentarische Untersuchung noch nicht abgeschlossen
- Ostseeregion: MV will von Skandinavien-Tourismus und Hafenanlagen profitieren
Linke und FDP: Zittern um den Einzug
Die Linke liegt laut Umfragen bei 10–13 % — sie sollte den Einzug schaffen. Dennoch: Der bundesweite Trend macht auch vor MV nicht halt. Die FDP hat in MV kaum eine Tradition und dürfte mit 2–3 % draußen bleiben. Die Grünen liegen ebenfalls unter 5 %. Das bedeutet: Im neuen Landtag könnten nur vier Parteien sitzen — AfD, SPD, CDU, Linke (und je nach Ergebnis BSW).
Häufige Fragen zur Landtagswahl MV 2026
Wann findet die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt?
Am 13. September 2026 — gleichzeitig mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Beide Länder wählen seit 2021 am selben Tag.
Wie stark war die SPD 2021 und wo steht sie heute?
2021 holte die SPD unter Schwesig 39,6 % — ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit der Wiedervereinigung. Aktuelle Umfragen (Mai 2026) sehen die SPD bei 23–27 %. Das ist ein Verlust von rund 12–17 Punkten.
Kann die AfD auch MV regieren?
Bei 34–37 % hätte die AfD in MV keine absolute Mehrheit. Sie wäre zwar stärkste Kraft, aber alle anderen Parteien schließen eine Koalition mit ihr aus. Rechnerisch ist ein Dreierbündnis ohne AfD möglich.
Welche Parteien ziehen sicher in den MV-Landtag ein?
Sicher: AfD, SPD, Linke. Wahrscheinlich: CDU (10–13 %). Wackelig: BSW (5–7 %, an der Hürde). Draußen: FDP und Grüne laut aktuellen Umfragen.
