Wahllokal — Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahl 2026

Spitzenkandidaten MV 2026 — Schwesig, AfD und wer noch?

Wahl am 13. September 2026

  • 36 Wahlkreise — je ein Direktmandat per Erststimme
  • 71 Mindestsitze im Landtag (5-jährige Legislatur)
  • 5-Prozent-Hürde oder 1 Direktmandat für Einzug
  • Spitzenkandidaten führen die Landesliste ihrer Partei an

In Mecklenburg-Vorpommern dreht sich 2026 vieles um eine einzige Frage: Tritt Manuela Schwesig nochmals an? Die SPD-Ministerpräsidentin ist seit 2017 im Amt und das einzige Gesicht, das der SPD in einem strukturell CDU/AfD-dominierten Osten überhaupt noch Stimmen bringt. Gleichzeitig belastet die Nord-Stream-Stiftungsaffäre ihr Image. Die AfD lauert mit 34–37 % auf Platz eins.

SPD: Alles hängt an Schwesig

Manuela Schwesig (Jahrgang 1974) ist seit 2017 Ministerpräsidentin, davor war sie Bundesfamilienministerin. 2021 führte sie die SPD zu 39,6 % — dem besten Ergebnis einer SPD-Landespartei in jenem Jahrzehnt. Ihr Amtsbonus und ihre persönliche Popularität waren entscheidend.

2026 ist die Lage schwieriger: Die Nord-Stream-Stiftung, der Krieg in der Ukraine, der Verlust des Scholz-Rückenwinds — all das hat die SPD in MV von 39,6 auf 23–27 % gedrückt. Ohne Schwesig wäre es vermutlich noch schlimmer. Ob sie kandidiert, entscheidet deshalb maßgeblich, ob die SPD den Regierungsanspruch verteidigen kann.

SPD Mecklenburg-Vorpommern

  • Ministerpräsidentin: Manuela Schwesig (seit 2017)
  • Landesvorsitz: Manuela Schwesig
  • Ergebnis 2021: 39,6 % / 34 Sitze
  • Umfragen 2026: 23–27 %
  • Spitzenkandidatin 2026: Schwesig (noch nicht bestätigt)

AfD: Nikolaus Kramer an der Spitze

Die AfD MV wird seit 2016 von Nikolaus Kramer im Landtag geführt. Kramer ist bekannt für einen aggressiven Oppositionsstil und hat die AfD zur stärksten Oppositionskraft gemacht. Bei 34–37 % in Umfragen wäre er der wahrscheinliche Kandidat für das Ministerpräsidentenamt — auch wenn alle anderen Parteien eine Koalition ablehnen.

Die AfD setzt in MV stark auf das Migrationsthema, aber auch auf wirtschaftliche Forderungen wie mehr Schiffbau, Erholung der Fischereiwirtschaft und eine kritischere Haltung zu Sanktionen gegen Russland — letzteres hat im Nord-Stream-Kontext in MV besondere Resonanz.

AfD Mecklenburg-Vorpommern

  • Fraktionsvorsitz: Nikolaus Kramer
  • Ergebnis 2021: 16,7 % / 14 Sitze
  • Umfragen 2026: 34–37 %
  • Spitzenkandidat 2026: Nikolaus Kramer (voraussichtlich)

CDU: Wiederaufstieg aus dem Tief

2021 stürzte die CDU in MV auf 13,3 % — ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Seitdem hat sie sich in Umfragen auf 10–13 % stabilisiert. Der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters versucht, die Partei als solide Mitte-Rechts-Alternative zu profilieren. In einer Dreiparteienkoalition könnte die CDU als zweiter Partner der SPD eingebunden werden — eine ungewöhnliche Rolle für eine ehemals dominierende Partei.

CDU Mecklenburg-Vorpommern

  • Landesvorsitz: Daniel Peters
  • Fraktionsvorsitz: Franz-Robert Liskow
  • Ergebnis 2021: 13,3 % / 12 Sitze
  • Umfragen 2026: 10–13 %

Linke: Stabiles Fundament im Nordosten

Die Linke ist in MV traditionell stark verankert. Simone Oldenburg ist seit 2021 als Bildungsministerin in der Landesregierung — die Linke stellt mit der SPD die aktuelle Koalition. Mit 10–13 % in Umfragen ist sie deutlich stabiler als im Bundestrend. Sie wäre ein naheliegender Partner für eine neue SPD-geführte Dreiparteienkoalition.

Linke Mecklenburg-Vorpommern

  • Landesvorsitz: Peter Ritter
  • Bildungsministerin: Simone Oldenburg
  • Ergebnis 2021: 9,9 % / 9 Sitze
  • Umfragen 2026: 10–13 %
Briefwahl Mecklenburg-Vorpommern 2026
Briefwahl kann ab Zulassung der Wahlvorschläge (Juli 2026) beim Wahlamt beantragt werden.

BSW: Kommt das BSW in den Landtag?

Das BSW liegt in MV-Umfragen bei 5–7 %. Der Einzug ist möglich, aber nicht sicher. Sollte das BSW scheitern, vereinfacht das paradoxerweise die Koalitionsbildung — weil SPD + CDU + Linke dann klarer rechnen können. Sollte es einziehen, wäre ein Dreierbündnis aus SPD + CDU + BSW denkbar — ähnlich dem Modell in Sachsen und Brandenburg nach 2024.

Was entscheidet die Wahl in MV?

Drei Faktoren werden das Ergebnis prägen:

  1. Kandidiert Schwesig? Ohne sie verliert die SPD weitere Punkte. Mit ihr bleibt sie die zweitstärkste Kraft.
  2. Wahlbeteiligung: Bei höherer Beteiligung profitieren typischerweise die etablierten Parteien. 2021 lag sie bei 70,8 %.
  3. Linke sicher drin? Wenn die Linke über 5 % bleibt, ist ein Dreierbündnis ohne AfD möglich. Fällt sie durch — wird es sehr eng.

Häufige Fragen zu den Kandidaten in MV

Wann wird der MV-Ministerpräsident gewählt?

Nach der Wahl am 13. September 2026 bilden die Parteien Koalitionen. Der neue Ministerpräsident bzw. die neue Ministerpräsidentin wird dann vom Landtag gewählt — in der Regel einige Wochen nach der Wahl.

Wie viele Sitze hat der Landtag MV?

Der Landtag MV hat mindestens 71 Sitze (36 Direktmandate + Listenmandate). Überhang- und Ausgleichsmandate können die Zahl erhöhen — 2021 waren es 79 Sitze. Die Mehrheit liegt bei 36 Sitzen (50 % + 1).

Wann kann ich in MV die Briefwahl beantragen?

Briefwahlunterlagen können ab Zulassung der Wahlvorschläge (ca. Juli 2026) beim Wahlamt der Gemeinde beantragt werden. Eingang beim Wahlamt: spätestens Wahltag 18 Uhr.

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