Wirtschaft & Steuern: Wer entlastet wen — und wer zahlt die Rechnung?
Deutschland im Abschwung: Zwei Rezessionsjahre in Folge, Industrie wandert ab, Energiepreise hoch. Alle Parteien versprechen Wende — aber mit komplett verschiedenen Rezepten. Schuldenbremse, Vermögenssteuer, Unternehmensentlastung: Hier prallen die Wirtschaftsphilosophien direkt aufeinander.
Die Positionen im Überblick
Schuldenbremse bleibt — das ist Koalitionsbedingung. Unternehmenssteuer auf 25% deckeln, Bürokratie massiv abbauen ("Bürokratiemoratorium"). Niedrigere Energiepreise durch mehr Gas und Technologieoffenheit. Deutschlandtempo beim Genehmigen statt Blockieren. Merz-Kurs: Angebotspolitik — weniger Staat, mehr Markt.
500 Milliarden Euro Investitionsfonds — außerhalb der Schuldenbremse, für Infrastruktur, Bahn, Digitalisierung. Schuldenbremse reformieren, nicht abschaffen. Mindestlohn auf 15 Euro. Höhere Spitzensteuern, Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Die SPD setzt auf Nachfragepolitik — der Staat investiert, die Wirtschaft zieht nach.
Schuldenbremse reformieren für Klimainvestitionen. Vermögenssteuer für Milliardäre. CO2-Preis als Steuerungsinstument — wer dreckig produziert, zahlt mehr. Grüne wollen Staatsgelder gezielt für klimafreundliche Transformation lenken. Wirtschaftlich pragmatischer als ihr Ruf: Freihandel ja, aber mit Sozial- und Umweltstandards.
Schuldenbremse heilig. Massive Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen. Energiepreise runter durch Rückkehr zur Atomkraft und mehr Gas — auch aus Russland. CO2-Steuer abschaffen. Bürokratieabbau radikal. Die AfD vertritt klassische Angebotspolitik plus Energiepreissenkung als Sofortlösung für die Industriekrise.
Vermögenssteuer 1% auf Vermögen über 1 Millionen Euro. Spitzensteuersatz auf 53% (war mal so). Schuldenbremse abschaffen. Mindestlohn auf 15 Euro, mittelfristig 16. Staatseigentum an Schlüsselindustrien. Verbot von Aktienrückkäufen. Die Linke will den stärksten Systemwechsel — von Angebotspolitik zu Umverteilung.
Industriepolitik statt Freihandel — Deutschland soll strategische Sektoren schützen und subventionieren. Niedrige Energiepreise durch Verstaatlichung des Netzes oder staatliche Preisdeckel. Anti-Freihandel bei Unternehmensverlagerungen ins Ausland ("wer abwandert, zahlt"). Schuldenbremse flexibilisieren für Investitionen. Linke Wirtschaft, konservativer Rahmen.
CDU und AfD wollen Angebotspolitik: Steuern runter, Staat raus. SPD und Grüne wollen staatliche Investitionen: Schuldenbremse reformieren, Klimatransformation finanzieren. Die Linke will Umverteilung: Reiche zahlen mehr, Mindestlohn hoch. BSW verbindet linke Wirtschaft mit nationaler Industriepolitik — ein Hybrid ohne klares westliches Vorbild.
