Jena — Lichtstadt und grünste Stadt Thüringens
Key-Facts: Jena
- Einwohner: 110.000
- Bundesland: Thüringen
- Oberbürgermeister: Thomas Nitzsche (FDP, seit 2018)
- Wahlkreis: Jena – Sömmerda – Weimarer Land II (195)
- Besonderheit: Zeiss/Schott, Friedrich-Schiller-Universität (1558), Lichtstadt, grünste Stadt Thüringens
Jena ist Thüringens Antwort auf die Frage, ob eine ostdeutsche Stadt auch anders kann. Während ringsum die AfD triumphiert, wählt Jena grün, liberal und wissenschaftsnah. Der Grund: Die Friedrich-Schiller-Universität (gegründet 1558) mit über 17.000 Studierenden, dazu die Ernst-Abbe-Hochschule mit 4.500 — zusammen machen sie fast ein Viertel der Einwohner aus.
Dazu kommt die einzigartige Wirtschaftsstruktur: Carl Zeiss (Optik, über 5.000 Beschäftigte in Jena), Schott (Spezialglas), Jenoptik (Photonik) und Dutzende Forschungsinstitute machen Jena zur innovativsten Stadt Thüringens. Die Arbeitslosenquote liegt unter dem Bundesdurchschnitt — für eine ostdeutsche Stadt eine Seltenheit.
Bundestagswahl 2025 in Jena
Jena lieferte 2025 ein Ergebnis, das in Thüringen einzigartig ist: Die AfD blieb unter 20% — nirgends sonst im Freistaat war das der Fall.
| Partei | Jena (195) |
|---|---|
| CDU | 25,6% |
| AfD | 19,8% |
| Grüne | 14,2% |
| SPD | 11,6% |
| Linke | 9,1% |
| BSW | 7,4% |
| FDP | 6,8% |
Die Grünen erreichten mit 14,2% ihren höchsten Wert in ganz Thüringen. Die FDP kam auf 6,8% — ebenfalls Landesrekord, was zum FDP-Oberbürgermeister passt. Die AfD blieb mit 19,8% unter 20% — in einem Bundesland, wo sie landesweit über 30% holt, ist das bemerkenswert. Jena ist Thüringens politische Ausnahme.
Lichtstadt — Von der Optik zur Photonik
Der Beiname Lichtstadt geht auf die Optik-Revolution des 19. Jahrhunderts zurück: Carl Zeiss baute ab 1846 Mikroskope, Ernst Abbe lieferte die wissenschaftliche Theorie, Otto Schott das perfekte Glas. Dieses Trio machte Jena zum Weltzentrumder Optik — und gründete nebenbei die Carl-Zeiss-Stiftung, die bis heute Universität und Forschung finanziert.
Heute steht Photonik — die Technologie des Lichts — im Zentrum. Laser, Sensoren, optische Fasern: Jenas Firmen liefern Schlüsseltechnologien für Medizin, Industrie und Raumfahrt. Die Arbeitsplätze sind hochqualifiziert und gut bezahlt — und das erklärt, warum Jena politisch so anders tickt als der Rest Thüringens.
Lage
2021: Jena wählt Grüne auf 22 Prozent – einzige ostdeutsche Stadt mit Grünen-Hochburg-Profil
Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 erzielten die Grünen in Jena 22,1 Prozent – das höchste Grünen-Ergebnis in einer ostdeutschen Stadt außerhalb von Greifswald. Jena beherbergt die Friedrich-Schiller-Universität (20.000 Studierende bei 110.000 Einwohnern) und ist Standort von Zeiss, Jenoptik und anderen Hochtechnologiebetrieben. Das Grünen-Ergebnis spiegelt die Bildungs- und Einkommensstruktur: Akademiker, Startups, Hochtechnologie. Die AfD erzielte in Jena nur 14,3 Prozent – niedriger als in jeder anderen thüringischen Stadt. Jena ist das thüringische Gegenmodell zu Gera und Sonneberg.
Häufige Fragen
Warum ist Jena die grünste Stadt Thüringens?
Jüngste Bevölkerung des Freistaats, über 25.000 Studierende und eine prosperierende Wissenschaftslandschaft. Die Grünen erreichten 2025 über 14% — Thüringer Rekord.
Was verbindet Zeiss und Schott mit Jena?
Carl Zeiss gründete 1846 seine optische Werkstatt, Otto Schott 1884 das Glaswerk. Beide prägen die Stadt bis heute mit zusammen über 7.000 Arbeitsplätzen.
Warum heißt Jena „Lichtstadt"?
Der Name geht auf die Optik-Tradition zurück: Zeiss, Abbe und Schott machten Jena zum Weltzentrum der Optik. Heute steht Lichtstadt auch für Photonik und Lasertechnologie.
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