Kevin Kühnert – Vom Jusos-Chef zum SPD-Generalsekretär
Steckbrief: Kevin Kühnert
- Partei: SPD
- Geburtsjahr: 1989, Berlin
- Beruf: Politikwissenschaftler
- Wahlkreis: Berlin-Tempelhof-Schöneberg
- MdB seit: 2021
- Frühere Ämter: SPD-Generalsekretär (2021–2024), Bundesvorsitzender der Jusos (2017–2021)
Kevin Kühnert ist eines der profiliertesten Gesichter der jüngeren SPD-Generation. Der 1989 in Berlin geborene Politikwissenschaftler stieg über den Juso-Bundesvorsitz zu einem der bekanntesten Nachwuchspolitiker Deutschlands auf – und war zeitweise eine der meistgehorten Stimmen in der deutschen Sozialpolitik-Debatte.
Jusos-Chef und Anti-GroKo-Kampagne
Kühnerts öffentlicher Aufstieg begann 2018, als er als Bundesvorsitzender der Jusos eine lautstarke Kampagne gegen die Große Koalition (GroKo) führte. Mit dem Slogan „NoGroKo" mobilisierte er junge SPD-Mitglieder und sorgte dafür, dass das Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag bis zuletzt offen blieb. Die SPD stimmte letztlich zu – aber Kühnerts Kampagne hatte gezeigt, dass die Parteibasis nicht einfach mitging.
Als Jusos-Chef positionierte er sich klar links: für höhere Steuern auf Vermögen und Kapital, für eine aktivere Sozialpolitik und gegen Agenda-2010-artige Reformen. Seine Aussagen zu „kollektiver Kontrolle der Produktion" wurden von Gegnern als sozialistisch kritisiert – und von Anhängern als notwendige Positionsschärfung verteidigt.
Generalsekretär und Bundestagsmandat
2021 zog Kühnert über den Wahlkreis Berlin-Tempelhof-Schöneberg in den Bundestag ein und wurde gleichzeitig zum SPD-Generalsekretär gewählt. In dieser Funktion war er für die Kommunikation und die Parteiorganisation zuständig – eine anspruchsvolle Aufgabe in einer Zeit, in der die Ampelkoalition in innenpolitische Querelen geriet.
Im Oktober 2024 trat Kühnert aus gesundheitlichen Gründen als Generalsekretär zurück. Er nannte persönliche Belastungen und kündigte eine Auszeit an. Die Übergabe an seinen Nachfolger Matthias Miersch erfolgte kurz vor dem Koalitionsbruch im November 2024. Die Sonntagsfrage zeigte die SPD danach mit deutlichen Verlusten. Kühnert blieb Bundestagsabgeordneter und sitzt weiterhin in der SPD-Fraktion des 21. Bundestags.
| Station | Zeitraum | Funktion |
|---|---|---|
| Jusos | 2017–2021 | Bundesvorsitzender |
| Bundestag | seit 2021 | MdB, Wahlkreis Berlin-Tempelhof-Schöneberg |
| SPD | 2021–2024 | Generalsekretär |
| Rücktritt | Okt. 2024 | Aus gesundheitlichen Gründen |
| Bundestag | seit 2025 | MdB in der SPD-Fraktion (21. Bundestag) |
Aktueller Status und Einschätzung
Kühnert ist nach wie vor Mitglied des Bundestags und der SPD-Fraktion. Sein Gewicht als Parteistratege hat durch den Rücktritt vom Generalsekretärsamt abgenommen – er bleibt aber eine wichtige Stimme des linken SPD-Flügels. Ob er künftig wieder mehr Verantwortung in der Partei übernimmt, bleibt offen.
Sein vollständiges Abstimmungsverhalten finden Sie auf abgeordnetenwatch.de.
Häufige Fragen
Warum ist Kevin Kühnert aus dem SPD-Amt zurückgetreten?
Kevin Kühnert trat im Oktober 2024 aus gesundheitlichen Gründen als SPD-Generalsekretär zurück. Er nannte persönliche Gründe und kündigte eine Auszeit an.
Was hat Kevin Kühnert als Jusos-Chef erreicht?
Als Bundesvorsitzender der Jusos (2017–2021) wurde er zur bekanntesten Nachwuchsstimme der deutschen Sozialdemokratie. Seine Anti-GroKo-Kampagne trieb die innerparteiliche Diskussion über die Große Koalition maßgeblich an.
Ist Kevin Kühnert noch im Bundestag?
Kevin Kühnert ist seit 2021 Mitglied des Bundestags für den Wahlkreis Berlin-Tempelhof-Schöneberg und sitzt weiterhin in der SPD-Fraktion des 21. Bundestags.
Welche politischen Positionen vertritt Kevin Kühnert?
Kühnert zählt zum linken Flügel der SPD. Er tritt für stärkere Umverteilung, höhere Vermögenssteuern und eine aktivere Sozialpolitik ein.
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