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Empfang am Bundestag mit Limousinen und Sicherheit in Berlin

Kabinett — Bundesregierung und Minister im Überblick

Jeden Mittwochmorgen trifft sich ein kleiner Kreis im Bundeskanzleramt: der Bundeskanzler und seine Minister. Keine Kameras, keine Öffentlichkeit, keine Live-Übertragung. Was im Kabinett besprochen wird, bleibt vertraulich. Und doch werden hier die wichtigsten Entscheidungen der Exekutive vorbereitet — Gesetzentwürfe, der Bundeshaushalt, Außenpolitik.

Key-Facts: Kabinett

  • Besteht aus: Bundeskanzler + Bundesminister
  • Typische Größe: 15–17 Minister (kein festgelegtes Maximum)
  • Sitzungen: Mittwochs im Bundeskanzleramt
  • Rechtsgrundlage: Art. 62–69 Grundgesetz

Drei Prinzipien bestimmen die Regierungsarbeit

Prinzip Bedeutung GG
Kanzlerprinzip Der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik — das letzte Wort liegt bei ihm Art. 65 S. 1
Ressortprinzip Jeder Minister leitet seinen Geschäftsbereich eigenverantwortlich Art. 65 S. 2
Kollegialprinzip Bei Streit zwischen Ministern entscheidet das Kabinett gemeinsam Art. 65 S. 3

In der Realität dominiert das Kanzlerprinzip. Der Bundeskanzler kann dem Bundespräsidenten die Entlassung jedes Ministers vorschlagen — ein Machtinstrument, das selten genutzt, aber immer präsent ist. Kanzler Schroeder entließ 2005 Finanzminister Eichel, Kanzler Scholz 2024 Finanzminister Lindner — beides Momente, die Regierungen ins Wanken brachten.

Politiker im Gespräch auf dem Gang des Bundestags
Nicht alles, was im Kabinett entschieden wird, beginnt dort — die Vorarbeit findet in den Ministerien statt.

Was das Kabinett tut

Gesetzgebung: Die meisten Gesetze, die der Bundestag beschließt, wurden vom Kabinett als Regierungsentwurf eingebracht. Das Kabinett ist die Gesetzesfabrik der Republik.

Haushalt: Der Finanzminister stellt den Bundeshaushalt auf, das gesamte Kabinett muss ihn billigen, bevor er an den Bundestag geht.

Außenpolitik: Internationale Verträge, EU-Positionen, Auslandseinsätze — all das wird im Kabinett koordiniert.

Rechtsverordnungen: Minister können Verordnungen erlassen, die Gesetze konkretisieren — ohne erneute Abstimmung im Bundestag.

Koalitionslogik: Wer bekommt was?

Die Verteilung der Ministerien ist einer der härtesten Verhandlungspunkte beim Koalitionsvertrag. Traditionell beansprucht die stärkste Partei das Kanzleramt und die gewichtigsten Ressorts. Der kleinere Partner erhält proportional weniger — dafür oft inhaltlich profilierte Ministerien.

Das Außenministerium galt jahrzehntelang als „Visitenkarte des kleineren Partners“ — von Genscher (FDP) bis Fischer (Grüne). Inzwischen folgt die Verteilung eher den inhaltlichen Schwerpunkten: Die Grünen in der Ampel bekamen Wirtschaft und Außeres, die FDP das Finanzministerium.

6. November 2024, 21:58 Uhr: Scholz entlässt Lindner im Live-Statement

Am 6. November 2024 trat Bundeskanzler Olaf Scholz vor die Kameras — und erklärte öffentlich, dass er dem Bundespräsidenten die Entlassung von Finanzminister Christian Lindner (FDP) vorschlagen werde. Lindner, sagte Scholz, stelle „Parteiinteressen über das Wohl unseres Landes“. Er sei „nicht bereit, den Haushalt auf Kosten der kleinen und mittleren Einkommensgruppen zu sanieren“. Lindner antwortete wenig später mit einer eigenen Erklärung: Scholz habe ihn ultimativ aufgefordert, Verfassungsbruch zu begehen — das habe er abgelehnt. Mit dem Rauswurf des Finanzministers brach die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP auseinander. Die Bundesrepublik stand ohne Mehrheit, ohne Haushalt und ohne funktionierende Regierung da. Am 23. Februar 2025 wählte Deutschland einen neuen Bundestag — drei Monate früher als geplant. Es war das erste Mal seit 2005, dass ein amtierender Bundeskanzler einen Minister aktiv entließ anstatt auf dessen Rücktritt zu warten.

1969: Das konstruktive Misstrauensvotum – Deutschlands Antwort auf die Weimarer Instabilität

Das konstruktive Misstrauensvotum ist die wichtigste Erfindung des Grundgesetzes für die Regierungsstabilität. In der Weimarer Republik konnte der Reichstag den Kanzler stürzen – ohne einen Nachfolger zu benennen. Ergebnis: 20 Regierungen in 14 Jahren. Das Grundgesetz Artikel 67: Der Bundestag kann dem Bundeskanzler das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt. Angewendet: 1972 (Barzel gegen Brandt, scheiterte), 1982 (Kohl gegen Schmidt, Erfolg). Ergebnis: Deutschland hatte von 1949 bis 2025 erst 9 Bundeskanzler – Friedrich Merz wurde 2025 der zehnte.

Häufige Fragen

Was ist das Bundeskabinett?

Die Bundesregierung aus Bundeskanzler und Bundesministern. Es ist das oberste Exekutivorgan und entscheidet über Gesetzentwürfe, Verordnungen und die Richtlinien der Politik.

Wie werden die Bundesminister ernannt?

Auf Vorschlag des Kanzlers durch den Bundespräsidenten. In der Praxis wird die Besetzung im Koalitionsvertrag ausgehandelt.

Mehr dazu: der Bundestag · Parteien im Überblick · Große Koalition
SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Putin kündigt Feuerpause zum orthodoxen Osterfest anFAZ Politik Liveblog USA unter TrumP: Melania Trump weist Verbindung zu Epstein zurückWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinFAZ Politik Waffenstillstand: Ist China der Sieger des Irankrieges?Welt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Welt Politik „Situation wie vorher, nur mit einer besseren Position für Iran“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
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