Kubicki ist neuer FDP-Vorsitzender — Sieg gegen Strack-Zimmermann
Wolfgang Kubicki wurde am 31. Mai 2026 auf dem Bundesparteitag in Berlin zum 16. FDP-Bundesvorsitzenden gewählt. Er setzte sich gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch, die überraschend als Gegenkandidatin antrat. Neuer Generalsekretär wird Martin Hagen.
Die FDP hat ihren 16. Bundesvorsitzenden: Wolfgang Kubicki setzte sich beim Bundesparteitag am 30. und 31. Mai 2026 im Berliner Estrel-Congress-Center durch. Das Duell verlief dramatischer als erwartet — Marie-Agnes Strack-Zimmermann trat überraschend als Gegenkandidatin an und forderte den 73-jährigen Schleswig-Holsteiner heraus.
Strack-Zimmermann, die als eine der bekanntesten FDP-Politikerinnen gilt und durch ihre Arbeit im Verteidigungsbereich bundesweit bekannt wurde, hatte ihre Kandidatur erst kurzfristig vor dem Parteitag angekündigt. Die FAZ beschrieb das Aufeinandertreffen als „Duell der Schlachtrösser". Kubicki gewann — und übernimmt damit eine Partei, die in Umfragen bei rund 3 Prozent liegt und zum zweiten Mal in ihrer Geschichte nicht im Bundestag vertreten ist.
Neuer Generalsekretär wird Martin Hagen, der bayerische FDP-Landeschef. Hagen ist bekannt für einen zugespitzten, angriffslustigen politischen Stil — und soll laut Kommentatoren dem neuen Vorstand das nötige Profil geben.
Kubicki gilt als einer der streitbarsten und medienpräsentesten FDP-Politiker der vergangenen Jahrzehnte. Als Bundestagsvizepräsident (2017–2025) und langjähriger FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein verfügt er über jahrzehntelange Erfahrung. Seine Herausforderung: die FDP programmatisch neu positionieren, ohne das liberale Markenprofil aufzugeben — und sie bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 wieder über die 5-Prozent-Hürde zu führen.
Die FDP hatte zuletzt bei der Bundestagswahl 2025 mit 4,3 Prozent knapp die 5-Prozent-Hürde verfehlt. Unter Kubickis Vorgänger Christian Dürr sanken die Umfragewerte weiter auf 3 bis 3,5 Prozent. Dürr und die gesamte Parteiführung traten nach Wahlniederlagen bei Landtagswahlen im März 2026 zurück.
