Mann im Wohnheim informiert sich am Notebook über Wahlumfragen

GMS – Institut im Detail

Key-Facts

  • Name: Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS)
  • Sitz: Erfurt
  • Auftraggeber: SAT.1, regionale Tageszeitungen, Parteien
  • Methodik: Telefon (CATI), ca. 1.000–1.500 Befragte
  • Frequenz: Unregelmäßig, 1–2x/Monat

Die Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) ist eines der weniger bekannten Meinungsforschungsinstitute in Deutschland. Mit Sitz in Erfurt gehört GMS zu den Instituten, die zwar regelmäßig die Sonntagsfrage erheben, aber weniger mediale Aufmerksamkeit erhalten als Branchengrößen wie Forsa oder Infratest dimap.

Methodik und Arbeitsweise

GMS arbeitet mit computergestützten Telefoninterviews (CATI) und nutzt sowohl Festnetz- als auch Mobilfunkstichproben. Die Stichprobengröße liegt typischerweise bei 1.000 bis 1.500 Befragten pro Erhebung. Die Ergebnisse werden nach gängigen demographischen Merkmalen gewichtet.

Methodisch unterscheidet sich GMS nicht grundlegend von anderen Telefon-Instituten. Die Stärke liegt in der Abdeckung regionaler Wahlen und Landtagswahlen, wo GMS häufig für regionale Medien arbeitet.

Auftraggeber

GMS erstellt Umfragen für verschiedene Auftraggeber, darunter SAT.1, regionale Tageszeitungen und gelegentlich auch politische Parteien. Die Bandbreite der Auftraggeber ist breiter als bei spezialisierten Instituten, umfasst aber weniger große nationale Medienpartner.

Bauarbeiter liest in der Pause Wahlnachrichten auf dem Handy
GMS-Umfragen erscheinen oft in regionalen Medien und erreichen ein breites Publikum.

House Effects und Einordnung

Merkmal GMS Forsa INSA
Methodik Telefon Telefon Online
Stichprobe 1.000–1.500 ca. 2.500/Woche ca. 2.000/Woche
Frequenz 1–2x/Monat Wöchentlich Wöchentlich
Medienpartner SAT.1, regional RTL/ntv Bild/BamS
House Effects Gering bis moderat Moderat Ausgeprägt

Die House Effects von GMS sind vergleichsweise gering. Als Telefon-Institut mit Standardmethodik liefert GMS Ergebnisse, die typischerweise nahe am Durchschnitt aller Institute liegen. Größere Abweichungen sind selten und meist durch die kleinere Stichprobe erklärbar.

Wahlkampfveranstaltung mit Politikern und Publikum — Bundestagswahl Deutschland
Wahlkampfveranstaltung: Politikerinnen und Politiker um die Gunst der Wähler.

Fazit

GMS ist ein solides, unauffälliges Institut ohne methodische Extreme. Für die Umfrage-Aggregation liefert GMS einen zusätzlichen Datenpunkt, der das Gesamtbild ergänzt. Besonders wertvoll sind GMS-Umfragen bei Landtagswahlen und regionalen Erhebungen, wo das Institut eine stärkere Präsenz hat als auf Bundesebene.

2019: GMS trifft die Brandenburg-Wahl, als alle anderen daneben lagen

Zur Landtagswahl in Brandenburg am 1. September 2019 publizierten die großen Institute in den letzten Wochen Werte, die die SPD nur knapp vor der AfD sahen – Abstände von einem bis zwei Prozentpunkten. GMS legte kurz vor der Wahl eine Umfrage vor, in der die SPD klare 27 Prozent erhielt, die AfD 23 Prozent. Fast alle anderen zeigten 22–24 zu 22–25 und drückten damit Unsicherheit aus. Am Wahlabend: SPD 26,2 Prozent, AfD 23,5 Prozent. Dem kleinen Erfurter Institut war die präziseste Prognose des Abends gelungen.

GMS und der Bayern-Bias: Warum regionale Institute systematisch abweichen können

GMS ist bekannt für sein starkes Engagement bei regionalen Umfragen – besonders in Bayern, wo das Institut regelmäßig für SAT.1 Bayern und regionale Tageszeitungen arbeitet. Diese regionale Verankerung hat methodische Konsequenzen: Lokale Interviewer und regionale Panels tendieren dazu, Vertrauenswerte der politisch dominanten Partei leicht zu überschätzen. In Bayern zeigt sich das in CSU-Werten, die bei GMS-Erhebungen im Schnitt 1–2 Prozentpunkte höher liegen als bei bundesweiten Instituten ohne Bayern-Fokus. GMS selbst nutzt CATI-Telefon mit Stichproben von 1.000 bis 1.500 Befragten – methodisch solide, aber die Panelzusammensetzung spiegelt die regionale Medienlandschaft wider. Für die Einordnung von GMS-Umfragen gilt: Bundesweite Ergebnisse liegen nah am Institutsschnitt, bei Landtagswahlen in Süddeutschland sind leichte Hauseffekte möglich. House Effects erklärt →

Weiterführende Informationen: Bundeswahlleiter: Pressemitteilungen · Wikipedia: Meinungsumfrage

Häufige Fragen

Was ist GMS?

GMS (Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung) ist ein Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Erfurt. Es erstellt politische Umfragen für SAT.1, regionale Tageszeitungen und weitere Auftraggeber.

Wie arbeitet GMS methodisch?

GMS nutzt Telefoninterviews (CATI) mit Festnetz- und Mobilfunkstichproben. Die Stichprobengröße liegt bei ca. 1.000 bis 1.500 Befragten pro Erhebung.

Wie oft veröffentlicht GMS Umfragen?

GMS veröffentlicht unregelmäßig, typischerweise ein- bis zweimal pro Monat. In Wahlkampfzeiten kann die Frequenz steigen.

Mehr dazu: Politik-News · Parteien im Überblick · SPD Umfragen
Mehr dazu: Aktuelle Sonntagsfrage · Alle Umfragen-Artikel · Umfrage-Institute

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