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Ehepaar plant am Küchentisch mit Tablet ihre Wahlentscheidung

Forschungsgruppe Wahlen – Institut im Detail

Key-Facts

  • Gründung: 1974 in Mannheim
  • Rechtsform: Gemeinnütziger Verein (e.V.)
  • Sitz: Mannheim
  • Hauptauftraggeber: ZDF (Politbarometer)
  • Methodik: Telefon (Festnetz + Mobil), ca. 1.200–1.400 Befragte
  • Frequenz: Alle 2–4 Wochen (Politbarometer freitags)

Die Forschungsgruppe Wahlen (FGW) ist das Wahlforschungsinstitut des ZDF. Gegründet 1974 als gemeinnütziger Verein in Mannheim, nimmt sie eine Sonderstellung in der deutschen Umfragelandschaft ein: Sie ist kein kommerzielles Unternehmen, sondern eine wissenschaftliche Einrichtung, die eng mit der Universität Mannheim verbunden ist.

Geschichte und Struktur

Die FGW wurde 1974 von Politikwissenschaftlern der Universität Mannheim gegründet, um die Wahlberichterstattung des ZDF auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Diese akademische Verwurzelung ist bis heute spürbar: Die FGW arbeitet methodisch konservativer als kommerzielle Institute und legt besonderen Wert auf wissenschaftliche Transparenz.

Die langjährige Leitung durch Matthias Jung (bis 2019) und die Nachfolge durch jüngere Wissenschaftler haben das Institut modernisiert, ohne den akademischen Charakter aufzugeben.

Methodik

Die FGW setzt auf Telefoninterviews (Festnetz und Mobilfunk). Die Stichprobengröße liegt typischerweise bei 1.200 bis 1.400 Befragten pro Erhebung. Die Ergebnisse werden nach demographischen und regionalen Merkmalen gewichtet.

Besonderheit: Das Politbarometer umfasst neben der Sonntagsfrage auch die „Projektion“ – eine Schätzung des tatsächlichen Wahlergebnisses, die zusätzliche Faktoren wie Nichtwähler und Unentschlossene berücksichtigt. Diese Projektion weicht regelmäßig von der reinen Sonntagsfrage ab und liegt historisch näher am Wahlergebnis.

Wohnzimmer mit Fernseher zeigt Bundestagswahl-Nachrichten am Wahlabend
Am Wahlabend liefert die Forschungsgruppe Wahlen die Hochrechnungen für das ZDF.

House Effects und Treffsicherheit

Merkmal Forschungsgruppe Wahlen Infratest dimap Forsa
Auftraggeber ZDF ARD RTL/ntv
Rechtsform Gemeinnützig (e.V.) GmbH GmbH
Methodik Telefon Telefon + Online Telefon
Frequenz Alle 2–4 Wochen Wöchentlich Wöchentlich
Besonderheit Projektion (zus. zur Sonntagsfrage) Wahlabend ARD Größte Stichprobe
House Effects Gering Gering Moderat

Die FGW gilt als eines der Institute mit den geringsten House Effects. Die akademische Ausrichtung und die sorgfältige Methodik tragen dazu bei. Bei Bundestagswahlen lag die FGW-Projektion historisch oft näher am Ergebnis als die reine Sonntagsfrage anderer Institute.

Wahlumfrage-Auswertung am Laptop — Meinungsforschung und Sonntagsfrage Deutschland
Wahlumfragen liefern ein aktuelles Stimmungsbild der deutschen Bevölkerung.

Fazit

Die Forschungsgruppe Wahlen ist das akademischste unter den großen deutschen Umfrageinstituten. Die Kombination aus wissenschaftlichem Anspruch, methodischer Sorgfalt und der ZDF-Partnerschaft macht sie zu einem zuverlässigen Referenzpunkt. Die geringere Veröffentlichungsfrequenz ist der Preis für die höhere methodische Qualität – ein Trade-off, der für die Umfrage-Aggregation wertvoll ist.

2021: Das ZDF-Politbarometer prognostiziert den Machtwechsel als erstes

Am 19. September 2021, genau eine Woche vor der Bundestagswahl, veröffentlichte die Forschungsgruppe Wahlen im ZDF-Politbarometer einen Wert, der die politische Klasse aufschreckte: SPD 25 Prozent, CDU/CSU 22 Prozent. Zum ersten Mal in einem Politbarometer lag die Union dreistellig hinter der SPD. Andere Institute zögerten noch. Die FGW-Zahlen lösten eine Debatte aus, ob Armin Laschets Kandidatur noch zu retten sei — und markierten jenen Punkt, ab dem Olaf Scholz als realer Kanzlerkandidat wahrgenommen wurde. Am 26. September wurden es SPD 25,7 %, CDU/CSU 24,1 %. Das Politbarometer hatte den Ausgang sieben Tage früher klar angezeigt.

2025: KI in der Demoskopie – können Algorithmen Wahlen besser vorhersagen?

Seit 2020 experimentieren Institute mit KI-gestützten Vorhersagemodellen: Social-Media-Sentiment-Analyse (Twitter/X, Facebook), Google-Trends-Analyse, Kombination von Umfragen mit Wirtschaftsdaten. Ergebnisse gemischt: 538 (USA) kombiniert Umfragen mit politischen und wirtschaftlichen Indikatoren. In Deutschland: Keine öffentlichen KI-Modelle auf gleichem Niveau. Grundproblem: Auch KI-Modelle trainieren auf historischen Daten – und versagen bei strukturellen Brüchen (Corona, Flüchtlingskrise, neue Parteien). Die Zukunft liegt in Hybrid-Modellen: Umfragen + KI + Strukturdaten + Expert-Urteile.

Häufige Fragen

Was ist die Forschungsgruppe Wahlen?

Die Forschungsgruppe Wahlen e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Mannheim, der seit 1974 das ZDF-Politbarometer erstellt. Am Wahlabend liefert sie die Prognosen und Hochrechnungen für das ZDF.

Was ist das Politbarometer?

Das Politbarometer ist die regelmäßige politische Umfrage der FGW für das ZDF. Es umfasst die Sonntagsfrage, ein Politikerranking und Fragen zu aktuellen Sachthemen. Besonderheit ist die „Projektion“, die über die reine Sonntagsfrage hinausgeht.

Wie unterscheidet sich die FGW von anderen Instituten?

Die FGW ist ein gemeinnütziger Verein mit akademischer Anbindung, kein Wirtschaftsunternehmen. Sie veröffentlicht seltener, dafür mit hoher methodischer Sorgfalt und geringen House Effects.

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SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Spiegel Politik Donald Trump und die Abkehr von Europa: Wie seine Politik die deutsche Amerika-Lobby erschüttertTagesschau Koalition will Autofahrer durch Steuersenkung entlastenFAZ Politik Nach 125 Jahren: Australien ernennt erstmals Frau zur HeereschefinFAZ Politik Ausbildung der DITIB: Die neuen deutschen ImameSpiegel Politik Berlin: SPD-Kandidatin Uta Francisco dos Santos zieht Kandidatur in Berlin-Mitte zurückWelt Politik Jobcenter verhängen deutlich mehr Sanktionen – in 86 Prozent der Fälle ist der Grund der gleicheWelt Politik China fordert „ungehinderte“ Durchfahrt durch die Straße von HormusFAZ Politik PÉter Magyar: Der Mann, der Orbán bezwangWelt Politik „Es ist eine Erleichterung für uns alle“Spiegel Politik Deutschland: Koalition beschließt Entlastung wegen hoher Spritpreise

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