Politikfelder

Migration: Wer will wirklich was?

Kaum ein Thema spaltet die deutsche Parteienlandschaft so tief wie Migration. Hier sind keine Schattierungen — hier liegen Welten zwischen den Positionen. Das sind die echten Forderungen aus den Parteiprogrammen, nicht die weichgespülten Wahlkampffloskeln.

Grenzkontrollen — Migrationspolitik der Parteien im Vergleich

Die Positionen im Überblick

CDU / CSU

Zurückweisungen an allen deutschen Grenzen, auch ohne Dublin-Rechtsgrundlage. Asylverfahren sollen in Drittstaaten ausgelagert werden. Abschiebungen auch nach Afghanistan und Syrien. Das Wort "Remigration" wird vermieden, die Substanz ist ähnlich: Wer kein Bleiberecht hat, muss gehen — und zwar konsequent.

SPD

Fachkräftemigration ausbauen, irreguläre Migration begrenzen — aber ohne humanitäre Rechte aushebeln. Die SPD will europäische Lösungen statt nationalen Alleingängen. Abschiebungen ja, aber nur wenn das Herkunftsland sicher ist. Wer gut integriert ist und Steuern zahlt, hat bei der SPD eine Zukunft in Deutschland.

Grüne

Legale Fluchtwege statt lebensgefährlicher Überfahrten. Die Grünen lehnen Pushbacks und Außengrenzlager ab. Wer drei Jahre hier ist, arbeitet und keine Straftaten begangen hat, soll ein Bleiberecht bekommen. Das "Chancen-Aufenthaltsrecht" ist ihr Herzensthema. Grenzzurückweisungen halten sie für verfassungswidrig.

AfD

"Remigration" als offizielles Staatsziel — auch für Menschen mit Migrationshintergrund, die formal Deutsche sind. Grenzen komplett dicht. Kein Asylrecht mehr in der bisherigen Form. Die AfD will das Grundgesetz ändern, um Abschiebungen zu erleichtern. Das ist die radikalste Position im deutschen Parteiensystem.

Linke

Staatliche Seenotrettung statt privater Schiffe. Keine Abschiebungen in Krisen- und Kriegsgebiete — nicht nach Afghanistan, nicht nach Syrien. Papierlose Menschen sollen einen legalen Status bekommen, wenn sie nachweislich integriert sind. Die Linke will Grenzen öffnen und Migration als gesellschaftliche Bereicherung gestalten.

BSW

Flüchtlingsabkommen direkt mit Herkunftsländern — BSW will, dass Deutschland Abschiebungen mit Entwicklungshilfe verknüpft. Konsequente Abschiebungen bei abgelehntem Asyl, aber kein Rechtsruck wie bei der AfD. BSW positioniert sich als "vernünftige Mitte": Streng in der Praxis, aber ohne den ideologischen Aufruhr.

Kernunterschied auf einen Blick

AfD will Remigration als Staatsaufgabe — auch für hier Aufgewachsene. Die Grünen wollen legale Wege und Bleiberecht für Integrierte. Dazwischen: CDU/CSU (streng, aber ohne AfD-Ideologie), SPD (human, aber realistisch), Linke (offen) und BSW (pragmatisch streng).

Häufige Fragen

Welche Partei will die meisten Abschiebungen?
AfD und CDU/CSU fordern die konsequentesten Abschiebungen. Die AfD spricht von "Remigration" auch für Menschen mit deutschem Pass und Migrationshintergrund. Die CDU fordert Zurückweisungen an Grenzen und Asylverfahren in Drittstaaten — politisch ähnlich, aber ohne die verfassungsrechtlichen Sprengladungen der AfD.
Was unterscheidet SPD und Grüne in der Migrationspolitik?
Die SPD will irreguläre Migration begrenzen, aber humanitäre Schutzrechte wahren. Die Grünen lehnen Pushbacks ab, fordern legale Fluchtwege und ein Bleiberecht für gut Integrierte. In der Ampel-Koalition war dies ein dauerhafter Konfliktpunkt — und einer der Gründe für ihr Scheitern.
Was fordert BSW zur Migration — ist das AfD-light?
BSW will Abschiebungen und strenge Grenzen, aber ohne die ethnisch-nationalistische Ideologie der AfD. Sahra Wagenknecht betont den wirtschaftlichen Aspekt: unkontrollierte Migration drückt Löhne und belastet Sozialleistungen. Das ist ein anderes Argument als Remigration — aber die Ergebnisforderungen überschneiden sich teilweise.
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