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CDU/CSU Mitgliederzahlen — Entwicklung seit 1990

1990: über 750.000 Mitglieder. 2025: kaum noch 365.000. Die CDU schrumpft — wie alle Volksparteien. Aber die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Denn trotz des dramatischen Rückgangs bleibt die CDU die größte Partei Deutschlands. Zusammen mit der CSU kommt die Union auf rund 495.000 Mitglieder — mehr als SPD, Grüne, AfD und FDP einzeln.

Die Zahlen im Detail

Jahr CDU-Mitglieder CSU-Mitglieder Gesamt Veränderung CDU
1990 789.609 186.198 975.807
1995 657.643 179.647 837.290 −16,7 %
2000 616.722 178.457 795.179 −6,2 %
2005 571.881 170.117 741.998 −7,3 %
2010 505.314 153.890 659.204 −11,6 %
2015 444.400 144.360 588.760 −12,1 %
2018 414.905 139.130 554.035 −6,6 %
2020 399.110 137.010 536.120 −3,8 %
2022 371.986 131.420 503.406 −6,8 %
2025 ca. 365.000 ca. 130.000 ca. 495.000 −1,9 %

Key-Facts: CDU/CSU-Mitglieder

  • CDU-Mitglieder (2025): ca. 365.000
  • CSU-Mitglieder (2025): ca. 130.000
  • Gesamt CDU/CSU: ca. 495.000
  • Höchststand CDU: ca. 790.000 (1990)
  • Trend: Rückgang seit 1990, leichte Stabilisierung ab 2023

Warum die CDU schrumpft

Der Höchststand 1990 war ein Einmaleffekt. Die Wiedervereinigung spülte Hunderttausende Ostdeutsche in die Partei — viele blieben nicht lange. In den westdeutschen Verbänden verlief der Schwund langsamer, aber stetig. Die Spendenaffäre 1999/2000 verursachte einen zusätzlichen Einbruch.

Wahlkampfveranstaltung mit Politikern und Publikum — Bundestagswahl Deutschland
Wahlkampfveranstaltung: Politikerinnen und Politiker um die Gunst der Wähler.

Was viele nicht wissen: Das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder liegt bei über 60 Jahren. Das heißt, die Partei verliert jedes Jahr tausende Mitglieder allein durch Sterbefälle. Gleichzeitig treten weniger Junge bei — nicht weil sie unpolitisch wären, sondern weil sie sich anders engagieren: in Bürgerinitiativen, NGOs oder über soziale Medien. Der klassische Ortsverein mit Stammtisch hat an Anziehungskraft verloren.

Dazu kommt die Konkurrenz. Der Aufstieg der AfD seit 2013 hat Mitglieder abgezogen, die sich von der CDU nicht mehr vertreten fühlten. Und die Auflösung des katholischen Milieus — einst das Fundament der CDU-Mitgliedschaft — ist ein Langzeittrend, der sich nicht umkehren lässt.

Freunde im Gespräch über Politik und Parteimitgliedschaft
Die Parteimitgliedschaft hat für viele Bürger an Bedeutung verloren.

CSU: Stabiler als die große Schwester

Die CSU verlor im gleichen Zeitraum rund 30 Prozent ihrer Mitglieder — weniger dramatisch als die CDU mit über 50 Prozent. Der Grund: Die CSU ist in bayerischen Kommunen dichter verankert. In Bayern ist etwa jeder hundertste Einwohner CSU-Mitglied — eine Organisationsdichte, die die CDU in keinem anderen Bundesland erreicht.

Wie die CDU gegensteuert

Seit der Wahl von Friedrich Merz zum Parteivorsitzenden 2022 verzeichnet die CDU wieder mehr Neueintritte. Digitale Parteiarbeit, vereinfachte Beitrittsmöglichkeiten und die Stärkung der Jungen Union sollen den Trend bremsen. Die Verlangsamung des Rückgangs auf nur noch 1,9 Prozent zwischen 2022 und 2025 ist ein erstes Signal — ob es reicht, bleibt offen.

1990: CDU hat 790.000 Mitglieder – dann beginnt der unaufhoerliche Absturz

1990 hatte die CDU nach der Wiedervereinigung 790.000 Mitglieder – Hochpunkt der Parteigeschichte. Seither verlor die Partei in jedem Jahr Mitglieder. Jede der drei grossen Spendenaffären (Flick 1983, Schreiber 1992, Kohl-Schwarzgeld 1999) beschleunigte den Schwund. Von 790.000 auf heute rund 370.000 – mehr als halbiert in 35 Jahren. Der Mitgliederverlust der CDU ist der starkste unter allen Bundestagsparteien gemessen am prozentualen Rückgang seit dem Einheitshoch.

CDU 2025: Regierungspartei, aber mit schrumpfender Mitgliederbasis

Mit 28,5 Prozent gewann die CDU/CSU die Bundestagswahl 2025 — und Friedrich Merz wurde Bundeskanzler. Doch die Mitgliederzahlen sagen etwas anderes: Rund 365.000 CDU-Mitglieder stehen heute einer Partei gegenüber, die mit einer historisch niedrigen Mitgliederbasis eine Volkspartei im Amt verwaltet. Zum Vergleich: Die SPD hat noch knapp 360.000, die Grünen rund 130.000 Mitglieder. Mitgliedschaft und Wahlerfolg entkoppeln sich: Eine Partei kann Wahlen gewinnen, ohne Massenpartei zu sein. Ob das Modell dauerhaft trägt — oder ob fehlende Partei-Verankerung in der Fläche langfristig die Kandidatenrekrutierung und den Wahlkampf schwächt — ist eine der zentralen Fragen der deutschen Parteienforschung.

Häufige Fragen

Wie viele Mitglieder hat die CDU aktuell?

Die CDU hatte Ende 2025 rund 365.000 Mitglieder. Damit ist sie nach wie vor die mitgliederstärkste Partei Deutschlands, hat aber seit 1990 mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder verloren.

Wie viele Mitglieder hat die CSU?

Die CSU hatte Ende 2025 rund 130.000 Mitglieder. Die bayerische Schwesterpartei der CDU hat ebenfalls Mitglieder verloren, der Rückgang fiel jedoch moderater aus als bei der CDU.

Warum verlieren CDU und CSU Mitglieder?

Der Mitgliederschwund hat mehrere Ursachen: demografischer Wandel (hohes Durchschnittsalter), veränderte Formen politischen Engagements, nachlassende Parteienbindung und Konkurrenz durch neue Parteien wie AfD und BSW.

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SonntagsfrageCDU/CSU24,0%SPD13,0%Grüne13,8%AfD26,3%BSW3,8%FDP3,8%Linke10,3%YouGov · 15.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Besoldungsreform: Wie Bundesbeamte künftig bezahlt werden sollenSpiegel Politik Jan van Aken hört als Co-Vorsitzender der Linken aufWelt Politik „Mein Vertrauen in diesen Staat ist erloschen“, schreibt Shapiras Mutter in einem BrandbriefTagesschau Van Aken tritt nicht erneut als Linken-Chef anWelt Politik „Aus gesundheitlichen Gründen“ – Jan van Aken will Parteivorsitz niederlegenFAZ Politik Holocaust: Die Stimmen der Überlebenden bewahrenWelt Politik Klingbeil stellt Deutsche auf „längeren Energiepreisschock“ ein – und kritisiert die USAFAZ Politik Liveblog Irankrieg: Merz reist am Freitag zu Hormus-Beratungen nach ParisSpiegel Politik Zukunftsängste: Es ist gar nicht so leicht, ein Mensch zu sein (und zu bleiben) - MeinungSpiegel Politik Produkthaftung: Dieses Gesetzes-Update dürfte Verbrauchern gefallenTagesschau Warkens Sparpaket: Was auf Patienten zukommen könnte

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