Regierung Hamburg — Rot-Grün an der Elbe
10.000 Baugenehmigungen pro Jahr, eine neue U-Bahn-Linie, Europas drittgrößter Containerhafen — Hamburg regiert sich nicht mit großen Reden, sondern mit großen Zahlen. Der Senat unter Peter Tschentscher setzt seit 2018 auf das, was Hamburg immer ausgemacht hat: pragmatische Wirtschaftspolitik, kombiniert mit dem ökologischen Profil der Grünen.
Senat Tschentscher III
- Koalition: SPD + Grüne
- Erster Bürgermeister: Peter Tschentscher (SPD)
- Zweite Bürgermeisterin: Katharina Fegebank (Grüne)
- Im Amt seit: 2025 (Tschentscher III)
- Sitz: Rathaus Hamburg
- Mehrheit: 64 von 123 Sitzen
Hafen, U5 und 10.000 Wohnungen
Hamburgs politische Agenda dreht sich um drei Großprojekte: Die U5 — das größte Infrastrukturprojekt der Stadtgeschichte, vollautomatisch, 24 Kilometer, Milliarden-Budget. Der Hafen — Modernisierung der Terminals, Digitalisierung der Logistik, Konkurrenz mit Rotterdam und Antwerpen. Und der Wohnungsbau — 10.000 Baugenehmigungen jährlich in einer der teuersten Städte Deutschlands.
Kabinett
| Ressort | Senator/in | Partei |
|---|---|---|
| Erster Bürgermeister | Peter Tschentscher | SPD |
| Zweite Bürgermeisterin, Wissenschaft | Katharina Fegebank | Grüne |
| Finanzen | Andreas Dressel | SPD |
| Inneres und Sport | Andy Grote | SPD |
| Justiz | Anna Gallina | Grüne |
| Stadtentwicklung und Wohnen | Karen Pein | SPD |
| Schule und Berufsbildung | Ties Rabe | SPD |
| Umwelt, Klima, Energie | Jens Kerstan | Grüne |
| Wirtschaft und Innovation | Melanie Leonhard | SPD |
| Verkehr und Mobilitätswende | Anjes Tjarks | Grüne |
| Kultur und Medien | Carsten Brosda | SPD |
Hamburg hat drei Stimmen im Bundesrat. Die Hansestadt nutzt sie vor allem für maritime Interessen, Hafenpolitik und städtische Themen.
Das COSCO-Debakel: Als Berlin Hamburg überstimmte
2022 wollte der chinesische Staatskonzern COSCO 35% Anteile am Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen kaufen. Tschentschers Senat unterstützte das Vorhaben — COSCO ist einer der größten Hafen-Kunden Hamburgs, die Geschäftsbeziehung hat strategische Bedeutung.
Die Bundesregierung unter Scholz reduzierte den genehmigten Anteil auf 24,9% — unter die Sperrminoritätsschwelle. Sechs Ministerien hatten Einspruch erhoben, darunter das Wirtschafts- und das Innenministerium. Tschentscher war verärgert. Der Vorfall wurde zum Symbol für das Spannungsverhältnis zwischen Hamburger Wirtschaftspragmatismus und bundesweiter China-Skepsis. Hamburg denkt als Handelsstadt, Berlin denkt als Sicherheitsstaat. Beide haben Argumente.
Hamburgs politisches Erbe: Vom G20-Schock zur stabilen Regierung
Juli 2017. Hamburg richtet den G20-Gipfel aus. Auf der einen Seite: Staatschefs im Congress Center. Auf der anderen: die schwersten Ausschreitungen der Bundesrepublik seit Jahren. Straßen in Flammen, Plünderungen im Schanzenviertel, über 400 verletzte Polizisten. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) erntete heftige Kritik — zu wenig Polizei, zu späte Intervention. Das Bild der brennenden Autos im Schanzenviertel begleitete Scholz bis in seine Kanzlerkandidatur. Tschentscher trat 2018 Scholzs Nachfolge an — und hat seitdem, anders als sein Vorgänger, keine nationalpolitischen Ambitionen gezeigt. Hamburger Regierungskunst bedeutet für ihn: die Stadt regieren, nicht die Partei.
2003: PISA-Schock und Bildungsföderalismus – warum 16 verschiedene Schulsysteme ein Problem sind
Der PISA-Schock 2001 offenbarte: Deutsche Schüler schnitten im internationalen Vergleich schlecht ab. Und: Die Unterschiede zwischen Bundesländern waren riesig. Bayern: Weit über OECD-Schnitt. Bremen: Weit darunter. Das Problem: Bildung ist Ländersache. 16 Ministerien, 16 Lehrpläne, 16 Abitur-Standards. Der Bildungsföderalismus schafft Ungleichheit: Ein Kind in Bayern bekommt eine andere Bildung als in Berlin. Koordinierungsversuche: KMK (Kultusministerkonferenz) beschloss nationale Bildungsstandards. Trotzdem: Das Abitur aus Bayern ist kein gleichwertiges Signal wie das aus einem Hamburger Gesamtschule.
Häufige Fragen
Wer regiert in Hamburg?
SPD und Grüne unter Peter Tschentscher (SPD).
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