Wahlkreis 241: Tübingen – Erststimmen, Analyse und Profil
Key-Facts: Wahlkreis 241
- Wahlkreis-Nr.: 241
- Name: Tübingen
- Bundesland: Baden-Württemberg
- Gewinner BTW 2025: Grüne (27,9 %)
Tübingen ist eine der renommiertesten Universitätsstädte Deutschlands. Die kleine Stadt am Neckar hat eine der höchsten Akademiker-Quoten der Republik.
Tübingen wählt grün. Boris Palmer hat als grüner Oberbürgermeister die Stadt geprägt. Bei Bundestagswahlen gehört Tübingen zu den stärksten Grünen-Wahlkreisen.
Wirtschaft und Struktur
Universitätsstädte in Baden-Württemberg wählen progressiver als das Umland. Die hohe Akademiker-Quote, junge Bevölkerung und internationale Prägung verschieben das Parteienspektrum zugunsten der Grünen.
Die wirtschaftliche Lage eines Wahlkreises beeinflusst das Wahlverhalten unmittelbar. Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Kaufkraft tendieren zu den Volksparteien, während strukturschwache Gebiete anfälliger für Protestparteien sind. Im Wahlkreis 241 zeigt sich dieses Muster deutlich in den Erststimmen-Ergebnissen.
Ergebnis der Bundestagswahl 2025
Die Bundestagswahl 2025 brachte im Wahlkreis 241 Tübingen ein klares Ergebnis. Die Grüne sicherte sich das Direktmandat mit 27,9 Prozent der Erststimmen und lag damit deutlich vor der Konkurrenz.
| Partei | Erststimmen 2025 | Rang |
|---|---|---|
| Grüne | 27,9 % | 1 – Direktmandat |
| CDU | 27,3 % | 2 |
| SPD | 16,7 % | 3 |
| AfD | 10,8 % | 4 |
| FDP | 5,6 % | 5 |
| Sonstige | 11,7 % | 6 |
Politische Einordnung
Die Bundestagswahl 2025 bestätigte den Trend der letzten Jahre in Baden-Württemberg: Die CDU ist wieder stärkste Kraft, nachdem die Grünen bei der Landtagswahl 2021 noch vorne lagen. Der Erststimmen-Vorsprung der CDU wächst in den ländlichen Wahlkreisen, während die Universitätsstädte weiterhin grün tendieren. Die AfD liegt in Baden-Württemberg unter dem Bundesschnitt, ist aber in einzelnen Wahlkreisen wie Pforzheim deutlich überdurchschnittlich.
Im Wahlkreis 241 bestätigt sich dieses Muster. Die Grüne konnte ihre Position als stärkste Kraft behaupten und das Direktmandat gewinnen. Die CDU folgt auf Platz zwei, während die SPD den dritten Rang belegt. Bemerkenswert ist das Abschneiden der AfD mit 10,8 Prozent – ein Wert, der die politische Stimmung in der Region widerspiegelt.
Historische Entwicklung
Die Wahlkreise in Baden-Württemberg haben sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Während die großen Volksparteien in den 1980er-Jahren noch gemeinsam über 80 Prozent der Stimmen holten, liegt ihr Anteil heute bei rund 50 bis 60 Prozent. Die Fragmentierung des Parteiensystems – mit Grünen, AfD und zeitweise FDP als relevanten Kräften – hat die politische Landschaft auch im Wahlkreis 241 grundlegend verändert.
Die Zweitstimmen-Verteilung weicht dabei oft erheblich von den Erststimmen ab. Wählerinnen und Wähler nutzen zunehmend das Stimmensplitting: Die Erststimme geht an den aussichtsreichsten Kandidaten der bevorzugten politischen Richtung, die Zweitstimme an die Wunschpartei. Dieses Verhalten erklärt, warum die Grüne bei den Erststimmen oft stärker abschneidet als bei den Zweitstimmen.
Wahlbeteiligung und Demografie
Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 241 lag bei der Bundestagswahl 2025 im Bereich des Landesdurchschnitts von Baden-Württemberg. In den städtischen Gebieten ist die Beteiligung tendenziell niedriger als in den ländlichen Gemeinden – ein Muster, das sich bundesweit beobachten lässt.
Demografisch verändert sich der Wahlkreis: Die Bevölkerung altert, junge Menschen ziehen in die Großstädte. Gleichzeitig wächst der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund. Diese Entwicklungen verschieben langfristig die politischen Gewichte – ob zugunsten konservativer oder progressiver Kräfte, zeigt sich erst in den kommenden Wahlen.
Lage des Wahlkreises
Wahlkreise in der Nähe
1953: CDU holt erste absolute Mehrheit – Wirtschaftswunder als Wahlkampf
Die Bundestagswahl 1953 war Adenauers Triumph: CDU/CSU erreichte 45,2 Prozent – erste (und bis 1957 einzige) Fälle einer Mehrheit in der Bundesrepublik. Das Wirtschaftswunder unter Ludwig Erhard trieb die Wahlbeteiligung auf 86 Prozent. 200 Wahlkreise gingen direkt an die CDU. Die SPD (28,8 Prozent) blieb in der Opposition. Fünf-Prozent-Hürde galt erstmals bundesweit – mehrere Parteien flogen heraus. 1957 gewann die CDU/CSU sogar 50,2 Prozent – absolute Mehrheit, bis heute unerreicht. Das Wirtschaftswunder machte Adenauer unbesiegbar.
Häufige Fragen
Wer hat den Wahlkreis 241 bei der Bundestagswahl 2025 gewonnen?
Die Grüne gewann den Wahlkreis 241 Tübingen mit 27,9 Prozent der Erststimmen.
Welchem Bundesland gehört Wahlkreis 241 an?
Der Wahlkreis 241 Tübingen gehört zum Bundesland Baden-Württemberg.
Weiterlesen
AfD gleichauf mit der Union
Erstmals beide bei 25 Prozent — was das für die Direktmandate bedeutet.
Alle 299 Wahlkreise
Karte aller Bundestagswahlkreise mit Erst- und Zweitstimmen.
Aktuelle Sonntagsfrage
Was aktuelle Wahlumfragen für den Bundestag bedeuten.
Erststimme & Zweitstimme
Wie funktioniert das deutsche Zweistimmensystem?
Alle 16 Bundesländer
Sonntagsfragen und Landtags-Umfragen.
630 Abgeordnete
Alle Mitglieder des Deutschen Bundestags im Profil.