Wahlkreis 122: Frankfurt am Main I – Die Skyline wählt
Wenn ausländische Journalisten Deutschland besuchen, fahren sie nach Berlin – oder nach Frankfurt. Die Skyline, die EZB, der Flughafen: Frankfurt ist Deutschlands Fenster zur Welt. Der Wahlkreis 122 umfasst das Herz der Bankenmetropole – und liefert eines der politisch vielfältigsten Ergebnisse in ganz Hessen.
Steckbrief: Wahlkreis 122
- Wahlkreis-Nr.: 122
- Bundesland: Hessen
- Gebiet: Frankfurt Innenstadt, Sachsenhausen, Nordend, Westend, Bankenviertel
- Einwohner: ~310.000
- Wahlberechtigte: ~195.000
- Gewinner 2025: CDU (28,6 %)
- Gewinner 2021: SPD
Bankenviertel und Börse
Die Frankfurter Börse, die Deutsche Bank, die Commerzbank, die EZB – der Wahlkreis 122 konzentriert mehr finanzielle Macht auf wenigen Quadratkilometern als jeder andere Ort in Kontinentaleuropa. Das Bankenviertel mit seinen Wolkenkratzern prägt nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Wählerstruktur: Gut verdienende Finanzangestellte, internationale Fachkräfte und eine hohe Fluktuation der Bewohner machen den Wahlkreis volatiler als ländliche Gebiete.
Nordend und Sachsenhausen: Grün und urban
Abseits der Glasfassaden liegt das Nordend – einer der beliebtesten Stadtteile Frankfurts. Jung, studentisch, mit Cafés und Altbauten. Hier erreichen die Grünen in manchen Stimmbezirken über 25 Prozent. Sachsenhausen südlich des Mains verbindet Museumsufertradition mit Apfelweinkultur und einer zunehmend gentrifizierten Wohnlage. Die Mischung macht Frankfurt I zum vielfältigsten Wahlkreis Hessens – kein Lager hat eine klare Mehrheit.
Erststimmen 2025
| Partei | Erststimmen |
|---|---|
| CDU | 28,6 % |
| SPD | 24,2 % |
| Grüne | 15,4 % |
| AfD | 11,2 % |
| FDP | 6,4 % |
| BSW | 4,6 % |
| Linke | 4,1 % |
| Sonstige | 5,5 % |
Bemerkenswert: Die Grünen liegen mit 15,4 % knapp hinter der SPD – und weit vor dem hessischen Durchschnitt. Die AfD bleibt mit 11,2 % deutlich unter dem Landesschnitt: In internationalen, urbanen Milieus findet die Partei wenig Resonanz.
Lage des Wahlkreises
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1957: Adenauer alleine – einzige absolute Mehrheit in der Geschichte der BRD
Die Bundestagswahl 1957 ist einzigartig: CDU/CSU erhielt 50,2 Prozent – absolute Mehrheit der Stimmen und absolute Mehrheit der Sitze. Kein anderer Bundeskanzler hat das je erreicht. Konrad Adenauer hätte theoretisch ohne Koalitionspartner regieren können. Er nahm trotzdem die Deutsche Partei mit. Der Wahlslogan: "Keine Experimente!" – ein Appell an Stabilität im Wirtschaftswunder. Die SPD (31,8 Prozent) verlor deutlich. 270 Direktmandate gingen an die CDU. Adenauer war 81 Jahre alt und auf dem Höhepunkt seiner Macht. Sechs Jahre später musste er zurücktreten.
Häufige Fragen
Warum sind die Grünen in Frankfurt I so stark?
Die urbanen, akademisch geprägten Stadtteile Nordend und Sachsenhausen bringen eine junge, umweltbewusste Wählerschaft mit. Klimapolitik, Radverkehr und Diversität sind hier wahlentscheidend.
Wie unterscheidet sich Frankfurt I von Frankfurt II?
Frankfurt I umfasst die Innenstadt, Sachsenhausen, Nordend und das Bankenviertel. Frankfurt II deckt die östlichen und nördlichen Stadtteile ab. Frankfurt I ist wohlhabender und stärker dienstleistungsorientiert.
Wie international ist der Wahlkreis?
Frankfurt hat rund 30 % Ausländeranteil. Viele davon sind nicht wahlberechtigt, was die Wahlbeteiligung relativ zur Einwohnerzahl drückt. Die Wahlberechtigten sind überdurchschnittlich mobil und akademisch gebildet.
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