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Joe Biden – Ex-Präsident der USA

Joe Biden — Ex-Präsident der USA

Joe Biden im Überblick

  • Partei: Demokraten
  • Amt / Rolle: Ex-Präsident der USA
  • Geburtsjahr: 1942
  • Bundesstaat: Delaware

Frühe Jahre und Ausbildung

Joseph Robinette Biden Jr. wurde am 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania, geboren und wuchs in Wilmington, Delaware, auf. Sein Vater war Gebrauchtwagenverkäufer, die Familie gehörte zur Mittelschicht. Biden besuchte die University of Delaware (Abschluss 1965) und anschließend die Syracuse University Law School (Abschluss 1968). Bereits als Kind kämpfte er mit einem Stottern – eine Erfahrung, die ihn nach eigenen Angaben für das Leid anderer sensibilisierte und die er später offen thematisierte.

Jüngster Senator und persönliche Tragödie

1972, mit nur 29 Jahren, wurde Biden als einer der jüngsten Senatoren der US-Geschichte in den Senat gewählt – er erreichte das vorgeschriebene Mindestalter von 30 Jahren erst zwischen Wahl und Amtsantritt. Wenige Wochen nach dem Wahlsieg starben seine erste Frau Neilia und seine einjährige Tochter Naomi bei einem Autounfall. Seine Söhne Beau und Hunter überlebten schwer verletzt. Biden überlegte, das Amt niederzulegen, leistete dann aber den Amtseid am Krankenbett seiner Söhne und pendelte fortan täglich mit dem Zug zwischen Wilmington und Washington – eine Gewohnheit, die ihm den Spitznamen „Amtrak Joe“ einbrachte.

Die persönlichen Verluste prägten Bidens gesamte politische Karriere. 2015 starb sein Sohn Beau Biden mit 46 Jahren an einem Gehirntumor – ein Verlust, der Biden nach eigenem Bekunden davon abhielt, 2016 gegen Hillary Clinton für die Präsidentschaft zu kandidieren.

Washington Monument mit amerikanischen Flaggen
Die National Mall in Washington, D.C. – Schauplatz von Bidens Amtseinführung am 20. Januar 2021 unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen nach dem 6. Januar.

36 Jahre im Senat

Von 1973 bis 2009 vertrat Biden den Bundesstaat Delaware im US-Senat. Er wurde sechsmal wiedergeählt und gehörte zu den dienstlängsten Senatoren seiner Generation. Er leitete den Judiciary Committee (Justizausschuss), wo er die Bestätigungshörungen für Supreme-Court-Richter Robert Bork (1987) und Clarence Thomas (1991) führte. Außerdem stand er dem Foreign Relations Committee (Außenausschuss) vor und formte die außenpolitische Debatte über Jahrzehnte mit – von den Balkankriegen über den Irakkrieg bis zu den Beziehungen mit Russland und China.

Im Senat war Biden für seinen überparteilichen Stil bekannt. Er arbeitete mit Republikanern an Gesetzen wie dem Violence Against Women Act (1994), der häusliche Gewalt unter Bundesrecht stellte, und an Kriminalitätsbekämpfungsgesetzen, die später allerdings wegen ihrer Auswirkungen auf Minderheiten kritisiert wurden.

Frühere Präsidentschaftskandidaturen

Biden kandidierte zweimal erfolglos für die Präsidentschaft: 1988 scheiterte er früh nach einem Plagiatsvorwurf (er hatte in einer Rede Passagen des britischen Politikers Neil Kinnock übernommen). 2008 trat er erneut an, konnte sich aber gegen Barack Obama und Hillary Clinton nicht durchsetzen und schied nach den Vorwahlen in Iowa aus.

Vizepräsident unter Obama 2009–2017

Barack Obama wählte Biden als Running Mate – eine strategische Entscheidung, die Bidens außenpolitische Erfahrung und seine Verbindung zur weißen Arbeiterklasse nutzte. Acht Jahre lang diente Biden als Vizepräsident und gestaltete die Außen- und Innenpolitik der Obama-Administration aktiv mit. Er übernahm die Koordination des Recovery Act (Konjunkturpaket) nach der Finanzkrise 2008/09, verhandelte Haushaltsdeals mit dem republikanischen Kongress und war federführend bei der Irak-Politik und den Beziehungen zur Ukraine.

Präsidentschaftswahl 2020

2020 trat Biden ein drittes Mal an und gewann die Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump mit dem höchsten Stimmenanteil in der US-Geschichte – 81 Millionen Stimmen und 306 Wahlmänner im Electoral College. An seiner Seite als Vizepräsidentin: Kamala Harris. Die Wahl fand unter den besonderen Bedingungen der COVID-19-Pandemie statt, mit einem Rekordanteil an Briefwahl.

Präsidentschaft 2021–2025

Bidens Präsidentschaft begann am 20. Januar 2021 – zwei Wochen nach dem Sturm auf das Kapitol – unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Zu seinen wichtigsten legislativen Erfolgen zählen:

  • American Rescue Plan (2021): 1,9 Billionen Dollar COVID-Konjunkturpaket mit Direktzahlungen, erweiterten Arbeitslosenhilfen und Impfprogrammen
  • Infrastructure Investment and Jobs Act (2021): 1,2 Billionen Dollar für Straßen, Brücken, Breitband und Schienenverkehr – das größte Infrastrukturgesetz seit Eisenhower
  • CHIPS and Science Act (2022): 280 Milliarden Dollar zur Förderung der heimischen Halbleiterproduktion und Forschung
  • Inflation Reduction Act (2022): Das größte Klimagesetz der US-Geschichte mit rund 370 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien sowie Maßnahmen zur Senkung von Medikamentenpreisen

Außenpolitisch erneuerte Biden transatlantische Bündnisse, koordinierte die westliche Unterstützung der Ukraine nach der russischen Invasion 2022 und organisierte den (umstrittenen) Abzug aus Afghanistan im August 2021. Die Ukraine-Hilfe umfasste Milliarden an militärischer und wirtschaftlicher Unterstützung und wurde auch in der deutschen Bundestagsdebatte intensiv diskutiert.

Rückzug 2024

Im Juli 2024 zog Biden seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit zurück. Auslöser war eine schwache Debattenleistung gegen Trump am 27. Juni 2024, die parteiinterne Zweifel an seiner Fitness verstärkte. Innerhalb weniger Tage forderten prominente Demokraten seinen Rückzug. Biden unterstützte Vizepräsidentin Kamala Harris als Nachfolgerin. Am 20. Januar 2025 übergab er das Amt an Donald Trump.

Politische Positionen

Biden vertritt den moderaten Flügel der Demokraten: pragmatisch, kompromissbereit, institutionentreu. Wirtschaftspolitisch setzte er auf große Investitionsprogramme („Bidenomics“), höhere Unternehmenssteuern und Stärkung der Gewerkschaften. In der Außenpolitik stand die Erneuerung transatlantischer Bündnisse im Zentrum – ein Kontrast zur aktuellen Trump-Linie.

Gesellschaftspolitisch unterstützt er das Recht auf Abtreibung, schärfere Waffengesetze und LGBTQ-Rechte. Sein politischer Ansatz ähnelt in vielen Punkten dem sozialdemokratischer Parteien in Europa, bleibt aber in der Umsetzung deutlich marktfreundlicher.

Wahlergebnisse

WahlPositionStimmenErgebnis
1972US-Senator Delaware50,5%Sieg
2008VizepräsidentSieg (mit Obama)
2012VizepräsidentSieg (mit Obama)
2020Präsident51,3%Sieg gegen Trump

Häufige Fragen zu Joe Biden

Wie alt ist Joe Biden?

Biden wurde am 20. November 1942 geboren und ist damit 83 Jahre alt (Stand April 2026). Er war bei Amtsantritt 2021 der älteste US-Präsident der Geschichte – ein Rekord, den Trump 2025 noch übertraf.

Warum trat Biden 2024 nicht mehr an?

Biden zog seine Kandidatur im Juli 2024 zurück, nachdem eine schwache Debattenleistung gegen Trump und parteiinterne Kritik an seiner körperlichen und geistigen Fitness den Druck erhöht hatten. Er unterstützte Vizepräsidentin Kamala Harris als Nachfolgerin.

Was war der Inflation Reduction Act?

Der Inflation Reduction Act (2022) ist das größte Klimagesetz der US-Geschichte mit rund 370 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien, Elektromobilität und Emissionsreduzierung. Es enthält zudem Maßnahmen zur Senkung von Medikamentenpreisen.

Wie lange war Biden Senator?

Biden vertrat Delaware von 1973 bis 2009 im US-Senat – insgesamt 36 Jahre. Er wurde mit 29 Jahren gewählt und war damit einer der jüngsten Senatoren der US-Geschichte.

Welche Gesetze hat Biden als Präsident durchgesetzt?

Zu den wichtigsten Gesetzen zählen der American Rescue Plan (1,9 Bio. Dollar COVID-Hilfe), der Infrastructure Investment and Jobs Act (1,2 Bio. Dollar), der CHIPS and Science Act (Halbleiter-Förderung) und der Inflation Reduction Act (Klima und Gesundheit).

Mehr dazu: Sonntagsfrage erklärt · US-Wahlsystem · Bundestag-Umfragen · Glossar
SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Tagesschau Koalition will Autofahrer durch Steuersenkung entlastenFAZ Politik Nach Orbáns Niederlage: Freudentaumel am DonauuferWelt Politik Irans Marinechef nennt Trumps Drohung „lächerlich“ – Blockade sei „Akt der Piraterie“Welt Politik „Wir werden die Energiesteuer um 17 Cent pro Liter senken“FAZ Politik Deutschland-Liveblog: Regierung senkt Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin für zwei MonateSpiegel Politik Deutschland: Koalition beschließt Entlastung wegen hoher SpritpreiseWelt Politik Hunderte Afghanen klagen gegen Entzug von AufnahmezusagenSpiegel Politik Livestream: Friedrich Merz stellt Ergebnisse der Verhandlungen der Koalition vorFAZ Politik Liveblog Irankrieg: USA beginnen Seeblockade Irans am NachmittagSpiegel Politik FDP: Parteienforscher sieht Wolfgang Kubicki als Risiko für weiteren RechtsruckZDF heute Zahlen Kassen zu viel für ein Krebsmittel?

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