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Wahlurne im Wahllokal — Symbolbild für FDP-Wahlergebnisse

FDP Wahlergebnisse nach Bundesländern

Key-Facts: FDP in den Bundesländern

  • Hochburgen: Baden-Württemberg, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz
  • Schwachpunkte: Ostdeutsche Bundesländer, Bremen, Saarland
  • Bestes Landesergebnis: 21,0 % (Baden-Württemberg, 1972)
  • Aktuelle Landtage: In keinem Landtag mehr vertreten (Stand 2026)
  • Regierungsbeteiligungen: Zuletzt NRW und SH (bis 2022)
  • Partei: FDP-Übersicht

Die FDP ist eine Westpartei. Im Osten war sie nie wirklich angekommen — und seit 2025 ist sie auch im Westen Geschichte. Das klingt hart, aber die Zahlen sind eindeutig: 0,9 Prozent in Sachsen, 1,0 in Brandenburg, 1,1 in Thüringen. Das sind keine Ergebnisse einer Partei, die dort noch existiert. Und selbst in den westdeutschen Hochburgen, wo die FDP jahrzehntelang zweistellig abschnitt, reicht es inzwischen nur noch knapp über — oder knapp unter — die Fünfprozenthürde.

Die aktuelle Lage: Landtagswahlergebnisse

Bundesland Letzte LTW Ergebnis Im Landtag?
Baden-Württemberg 2021 10,5 % Ja
Bayern 2023 3,0 % Nein
Berlin 2023 4,6 % Nein
Brandenburg 2024 1,0 % Nein
Bremen 2023 5,1 % Ja
Hamburg 2025 2,2 % Nein
Hessen 2023 5,0 % Ja
Mecklenburg-Vorpommern 2021 5,8 % Ja
Niedersachsen 2022 4,7 % Nein
Nordrhein-Westfalen 2022 5,9 % Ja
Rheinland-Pfalz 2021 5,5 % Ja
Saarland 2022 4,8 % Nein
Sachsen 2024 0,9 % Nein
Sachsen-Anhalt 2021 6,4 % Ja
Schleswig-Holstein 2022 6,4 % Ja
Thüringen 2024 1,1 % Nein

Baden-Württemberg: Die letzte Bastion

Wenn die FDP irgendwo noch eine Machtbasis hat, dann in Baden-Württemberg. 10,5 Prozent bei der Landtagswahl 2021 — das war das beste Landesergebnis der jüngsten Zeit und eine andere Welt als die Ergebnisse in Sachsen oder Brandenburg. Der Grund liegt in der Wirtschaftsstruktur: starker Mittelstand, viele Selbstständige und Freiberufler, ein traditionsreiches liberales Bürgertum im Stuttgarter Raum, das seit Generationen FDP wählt.

Auch Nordrhein-Westfalen war historisch ein FDP-Stammland. Christian Lindner begann hier seine Karriere, und von 2017 bis 2022 regierte die FDP als Juniorpartner der CDU mit. In Hessen und Rheinland-Pfalz existieren noch gewachsene Parteistrukturen — allerdings mit Ergebnissen, die nur hauchdünn über der Hürde liegen. Eine Landtagswahl im falschen Moment, und auch diese Vertretungen fallen weg.

Politisches Engagement in Deutschland — FDP-Wahlergebnisse regional
Die FDP-Landkarte zeigt ein dramatisches West-Ost-Gefälle.

Ostdeutschland: Unter der Wahrnehmungsgrenze

Die Zahlen aus Sachsen (0,9 %), Brandenburg (1,0 %) und Thüringen (1,1 %) bei den Landtagswahlen 2024 liegen im Bereich von Splitterparteien. Das sind keine temporären Schwächen — die FDP hat im Osten nie wirklich Fuß gefasst. Nach der Wiedervereinigung brachte die Fusion mit den ostdeutschen Blockparteien (LDPD) zwar kurzfristig Mitglieder, aber keine nachhaltige Wählerbasis.

Der strukturelle Grund: Die liberale Kernklientel — Selbstständige, Freiberufler, Akademiker mit hohem Einkommen — ist in Ostdeutschland dünner gesät. Die wirtschaftsliberal gesinnten Wähler, die es gibt, hat inzwischen großtenteils die AfD abgezogen — mit einem populistischeren Angebot, das über reine Wirtschaftspolitik hinausgeht.

Stadtstaaten und die bayerische Wüste

In Hamburg kam die FDP 2025 auf 2,2 Prozent — irrelevant. In Berlin immerhin 4,6 Prozent, knapp gescheitert. Bremen ist mit 5,1 Prozent eine der wenigen verbliebenen Vertretungen. Und Bayern? 3,0 Prozent bei der Landtagswahl 2023. In Bayern dominiert die CSU das bürgerliche Lager so vollständig, dass für eine liberale Partei kein Platz bleibt. Die FDP war in Bayern fast nie relevant — das ist kein Verfall, sondern Normalzustand.

Was die Karte über die Partei verrät

Die regionale Verteilung der FDP-Ergebnisse erzählt die Geschichte einer Partei, deren Wählerbasis schrumpft und sich gleichzeitig konzentriert. Wo es Mittelstand gibt, gibt es noch FDP-Stimmen. Wo der Mittelstand fehlt oder abwandert, verschwindet auch die FDP. Auf Bundesebene ist die Entscheidung gefallen: Bei der Bundestagswahl 2025 scheiterte die FDP mit 4,3 Prozent an der Fünfprozenthürde — das zweite Bundestagsaus nach 2013. Ob die Partei auf Landesebene stark genug bleibt, um bei der nächsten Bundestagswahl erneut anzutreten, hängt vor allem davon ab, ob sie in Baden-Württemberg und NRW ihre Basis halten kann.

2016: FDP verliert in 8 von 16 Laendern den Landtag – tiefster Stand der Parteigeschichte

Nach der Bundestagskatastrophe 2013 folgten Landtagswahlen, in denen die FDP serienweise scheiterte. 2016 war sie nur noch in 5 von 16 Landesparlamenten vertreten. Im Tiefpunkt 2013/2014 fehlte sie sogar aus dem Bundestag und war in mehr als der Haelfte der Laender nicht im Parlament. Die Rueckkehr begann mit der Europawahl 2014 (3,4%) – noch unter der Huerde – und dem Wiedereinzug in Bayern (5,3%) im gleichen Jahr. Christian Lindners Strategie der klaren Positionierung und des Verzichts auf unpassende Koalitionen (NRW 2017: Besser nicht regieren als falsch regieren) fuehrte zur Bundestagsrueckkehr 2017.

2025: FDP scheitert erneut – was folgt nach dem zweiten Bundestagsaus?

Nach dem historischen Ausscheiden 2013 und dem Comeback 2017 scheiterte die FDP bei der Bundestagswahl 2025 mit 4,3 Prozent erneut an der Fünf-Prozent-Hürde. Parteichef Christian Lindner trüg den Koalitionsbruch der Ampel im November 2024 als politisches Erbe in die Wahl – und verlor. Seitdem führt Wolfgang Kubicki die Partei kommissarisch. Ob die FDP auf Landesebene ihre verbliebenen Hochburgen hält und 2029 erneut bundesweit antritt, entscheidet sich in den Landtagswahlen 2026 bis 2028.

Häufige Fragen

In welchen Bundesländern ist die FDP am stärksten?

Traditionelle FDP-Hochburgen sind Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. In diesen westdeutschen Flächenländern erreichte die Partei bei Landtagswahlen regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse.

Wie schneidet die FDP in Ostdeutschland ab?

In den ostdeutschen Bundesländern ist die FDP traditionell schwächer. In Sachsen, Thüringen und Brandenburg kam die Partei 2024 auf unter zwei Prozent. Die liberale Stammwählerschaft ist im Osten deutlich kleiner.

In welchen Landesregierungen war die FDP zuletzt vertreten?

Zuletzt war die FDP in NRW (2017–2022, Schwarz-Gelb) und Schleswig-Holstein (2017–2022, Jamaika) an Landesregierungen beteiligt. Aktuell ist die Partei an keiner Landesregierung beteiligt.

Mehr dazu: Glossar · Forsa · Bundesländer-Umfragen
SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Selenskyj stimmt Putins Feuerpause zuFAZ Politik Deutschland-Liveblog: Verteidigungsministerium:  Genehmigungspflicht für Auslandsreisen entfälltFAZ Politik Liveblog Irankrieg: USA wollen Gespräche zwischen Israel und dem Libanon ausrichtenZDF heute Vorschau "maybrit illner" 9. April 2026Welt Politik Putin kündigt Feuerpause in der Ukraine während orthodoxer Ostertage anWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinWelt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
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