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Regierungspolitik in MV

Regierung Mecklenburg-Vorpommern — Schwesig-Land

34 von 79 Sitzen. Die SPD hält in Mecklenburg-Vorpommern fast die Hälfte aller Landtagsmandate — alleine. Mit der Linken als Juniorpartner (9 Sitze) verfügt Manuela Schwesig über 43 Sitze und damit eine solide Mehrheit. Es ist Schwesig-Land — kein anderer Landespolitiker in Deutschland dominiert sein Bundesland so deutlich.

Kabinett Schwesig II

  • Koalition: SPD + Linke
  • MP: Manuela Schwesig (SPD)
  • Im Amt seit: November 2021
  • Sitz: Staatskanzlei Schwerin
  • Mehrheit: 43 von 79 Sitzen

Wind, Wellen, Wasserstoff

MVs wirtschaftliche Zukunft steht auf drei Säulen: Offshore-Windenergie in der Ostsee (MV produziert bereits mehr Strom aus Erneuerbaren als es verbraucht), Tourismus (30+ Millionen Übernachtungen jährlich) und Wissenschaft (Universitätsstädte Rostock und Greifswald). Dazu kommen beitragsfreie Kitas als familienpolitisches Aushängeschild.

Windenergie: MV liefert für ganz Deutschland

Mecklenburg-Vorpommern produziert mehr Strom als es verbraucht — und das seit Jahren durch Wind. Über 2.000 Windkraftanlagen stehen im Land, mit einer installierten Leistung von rund 3.500 Megawatt onshore. Hinzu kommen mehrere Offshore-Windparks in der Ostsee (u.a. Baltic 1 und Baltic 2, betrieben von EnBW). Der Überschuss-Strom wird über Hochspannungsleitungen in andere Bundesländer exportiert, vornehmlich nach Hamburg und Niedersachsen. Schwesig hat Windkraft zum Schwerpunkt ihrer Regierungsarbeit gemacht: MV will bis 2035 100% Erneuerbarer erreichen und Wasserstoff-Exporteur für Europa werden. Der Bau eines Terminals für grünen Wasserstoff in Lubmin — am gleichen Standort, an dem einst Nord Stream 2 anlanden sollte — ist ein Symbol dieses Kurswechsels: Vom Gazprom-Empfänger zum grünen Energieexporteur.

Kabinett

RessortMinister/inPartei
MinisterpräsidentinManuela SchwesigSPD
Inneres, Bau, DigitalisierungChristian PegelSPD
FinanzenHeiko GeueSPD
Wirtschaft, Infrastruktur, TourismusReinhard MeyerSPD
Justiz, GleichstellungJacqueline BernhardtLinke
BildungSimone OldenburgLinke
Klimaschutz, Landwirtschaft, UmweltTill BackhausSPD
Wissenschaft, KulturBettina MartinSPD
Soziales, Gesundheit, SportStefanie DreseSPD
Parlamentarische Sitzung im Plenarsaal — Länderpolitik und Bundesrat im Wechselspiel
Parlamentarische Sitzung im Plenarsaal — Länderpolitik und Bundesrat im Wechselspiel.

Die SPD hält sieben Ministerien, die Linke zwei (Justiz und Bildung). Die Dominanz ist erdrückend. MV entsendet drei Stimmen in den Bundesrat.

Wahlumfrage-Auswertung am Laptop — Meinungsforschung und Sonntagsfrage Deutschland
Wahlumfragen liefern ein aktuelles Stimmungsbild der deutschen Bevölkerung.

Die Stiftungsaffäre: Nord Stream und die Klimaschutz-Stiftung MV

2021 gründete die Landesregierung MV die Klimaschutz-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern. Der eigentliche Zweck war ein anderer: Die Stiftung sollte russische Zahlungen für die Fertigstellung der Nord-Stream-2-Pipeline auffangen — um US-Sanktionen gegen am Bau beteiligte Unternehmen zu umgehen. Russland zahlte 20 Millionen Euro in die Stiftung. Nach Kriegsbeginn in der Ukraine 2022 wurde die Stiftung aufgelöst.

Die Affäre wurde zum größten Skandal der Schwesig-Regierung. Die CDU-Opposition warf der Ministerpräsidentin vor, die Stiftung als „Tarnorganisation für Russland“ geschaffen zu haben. Schwesig erklärte später, sie habe sich in der Russlandpolitik getäuscht. Die Affäre schadete ihrem Ansehen bundesweit dauerhaft — eine Kanzlerkandidatur, die zeitweise diskutiert worden war, kam nie in Betracht.

Warum MV trotzdem SPD-Land bleibt

Trotz der Stiftungsaffäre überstand Schwesig alle Umfragen. Der Grund ist strukturähnlich wie in Sachsen: Im dünn besiedelten Nordosten fehlt der SPD kein Gegenmodell. Die CDU hat in MV seit 2002 keinen Ministerpräsidenten mehr gestellt. Die starke Bindung an Schwesig persönlich — sie hatte 2019 eine Krebserkrankung öffentlich gemacht und überwunden — überlagert parteipolitische Kritik.

1999: Bundesrat und Vermittlungsausschuss – wie Länder Bundesgesetze bremsen

Der Bundesrat kann Bundesgesetze aufhalten. Zustimmungsgesetze (ca. 40 Prozent aller Bundesgesetze) brauchen Bundesrats-Mehrheit. Einspruchsgesetze (60 Prozent) kann der Bundestag überstimmen – aber nicht ohne Verhandlung. Der Vermittlungsausschuss (je 16 Bundesrats- und Bundestagsmitglieder) schlichtet bei Konflikten. Typisches Szenario: CDU regiert den Bund, SPD dominiert den Bundesrat. Dann wird jedes große Reformgesetz im Bundesrat blockiert oder abgemildert. So geschehen bei Schröders Agenda 2010. Das System zwingt zur Kompromissfindung – das ist oft gut, manchmal lähmend.

Häufige Fragen

Wer regiert in MV?

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Mehr dazu: Politik-News · Große Koalition
SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Wahl in Ungarn: „Ein Sieg für die Demokratie, nicht nur in Europa, sondern weltweit“Spiegel Politik Reformpaket: Die Koalition handelt. EndlichWelt Politik Windkraft-Subventionen kürzen? Damit ruft Reiche mehr als einen Aiwanger auf den PlanWelt Politik China fordert „ungehinderte“ Durchfahrt durch die Straße von HormusWelt Politik „Der Iran hat sich sein eigenes Schutzgeldsystem geschaffen“FAZ Politik Wut auf Leo XIV.: Trump will keinen Papst, der es wagt, ihn zu kritisierenSpiegel Politik »Verschiebebahnhof« und »vollkommen naiv« – Opposition und Verbände kritisieren Spritpläne der RegierungTagesschau Blitzermarathon: Polizei verstärkt Radarkontrollen in DeutschlandSpiegel Politik Donald Trump und die Abkehr von Europa: Wie seine Politik die deutsche Amerika-Lobby erschüttertTagesschau Koalition will Autofahrer durch Steuersenkung entlastenFAZ Politik Nach 125 Jahren: Australien ernennt erstmals Frau zur Heereschefin

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