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Terry Reintke

Terry Reintke — Grüne/EFA-Fraktionsvorsitzende

Key-Facts: Terry Reintke

  • Name: Terry Reintke
  • Geboren: 9. Mai 1987, Gelsenkirchen, Deutschland
  • Amt: Co-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion
  • Fraktion: Grüne/EFA (Europäische Freie Allianz)
  • Land: Deutschland
  • Im Amt seit: 2023 (Fraktionsvorsitz)

Terry Reintke ist Co-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament und war 2024 Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen für die Europawahl. Die aus Gelsenkirchen stammende Politikerin vertritt seit 2014 die Grünen im EU-Parlament und hat sich insbesondere in den Bereichen Gleichstellung, LGBTIQ-Rechte und soziale Gerechtigkeit einen Namen gemacht.

Biografie & Karriere

Reintke wurde 1987 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet geboren, einer Region, die vom Strukturwandel nach dem Ende des Kohlebergbaus geprägt ist. Diese Erfahrung prägte ihr politisches Interesse an gerechter Transformation und sozialer Klimapolitik.

Sie studierte European Studies an der Universität Maastricht und der Freien Universität Berlin. Während des Studiums engagierte sie sich bei der Grünen Jugend und in der europäischen Grünen Bewegung.

2014 wurde sie mit 27 Jahren ins Europäische Parlament gewählt – als eine der jüngsten deutschen Abgeordneten. In ihrer ersten Legislaturperiode arbeitete sie im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie im Ausschuss für die Rechte der Frau. 2019 wurde sie wiedergewählt.

Im Oktober 2023 übernahm sie gemeinsam mit dem Belgier Philippe Lamberts den Fraktionsvorsitz der Grünen/EFA. Bei der Europawahl 2024 war sie Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen, obwohl die Fraktion Sitzverluste hinnehmen musste.

Politische Positionen

Reintke vertritt die Kernpositionen der Grünen: ambitionierte Klimapolitik, soziale Gerechtigkeit und den Schutz von Grundrechten. Sie setzt sich für die volle Umsetzung des European Green Deal ein und fordert höhere Investitionen in erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastruktur.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf LGBTIQ-Rechten. Sie setzt sich für eine EU-weite Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen ein und kritisiert Verstöße gegen die Rechte sexueller Minderheiten in EU-Mitgliedstaaten wie Ungarn und Polen. Bei einer denkwürdigen Parlamentsdebatte 2023 trug sie die Regenbogenfahne im Plenarsaal.

In der Wirtschaftspolitik plädiert sie für eine „Just Transition“ – einen sozial gerechten Strukturwandel, der Arbeitnehmer in vom Wandel betroffenen Regionen (wie dem Ruhrgebiet oder Kohleregionen) mitnimmt. Sie unterstützt die EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzen und den Emissionshandel.

EU-Rolle

Die Grünen/EFA-Fraktion umfasst nach der Europawahl 2024 rund 53 Sitze und ist damit die fünftgrößte Fraktion. Obwohl sie an Sitzen verloren hat, bleibt sie ein wichtiger Partner für Mehrheitsbildungen im Parlament, insbesondere bei Klima- und Umweltgesetzgebung.

Reintke positioniert die Fraktion als progressive Kraft, die sowohl mit der Mitte (S&D, Renew) als auch mit der Linken kooperieren kann. In der neuen Legislaturperiode konzentriert sich die Fraktion auf die Umsetzung des Green Deals, die Verteidigung der Rechtsstaatlichkeit und die soziale Dimension der EU-Politik.

ZeitraumAmt / PositionInstitution
2024–heuteCo-Vorsitzende Grüne/EFA (wiedergewählt)Europäisches Parlament
2024Spitzenkandidatin EuropawahlEuropäische Grüne Partei
2023–2024Co-Vorsitzende Grüne/EFAEuropäisches Parlament
2019–2023MdEP, stellv. FraktionsvorsitzendeEuropäisches Parlament
2014–2019Mitglied des Europäischen ParlamentsEuropäisches Parlament

2024: Terry Reintke führt Grüne ins EP – trotz starkem Verlust die Fraktion zusammengehalten

Bei der EP-Wahl 2024 verloren die europäischen Grünen stark: Die Greens/EFA-Fraktion schrumpfte von 72 auf 53 Sitze. Terry Reintke (Grüne, Deutschland) blieb Fraktionsvorsitzende. Die Grünen verloren in Deutschland (11,9% auf 11,9%), Frankreich (4,4% auf 5,5%) und anderen westeuropäischen Ländern. In Osteuropa blieben sie marginalisiert. Reintke hatte die Grünen als Spitzenkandidatin mit dem deutschen Grundeinkommens-Aktivisten Bas Eickhout (Niederlande) angetreten. Die Verluste spiegelten den europäischen Trend: Klimasorgen stiegen, aber Kostenfolgen des Green Deal wurden Wahlthema. Die Grünen konnten ihren 2019er Hochstand nicht halten.

Häufige Fragen

Was ist die Grüne/EFA-Fraktion?

Die Fraktion der Grünen/Europäische Freie Allianz vereint grüne und regionalistische Parteien im EU-Parlament. Dazu gehören unter anderem Bündnis 90/Die Grünen (Deutschland), EELV (Frankreich) und die Piratenpartei (Tschechien). Die Fraktion hat rund 53 Sitze.

Was bedeutet „Just Transition“?

Der Begriff beschreibt einen sozial gerechten Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Arbeitnehmer und Regionen, die vom Kohleausstieg oder Strukturwandel betroffen sind, sollen durch Umschulungen, Investitionen und Sozialprogramme unterstützt werden. Die EU hat dafür den Just Transition Fund eingerichtet.

Wie haben die Grünen bei der Europawahl 2024 abgeschnitten?

Die Grünen/EFA verloren bei der Europawahl 2024 deutlich an Sitzen (von 72 auf rund 53). Ursachen waren unter anderem eine geringere Präsenz des Klimathemas im Wahlkampf und Konkurrenz durch andere progressive Parteien.

SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Welt Politik „Es werden Steuergelder mobilisiert, die man woanders besser gebrauchen könnte“FAZ Politik Migration und Gewalt: Den inneren Frieden sichernFAZ Politik Merz und die Erwartungen: Eine Koalition der blanken NervenWelt Politik „Anders als Ursula von der Leyen kann man Orbán abwählen“FAZ Politik Nach Belästigungsvorwürfen: Mansoori entlässt seinen engsten politischen VertrautenSpiegel Politik AfD: Rüdiger Lucassen zum Rückzug gedrängtTagesschau Verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion zurückgetretenWelt Politik „Ungarns Platz ist in Europa“ – Warum Russland für den neuen Premier dennoch wichtig bleibtTagesschau "Soziale Schieflage": Deutliche Kritik an Entlastungsplänen der KoalitionSpiegel Politik Friedrich Merz und Katherina Reiche: Machtkampf in der Energiepreis-KriseSpiegel Politik Mecklenburg-Vorpommern: Die AfD ist nicht zu stoppen? Das glaubt nicht mal die AfD

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