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Wahllokal mit Wahlurne und Stimmzetteln

Alle Bundestagswahl-Ergebnisse seit 1949

Von Adenauers absoluter Mehrheit 1957 bis zur Zersplitterung in sieben Fraktionen 2017 — 76 Jahre Bundestagswahlen erzählen die Geschichte einer Demokratie im Wandel. Was als Drei-Parteien-System begann (CDU/CSU, SPD, FDP teilten sich über 90 Prozent der Stimmen), ist heute ein Vielparteienparlament, in dem selbst 28 Prozent für den ersten Platz reichen.

Die folgende Tabelle ist das Herzstück dieser Seite: 21 Wahlen, alle relevanten Parteien, Wahlbeteiligung inklusive. Scrollen Sie durch — die Zahlen sprechen für sich.

Ergebnisse aller 21 Bundestagswahlen

JahrCDU/CSUSPDFDPGrüneLinke/PDSAfDBSWBeteiligung
194931,0%29,2%11,9%78,5%
195345,2%28,8%9,5%86,0%
195750,2%31,8%7,7%87,8%
196145,3%36,2%12,8%87,7%
196547,6%39,3%9,5%86,8%
196946,1%42,7%5,8%86,7%
197244,9%45,8%8,4%91,1%
197648,6%42,6%7,9%90,7%
198044,5%42,9%10,6%1,5%88,6%
198348,8%38,2%7,0%5,6%89,1%
198744,3%37,0%9,1%8,3%84,3%
199043,8%33,5%11,0%5,0%2,4%77,8%
199441,4%36,4%6,9%7,3%4,4%79,0%
199835,1%40,9%6,2%6,7%5,1%82,2%
200238,5%38,5%7,4%8,6%4,0%79,1%
200535,2%34,2%9,8%8,1%8,7%77,7%
200933,8%23,0%14,6%10,7%11,9%70,8%
201341,5%25,7%4,8%8,4%8,6%4,7%71,5%
201732,9%20,5%10,7%8,9%9,2%12,6%76,2%
202124,1%25,7%11,5%14,8%4,9%10,3%76,6%
202528,5%16,4%4,3%11,6%8,8%20,8%4,9%82,5%

Drei Zahlen stechen heraus: die 50,2 Prozent der Union 1957 (nie wieder erreicht), die 91,1 Prozent Wahlbeteiligung 1972 (ebenfalls nie wieder erreicht) und die 20,8 Prozent der AfD 2025 — das höchste Ergebnis einer neuen Partei bei ihrem dritten Bundestagswahlantritt in der Geschichte der Republik.

Was die Tabelle erzählt

Das Ende der Volksparteien-Dominanz

1976 vereinten CDU/CSU und SPD zusammen 91,2 Prozent der Stimmen. 2025 waren es nur noch 44,9 Prozent — weniger als die Hälfte. Dieser Rückgang ist kein linearer Trend, sondern kam in Schüben: 1983 mit dem Einzug der Grünen, 2005 mit der Erstarkung der Linken im Westen, 2013/2017 mit dem Aufstieg der AfD. Jede neue Partei fraß sich in das Stammwählerpotenzial der Volksparteien.

Die FDP: Rekorde und Abstieg

Die Liberalen waren 60 Jahre lang der ewige Koalitionspartner — mal mit der Union, mal mit der SPD. Ihr Höchstwert: 14,6 Prozent unter Guido Westerwelle 2009. Ihr Tiefpunkt: 4,3 Prozent 2025, das zweite Mal nach 2013 unter der Hürde. Keine andere Partei in der Geschichte der Bundesrepublik hat so extreme Schwankungen erlebt, ohne dauerhaft zu verschwinden.

Bundestag-Flur mit Politikern in Berlin
76 Jahre Bundestagswahlen: Vom Drei-Parteien-System zum fragmentierten Parlament.

Wahlbeteiligung: Kein eindeutiger Trend

Die Geschichte der Wahlbeteiligung ist keine einfache Verfallsgeschichte. Sie stieg von 78,5 Prozent (1949) auf den Rekord von 91,1 Prozent (1972), fiel dann über vier Jahrzehnte auf den Tiefststand von 70,8 Prozent (2009) und erholte sich seitdem wieder auf 82,5 Prozent (2025). Die hohe Beteiligung 2025 dürfte mit der außergewöhnlichen Polarisierung und dem Bruch der Ampelkoalition zusammenhängen — Wähler gehen eher zur Urne, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas auf dem Spiel steht.

Zum Vergleich: Aktuelle Umfragewerte (Stand: 08.04.2026)

Würde heute gewählt, würden die Parteien laut Mittelwert aller Institute so abschneiden:

CDU/CSU: 25,7% (-2,8 ggü. Wahl 2025) · SPD: 12,3% (-4,1) · AfD: 25,7% (+4,9) · Grüne: 13,7% (+2,1) · BSW: 3,5% (-1,4) · FDP: 3,3% (-1,0) · Linke: 10,2% (+1,4)

Alle Institute im Detail →

1972: SPD mit 45,8 Prozent – das beste Ergebnis einer Partei seit 1957

Bei der Bundestagswahl am 19. November 1972 erzielte die SPD unter Willy Brandt 45,8 Prozent – das beste Ergebnis der SPD-Geschichte und das hoechste einer nicht-unionspartei. CDU/CSU kamen auf 44,9 Prozent. Es war die einzige Bundestagswahl, bei der die SPD vor der CDU/CSU lag. Ausloeser: das konstruktive Misstrauensvotum gegen Brandt, das im April 1972 nur um zwei Stimmen scheiterte. Die erzwungene Neuwahl mobilisierte eine beispiellose Waehlerbegeisterung fuer Brandt – und loeste einen Eintrittsboom in der SPD aus: 1972 traten 150.000 Menschen ein. Es blieb ein einmaliger historischer Hochpunkt.

Häufige Fragen zu Bundestagswahl-Ergebnissen

Wie viele Bundestagswahlen gab es bisher?

Seit Gründung der Bundesrepublik 1949 fanden 21 Bundestagswahlen statt. Die jüngste war die Bundestagswahl am 23. Februar 2025, bei der die CDU/CSU unter Friedrich Merz stärkste Kraft wurde.

Wann hatte die CDU/CSU die absolute Mehrheit?

Konrad Adenauer erreichte 1957 mit 50,2 Prozent die einzige absolute Mehrheit in der Geschichte der Bundesrepublik. Seitdem hat keine Partei mehr allein die Mehrheit der Sitze errungen — und angesichts der Fragmentierung des Parteiensystems ist es äußerst unwahrscheinlich, dass es je wieder passieren wird.

Wie hat sich die Wahlbeteiligung entwickelt?

Die Wahlbeteiligung erreichte 1972 mit 91,1 Prozent ihren Höchststand und sank bis 2009 auf 70,8 Prozent. Seitdem steigt sie wieder und lag 2025 bei 82,5 Prozent — der höchste Wert seit 1998.

Mehr dazu: Briefwahl · SPD Umfragen · 299 Wahlkreise
SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Selenskyj stimmt Putins Feuerpause zuFAZ Politik Deutschland-Liveblog: Verteidigungsministerium:  Genehmigungspflicht für Auslandsreisen entfälltFAZ Politik Liveblog Irankrieg: USA wollen Gespräche zwischen Israel und dem Libanon ausrichtenZDF heute Vorschau "maybrit illner" 9. April 2026Welt Politik Putin kündigt Feuerpause in der Ukraine während orthodoxer Ostertage anWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinWelt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
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