Volker Wissing – Verkehrsminister mit historischem Parteiübertritt
Steckbrief: Volker Wissing
- Partei: CDU (ehemals FDP)
- Geburtsjahr: 1969, Alzey (RLP)
- Beruf: Jurist
- Parteiübertritt: FDP → CDU, November 2024
- Frühere Ämter: Bundesminister für Digitales und Verkehr (2021–2025), RLP-Wirtschaftsminister (2016–2021), FDP-Generalsekretär (2020–2021)
Volker Wissing vollzog im November 2024 einen der seltensten Schritte in der deutschen Parteiengeschichte: Er verließ die FDP und trat der CDU bei. Auslöser war der Koalitionsbruch der Ampel, dem Wissing anders als die FDP-Parteiführung nicht folgen wollte. Die Entscheidung machte ihn in der FDP zur umstrittenen Figur – und in der CDU zu einem Neuzugang mit erheblicher Regierungserfahrung.
FDP-Karriere in Rheinland-Pfalz und Bundesebene
Wissing baute seine politische Karriere in Rheinland-Pfalz auf. Als FDP-Wirtschaftsminister in der rot-gelb-grünen Landesregierung (2016–2021) sammelte er Koalitionserfahrung auf Landesebene. 2020 wurde er kurzzeitig FDP-Generalsekretär – eine Position, die er nach der Bundestagswahl 2021 aufgab, als er als Bundesverkehrsminister ins Kabinett einzog.
Als Minister für Digitales und Verkehr war Wissing für einige der größten Infrastrukturprojekte der Legislaturperiode verantwortlich. Das Deutschlandticket (49-Euro-Ticket) wurde zu seinem bekanntesten Projekt – ein großer Erfolg bei Pendlern und Nahverkehrsnutzern, aber politisch dauerhaft umkampft wegen der Finanzierungsfrage.
Der Parteiübertritt und seine Folgen
Als Christian Lindner im November 2024 nach seiner Entlassung die Ampelkoalition für beendet erklärte und die FDP die Regierung verließ, verweigerte Wissing den Auszug. Er blieb als Minister in der geschaaftsführenden Bundesregierung, verlor aber damit seine FDP-Mitgliedschaft faktisch. Kurz danach vollzog er den formellen Übertritt zur CDU.
Die FDP reagierte mit Empoerung. Lindner und andere führende FDP-Politiker bezeichneten Wissings Handeln als Verrat an der Partei. In der CDU wurde er als Beweis dafür gewertet, dass pragmatische Politiker auch in der Ära des Koalitionsbruchs regierungsfähig blieben.
| Station | Zeitraum | Funktion |
|---|---|---|
| Rheinland-Pfalz | 2016–2021 | Wirtschaftsminister (FDP) |
| FDP | 2020–2021 | Generalsekretär |
| Bundesregierung | 2021–2025 | Bundesminister für Digitales und Verkehr |
| Parteiübertritt | Nov. 2024 | FDP → CDU nach Koalitionsbruch |
Häufige Fragen
Warum wechselte Volker Wissing von der FDP zur CDU?
Nach dem Koalitionsbruch der Ampel im November 2024 entschied sich Wissing, nicht mit der FDP die Koalition zu verlassen. Er blieb als Minister und trat kurz darauf der CDU bei – ein seltener Parteiübertritt, der in der FDP für Empoerung sorgte.
Was hat Volker Wissing als Verkehrsminister getan?
Als Bundesminister für Digitales und Verkehr war Wissing für Modernisierung des Schienennetzes und Digitalisierung zuständig. Das 49-Euro-Ticket wurde unter seiner Ägide eingeführt.
Hat Volker Wissing ein Bundestagsmandat?
Volker Wissing hat nach der Bundestagswahl 2025 als CDU-Mitglied kein eigenes Mandat gewonnen. Sein weiterer politischer Weg ist noch offen.
Woher kommt Volker Wissing?
Volker Wissing wurde 1969 in Alzey (Rheinland-Pfalz) geboren. Er war lange FDP-Landespolitiker in Rheinland-Pfalz, bevor er 2021 ins Bundeskabinett wechselte.
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Christian Lindner
Ehemaliger FDP-Chef, Architekt des Koalitionsbruchs.
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