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Tino Chrupalla – Co-Bundessprecher der AfD und Abgeordneter im Deutschen Bundestag

Tino Chrupalla – Co-Bundessprecher der AfD und Abgeordneter im Bundestag

Steckbrief: Tino Chrupalla

  • Partei: AfD
  • Wahlkreis: Görlitz (Nr. 157)
  • Mandat: Direktmandat (Erststimme)
  • Beruf: MdB, Co-Bundessprecher der AfD
  • Geburtsjahr: 1975 (aktuell 50 Jahre)
  • Geburtsort: Weißwasser, Sachsen
  • Bildung: Maler- und Lackierermeister

Tino Chrupalla gehört zu den ungewöhnlichsten Karrieren in der deutschen Bundespolitik. Vom selbständigen Handwerksmeister in der sächsischen Kleinstadt Weißwasser stieg er innerhalb weniger Jahre zum Co-Vorsitzenden der AfD auf. Als einer der wenigen Parteivorsitzenden ohne akademischen Hintergrund repräsentiert er einen Politikertypus, der im Bundestag selten anzutreffen ist.

Vom Handwerker zum Parteichef

Tino Chrupalla wurde 1975 in Weißwasser in Sachsen geboren, einer Kleinstadt in der Oberlausitz nahe der polnischen Grenze. Nach der Schule erlernte er das Maler- und Lackiererhandwerk und legte später die Meisterprüfung ab. Anschließend gründete er einen eigenen Handwerksbetrieb, den er über Jahre hinweg führte. Diese berufliche Herkunft unterscheidet ihn deutlich von der Mehrheit der Bundestagsabgeordneten, die überwiegend akademische Berufswege vorweisen.

Sein Einstieg in die Politik erfolgte 2015, als er in die AfD eintrat. Die Partei befand sich zu diesem Zeitpunkt im Wandel von einer eurokritischen Professorenpartei hin zu einer breiteren Protestbewegung. Chrupalla gehörte zu jenen Mitgliedern, die der AfD ein stärker volksnahes Profil gaben – insbesondere in Ostdeutschland, wo die Partei frühzeitig hohe Zustimmungswerte erreichte.

Politischer Aufstieg

Bei der Bundestagswahl 2017 gelang Tino Chrupalla ein beachtlicher Erfolg: Er gewann den Wahlkreis Görlitz (Nr. 157) per Direktmandat und zog damit als einer der wenigen AfD-Abgeordneten über die Erststimme in den Bundestag ein. In einem Wahlkreis, der zuvor von der CDU gehalten wurde, setzte sich Chrupalla gegen den Amtsinhaber durch – ein Ergebnis, das bundesweit Aufmerksamkeit erregte.

Der Aufstieg in der Parteihierarchie folgte rasch. Bereits 2019 wurde Chrupalla zum Bundessprecher der AfD gewählt, zunächst in einer Doppelspitze mit Jörg Meuthen. Seit 2022 teilt er sich den Parteivorsitz mit Alice Weidel. Parallel dazu fungiert er als Co-Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion. Die Arbeitsteilung zwischen Weidel und Chrupalla gilt als eingespielt: Während Weidel das wirtschaftspolitische Profil der Partei vertritt, steht Chrupalla eher für die ostdeutsche Perspektive und die handwerklich-mittelständische Basis.

Pressestatement im Bundestag – Medienarbeit gehört zum Alltag der Fraktionsvorsitzenden
Pressestatements und Interviews gehören zum Alltag der Fraktionsvorsitzenden im Bundestag.

Die Doppelspitze Weidel-Chrupalla

Die Doppelspitze der AfD mit Alice Weidel und Tino Chrupalla bildet einen bewussten Kontrast. Weidel, promovierte Volkswirtin mit Erfahrung in der internationalen Finanzbranche, und Chrupalla, Handwerksmeister aus der sächsischen Provinz, sollen gemeinsam die Breite der AfD-Wählerschaft abbilden. Diese Konstellation spiegelt auch die Spannungsfelder innerhalb der Partei wider: West und Ost, Akademiker und Arbeiter, wirtschaftsliberal und sozialpopulistisch.

Bei der Bundestagswahl 2025 verteidigte Chrupalla sein Direktmandat im Wahlkreis Görlitz. Die AfD erreichte mit rund 20,8 Prozent der Zweitstimmen ihr bisher bestes Bundesergebnis und wurde zur größten Oppositionsfraktion im 21. Deutschen Bundestag. Auch in Sachsen schnitt die Partei überdurchschnittlich stark ab.

Der Messerangriff 2023

Im Jahr 2023 wurde Tino Chrupalla bei einem Messerangriff verletzt. Der Vorfall ereignete sich bei einer öffentlichen Veranstaltung und sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Die Attacke löste eine breite Debatte über die Sicherheit von Politikern und die Zunahme politisch motivierter Gewalt in Deutschland aus. Chrupalla erholte sich von den Verletzungen und nahm seine parlamentarische Arbeit wieder auf.

Politische Positionen

Thematisch setzt Chrupalla auf drei Schwerpunkte. In der Handwerkspolitik fordert er Bürokratieabbau und bessere Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe – ein Thema, das er aus eigener Erfahrung kennt. In der Außenpolitik wird Chrupalla eine vergleichsweise russlandfreundliche Position zugeschrieben; er hat sich wiederholt für diplomatische Lösungen und gegen Sanktionen ausgesprochen, was innerhalb und außerhalb der AfD kontrovers diskutiert wird. In der Ostdeutschland-Politik setzt er sich für eine stärkere Berücksichtigung ostdeutscher Interessen ein und thematisiert Abwanderung, Strukturwandel und die Folgen der Wiedervereinigung.

Wahlkreis 157: Görlitz

Der Wahlkreis Görlitz (Nr. 157) liegt im äußersten Osten Sachsens an der Grenze zu Polen. Er umfasst den Landkreis Görlitz und damit Gebiete der Oberlausitz und der Niederschlesischen Oberlausitz. Die Region ist geprägt vom Strukturwandel nach dem Ende des Braunkohleabbaus und dem demografischen Wandel. Chrupalla gewann diesen Wahlkreis erstmals 2017 direkt und konnte ihn seither bei jeder Bundestagswahl verteidigen.

MerkmalDetails
NameTino Chrupalla
ParteiAfD
FunktionCo-Bundessprecher, Co-Fraktionsvorsitzender
WahlkreisGörlitz (Nr. 157)
MandatsartDirektmandat (Erststimme)
Geburtsjahr1975
GeburtsortWeißwasser, Sachsen
Erlernter BerufMaler- und Lackierermeister
AfD-Mitglied seit2015
Im Bundestag seit2017
Co-Bundessprecher seit2019
Doppelspitze mit Weidel seit2022
Nebentätigkeiten0 gemeldet

Transparenz und weiterführende Informationen

Alle Abgeordneten sind verpflichtet, Nebentätigkeiten und Nebeneinkünfte offenzulegen. Das vollständige Profil von Tino Chrupalla mit Abstimmungsverhalten und allen gemeldeten Tätigkeiten finden Sie auf abgeordnetenwatch.de.

Erfahren Sie mehr über die AfD, alle AfD-Abgeordneten im Bundestag oder stöbern Sie in unserer Übersicht aller Bundestagsabgeordneten.

2013: AfD gruendet sich – und scheitert knapp an Fuenf-Prozent-Huerde

Am 6. Februar 2013 wurde die Alternative für Deutschland (AfD) in Berlin gegründet. Gründungsvater war Bernd Lucke, Ökonomie-Professor aus Hamburg. Das Gruendungsprogramm war eurokritisch, nicht rechtsextrem. Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 erzielte die AfD 4,7 Prozent – und scheiterte knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Es war das Mal, wo ein direktes Mandat hätte retten können. 2014 zog die AfD ins Europaparlament ein; seitdem ist sie auf Bundesebene vertreten. Lucke verliess die AfD 2015 wegen des Rechtsrucks.

Häufige Fragen

Welchen Beruf hat Tino Chrupalla vor der Politik ausgeübt?

Tino Chrupalla ist gelernter Maler- und Lackierermeister. Er führte vor seiner politischen Karriere einen eigenen Handwerksbetrieb in Weißwasser, Sachsen.

Seit wann ist Tino Chrupalla im Bundestag?

Tino Chrupalla zog 2017 erstmals über ein Direktmandat im Wahlkreis Görlitz in den Deutschen Bundestag ein. Seitdem hat er seinen Wahlkreis bei jeder Wahl direkt gewonnen.

Was ist die Doppelspitze der AfD?

Die AfD wird seit 2022 von einer Doppelspitze geführt: Tino Chrupalla und Alice Weidel sind gemeinsam Bundessprecher der Partei. Zuvor hatte Chrupalla den Posten seit 2019 zusammen mit Jörg Meuthen inne.

Wie hat Tino Chrupalla seinen Wahlkreis gewonnen?

Chrupalla gewann den Wahlkreis Görlitz (Nr. 157) per Direktmandat. Die Wählerinnen und Wähler haben sich mit ihrer Erststimme direkt für ihn entschieden.

Wurde Tino Chrupalla Opfer eines Angriffs?

Ja, im Jahr 2023 wurde Tino Chrupalla bei einem Messerangriff verletzt. Der Vorfall erregte bundesweite Aufmerksamkeit und löste eine Debatte über die Sicherheit von Politikern aus.

SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Liveblog Ukrainekrieg: Putin kündigt Feuerpause zum orthodoxen Osterfest anFAZ Politik Liveblog USA unter TrumP: Melania Trump weist Verbindung zu Epstein zurückWelt Politik „Die Lügen müssen ein Ende haben“ – Melania Trump bestreitet Verbindungen zu EpsteinFAZ Politik Waffenstillstand: Ist China der Sieger des Irankrieges?Welt Politik Martin Sellner hält Migrationsvortrag in Straßenbahn – Unternehmen ist „schockiert“Welt Politik „Situation wie vorher, nur mit einer besseren Position für Iran“Spiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindSpiegel Politik Buchenwald: Gericht bestätigt Verbot für »Kufiyas in Buchenwald«Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-Aufholjagd
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