Wahlkreis 187: Dortmund II – Wo Dortmund in die Zukunft schaut
Key-Facts: Wahlkreis 187
- Wahlkreis-Nr.: 187
- Name: Dortmund II
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
- Gebiet: Südliche Dortmunder Stadtteile
- SPD 2025: 27,6 % | CDU: 26,4 %
- Grüne 2025: 11,2 %
- Gewinner BTW 2025: SPD (Erststimme)
Wer Dortmund nur als graue Industriestadt kennt, war noch nie im Süden. Hombruch, Hörde, Aplerbeck – hier stehen Eigenheime mit Gärten, hier liegt der Phoenix-See, ein künstlicher See auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks, der zum Symbol für den Dortmunder Strukturwandel geworden ist. Und hier liegt die TU Dortmund, umgeben von einem Technologiepark, in dem über 300 Unternehmen arbeiten.
TU Dortmund und Technologiepark
Die Technische Universität Dortmund, mit rund 34.000 Studierenden, ist der akademische Motor des südlichen Wahlkreises. Ihr Campus liegt abseits der Innenstadt, verbunden durch die H-Bahn – eine Hängebahn, die als Unikum des öffentlichen Nahverkehrs gilt. Die TU ist stark in Ingenieurwissenschaften, Informatik und Raumplanung; der angrenzende Technologiepark nutzt diese Nähe für Ausgründungen und Kooperationen.
Der Technologiepark Dortmund ist einer der größten Deutschlands: über 300 Unternehmen, mehr als 10.000 Beschäftigte, Schwerpunkte in IT-Sicherheit, Mikrosystemtechnik und Logistik-Software. Was in den siebziger Jahren als Idee begann, die Uni an die Wirtschaft anzubinden, ist heute ein funktionierendes Innovationscluster.
Phoenix-See: Strukturwandel als Wasserlandschaft
Wo bis 2001 das Stahlwerk Phoenix-Ost Roheisen produzierte, liegt seit 2011 ein künstlicher See. Der Phoenix-See in Hörde ist Wohngebiet, Gastronomie-Meile und Naherholungsraum zugleich. Die Immobilienpreise an seinen Ufern gehören zu den höchsten in Dortmund – ein Umstand, der bei alteingesessenen Hördern nicht nur Begeisterung auslöst. Das Projekt ist Beweis dafür, dass Strukturwandel gelingen kann, und gleichzeitig Anlass für die Frage, wem er nützt.
Erststimmen: Bundestagswahl 2025
| Partei | Erststimmen 2025 | Rang |
|---|---|---|
| SPD | 27,6 % | 1 – Direktmandat |
| CDU | 26,4 % | 2 |
| AfD | 14,2 % | 3 |
| Grüne | 11,2 % | 4 |
| BSW | 5,8 % | 5 |
| FDP | 4,6 % | 6 |
| Sonstige | 10,2 % | – |
Dortmund II ist deutlich knapper als Dortmund I. Nur 1,2 Prozentpunkte trennen SPD und CDU. Die Grünen kommen auf 11,2 Prozent – der höchste Wert unter den Dortmunder Wahlkreisen, befeuert durch die akademische Bevölkerung im Umfeld der TU und die bürgerlichen Südstadt-Viertel. Die AfD liegt mit 14,2 Prozent vier Punkte unter ihrem Ergebnis in Dortmund I – ein Hinweis darauf, wie stark sozioökonomische Unterschiede innerhalb einer Stadt die Wahlergebnisse prägen.
Das Dortmunder U
Das Dortmunder U, das ehemalige Brauereigebaeude der Union-Brauerei mit dem goldenen “U” auf dem Dach, ist seit 2010 Zentrum für Kunst und Kreativität. Es beherbergt das Museum Ostwall für moderne und zeitgenössische Kunst, Medienlabore und wechselnde Ausstellungen. Nachts strahlen die LED-Installationen auf dem Dach über die Skyline – das nächste, was Dortmund an ein Wahrzeichen hat.
Historische Ergebnisse
| Bundestagswahl | Gewinner | Abstand SPD-CDU |
|---|---|---|
| 2025 | SPD | +1,2 % |
| 2021 | SPD | +3,8 % |
| 2017 | SPD | +1,6 % |
Dortmund II bleibt SPD-Wahlkreis, aber die CDU rückt näher. Bei der nächsten Bundestagswahl könnte der Süden kippen – eine Möglichkeit, die in Dortmund I undenkbar wäre.
Lage des Wahlkreises
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1998: SPD-Erdrutsch – 255 Direktmandate, CDU nur 119
Die Bundestagswahl 1998 war ein historischer Machtwechsel: Gerhard Schröder führte die SPD zu 40,9 Prozent – dem besten Ergebnis seit 1980. Die SPD gewann 255 Direktmandate – CDU/CSU nur 119. In NRW, Hamburg, Bremen und Berlin wurden ganze Wahlkreis-Reihen rot. Helmut Kohls 16-jährige Kanzlerschaft endete. Die Wahlkreiskarte zeigte: Selbst konservative Regionen wie Aachen und Reutlingen wechselten zur SPD. Die Grünen wurden Juniorpartner – mit 6,7 Prozent und 8 Direktmandaten. Erstmals regierte eine Rot-Grüne Bundesregierung.
Häufige Fragen
Was ist das Dortmunder U?
Ein ehemaliges Brauereigebaeude der Union-Brauerei, seit 2010 Zentrum für Kunst und Kreativität. Es beherbergt das Museum Ostwall, Medienlabore und wechselnde Ausstellungen. Das goldene “U” auf dem Dach ist Dortmunds bekanntestes Bauwerk.
Wie groß ist die TU Dortmund?
Rund 34.000 Studierende, Schwerpunkte in Ingenieurwissenschaften und Informatik. Der angrenzende Technologiepark mit über 300 Unternehmen macht die TU zum wirtschaftlichen Impulsgeber für Süd-Dortmund.
Was ist der Phoenix-See?
Ein künstlicher See auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-Ost in Hörde. Seit 2011 Wohngebiet und Naherholungsraum. Die Immobilienpreise am Ufer gehören zu den höchsten Dortmunds.
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