Wahlkreis 118: Rheingau-Taunus – Limburg – Riesling, Romanik und ein Wahlkreis ohne Überraschungen
Wer von Rüdesheim am Rhein nach Limburg an der Lahn fährt, durchquert in einer Stunde den gesamten Wahlkreis 118 – und zwei völlig verschiedene Landschaften. Im Süden die sonnenverwhöhnten Weinhänge des Rheingaus, im Norden die Lahntal-Ebene mit dem berühmten Dom. Was beide Teile verbindet: Die CDU gewinnt hier zuverlässig.
Key-Facts: Wahlkreis 118
- Wahlkreis-Nr.: 118
- Bundesland: Hessen
- Städte: Rüdesheim, Eltville, Idstein, Limburg
- Einwohner: ~250.000
- Wahlberechtigte: ~186.000
- Gewinner 2025: CDU (35,6 %)
Der Rheingau: Wo der Riesling regiert
Der Rheingau ist eines der 13 deutschen Qualitätsweinanbaugebiete und gilt als Wiege des Rieslings. Schloss Johannisberg – Ort der Spätlese-Entdeckung im 18. Jahrhundert – und das Kloster Eberbach (Drehort von „Der Name der Rose“) sind Ikonen der Weinkultur. Rüdesheim am Rhein zieht mit der Drosselgasse jährlich Millionen Touristen an – nicht alle davon Weinkenner, aber alle zahlungskräftig.
Der Weinbau prägt die Wirtschaftsstruktur: Hunderte Weingter, Gastronomie, Hotellerie und Tourismusdienstleister bilden das Rückgrat. Politisch ist diese Mischung aus Selbstständigen und Besserverdienenden Stammklientel der CDU.
Limburg: Der Dom auf dem 500-Mark-Schein
Der Limburger Dom – romanisch-gotisch, farbenfroh, spektakulär über der Lahn thronend – war auf dem alten 500-DM-Schein abgebildet. Die Stadt (rund 35.000 Einwohner) ist Bischofssitz und Handelsstadt zugleich. In den 2010er Jahren machte der „Protzbischof“ Franz-Peter Tebartz-van Elst bundesweit Schlagzeilen – ein Skandal, der Limburg unfreiwillig ins Rampenlicht rückte.
Erststimmen 2025
| Partei | Erststimmen |
|---|---|
| CDU | 35,6 % |
| SPD | 20,3 % |
| AfD | 14,8 % |
| Grüne | 9,4 % |
| FDP | 6,2 % |
| BSW | 5,1 % |
| Linke | 2,4 % |
| Sonstige | 6,2 % |
Lage des Wahlkreises
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Die Bundestagswahl 1983 bestätigte den Kanzler-Wechsel durch das Misstrauensvotum 1982: CDU/CSU 48,8 Prozent, SPD 38,2 Prozent. Die Grünen zogen erstmals in den Bundestag ein (5,6 Prozent, 27 Sitze – alle über Landesliste). Kein einziges Direktmandat für die Grünen. Die FDP überlebte mit 7,0 Prozent trotz Koalitionsbruch. Die SPD verlor 20 Direktmandate gegenüber 1980 – besonders in Baden-Württemberg und Bayern. Die Wahlkarte wurde konservativer: Westdeutschland mehrheitlich schwarz, Ruhrgebiet rot. 16 Jahre CDU-Regierung begannen.
Häufige Fragen
Was macht den Rheingau als Weinregion besonders?
Der Rheingau gehört zu den renommiertesten Riesling-Anbaugebieten der Welt. Die Südhanglagen am Rhein bieten ideale Bedingungen. Schloss Johannisberg gilt als Geburtsstätte der Spätlese.
Was war der „Protzbischof“-Skandal?
Bischof Tebartz-van Elst ließ seine Limburger Residenz für über 30 Millionen Euro umbauen. Der Skandal führte 2014 zu seinem Rücktritt und beschädigte vorübergehend das Image des Bistums.
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