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Ron DeSantis – Governor von Florida

Ron DeSantis — Governor von Florida

Ron DeSantis im Überblick

  • Partei: Republikaner
  • Amt / Rolle: Governor von Florida
  • Geburtsjahr: 1978
  • Bundesstaat: Florida

Frühe Jahre und Ausbildung

Ronald Dion DeSantis wurde am 14. September 1978 in Jacksonville, Florida, geboren. Seine Familie hat italienische und irische Wurzeln. Er wuchs in Dunedin, Florida, auf und zeigte früh sportlichen Ehrgeiz – als Captain des Baseball-Teams seiner High School erhielt er ein Teilstipendium für die Yale University. An der Yale studierte er Geschichte (Magna cum Laude, 2001) und absolvierte anschließend die Harvard Law School (Cum Laude, 2005).

Militärdienst bei der US Navy

Nach dem Jurastudium trat DeSantis der US Navy als JAG Officer (Judge Advocate General) bei. Er wurde nach Guantánamo Bay, Kuba, entsandt, wo er die rechtliche Behandlung von Gefangenen beaufsichtigte – eine Erfahrung, die später Gegenstand politischer Debatten wurde. Anschließend diente er im Irak als Berater einer Navy SEAL-Einheit bei der Durchsetzung des Militärrechts. Für seinen Dienst erhielt er die Bronze Star Medal, die Navy and Marine Corps Commendation Medal und die Global War on Terrorism Service Medal. Er schied 2010 als Lieutenant Commander aus dem aktiven Dienst aus und ist weiterhin in der Reserve.

Republikanische Wahlkampfveranstaltung
DeSantis profilierte sich als einer der prominentesten republikanischen Gouverneure und galt zeitweise als schärfster innerparteilicher Rivale von Donald Trump.

Im US-Kongress (2013–2018)

2012 wurde DeSantis in das US-Repräsentantenhaus gewählt (6. Bezirk, Florida). Im Kongress positionierte er sich als fiskalkonservativer Hardliner: Er gehörte dem Freedom Caucus an, der rechtskonservativsten Fraktion der Republikaner, und forderte tiefe Einschnitte bei den Bundesausgaben. Außerdem war er Mitglied des Foreign Affairs Committee und des Oversight Committee. Er brachte keine großen Gesetze durch, machte sich aber als loyaler Trump-Unterstützer und häufiger Fox-News-Gast einen Namen.

Governor von Florida: Erste Amtszeit 2019–2023

2018 gewann DeSantis mit Trumps Rückendeckung die Gouverneurswahl – knapp, mit nur 0,4 Prozentpunkten Vorsprung gegen den Demokraten Andrew Gillum. Als Governor prägte er Florida in nahezu jeder Hinsicht. Während der COVID-19-Pandemie verfolgte er einen Sonderweg: Florida hob Lockdown-Maßnahmen früher auf als die meisten anderen Bundesstaaten, verbot Impfpflichten und Maskenpflichten in Schulen. Diese Linie brachte ihm nationale Popularität bei Konservativen – und scharfe Kritik von Epidemiologen und Demokraten.

Innenpolitisch trieb DeSantis einen kulturkonservativen Kurs voran, der weit über Florida hinaus Aufmerksamkeit erregte: Das „Parental Rights in Education Act“ (von Kritikern „Don’t Say Gay“ genannt) verbot den Unterricht über sexuelle Orientierung in den Klassen K-3. Der „Stop WOKE Act“ beschränkte die Vermittlung von Critical Race Theory an Schulen und Universitäten. Außerdem wurden Drag-Shows vor Minderjährigen verboten und Bücher aus Schulbibliotheken entfernt.

Der Disney-Konflikt

Besonderes Aufsehen erregte der Streit mit dem Walt Disney World Resort. Nachdem Disney das „Don’t Say Gay“-Gesetz öffentlich kritisiert hatte, entzog DeSantis dem Unternehmen 2023 seinen seit 1967 bestehenden steuerrechtlichen Sonderstatus (Reedy Creek Improvement District), der Disney faktisch die Selbstverwaltung seines riesigen Geländes ermöglichte. Der Konflikt eskalierte zu einer juristischen Auseinandersetzung und wurde erst 2024 beigelegt – galt aber als Beispiel für DeSantis’ Bereitschaft, Konzerne für politische Positionierungen zu bestrafen.

Wiederwahl 2022 und Bildungspolitik

2022 wurde DeSantis mit fast 20 Prozentpunkten Vorsprung wiedergeählt (59,4 % gegen 40,0 %) – der größte republikanische Sieg in Florida seit Jahrzehnten. Er gewann selbst traditionell demokratische Hochburgen wie Miami-Dade County. In seiner zweiten Amtszeit verschärfte er die Bildungspolitik weiter: Überarbeitung von AP-Kursen in African American Studies, strengere Kontrolle von Universitätsinhalten, Verbot von Diversitätsprogrammen (DEI) an staatlichen Hochschulen und Umgestaltung des New College of Florida zu einer konservativen Modelluniversität.

Präsidentschaftskandidatur 2024

Im Mai 2023 erklärte DeSantis seine Kandidatur für die Präsidentschaft – in einem technisch pannenreichen Twitter-Spaces-Event mit Elon Musk. Er galt zunächst als stärkster Trump-Herausforderer und lag in einigen Umfragen nur knapp hinter dem Ex-Präsidenten. Doch sein Wahlkampf konnte die frühen Erwartungen nicht einlösen: Kritiker attestierten ihm mangelndes Charisma, seine Super-PAC-lastige Strategie scheiterte an Koordinationsproblemen, und Trump dominierte die Medienaufmerksamkeit. Im Januar 2024 zog sich DeSantis nach einer enttäuschenden zweiten Platzierung in Iowa zurück und unterstützte Trump. Seine Gouverneurszeit endet 2027 (keine dritte Amtszeit möglich), und er gilt weiterhin als möglicher Kandidat für 2028.

Politische Positionen

DeSantis steht für einen konservativen Kulturkampf: Er bekämpft „Woke“-Ideologie an Schulen und Universitäten, hat Floridas Schulcurriculum konservativ überarbeitet und strikte Abtreibungsbeschränkungen (Sechs-Wochen-Verbot) unterzeichnet. Wirtschaftspolitisch hält er Florida steuerfrei (keine State Income Tax) und dereguliert – ein Modell, das er als „Florida Blueprint“ landesweit empfiehlt.

In der Einwanderungspolitik setzte er auf spektakuläre Aktionen: Er flog Migranten nach Martha’s Vineyard, um auf die Grenzpolitik aufmerksam zu machen. Außenpolitisch positionierte er sich skeptischer gegenüber Ukraine-Hilfe als der traditionelle republikanische Establishment-Flügel, korrigierte diese Position aber später. Vergleiche mit der Funktionsweise des föderalen US-Systems zeigen, wie viel Gestaltungsspielraum einzelne Gouverneure haben.

Wahlergebnisse

WahlPositionStimmenErgebnis
2012US-Repräsentant FL-657,5%Sieg
2018Governor Florida49,6%Knapper Sieg
2022Governor Florida59,4%Klarer Sieg
2024PräsidentschaftsvorwahlRückzug (Jan.)

Häufige Fragen zu Ron DeSantis

Kann DeSantis 2028 Präsident werden?

Ja, DeSantis gilt als möglicher Kandidat für 2028. Seine Gouverneurszeit endet 2027, er könnte direkt in den Wahlkampf übergehen. Allerdings hat sein gescheiterter 2024er-Wahlkampf seine Marke beschädigt.

Warum ist Florida ein Swing State?

Florida galt jahrzehntelang als Swing State, hat sich aber unter DeSantis deutlich nach rechts verschoben. 2024 gewann Trump Florida mit über 13 Punkten Vorsprung.

Was war DeSantis’ Militärdienst?

DeSantis diente als JAG Officer bei der US Navy. Er war in Guantánamo Bay stationiert und später im Irak als Berater einer Navy SEAL-Einheit im Einsatz. Er erhielt die Bronze Star Medal.

Was ist das Don’t Say Gay-Gesetz?

Das offiziell als Parental Rights in Education Act bezeichnete Gesetz verbietet den Unterricht über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in den Klassen K-3 in Florida. Kritiker nannten es „Don’t Say Gay“, Befürworter sahen es als Elternrecht.

Was war der Disney-Konflikt?

DeSantis entzog dem Walt Disney World Resort 2023 seinen steuerrechtlichen Sonderstatus, nachdem Disney das Don’t Say Gay-Gesetz öffentlich kritisiert hatte. Der Streit wurde 2024 beigelegt.

Mehr dazu: Sonntagsfrage erklärt · US-Wahlsystem · Bundestag-Umfragen · Glossar
SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%FAZ Politik Ungarns Nähe zu Moskau: Und Orbán versprach Putin: Ich bin Dir zu DienstenFAZ Politik Elsass will mehr Rechte: Autonomie in Straßburg und ParisWelt Politik „Wir brauchen Planungssicherheit in der Reserve“Spiegel Politik News des Tages: Mario Adorf, der Zauberer. Donald Trumps Ultimatum.Welt Politik Flasche mit Aufschrift „Polonium“ bei Ostereiersuche gefunden – Ergebnis steht festSpiegel Politik Boris Pistorius: Kommunikationsdesaster und die Frage nach seiner TauglichkeitTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenFAZ Politik In Tschechien: Langjähriger Rechtsextremist Liebich gefasstWelt Politik Trump erhöht den Druck auf Europa – und fordert laut Bericht konkrete Zusagen einZDF heute Europas KI-AufholjagdSpiegel Politik München: Nach Tod von Surferin wächst Streit um Risiko am EisbachTagesschau Ein Jahr Koalitionsvertrag: Von Liebe, Brücken und Reformen
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