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Schwedischer Riksdag in Stockholm

Schweden in der Europäischen Union

Key-Facts: Schweden

  • Hauptstadt: Stockholm
  • Einwohner: 10,5 Millionen
  • EU-Parlamentssitze: 21
  • EU-Beitritt: 1995
  • Regierungschef: Ulf Kristersson
  • Regierungspartei: Moderaterna (Koalition mit KD, L, SD-Tolerierung)

Schweden trat 1995 der Europäischen Union bei und hat seitdem eine pragmatische, aber oft skeptische Haltung gegenüber weiterer Integration eingenommen. Das Land behält seine eigene Währung – die Schwedische Krone – und lehnte 2003 per Referendum den Euro ab. Innenpolitisch durchlief Schweden in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Wandel: Die Migrationsdebatte verschob das politische Spektrum deutlich nach rechts, und mit den Schwedendemokraten toleriert erstmals eine rechtspopulistische Partei eine Regierung.

Politisches System

Schweden ist eine konstitutionelle Monarchie mit einem parlamentarischen Regierungssystem. König Carl XVI. Gustaf hat ausschließlich repräsentative Funktionen. Die politische Macht liegt beim Einkammerparlament Riksdag (349 Sitze) und der vom Riksdag gewählten Regierung.

Seit den Wahlen 2022 regiert Ulf Kristersson (Moderaterna) eine Mitte-rechts-Koalition aus Moderaterna, Christdemokraten (KD) und Liberalen (L), die von den Schwedendemokraten (SD) im Parlament toleriert wird. Diese Konstellation war historisch: Erstmals nahm eine Partei mit Wurzeln in der rechtsextremen Szene direkten Einfluss auf die schwedische Regierungspolitik.

Die Sozialdemokraten (SAP), die Schweden über Jahrzehnte prägten, bilden die stärkste Oppositionskraft. Das schwedische Parteiensystem umfasst traditionell acht Parteien, die in zwei Blöcke gegliedert sind: den bürgerlichen Block und den rot-grünen Block.

Europawahl 2024

Bei der Europawahl 2024 erzielten die Sozialdemokraten das stärkste Ergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 53 %, ein für Schweden unterdurchschnittlicher Wert. Schweden entsendet 21 Abgeordnete.

Partei EU-Fraktion Stimmen (%) Sitze
SAP (Sozialdemokraten)S&D24,95
SD (Schwedendemokraten)EKR13,23
ModeraternaEVP12,83
Miljöpartiet (Grüne)Grüne/EFA10,22
Vänsterpartiet (Linke)Die Linke10,02
KD (Christdemokraten)EVP7,12
CenterpartietRenew6,32
LiberalernaRenew4,21
Sonstige11,31

Schwedens Rolle in der EU

Schweden gehört zu den Netto-Zahlern der EU und vertritt traditionell Positionen für Freihandel, Transparenz und Haushaltsdisziplin. Gemeinsam mit Dänemark, den Niederlanden und Österreich zählt Schweden zu den „Sparsamen Vier“, die bei EU-Haushaltsverhandlungen auf Sparsamkeit drängen.

Ein historischer Wendepunkt war der NATO-Beitritt 2024: Schweden gab seine über 200 Jahre währende militärische Blockfreiheit auf. Dieser Schritt wurde durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst und wird eng mit der EU-Sicherheitspolitik koordiniert.

Im Bereich Klimaschutz und Innovation gilt Schweden als Vorreiter. Das Land hat eine der niedrigsten CO2-Emissionen pro Kopf in der EU und ist Heimat global führender Tech-Unternehmen wie Spotify, Ericsson und Northvolt (Batterieproduktion).

10. September 2003: Das Attentat auf Anna Lindh — zwei Tage vor dem Euro-Referendum

Anna Lindh war Außenministerin Schwedens und das Gesicht der Pro-Euro-Kampagne. Am 10. September 2003 wurde sie in einem Stockholmer Kaufhaus (NK, Nordiska Kompaniet) von einem Messerangreifer attackiert und lebensgefährlich verletzt. Am folgenden Morgen, dem 11. September 2003, starb sie im Karolinska-Krankenhaus. Sie war 46 Jahre alt.

Das Euro-Referendum war für den 14. September 2003 angesetzt — drei Tage nach ihrem Tod. Die schwedische Regierung erwäg kurz, es zu verschieben, entschied sich aber dagegen. Das Ergebnis: 55,9 % stimmten gegen den Euro, 42,0 % dafür. Ob das Attentat das Ergebnis beeinflusste und in welche Richtung, ist bis heute Gegenstand von Analysen — Lindh hatte als Pro-Euro-Stimme gefehlt, aber manche Analytiker argumentieren, dass die Trauer um sie auch Nein-Wähler mobilisierte. Schweden hat seitdem kein Euro-Referendum mehr abgehalten. Der Täter, Mijailo Mijailovic, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Anna Lindh gilt in Schweden als politische Märtyrerin — eine Erinnerung daran, dass demokratische Diskurse vor Gewalt nicht gefeit sind.

Häufige Fragen

Warum hat Schweden nicht den Euro?

In einem Referendum 2003 stimmten 55,9 % der Schweden gegen die Euro-Einführung. Seitdem wird das Thema nicht mehr aktiv verfolgt, obwohl Schweden vertraglich zur Euro-Einführung verpflichtet wäre.

Was sind die Schwedendemokraten?

Die Schwedendemokraten (SD) sind eine rechtspopulistische Partei, die 2022 zur zweitstärksten Kraft wurde. Sie tolerieren die aktuelle Regierung und haben vor allem durch ihre restriktive Migrationspolitik an Einfluss gewonnen.

Wann trat Schweden der NATO bei?

Schweden wurde am 7. März 2024 das 32. NATO-Mitglied, nach über zwei Jahren Beitrittsprozess. Die Türkei und Ungarn hatten die Ratifizierung länger blockiert.

SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Welt Politik „Sieht nach nächstem transatlantischen Krach aus“Spiegel Politik NRW-Ministerin Ina Scharrenbach: Vorwürfe von Machtmissbrauch bleiben interne SacheFAZ Politik Dienste für Putin: Orbán ist ein Ärgernis, aber über ihn entscheiden Ungarns WählerWelt Politik „Werden weiterhin die Hisbollah überall dort angreifen, wo es nötig ist“, bekräftigt NetanjahuWelt Politik Mann verschanzt sich in Bankfiliale und löst Großeinsatz ausTagesschau Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasstFAZ Politik Liveblog Irankrieg: Netanjahu kündigt direkte Verhandlungen mit Libanon anSpiegel Politik USA, Donald Trump und Marco Rubio: Warum Standorte wie Ramstein entscheidend sindFAZ Politik Deutschland-Liveblog: Merz: Koalition uneinig über EntlastungenSpiegel Politik News des Tages: Mario Adorf, der Zauberer, Donald Trumps Ultimatum, russische U-BooteTagesschau Ankündigung von Merz: Deutschland will wieder Gespräche mit Iran aufnehmenZDF heute Europas KI-AufholjagdTagesschau Ein Jahr Koalitionsvertrag: Von Liebe, Brücken und Reformen
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