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Markuskirche in Zagreb, Kroatien

Kroatien in der EU — Wahlen & Politik

Key-Facts: Kroatien

  • Hauptstadt: Zagreb
  • Einwohner: 3,9 Mio.
  • EU-Sitze: 12
  • EU-Beitritt: 2013
  • Regierungschef: Andrej Plenković
  • Regierungspartei: HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft)

Kroatien trat am 1. Juli 2013 als 28. Mitglied der Europäischen Union bei und ist damit das jüngste EU-Land. Seit Januar 2023 gehört Kroatien außerdem der Eurozone und dem Schengen-Raum an – ein doppelter Meilenstein, der die europäische Integration des Landes markiert. Premierminister Andrej Plenković von der konservativen HDZ führt das Land seit 2016 und gilt als einer der verlässlichsten EVP-Partner in Südosteuropa.

Politisches System

Kroatien ist eine parlamentarische Republik. Der Sabor (Parlament) besteht aus einer Kammer mit 151 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Der Staatspräsident (seit 2020: Zoran Milanović) hat vor allem repräsentative Funktionen, verfügt aber über bedeutende außenpolitische Kompetenzen.

Das Parteiensystem wird seit der Unabhängigkeit 1991 von zwei großen Parteien dominiert: der konservativen HDZ und der sozialdemokratischen SDP. Die HDZ unter Plenković hat seit 2016 durchgehend regiert – zunächst mit nationalistischen Koalitionspartnern, später mit wechselnden kleineren Partnern. Bei den Parlamentswahlen im April 2024 errang die HDZ erneut eine Mehrheit und bildete eine Koalition mit der liberalen Partei Možemo.

Das Verhältnis zwischen Präsident Milanović (SDP-nah) und Premier Plenković ist von permanenter Rivalität geprägt, insbesondere in außenpolitischen Fragen. Diese Kohabitation hat mehrfach zu institutionellen Konflikten geführt.

Europawahl 2024

Bei der Europawahl 2024 konnte die HDZ ihre Dominanz bestätigen und errang rund 34 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 21,3 % – eine der niedrigsten in der gesamten EU.

ParteiStimmen (%)SitzeEU-Fraktion
HDZ34,66EVP
SDP16,03S&D
Možemo8,11Grüne/EFA
Domovinski pokret (DP)8,71EKR
Sonstige32,61diverse

Die HDZ bleibt damit die unangefochtene Kraft in der kroatischen EU-Delegation und stärkt die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.

EU-Rolle

Als jüngstes EU-Mitglied hat Kroatien eine bemerkenswerte Integrationsgeschichte: Von der EU-Beitrittskandidatur (2003) über den Beitritt (2013) bis zum Euro und Schengen (2023) – in nur 20 Jahren vollständig integriert. Im ersten Halbjahr 2020 führte Kroatien den EU-Ratsvorsitz – mitten in der Corona-Pandemie.

Kroatiens zentrale EU-Themen sind die Westbalkan-Erweiterung (insbesondere der Beitritt von Bosnien-Herzegowina und Serbien), die Kohäsionspolitik sowie die Grenzsicherung an der EU-Außengrenze. Mit 12 Sitzen im EU-Parlament gehört Kroatien zu den kleineren Delegationen, kann aber über die EVP-Fraktion erheblichen Einfluss ausüben.

2023: Kroatien führt den Euro ein – Balkan-Land in Schengen und Währungsunion

Am 1. Januar 2023 trat Kroatien dem Euro-Währungsraum bei und gleichzeitig dem Schengen-Raum. Das war der erste EU-Beitritt zur Eurozone seit Litauen 2015. Kroatien war 2013 der EU beigetreten – nach einem zehnjährigen Annäherungsprozess. Der Euro-Beitritt nach nur zehn Jahren EU-Mitgliedschaft war schneller als erwartet; Kroatien hatte alle Konvergenzkriterien erfüllt. Politisch bedeutsam: Kroatien wurde das zwanzigste Eurozone-Mitglied und das erste ehemalige Jugoslawien-Land im Euroraum. Die Einführung verlief ohne größere Probleme; die Kuna wurde abgelöst.

Häufige Fragen

Seit wann ist Kroatien in der EU?

Kroatien trat am 1. Juli 2013 der EU bei. Seit dem 1. Januar 2023 ist das Land zusätzlich Mitglied der Eurozone und des Schengen-Raums.

Wie viele EU-Sitze hat Kroatien?

Kroatien entsendet 12 Abgeordnete ins Europäische Parlament.

Wer ist Kroatiens Regierungschef?

Seit 2016 ist Andrej Plenković von der HDZ Premierminister Kroatiens. Er wurde 2020 und 2024 wiedergewählt.

SonntagsfrageCDU/CSU25,3%SPD13,3%Grüne14,0%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,0%Linke10,3%INSA · 11.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Tagesschau Koalition will Autofahrer durch Steuersenkung entlastenFAZ Politik Nach Orbáns Niederlage: Freudentaumel am DonauuferWelt Politik Irans Marinechef nennt Trumps Drohung „lächerlich“ – Blockade sei „Akt der Piraterie“Welt Politik „Wir werden die Energiesteuer um 17 Cent pro Liter senken“FAZ Politik Deutschland-Liveblog: Regierung senkt Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin für zwei MonateSpiegel Politik Deutschland: Koalition beschließt Entlastung wegen hoher SpritpreiseWelt Politik Hunderte Afghanen klagen gegen Entzug von AufnahmezusagenSpiegel Politik Livestream: Friedrich Merz stellt Ergebnisse der Verhandlungen der Koalition vorFAZ Politik Liveblog Irankrieg: USA beginnen Seeblockade Irans am NachmittagSpiegel Politik FDP: Parteienforscher sieht Wolfgang Kubicki als Risiko für weiteren RechtsruckZDF heute Zahlen Kassen zu viel für ein Krebsmittel?

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