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Kopenhagen — Schloss Christiansborg, Sitz des dänischen Parlaments

Dänemark in der EU — Wahlen & Politik

Key-Facts: Dänemark

  • Hauptstadt: Kopenhagen
  • Einwohner: 5,9 Millionen
  • EU-Sitze: 15
  • EU-Beitritt: 1973
  • Regierungschefin: Mette Frederiksen
  • Regierungspartei: Sozialdemokraterne (Breite Koalition)
  • Währung: Dänische Krone (DKK)

Dänemark ist seit 1973 Mitglied der Europäischen Union und gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Gemeinschaft. Das skandinavische Königreich hat traditionell ein ambivalentes Verhältnis zur EU — es lehnte 1992 den Maastricht-Vertrag per Volksabstimmung ab und hat bis heute einen Opt-out bei der gemeinsamen Währung Euro. Gleichzeitig ist Dänemark ein verlässlicher Partner in der Handels- und Klimapolitik.

Politisches System

Dänemark ist eine konstitutionelle Monarchie mit König Frederik X. als Staatsoberhaupt (seit Januar 2024). Das Einkammerparlament Folketing hat 179 Sitze, davon zwei für Grönland und zwei für die Färöer. Premierministerin Mette Frederiksen führt seit Juni 2023 eine historisch ungewöhnliche Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen (Venstre) und der zentrischen Partei Moderaterne.

Die dänische Politik ist von Pragmatismus geprägt. Minderheitsregierungen sind die Norm, und Gesetzesvorlagen werden häufig mit wechselnden Mehrheiten verabschiedet. Seit den 2000er-Jahren hat die Einwanderungspolitik die politische Debatte dominiert — Dänemark verfolgt eine der restriktivsten Migrationspolitiken in der EU.

Europawahl 2024

Bei der Europawahl 2024 wählte Dänemark 15 Abgeordnete ins EU-Parlament. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,3 %, ein leichter Rückgang gegenüber 2019 (66 %). Bemerkenswert war der Erfolg der Sozialdemokraten und der konservativen Dänischen Volkspartei.

ParteiEU-FraktionSitze 2024Sitze 2019Veränderung
SozialdemokraterneS&D43+1
VenstreRenew23−1
SF (Sozialistische Volkspartei)Grüne/EFA32+1
KonservativeEVP11±0
Dansk FolkepartiEKR11±0
Radikale VenstreRenew11±0
EnhedslistenDie Linke11±0
ModeraterneRenew10+1
Liberal AllianceRenew11±0

EU-Rolle

Dänemark trat 1973 gemeinsam mit Großbritannien und Irland der EWG bei. Das Verhältnis zur EU war stets von Sonderregelungen geprägt: Nach der Ablehnung des Maastricht-Vertrags 1992 erhielt Dänemark vier Opt-outs — beim Euro, bei der Verteidigungspolitik, beim EU-Bürgerrecht und bei der Justizpolitik. In einer Volksabstimmung 2022 stimmten die Dänen jedoch dafür, den Verteidigungs-Opt-out aufzugeben.

Dänemark ist ein Nettozahler in den EU-Haushalt und profitiert vor allem von der Agrar- und Fischereipolitik. Das Land ist ein Vorreiter in der Klima- und Energiepolitik — mit dem Ziel, bis 2030 die CO₂-Emissionen um 70 % zu senken. Dänische Unternehmen wie Vestas, Ørsted und Novo Nordisk sind globale Marktführer in ihren Branchen.

2. Juni 1992: Das dänische Nein, das Europa erschütterte

Am 2. Juni 1992 stimmten die Dänen mit 50,7 % gegen den Maastricht-Vertrag – die erste Volksabstimmung, bei der ein EU-Mitglied einen großen europäischen Vertrag ablehnte. Das Ergebnis war ein Schock für die europäische Integration: Ohne einstimmige Ratifizierung aller Mitgliedstaaten konnte Maastricht nicht in Kraft treten. Drei Monate später, am 20. September 1992, stimmten die Franzosen mit nur 51,05 % dafür — die knappe Mehrheit verdeutlichte, wie breit der europäische Skeptizismus war.

Die Lösung: Beim EU-Gipfel in Edinburgh am 12. Dezember 1992 verhandelten die Dänen vier Opt-outs heraus – bei der Währungsunion (Euro), der Verteidigungspolitik, dem EU-Bürgerrecht und der Justizpolitik. Am 18. Mai 1993 stimmte Dänemark erneut ab – diesmal mit 56,8 % Ja. Maastricht konnte in Kraft treten. Die vier dänischen Opt-outs – ursprünglich als Notlösung konstruiert – definieren noch heute Dänemarks Verhältnis zur EU. 2022 gab Dänemark den Verteidigungs-Opt-out per Volksabstimmung auf. Der Euro-Opt-out gilt weiterhin.

Häufige Fragen

Warum hat Dänemark den Euro nicht?

Die Dänen stimmten im Jahr 2000 in einer Volksabstimmung mit 53,2 % gegen die Euro-Einführung. Seitdem hat keine Regierung eine erneute Abstimmung angesetzt. Die Dänische Krone ist allerdings fest an den Euro gekoppelt (Wechselkurs ca. 7,46 DKK/EUR).

Gehören Grönland und die Färöer zur EU?

Nein. Grönland trat 1985 aus der EWG aus — als einziges Gebiet, das die EU je verlassen hat (vor dem Brexit). Die Färöer waren nie EU-Mitglied. Beide autonomen Gebiete gehören zum Königreich Dänemark, aber nicht zur EU.

Wie steht Dänemark zur EU-Erweiterung?

Dänemark unterstützt grundsätzlich die EU-Erweiterung, insbesondere für die Westbalkan-Staaten und die Ukraine. Gleichzeitig betont die Regierung die Notwendigkeit strenger Beitrittskriterien.

SonntagsfrageCDU/CSU25,7%SPD12,3%Grüne13,7%AfD25,7%BSW3,5%FDP3,3%Linke10,2%INSA · 08.04.BTW 2025CDU/CSU28,5%SPD20,5%Grüne11,6%AfD20,8%BSW5,0%FDP4,3%Linke3,8%Welt Politik „Wir haben Sie im Blick, Putin“ – Großbritannien jagt russische U-Boote im AtlantikFAZ Politik Menschenrechtsgruppe: Russisches Gericht stuft Memorial als extremistisch einWelt Politik Asylanträge von Syrern werden inzwischen zu 95 Prozent abgelehntWelt Politik „Eine katastrophale Nachricht für die Regierung“FAZ Politik Irankrieg: Ein gelöschter Tweet zeigt, wie fragil die Waffenruhe istSpiegel Politik CDU: Warum auf Google Maps Parteibüros plötzlich »Eierhaus« heißenFAZ Politik Liveblog Irankrieg: Starmer will enger mit Golfstaaten kooperierenTagesschau Wie kann Deutschland in der Straße von Hormus helfen?Tagesschau Wird die Pendlerpauschale erhöht?Spiegel Politik Gelsenkirchen: Katherina Reiche prüft Übernahme von Raffinerie durch umstrittenen InvestorSpiegel Politik Bundeswehr: Verteidigungsexperte verlangt Pflichtwehrübungen für Reservisten
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